Text: Sascha Kösch + johnnie stieler aus De:Bug 106

Kodak easyshare – die kleine Schwarze
Dem Purismus anderer Hersteller begegnet Kodak in der Pocket-Kamera-Serie mit edlem Design und eindrucksvoller Linsentechnik. Die schwarze – dem Doppellinsenobjektiv angepasste – Riffeloptik des Gehäuses gibt dem Ganzen eine futuristische Prägung. Die Kamera ist ungefähr so dick wie ein Nokia und macht sich ganz hervorragend in schönen Designeranzügen, die Wert auf eine ansprechende und moderne Kamera legen, die kein Objektiv mehr ein- und ausfährt sowie eine kabellose Option stressfrei beherrscht. Der LCD-Screen auf der Rückseite hat ungefähr iPod-Format. Die selbst aufgezeichneten Videos machen einen durchaus soliden Eindruck. Wo andere Kameras bereits im Halbdunkel verrauschen, macht die V610 (trotz “nur” 400 ISO) fröhlich weiter. Es gibt diverse Kameramodi für jeden Zweck, die nach erstem Naserümpfen (man kann so was ja selbst und customized immer am besten) allerdings die Features der Kamera voll ausnutzen. Auch als Videokamera liefert die V610 ziemlich gute Ergebnisse und auch dort wieder auch dann, wenn’s duster wird. Besonders schick wird es beim Thema Bluetooth. Nach Softwareinstallation und Gerätekopplung überträgt die V610 zügig das Geknipste. Bluetooth ist für 6,1 Megapixel auch tatsächlich ausreichend. Da ist zum Vorteil für das Userportemonnaie nachgedacht worden. Für heavy User gibt es den obligatorischen SD-Memory-Slot. Die Gesamtbedienung geht ziemlich fix: schnell aus der Tasche ziehen, fotografieren und später auf dem großen Display Freunden und Kollegen zeigen oder per Bluetooth übertragen: alles kein Problem. Zielgruppe: designorientiert, schick, foto- und zeigefreudig.

Samsung SGH-Z560 HSDPA
Mit dem Samsung SGH-Z560 hat Samsung eins der ersten Handys hierzulande releast, das HSDPA fähig ist. Das heißt, UMTS wird endlich von der Hardwareseite aufgeschraubt und kann bislang theoretische Downloadraten von 1,8Mbit/s erreichen. Schneller war Netz auf dem Handy bislang nie. Auch wenn im realen Umgang Geschwindigkeiten knapp unter der 1Mbit/s Grenze wesentlich realistischer sind, ist die Zeit, in der man auf Webseiten und kleinere Downloads warten musste, mit dem SGH-Z560 vorbei. Und auch die Zeiten, als UMTS-Handys irgendwie klobiger waren, sind Vergangenheit. Das SGH-Z560 ist mit 16mm ein extrem schlankes, sehr elegantes Klapphandy, mit einem 2,3-Zoll-QVGA-Display mit 262.144 Farben, Mediaplayer für alle gängigen Formate, 2 Megapixel Kamera mit Autofocus außen und einer zusätzlichen für Videotelefonie innen, Stereolautsprecher und MicroSD-Slot. Gespart wurde bei dem Tribandhandy an nichts. Unser Test mit einer Vodafone-Karte zeigte, dass IP-TV auf dem Telefon durchaus eine vernünftige Alternative darstellt. Nur selten wurde mal eine Sendung durch Nachbuffern unterbrochen. Man muss sich nur daran gewöhnen, dass Fernsehen über das Netz anderen Regeln folgt. Der mitgelieferte Browser ist nicht ganz ganz so flexibel, wie man sich vielleicht wünschen würde, aber dafür gibt es ja z.B. Opera. Allein der Spaß, mit offenem Google-Maps durch die Straßen zu laufen und via Vogelperspektive in die Hinterhöfe zu schauen, ist schon ein Grund für alle, die es sich leisten können, HSDPA auszukosten. Sympathisch auch, dass man bei dem SGH-Z560 die Prozessorstärke schon daran merkt, dass es z.B. bei Videostream nach und nach angenehm warm wird. Schön, schnell, unkompliziert, flüssig im Netz und angenehm umfangreich in den Features ist das SGH-Z560 ein Telefon, das – auch in schnelllebigen Handyzyklen – das Zeug zum Klassiker hat und auch in den nächsten Jahren kaum altern wird, weil es auf einem Niveau funktioniert, das endlich mal das ist, was man sich von einem vernetzten Telefon erwartet.

Lil’Monsta – vom Zollknast auf den Ladentisch
Eigentlich wollte SanDisk den MP3-Player Sansa 200 mit einer Guerilla-Aktion ins Licht einer interessierten Öffentlichkeit rücken – wurde aber dabei von der italienischen Firma Sisvel (die unter anderem die Lizenzrechte für den optischen “Fortschrittsbalken” am Fernsehgerät besaß oder besitzt) bei weitem übertroffen. Sisvel berief sich auf gefühlte Lizenzrechte in den MP3-Playern der Firma SanDisk und ließ den schnieken SanDisk-Stand auf der IFA von Zollbeamten heimsuchen, die das “Little Monsta” (so der Name des Players in der ursprünglichen Kampagne) einsackten. Der einzige Hintergrund solchen Engagements kann nur ein beträchtlicher Profit sein – respektive hat der Player gute Chancen auf dem deutschen Markt. Auf dem Tisch der Redaktion landete ein mit stattlichen 6 Gigabyte ausgestatteter Player, dessen Navigation und Features recht ipodistisch anmuten. Wie beim Nano von Apple bewegt sich hier nichts mehr und SanDisk als Speicherspezi hat noch 2 Gb mehr draufgepackt. Im Gegensatz zum Nano kann der Sansa allerdings auch MP3-Movies abspielen und außerdem WMA-Dateien ins Ohr flöten. Damit ist die Zielgruppe bereits ausgemacht: PC-User, die zum einen den hohen Preis des Nano von 249 Euro fürchten und außerdem ihre WMA-Dateien und Videos bzw. Podcasts dort nicht sehen bzw. hören können. Der Sansa 200 kostet in der 6-Gb-Variante gerade einmal ca. 218 Euro, der vergleichbare 4-Gb-Sansa gerade einmal ca. 179 Euro. Zusätzlich lässt sich die Kapazität am außen befindlichen microSD-Slot mit der maximalen 8-Gb-Variante auf 10 Gb auftunen. Das macht Sinn!

NIKON Coolpix P3 WiFi – Knipsen wie die Profis
Nicht ganz zu Unrecht schaut die professionelle Gilde der Berufsfotografen auf den Szenejournalisten herab, wenn dieser ohne Laptop und ein schweres Geschoss wie eine Nikon D2 und WLAN-Adpater bei Pressekonferenzen aufläuft, um mit einer kleinen Miniklitsche das Bild zu verdecken. Doch auch hier holt die “Consumer”-Welt (Menschen, die Kameras unter 2.000 Euro kaufen) die Profis ein. Aus diesem Grund haben wir eine Nikon Coolpix P3 getestet. Nicht nur fröhliche 8,1 Megapixel und eine selbst für Berufsalkoholiker geeignete VR-Stabilisierungstechnologie machen die eher spartanisch bis touristisch anmutende Kamera zu einer netten Überraschung. Nach ein paar Turnübungen mit dem USB-Adapter und dem wie immer recht kryptischen Handbuch plus Software-CD ist die kleine Silberbüchse im WLAN, entweder direkt im Netz oder in einer Peer-to-Peer-Verbindung im Ad-Hoc-Modus an den Laptop connected. Die Kamera hat eine eigene Mac-Adresse im Netzwerk und kann – auch in WEP-geschützten Netzwerken – ohne viel Theater Bilder übertragen. Der WLAN-Novize kann da durchaus länger brauchen, wer öfter mit Kabellosen zu tun hat, dürfte keine Probleme haben. Auf dem Mac kann iPhoto die Kamera sehen und direkt Bilder importieren, was ein weiterer Pluspunkt ist. Für den Semi-Profi bietet sich der “PC-Modus” an, bei dem jedes Bild sofort auf der Festplatte landet. Das kann bei knapp 4 Mb pro Bild ein paar Sekunden dauern, ist also nicht für das Drive-By-Shooting geeignet. Natürlich gibt es Platz für Speichermedien (SD-Karten), sodass auch einem Drive-By-Shooting mit anschließender Datenübertragung nichts im Wege steht. Hat der Kollege mit dem Laptop im WLAN oder per UMTS einen Internetzugang, landen die Bilder so schnell in der Redaktion wie bei den Profis. Wie alle Kameras unter 400 Euro hat auch die Nikon es lieber tagsüber und hell.

SonyEricsson Z610i
So erfolgreich die Walkmanserien und auch die neuen Cybershot-Handys von SonyEricsson sind, so unauffällig wirkt dagegen ihre Serie von Klapphandys. Mit dem Z610i könnte sich das ändern, und das liegt vor allem am Design. Die metallisch glänzende Oberfläche mit einem eingelassenen OLED-Display auf der Außenseite, dass dem Telefon im zugeklappten Zustand eine ganz eigene Tiefe verleiht, ist nicht nur beeindruckend elegant, sondern dürfte definitiv selbst den ärgsten Konkurrenten auf dem Sektor ausstechen, weil es nur dann erscheint, wenn man das Display wirklich braucht. Und dazu ist das Z610i auch noch mit Funktionen ausgestattet, die zeigen, dass Sony Ericsson wirklich über die Verbindung von Telefon und Netz gründlich nachgedacht hat. Integriertes Bloggen von Bildern, RSS Feeds und Pop3 Mailcenter machen das Triband-Handy mit 2 Megapixel Kamera und UMTS Videotelefonie zu einem perfekten Style-Handy, das im urban-digitalen Alltag genau das kann, was man ständig braucht.

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Elektronische Lebensaspekte.

Jetzt neu: Filme auf dem iPod. Ganz hervorragend.
Text: Thaddeus Herrmann aus De:Bug 98

Miss Marple to go iPod

Der iPod mit Farb-Display hat mir nie eingeleuchtet: Warum sollte ich mir Bilder auf meinem Walkman anschauen und, im Vertrauen, auf die Abbildung des Cover-Artworks meiner vier bei iTunes gekauften Tracks kann ich auch verzichten. Jetzt ist alles anders, denn auch wenn die Video-Fähigkeiten des neuen iPods beschränkt sind (warum kann man Filme nicht vorspulen, wenn der Prozessor doch schon jetzt in der Lage ist, Filme in deutlich höherer Auflösung als das native iPod-Format ruckelfrei darzustellen), ist die Video-Kompatibilität das AddOn, auf das ich gewartet habe. Step-by-Step-Anleitungen, wie man DVDs und Serien-Episoden für den iPod rippt, kursieren im Netz, seit Steve Jobs die fünfte Generation des MP3-Players vorgestellt hat und so rotieren auf meinem 30GB-Modell jetzt außer Musik auch Miss-Marple-Filme (es ist Winter, kalt und ich trinke Tee, da gehört so etwas dazu) und alte Serien. Das Display ist großartig und aus allen Winkeln gut einzusehen und wird erst bei Filmen, bei denen man auf Untertitel angewiesen ist, zu klein. Und auch sonst macht der neue iPod einen hervorragenden Eindruck. Mit komplett neuer Hardware bedarf es nur eines entsprechenden Software-Updates, um viele Funktionen freizuschalten. Vor allem die Aufnahmefunktion in 44 KHz (Bilder kursieren ebenfalls bereits im Netz) ist hier zu nennen. Geschichte wiederholt sich: Auch mein zweiter Kassetten-Walkman, damals, konnte aufnehmen.

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Elektronische Lebensaspekte.

cd/dvd add on pets...
Text: Sascha Kösch aus De:Bug 89

CD ZOMBIE

Wenn die CD tot ist, wo wohnen dann ihre Zombies, werdet ihr euch gefragt haben. Keine Angst, das Gruseln kann weitergehen. Wir haben sie aufgespürt und wie immer sind es die Kinder, die als erste mit den Schockern der neuen Unterhaltungs-Tsunamis klarkommen müssen. Was von außen wirkt wie ein Plüschtier nach einer Schönheits-OP, ist innen voll mit Chips und kostet trotzdem nur 30 Euro. Serafina heißt die Katze und kann – so richtig goremäßig auseinander gesäbelt hat sie noch niemand – auf die schnuckeligen Kitschmonster-Ideologie-CDs und -DVDs der Barbie-Serie mit dem unschlagbaren Titel “Die Prinzessin und das Dorfmädchen” reagieren. Passagen im Video oder der DVD werden von der Katze mit Schnurren und einer (großen) Hand voll absolut überlebenswichtiger Sätze wie: “Drück mich, ich habe Angst” kommentiert. Und auch sonst macht sie allerlei possierliche Dinge, passend zu den Geschehnissen auf den Ton- und Bildträgern, die Dank Mattel und Barbie jetzt aus den Boxen eurer Fernsehbildschirme direkt ins Kinderzimmer gehupft kommen. CD-AddOns, wie sie noch niemand gesehen hat. Das Ganze funktioniert über – Informationen sind wie gesagt spärlich, wir empfehlen barbie.com – eine Mischung verschiedener Technologien wie RFID, VEIL (etwas, dass Pixelveränderungen aus Bildschirmen liest, großer Name) und Watermarking. Kurzum, lauter funky Elektrosmog, subliminale Energien und Überwachungs-Beschwörungen, die sich in einem einzigen Kraftpaket bündeln, das früher mal Spielzeug hieß, jetzt aber die CD und die DVD zu neuem Leben erweckt. Klar, es mag schön sein, eine Antipiraterie-CD von 2Raumwohnung für billig zu kaufen, aber wieviel schöner wäre es, wenn das Deluxe-Paket Rolemodel Inga als Doll nebst Ikea-Hackblock (Co-Sponsoring) ausliefern würde, auf dem Ingadoll dann (“sie hat mein Herz und ich hab ihrs” …) eine Renner-Voodoopuppe ausweidet oder zusammen mit (“ich bin für sie da, und ihre Katze und ihr Hund”) mit Serafina schnurren gehen kann? Da wäre doch die ganze Familie glücklich und vereint und der Teppich des Kinderzimmers ein fliegender im Tempel der heimischen Unterhaltungshub-Märchenwelt, die nicht mehr in Quadratmetern gemessen werden muss, sondern in Wesen. Und die CD darf auch noch mitspielen. Wir sind gerettet. Fehlen nur noch RFID-Extasy-Spender, die man mit Spam-Mails refillen kann, und tanzende Aibo-Groupies für Heim-DJs bei Aldi. PS: Serafina gibt’s auch als Batmobile und in vielen anderen Geschmacksrichtungen.

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Elektronische Lebensaspekte.

Must-Have-Goodies für den Must-Have-Menschen. Von uns für euch.
Text: Alle aus De:Bug 81

Smartphone
Das Sony P900

Ein Telefon muss groß sein. Hinweg ihr Minis, eure Tasten bedient fortan niemand mehr, nicht mal mit Einweg-Chopsticks. Hah! Sony hat eh immer die besten Telefone gebaut, klar, mit der besten Menüführung, dem logischsten GUI und dem Killer-Tool des Jog-Dials. Seit dem Merger von Sony und Ericsson setzt man auf den Joystick als Navigator und eigentlich ist allein die Rückkehr des Jog-Dials im P900 Grund genug, das Geld anzulegen und auf Smart-Phone umzusteigen. Ich fühl mich wohl und gründe demnächst auch den Sony Z1-Fanclub. Das P900 ist ein echtes Smart-Phone und kann alles: Neben telefonieren, Bilder und Videos machen, MP3s abspielen (ja, endlich! MP3-Klingeltöne) stehen vor allem die PDA-Funktionen im Vordergrund. Basierend auf dem Symbian-OS stehen hier bereits zahlreiche Anwendungen zur Verfügung. Schon fest installiert ist der obligatorische Organizer. Und wie läuft’s? Auch Menschen, die noch nie ein Sony-Telefon ihr Eigen nennen konnten, dürften sich sofort wohlfühlen. Schwarze Löcher wie bei Telefonen anderer Hersteller gibt es nicht, alles erklärt sich von selbst. Palm-User werden ihre reine Freude haben. Im Mittelpunkt steht das riesige Touchscreen-Display, das mit kleinem Palm-Stift bedient und “beschrieben” wird. Die Handschrifterkennung des P900 fühlt sich dann auch sehr palmig an, klappt aber ganz gut. Um wirklich glücklich zu werden, muss man sich also der Maschine anpassen. Die Alternative, alles über die kleine virtuelle Tastatur zu tippen, hat mich nicht glücklich gemacht. Umso erfreuter war ich über die gute Qualität der Videoaufnahmen (Speicherung auf Memory-Stick) und der Fotos. Die Bluetooth-Kommunikation mit dem Rechner funktioniert tadellos. Das einzige Manko für uns Mac-User ist, dass Firmware- und Software-Updates nur per Windos-Software vorgenommen werden können. Wer also ein Smart-Phone braucht, ist beim SonyEricsson P900 genau richtig aufgehoben. Ob ihr eins braucht, ist eine Entscheidung, die ihr selbst fällen müsst. Ca. 800 Euro für das Gerät ohne Vertrag sind eine Menge Geld. Ca. 800 ?
http://www.sonyericsson.com/de
[THADDI]

Rauchen am Rechner
Der USB-Ashtray

Für alle, denen die Fluppe im Mundwinkel festgewachsen ist, gibt es jetzt Hoffnung auf Frühlingsfrische am Arbeitsplatz. Einfach den Rechner den Qualm verarbeiten lassen! Den Kuller-Aschenbecher in den USB-Port gesteckt und schon kann man schachtelweise Gauloises durchziehen. Der Kleine saugt es weg. Fehlt eigentlich nur die Software mit Lungenkrebskalkulator und das lustige Küken zwitschert die Resttage vor. $34.99
http://www.thinkgeek.com/gadgets/electronic/68c6/
[annett jaensch]

Fett für die Hand
MyPetFat

Was vereint alle neuen Abnehmprodukte von A bis Z? Die Garantie von einzigartigen Forschungsergebnissen, das Versprechen eines Lebenswandels – und zwar sofort. Aber vor allem der Satz: “Lose xxx pounds in 10 days”, wobei eine dreistellige Zahl Pflicht ist in amerikanischen Fettgefilden. Doch jetzt gibt es was Neues! Es ist jedenfalls eine schwabbelige Menschenfett-Nachbildung zum Anfassen und Ekeln. Ganz ohne Angabe, um welches Material es sich hier wirklich handelt, verkauft die Firma verschiedene Blutspur-versehene, gelblich schimmernde Fettportionen von der 1oz Hosentaschenversion für 14,99 bis zur 5lbs-Packung für 99 Dollar, bei der die ganze Familie ihr Fett wegbekommt. Denn per Psychoeffekt greift MyPetFat allen Diätprogramm-Teilnehmern unter die Schwabbelarme und erinnert sie täglich an deren angefressenen Inhalt. Bei Essensentscheidungen soll das in Kombination mit den beigelegten Motivationssprüchen (“Fat it’s all in your Head”) Wunder wirken, verspricht die Website. Dort sammelt man auch gegenwärtig noch Erfahrungen und will bald im galoppierenden Monatsrhythmus jeweils eine sensationelle Erfolgsgeschichte veröffentlichen. Ob es die gibt? Egal, FetPat ist sicher auch super zum Freunde ärgern. Und vielleicht bleibt es sogar wie ein Yps-Glibberball an Wänden kleben! Kleines Fett 14,95 $, großes Fett 99,95 $.
[MTZ]
http://www.mypetfat.com

Hintergrund fürs Handy
Simeda SounderCover

Soll es geheim bleiben, wo du gerade bist, doch durch dein Handy erkennt dein Anrufer den Aufenthaltsort? Noch zu Hause, obwohl du schon längst unterwegs sein solltest? Nokia-Telefon-Besitzern schafft Simedias SounderCover Abhilfe. Die Handysoftware spielt Anrufern automatisch eine verschleiernde Hintergrundatmosphäre vor. Die kann man selbst aufnehmen oder aus den mitgelieferten Sounddateien auswählen. Klassiker ist dabei wohl “Traffic Jam” mit Hupen und Autogeräuschen, auch nett die “Circus Parade” oder der “Dentist” mit fiesen Zahnarztbohrern. Essentiell natürlich das Klingeln eines zweiten Fernsprechers im Hintergrund; weil da gerade noch wer anruft. Insgesamt 9 Sounds liefert die kostenlose Demoversion, inklusive der Profilfunktion. Die assoziiert einfach Telefonbucheinträge zu bestimmten Klangteppichen, und hätte ich eins der neuen Nokias (geht bislang nur damit), dann würden mich manche Anrufer immer im Park wähnen, wo die die Vögel hörbar zwitschern.
Demo gratis, Vollversion 9,99?
http://www.simeda.com/soundercover.html
[MTZ]

Hello Kitty
Der Toaster
SANYO SK-KT2P UND HP-4363KT
EIN GANZ NIEDLICHER PRODUKTPIRAT WERDEN
“Hello Kitty” ist vor allem das Puschligkeits-Chiffre, das nie einen doofen Comic oder andere Vehikel gebraucht hat, um auf jeden Mist gedruckt zu werden, auf den man irgendwie drucken kann. Kitty-Erfinder Shintaro Tsuji lizenziert jeden Monat 450 neue Produkte und setzt damit im Jahr 500 Mio. Dollar um, die Lizenznehmer dürften ein paar Milliarden Dollar mit Kitty-bedruckten Bettdecken, Autos, Vibratoren (Yep! ganz offiziell), Kreditkarten, T-Shirts, Handys, Softdrinks und Plastiknippes in jeder Größe und Ausprägung machen. Dazu kommt noch der Markt mit unlizenziertem Kitty-Kram, der es derzeit auf rund 800 Mio. Dollar im Jahr bringen soll. Für die richtig lässigen Kitty-Addicts hat der freundliche Mischkonzern Sanyo eine Reihe von Küchengeräten im Angebot, mit denen man in beiden Welten reüssieren kann. Die klassischen Toaster SK-KT2P und SK-KT21P sowie der Sandwich-Toaster HP-4363KT haben Kitty nicht nur außen draufgedruckt, sondern brennen bei der Zubereitung auch auf jedes Stück Brot ein Hello-Kitty-Gesicht. Wenn man die dann an der nächsten Straßenecke verkauft und damit die Toastbuden-Konkurrenz aber sowas von verbläst, weil ja logischerweise ein fettiger Snack mit Kitty ein größeres Hallo provoziert als einer ohne, lebt man nicht nur seine infantilen Vorlieben aus, sondern auch die Dialetik der Gesellschaft im Urheberrechtskrieg vor. [WALDT]

Toaster für 62 USD, Sandwich-Toaster für 40 USD http://www.sanyo.com/appliances/hello%5Fkitty/

[waldt]

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Elektronische Lebensaspekte.

Corrado Izzo ist als Produzent, Label- und Verlagsbetreiber eine Zentralfigur im wieder erblühten Frankfurttechno. Als Gadgets hat er auf seinem Label Gadgets gerade den schönsten Rundumblick zur Achse Detroit-Frankfurt produziert - immer am "Guten Gefühl" entlang.
Text: katja hanke aus De:Bug 60

Warum das jetzt geht?

Oft ist ein Album für den Künstler ein Rückblick, ein Abschluss einer bestimmten Zeit. Selten blickt ein Album aber auf einen so langen Zeitraum wie fast zehn Jahre zurück. Für Corrado Izzo ist in diesen Jahren viel passiert. Vor fast zehn Jahren fing er bei Neuton an und verkaufte elektronische Musik in alle Welt. Wenig später gründete er nebenbei Gadgets, sein eigenes Label, für seine eigenen Produktionen und nur für Musik, die ihn wirklich begeisterte. Jetzt ist er Chef des Electronic Labelpools und veröffentlicht als Gadgets auf Gadgets sein erstes Album.

Anders funktionieren
Schon während seiner Arbeit bei Neuton schraubte Corrado Izzo abends mit seinem Kollegen Bernd Maus (produziert auch mit Thilo Stolle als “Maus und Stolle”) an den Maschinen. Rumexperimentieren im Wohnzimmerstudio. Sie wollten Musik machen, die “ein gutes Gefühl gibt”. Vor allem aber Musik, die “rhythmisch anders funktioniert” als die puren 4/4 Stücke, mit denen sie damals jeden Tag zu tun hatten. Ihre erste Platte veröffentlichten sie auf Heiko Laux’ Label “Uturn” und weitere dann sporadisch auf “Gadgets”. Genügend Zeit, gezielt an dem Projekt zu arbeiten, blieb aber wenig. “Wenn du im Geschäft soviel zu tun hast, ist es schwer kreativ zu sein.” So ging es vier oder fünf Jahre. “Und irgendwann”, erzählt er, “hatte ich im Büro mit so vielen Labels zu tun, dass der Kontakt zu den Künstlern und zur Musik an sich verloren ging. Es wurde immer mehr Unsinn produziert und auch verkauft. Hauptsache, es war Techno.” Andere, bessere Musik musste her. Also entschied er sich, den Job aufzugeben und sich auf die Musik zu konzentrieren. Bernd Maus dagegen konzentrierte sich auf seinen Plattenladen “Freebase” in Frankfurt und Corrado Izzo machte allein weiter. Raus wollte er; die Leute mit seiner Musik konfrontieren. Feedback sei wichtig, meint er immer wieder. “Das gehört dazu, man muss einfach Bestätigung haben.” Nach den ersten Live-Auftritten hatte er die und bald merkte er, dass ihm das “gute Gefühl” allein doch nicht ausreicht. “Es gibt dir soviel, wenn 6000 Leute abgehen. Aber mit ruhigen Sachen kannst du dann nicht kommen. Dann muss es einfach schneller sein, dann muss es nach vorn gehen.” Und härter gerade nach vorn geht er mittlerweile auf der On-Off-Serie von Gadgets. Die erste, die ruhige Phase, wie er sie nennt, sei jetzt abgeschlossen. “On Earth”, sein erstes Album, zieht die Bilanz der letzten Jahre. Ein Album für Zuhause soll es sein, warm und ganz “down to Earth”.

Das gute Gefühl
Auf der Platte bewegt sich Corrado Izzo von Old School Detroit Beats über minimalen Clickerfunk bis zu dubbigen Schwebemelodien durch unterschiedliche Stile von Techno. Das tut er mit einer Sicherheit und Perfektion, die ihn als einen Meister der Vielfältigkeit erscheinen lassen. Auf “On Earth” soll es programmatisch reichen, wenn das “gute Gefühl” im Vordergrund steht und den Bogen spannt. Denn nicht das Abgehen, sondern das Hineingehen in Stimmungsräume ist hier die Perspektive. “Ich bin bei diesem Album in die Details gegangen”, sagt er, “Ich habe daran gearbeitet, Räumlichkeiten in die Stücke einzubauen. Jeder Raum beeinflusst einen irgendwie und gibt ein bestimmtes Gefühl. Zum Beispiel wenn man in einem Flugzeug sitzt und über die Wolken schaut oder in einem Wald das satte Grün der Bäume betrachtet.” Dazu hat er Flächen, Strings und verspielte Melodien gezielt eingesetzt, ohne sie aufdringlich oder gar gezwungen wirken zu lassen. Platz soll da sein für Vorstellungen und eigene Bilder. Und ist er auch.
Jetzt hat Corrado Izzo genügend Zeit, sich in seine Musik zu vertiefen – Geschäftsmann ist er aber immer noch.

Der kreative Geschäftsmann
Damals, kurz vor seinem Weggang von Neuton, lernte er den Italiener Marco Carola kennen. “Als ich Marcos Stücke hörte, wusste ich, dass das die Reaktion auf unsere Arbeit ist, auf die ich gewartet habe. Wir haben damals unsere Musik ins Ausland gebracht und bekamen Feedback aus den Ländern. Endlich war da jemand, der etwas Neues machte.” Die beiden gründeten zusammen das Label “Zenit”, um auserwählten, besten Techno jenseits der Hysterie zu veröffentlichen. Sie wollten alles das machen, was Corrado Izzo im großen Geschäft letztendlich vermisst hatte: sich mit der Musik kritisch auseinanderzusetzen, die Kontakte zu den Künstlern zu pflegen und sich “um die Perlen kümmern” zu können. Mittlerweile ist die Zusammenarbeit zum Electronic Labelpool (ELP) gewachsen, der verschiedene Label wie u.a. Design, i220, Question, Zenit und natürlich Gadgets beheimatet. Auf den meisten davon wird solider, treibender Techno veröffentlicht, der im Unterschied zu “On Earth” in aller Unbestechlichkeit das Abgehen der 6000 im Blick behält. “Wir machen aber auch Dinge, die in einen ganz anderen Bereich gehen, wie zum Beispiel Jazziges.” Denn “Variety” sei wichtig, meint Corrado Izzo. Man müsse nur hinter der Musik stehen. “Wenn die uns nicht gefällt, machen wir es nicht.” Bei ELP strebe man außerdem eine längere Zusammenarbeit mit den Künstlern an. Nur dann könne man auch ein Konzept ausarbeiten. “Sonst macht das keinen Sinn”, sagt er resolut. “ELP ist mehr als ein Label, es ist ein Verlags- und Produktionshaus. Wir wollen den Künstler Künstler sein lassen. Zum Kreativsein braucht man einen freien Kopf. Und man braucht einen zuverlässigen Partner, der sich um den Rest kümmert. Das möchte ELP sein.” Corrado Izzo hat beides: er kann ein ganzes Album produzieren und sich um die Geschäfte seiner Künstler kümmern. Warum das jetzt geht? “Man muss einfach glücklich sein mit dem, was man macht”, sagt er weise, “dann kann man auch Gegensätzliches vereinbaren. Ich bin jetzt beides in einer Person: Musiker und Geschäftsmann. Das eine gehört doch irgendwie zum anderen.”

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