aus De:Bug 40

PLAYSTATION
SPIEL DES MONATS: Grind Session (Shaba Games & SCEA) Seitdem Tony Hawk die Playstation mit seiner Präsenz ehrt, knallt der Markt. Neben etablierten Skateboard Business Marken wie die Zeitschrift thrasher haben sich auch Spielmarken wie EA an die virtuellen Rampen und Skateparks herangewagt. Aber, keiner mit dem Erfolg des ehemaligen Bones Brigade Meisters. Nun hat Sony Computer Entertainment America und Shaba Games probiert, Hawk seinen Titel strittig zu machen. Man könnte sogar meinen es sei ihnen gelungen. Mit ihrer Übernahme einiger der “Spots” (Skater Jargon für Orte mit besonderem Skate Appeal) aus dem Tony Hawk Spiel fordern sie die Konkurrenz auf ihrem eigenen Terrain heraus. Wo sich Grind Session allerdings unterscheidet, ist in der Erweiterung des ursprünglichen Spielprinzips. Zwar müssen auch gewisse Trickkombinationen abgefahren werden, auf sogenannten Tech Lines mit drei Schwierigkeitsstufen. Aber, um alle der acht real nachempfundenen Levels zu absolvieren, müssen verschieden weitere Aufgaben wie z.B. alle Mülleimer in einen Level umhauen, gelöst werden. Nur dann erhält man Zugang zum Dream House Level mit weiteren Parcours und Geheimnissen. Das gibt dem Spiel nicht nur etwas mehr Spieltiefe wie seinem Konkurrenten, sondern auch eine Spieldauer, die sich sehen lassen kann. Den etwas wackligeren Spieler dürfte aber zusprechen, dass die Tricks nicht so 100%-ig akkurat durchgeführt werden müssen, um sie zu bestehen. Und dem Hardcore Skater dürfte gefallen, dass er ˆ anders als bei thrasher und Street Sk8er ˆ eine Schar an wirklichen Profis wie John Cardiel, Ed Templeton zur Auswahl hat. Ein Spiel, das sowohl Zocker und Skater in ihr Herz einschließen können. Darauf gebe ich meinen letzten Knochenbruch.
***** – okoehler
Wer mal selber das Gefühl der totalen Schwerelosigkeit auf seiner Playstation erleben will, sollte sich unter keinen Umständen unsere Playstation Verlosung entgehen lassen. Zu gewinnen gibt es als ersten Preis eine PS one, Sonys neue Minikonsole, die alle Playstation Spiele abspielt und nur ein Drittel der Größe seines älteren Bruders hat. Der zweite Preis ist ein Playstation Skateboard für diejenigen, die die Tricks selber mal ausprobieren wollen (wir haften für nichts!). Fünf Grind Session Spiele hat Playstation weiter beigesteuert als dritten Preis und für diejenigen, die an vierter Stelle kommen, haben wir einen besonderen Schmankerl: Finger Boards für die Start-Up Opfer, die sowieso nie, nie, nie aus dem Büro kommen. Also, möglichst “gnarly” sein und eine Postkarte mit der Aufschrift “Tech Lines” an die Redaktionsadresse nach Berlin senden.

Destruction Derby RAW (Psygnosis/Studio 33 & SCEE) Ein Rennspiel der anderen Art. Rammen, aus der Kurve drücken, die anderen Rennwagen in Brand setzen, alles ist hier erlaubt – oder besser: verlangt. Denn im eigentlichen Spiel muss man nicht nur Erster werden, man sollte auch seinen Gegnern möglichst viel Blechschaden zufügen. Zu nennen wären da der “Teeth Rattler, Jaw Breaker, Bone Cruncher, Gut Wrencher, Flatliner” und dergleichen. Die zahlreichen Strecken sind nach ein paar Runden, mit etwas Glück und ohne größeres fahrerisches Können zu bewältigen. Deshalb ist das Spiel für Freunde des realistischen Fahrvergnügens sicherlich nicht geeignet. Doch würde es selbst denen Spaß machen, mal richtig die Sau raus zu lassen. Die verschieden Modi, bei denen es teilweise nur um Zerstörung geht, bieten dazu beste Gelegenheit. Spielspaß mit begrenzter Laufzeit. *** bis **** – Casio Casino

Terracon (Picture House & SCEE)
Als das elektronische Herz und Gehirn eines Planetenherstellungsprogramms, Terracon, plötzlich die Macht und Handlungsfreiheit an sich reißt, sieht sich der kleine Außerirdische Xed in der Zwickmühle. Terracon hat nicht nur seinen Mentor und Oberoffizier getötet, sondern auch die Planeten erobert, die Xeds Bevölkerung, die Grey, geschaffen haben. Mit Mühe und Not muss er die Planeten wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückbringen. Das bedeutet im Klartext künstlich hergestellte Landschaften wiederherstellen, und Terracons Armee an anarchistischen Robotern zerstören. Das manchmal überspitzt heroische Spiel mit hohem Rückkehrwert erinnert des öfteren an das Nintendo64 Game Jet Force Gemini. Manchmal, vom Level Layout her, an Attack of the Saucerman. Was in beiden Fällen nichts schlechtes ist. Mit seiner augenbetäubenden Grafik, flüssigem Spielablauf, ausgeprägter Abwechslungsreichtum und verschiedenartigen Herausforderungen hat sich nämlich das bunte Spielchen eine saubere Höchstpunktezahl verdient. Vor allem, wenn man den Neupreis von knappen DM 60,- in Betracht zieht. ***** – okoehler

Nightmare Creatures II (Kalisto & Konami) Nachdem der letzte Winter im Zeichen des Zombies abgelaufen ist, wird dieses Jahr ohne allzu viel Gruseln ablaufen. Wie IGN (http://games.ign.com) neulich andeutete, wird das nächste Kapitel von Resident Evil wohl erst nächstes Jahr fertig. Und Silent Hill 2 wird nur die Playtstation2 beglücken. Horror Junkies müssen sich also anderweitig über Wasser halten. Ein Anfang bietet Nightmare Creatures II. Obwohl dieselbe Leute hinter diesem Game stecken, die uns Silent Hill gebracht haben, darf man keine allzu ähnliche tiefgehende Kost erwarten. Im Grunde genommen geht es hier auch wirklich nur um das eine: Hacken, Hauen, und, ähm, Zerstückeln! Als Marilyn Manson Imitat wird man durch einen Schloss gejagt und aufs neuste mit immer widerlicheren Gegnern (15 sind es an der Zahl) konfrontiert. Kleine Power-Ups erweitern kurzfristig das Arsenal und bieten Hilfe in besonders prickelnden Momenten. Obwohl Nightmare Creatures II es wirklich darauf anlegt, extrem gruselig zu wirken, kommt es dann doch nicht ganz an dem Meister des Genres Resident Evil heran. Aber zum Abreagieren nach einem langen Tag Spielkritiken schreiben reichen die milderen Adrenalinstöße doch aus.
*** bis **** – okoehler

DREAMCAST
Deep Fighter (UbiSoft)
Ein Volk in den Tiefen des Ozeans wird durch einen radioaktiven Lava speienden Vulkan bedroht. Ihre einzige Rettung: Rechtzeitig die Konstruktion des Mutterschiff Leviathan abschließen! Nur ist das Mutterschiff ist nicht in einem Tag gebaut, und der Feind schaut nicht regungslos zu. Mit Hilfe eines kleinen U-Bootes und sämtlicher Roboter arbeitet man sich vom Kadetten hoch zum Geschwaderoffizier in diesem Unterwasser Action-Spiel. Die Missionen reichen von simplen Aufklärungsmanöver und zivilen Einsätzen zu durchaus lebensgefährlichen Verteidigungseinsätzen im Team Modus. Das submaritime Abenteuer, das öfters mit Segas Meisterwerk Ecco the Dolphin verglichen wird, wird diesem hohen Anspruch nicht unbedingt gerecht. Der direkte Vergleich zeigt eine viel zu statische Umsetzung des Lebens am Meeresgrund. Aber auch der Faktor Spielführung neigt dazu, an der Motivation zu nagen. Wäre wohl eher etwas für die Playstation, als für die technisch hochversierte Dreamcast Konsole gewesen. *** – okoehler

GTA2 (Take 2)
Wenn sich amerikanische Supercops, die vagabundierende Hare Krishnas und ein zwielichtiger japanischer Superkonzern mit Verbindungen zur Unterwelt die Schlacht um eine postfuturistische Stadt geben, kann dabei nichts Gutes rauskommen. Stimmt. Und wenn sich noch fünf weitere Banden, und FBI und Armee in das Geschehen einmischen, sollte man doch schleunigst flüchten? Falsch! Als Auftragkiller und gelegentlicher Autodieb seid ihr jetzt herausgefordert. Verbündet ihr euch mit einer eurer blutrünstigen Gegner oder spielt ihr sie alle gegeneinander aus, um an die Kohlen ranzukommen? Das Spiel mit äußerst bedenklichem pädagogischen Wert weist mit seiner Kombination aus Geschicklichkeit und niederer Brutalität ein geniales Konzept auf. Distinktivstes Merkmal: Die konstante Vogelperspektive aus einem Beobachtungshelikopter. Nur leider enttäuscht die Umsetzung etwas, gerade im Bereich der Steuerung. Dennoch eine Testfahrt mal Wert! *** – okoehler

Virtua Tennis (Sega)
So sollte jedes Spiel sein. CD einlegen, Controller in die Hand nehmen, und gleich loszocken wie Tommy Haas. Was Segas Spitzenreiter unter den Basketballspielen, NBA 2K, für Korbzocker war, das ist Virtua Tennis für Schlägertypen. Hübscher als Björn Borgs schwedische Unterwäschemodels und packender wie John McEnroes ständige Schiedsrichterstreitereien, wird Virtua Tennis immer häufiger am Ende eines schweren Zockerabends zum Entspannen und Genießen eingeworfen. Fotorealistisch hat man die Auswahl von vier verschiedenen Bodenbelägen: Sand, Hartplatz, Rasen, oder Teppich. Ebenfalls detailgetreu die Plätze in beispielsweise Wimbledon oder Flushing Meadows. Den wahren Aha-Effekt bekommt man aber beim Anblick der lebensechten Spieler (u.a. Jim Courier, Tommy Haas, Cedric Pioline) und ihrer individuellen Gesten. Die sind so fein abgestimmt mit der wirklichen Vorlage, dass man keinen Unterschied zwischen Konsole und Eurosport erkennt. Obwohl das Spiel mit sämtlichen Turniermodi ausgestattet wird, ist und bleibt aber der Klassiker das Multiplayer Spiel. Also: Kaufen, und Controller Anzahl auf 4 aufstocken!
***** – okoehler

Virtua Athlete 2K (Sega)
Wir wollen mal hoffen, dass Virtua Athlete 2K nicht Eidos und ihr Titel “Sydney 2000” den Boden unter den Füßen wegzieht. Es hätte durchaus das Zeug dazu. Wenn nämlich Sega eines inzwischen beherrscht, dann sind es fotorealistische Sportspiele. Nach NBA 2K, NHL 2K und Virtua Tennis bildet Virtua Athlete keine Ausnahme. Mit den Leichtathletik Disziplinen 100 m Sprint, Weitsprung, Hochsprung, 110 m Hürdenlauf, Speerwurf, 1.500 m Langlauf und Kugelstoßen fühlt man sich zurückversetzt in eine Zeit als es nur noch darum ging, Tastaturen mit einem abwechselndem Hammern von zwei Tasten bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit zu zertrümmern. Obwohl das nicht ganz verloren gegangen ist, ist heute taktisches Hammern ˆ vor allem beim 1.500 m Lauf ˆ gefragt. Man läuft also nicht Gefahr, wie bei Summer Games die ersten Grundlagen für die spätere Arthrose zu legen. Insgesamt ist die Steuerung recht intuitiv arrangiert. Wie man also sieht, gibt es wirklich kaum Einwände. Sogar auf den handelsüblichen und extrem nervigen, japanischen Dudelpop habe man verzichtet “zugunsten von Beifall spendenden Zuschauern, schnaufenden Sportlern und Stadionsprechern.” Und als erstes Online Sportspiel kann man sogar Ränge vergleichen selbst konstruierte Leichtathleten tauschen und vergleichen. Fragt sich also, warum überhaupt noch bis morgens in die Puppen Olympiade gucken? Simpel: Weil die Disziplin Stabhochsprung fehlt!
**** bis ***** – okoehler

About The Author

Elektronische Lebensaspekte.