Satelliten-Fernerkundung für NGOs
Text: Verena Dauerer aus De:Bug 122


Unter “geospatialen Techniken” versteht man die Aufarbeitung geografischer Informationen mittels Software und menschlicher Analyse. Dabei werden beispielsweise vorhandenes Kartenmaterial und Satellitenaufnahmen kombiniert, um Erkenntnisse zu gewinnen, die sich aus einer Informationsquelle allein nicht erschließen. Durch Organisationen wie die American Association for the Advancement of Science werden geospatiale Techniken auch für NGOs nutzbar, zuletzt etwa bei der Flutkatastrophe im abgeschirmten Burma.

Auf den folgenden zwei Fotos ist das Dorf sudanesische Donkey Dereisa in der Darfur-Region zu sehen. Das erste Bild wurde am 1. November 2004 aufgenommen, das zweite am 20. Oktober 2006. In der Zwischenzeit wurde das Dorf mehrmals von Regierungstruppen und verbündeten Milizen angegriffen. Die Auswertung der Bilder ergab, dass dabei 1.171 der 2.264 Gebäude zerstört wurden. Darüber liegen sind die landwirtschaftlichen Anbauflächen weitgehend brach.


Fotos: DigitalGlobe, mit freundlicher Genehmigung der AAAS

Auf den folgenden zwei Fotos ist die Porta-Farm in der Simbawe zu sehen. Das erste Bild wurde am 22. Juni 2002 aufgenommen, das zweite am 6. April 2006. Die auffälligste Veränderung, die Farbigkeit, ist dabei schlicht auf die unterschiedliche Jahreszeit zurückzuführen. Darüber hinaus zeigt die Analyse allerdings die Folgen der wilden Enteignung der Farm durch Anhänger des Despoten Robert Mugabe: Die Farm mit 850 Gebäuden, zahlreichen Straßen und anderer Infrastruktur ist verlassen, 10.000 Menschen wurden vertrieben.


Fotos: DigitalGlobe, mit freundlicher Genehmigung der AAAS

Mehr zum Thema
http://shr.aaas.org/geotech

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One Response

  1. before & after

    […] Quellen: De:Bug – Satelliten-Fernerkundung für NGOs; The American Association for the Advancement of Science, AAAS – Darfur, Sudan and Chad: Conflict Monitoring; Bilder: Copyright 2006 DigitalGlobe Inc […]