Handys lösen die ewigen Versprechen westlicher Entwicklungshilfe ein. Die Mobilfunknetze bringen der ärmeren Menschheitshälfte Fortschritt, Wachstum und Hoffnung. Eine optimistische Betrachtung der Globalisierung per SMS.
Text: Anton Waldt aus De:Bug 125


DIGITAL PROVIDE
Handys retten die Welt

Manchmal bricht der Fortschritt den Menschen die Beine. An den Rändern der Mobilfunknetze klettern Handy-Nutzer auf Bäume, um eine SMS abzusetzen, oder erklimmen Hügel zum Telefonieren, und so zahlen vor allem alte Menschen für die moderne Kommunikation mit Blessuren bis hin zu gebrochenen Armen und Beinen. “Network Broken Limbs Syndrome” wird dieser Kollateralschaden des Fortschritts in Uganda scherzhaft genannt, aber “NeBroLS” zeigt nicht nur afrikanischen Humor auf Zeitgeisthöhe, sondern auch ganz ernsthaft den Stellenwert des Handys für den abgehängten Teil der Welt. Denn Handys machen den Unterschied. Für Abermillionen armer Menschen in Afrika, Indien oder Indonesien weist der Mobilfunk einen Weg aus dem Elend. Um diesen Befund zu begreifen, muss man sich allerdings vom vertrauten Assoziationsballast lösen. Die Plage der ständigen Erreichbarkeit, nervige Klingeltöne und iPhone-Hysterie sind nämlich nur ein Teil der Handy-Wirklichkeit und bei weltweit mehr als 3,5 Milliarden Mobilfunkanschlüssen wohl der unbedeutendere. Für immer mehr Nutzer bedeutet das Handy dagegen den Anschluss an den wirtschaftlichen, sozialen und technischen Fortschritt. Denn für uns ist der Mobilfunk nur eine weitere Kommunikationstechnik, für viele Arme ist er die erste. Diese vernachlässigten Menschen bekommen mit dem Handy oft zum ersten Mal den Zugang zu einem Markt, zu einem Bankkonto und zu einer Adresse, sie werden zu Akteuren, zu politischen Subjekten und zu Konsumenten.

Der Sardinenpreis
Aber könnten SMS nicht auch einfach digitale Glasperlen sein? Dem geballten Technik-Optimismus entgegnen Zyniker nämlich gerne, dass der Handy-Boom in armen Ländern schlicht die Folge ökonomischer Erfolge sei, aber nicht deren Ursache. Der Zusammenhang zwischen Mobilnetzen und lokaler Kleinstwirtschaft ist tatsächlich noch wenig erforscht. Aber alles, was wir derzeit wissen, deutet auf eine klare Kausalität zwischen der Ausbreitung von Handy-Netzen und wirtschaftlichem Aufschwung hin. Zum Beispiel die Langzeituntersuchung des Havard-Ökonomen Robert Jensen zum Sardinenhandel in 15 Hafenmärkten im südindischen Bundesstaat Kerala, die die Entwicklung der letzten zehn Jahre beschreibt, also vor, während und nach der Ankunft der Handy-Netze. Nach Jensens Zahlen machen die Fischer von Kerala dank mobiler Kommunikation bislang mindestens acht Prozent mehr Profit, während die Konsumentenpreise für ihre Produkte gleichzeitig um vier Prozent gesunken sind. Dieser doppelte Gewinn erklärt sich mit einem Blick auf den Fischhandel vor zehn Jahren: Mangels Kommunikation mussten die Fischer sich 1997 bei der Wahl des Marktes einfach auf ihr Glück verlassen. Sie müssen ihre verderbliche Ware im ersten Hafen, den sie anlaufen losschlagen. Die Fischer konnten ihren Fang daher oft nur zu schlechten Preisen oder gar nicht verkaufen. Gleichzeitig konnte im Nachbarhafen das Angebot knapp und die Preise absurd hoch sein. Als in Kerala allerdings von 1997 bis 2000 Mobilfunknetze in Betrieb gingen, änderte sich der lokale Fischhandel auf markante Art und Weise. Sobald die Fischer im Empfangsbereich der Handy-Netze sind, also etwa 20 Kilometer vor der Küste, können sie Angebot und Nachfrage in verschiedenen Häfen erkunden und anschließend den profitabelsten Markt ansteuern. Seitdem gibt es laut Jensen praktisch nie mehr unverkäufliche Fänge, während vor 1997 im Durchschnitt fünf bis acht Prozent mangels Nachfrage im Müll landeten. Zudem sind die zuvor oft erheblichen willkürlichen Preisunterschiede zwischen benachbarten Häfen inzwischen einem gut austarierten Preis gewichen, der für eine ganze Küstenregion gilt.

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Nobelpreis-Mobilfunk
“Handys geben Armen genauso viel Informationen wie den Zwischenhändlern”, erklärte C.K. Prahalad, Ökonomieprofessor an der University of Michigan, einmal den Mechanismus der mobilen Graswurzelrevolution. Fischer und Bauern können dank Handys zum ersten Mal verschiedene Angebote einholen und so ihre Einkommen nachhaltig steigern. Dabei geht es im Einzelnen um Mikrobeträge, aber auch ein paar Cent können ein nettes Sümmchen sein, wenn man täglich weniger als einen Dollar zum Überleben hat. Und auch volkswirtschaftlich sind die Auswirkungen bezifferbar, so bewirkt nach Zahlen der Lobbygruppe GSM Association eine Steigerung der Handy-Penetration von zehn Prozent in Entwicklungsländern eine jährliche Steigerung des Inlandsproduktes um 0,6 Prozent. Nun sind die Mobilnetzbetreiber natürlich daran interessiert, ihre Geschäfte positiv darzustellen. Aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Handy-Branche auch arme Menschen als Kunden ernst nimmt, womit sie die zentrale Forderung einer zeitgemäßen Entwicklungspolitik erfüllt. Galionsfigur dieser neuen Denkweise ist der Unternehmer Muhammad Yunus aus Bangladesch, der 2006 für seine Geschäfte mit armen Menschen sogar mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde. Und Yunus betreibt nicht nur die Grameen Bank, die Mikrokredite vergibt, sondern auch den Mobilfunker Grameen Phone: Das Unternehmen wartet mit günstigen Prepaid-Tarifen auf und macht daneben aus Handy-Besitzern wandernde “Telefonzellen”, durch die auch die abgelegensten Gebiete aus der Isolation geholt werden.

M-Betteln
Dass Bauern und Fischer ökonomischen Handlungsspielraum gewinnen, ist aber nur die erste Lektion der Handy-Wirtschaft. So haben zum Beispiel Bettler in Pakistan den Mobilfunk gerade als Vertriebsweg für ihre Gesuche um milde Gaben entdeckt. In massenhaft verschickten SMS betteln sie seit kurzem um ein paar Rupien, den Spendern wird im Gegenzug “ein Platz im Paradies” versprochen. Im Erfolgsfall wird der Transfer der erbetenen Beträge ebenfalls per SMS abgewickelt und dem Bettelnden als Mobilfunk-Guthaben zur Verfügung gestellt. Nun sind SMS-Bettelein natürlich ein perfekter Aufreger für gutmeinende Europäer, aber wenn man sich vom moralisierenden Bild des armen Schluckers freimacht, zeigt das Beispiel besonders anschaulich, wie der Mobilfunk Bankfunktionen übernimmt: In Pakistan gibt es heute rund 34 Millionen Handy-Anschlüsse, womit etwa 40 Prozent aller Einwohner mobil vernetzt sind. Mit der Einführung von Finanztransfers per SMS durch den Marktführer Mobilink erhielten also auf einen Schlag mehr als 25 Millionen Pakistaner erstmals Zugang zum bargeldlosen Zahlungsverkehr. Über ein traditionelles Bankkonto verfügen in Pakistan nämlich nur rund sechs Millionen Menschen.

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Globale SMS-Wirtschaft
Die armen Massen, die nie ein herkömmliches Bankkonten hatten, sind nicht nur in Pakistan, sondern in fast allen Entwicklungs- und Schwellenländern die Ursache für den Erfolg des M-Banking. In den reichen Industrieländern scheitert eine weitere Verbreitung des Handys als Zahlungsmittel dagegen exakt an diesem Punkt: Hier verfügen fast alle Konsumenten bereits über Konten, Geld- und Kreditkarten, weshalb sich der Bedarf für neue Services in Grenzen hält. Damit bekommt auch der Begriff “Entwicklungsland” eine ganz neue Bedeutung. So waren ausgerechnet die Philippinen das erste Land, in dem mehr Umsatz mit mobilen Datendiensten erzielt wurde als mit Telefongesprächen. 2006 betrug der durchschnittliche Umsatz pro Handy-Nutzer 3,90 Dollar für SMS und 3,50 Dollar für Sprachtelefonie. Dazu passend sind die Philippinen auch ein Vorreiter des internationalen Geldtransfers per SMS, angetrieben durch Arbeitsmigranten, die massenhaft und regelmäßig kleinere Beträge in ihre Heimat schicken. Allein mit dem Service “Smart Money” des philippinischen Marktführers Smart wurden bereits vor zwei Jahren monatlich mehr als 50 Millionen Dollar bewegt, die Absender arbeiten in Hongkong, Saudi-Arabien oder den USA, die Empfänger sind in der Regel Familienangehörige in der Heimat. Für die Einzahlung von Bargeld muss der Absender ein Smart-Partnerunternehmen aufsuchen, in der Regel eine Wechselstube. Für Überweisungen bis 500 Dollar werden 8 Dollar Gebühren fällig, bei einem Betrag bis 1.000 Dollar 12 Dollar. Dazu kommen noch die Gebühren für die internationale SMS, die sich Absender und Empfänger teilen. Der Empfänger erhält innerhalb weniger Minuten eine SMS-Nachricht, die den Betrag sowie den Smart-Money-Code des Absenders enthält. Damit kann das Geld aufs eigene Handy-Guthaben oder das anderer Smart-Nutzer gutgeschrieben werden, bei Bedarf erfolgt die Auszahlung über eine Smart-Money-Karte an normalen Geldautoamten. Sozusagen im Vorbeigehen beenden die SMS-Transfers so auch die Abzocke der Arbeitsmigranten durch klassische Services wie Western Union, die oft Überweisungsgebühren von 10 Prozent und mehr kassiert haben.

Lebensversicherung am Handy
Und wenn einmal die früher unüberwindbare Hürde des fehlenden Bankkontos geknackt ist, stehen den armen Schluckern plötzlich auch weitere praktische Dienstleistungen zur Verfügung, die für uns selbstverständlich sind: Auch der typische Minibus-Passagier in Südafrika verfügt in der Regel über kein reguläres Bankkonto, trotzdem kann er sich gegen die Risiken der Überlandreisen mit den fragwürdigen Vehikeln versichern. Die Taxi-Minibusse, die auf vielen, auch längeren Strecken das Standardverkehrsmittel der ärmeren Südafrikaner darstellen, sind nämlich notorisch unsicher. Oft technisch in einem schlechten Zustand, werden die Fahrzeuge zudem bei Bedarf auch völlig überladen. Die Lebensgefahr für die Reisenden ist dabei durchaus konkret, 2007 kostete allein der südafrikanische Osterverkehr 276 Menschen das Leben. Der Versicherungskonzern Metropolitan Life bietet den Minibus-Passagieren daher für rund einen Euro die Lebensversicherung “Cover2go” an, die eine Woche gültig ist und im Todesfall rund 6.400 Euro an die Begünstigten auszahlt. Um eine Police abzuschließen, muss der Käufer seinen Namen, seine Ausweisnummer und den Begünstigten per Textkurznachricht an die Versicherung senden. Die Antwort-SMS gilt dann als Police, die Gebühr wird einfach mit der Handy-Rechnung bezahlt.

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Mobile Dynamik
Wenn uns Lebensversicherungen und internationale Überweisungen per SMS schrecklich modern vorkommen, geraten natürlich gewohnte Koordinaten aus dem Lot. Plötzlich sind ausgerechnet die ewigen Almosenempfänger die Vorreiter. Aber für die anschwellende Zahl neuer Handy-Nutzer in China, Indien oder Afrika ist das Mobiltelefon eben keine Ergänzung zum Internet. Vielmehr ist hier die mobile Kommunikation wegen mangelhaft ausgebauter Festnetzinfrastrukturen meistens die erste Vernetzung überhaupt. Und entsprechend drängend ist die Nachfrage, die wiederum die Entwicklung beschleunigt. So sind zum Beispiel mit dem “One-Network” Nutzer aus sechs afrikanischen Staaten zu Inlandskonditionen verbunden. In Europa, wo die Handy-Netze nur ein Kommunikationskanal unter vielen sind, wird unterdessen schon eine Senkung der Auslandsgebühren als Erfolg betrachtet. Die zwingende mobile Dynamik bringt aber nicht nur neue Services hervor, sondern auch neue Hardware, insbesondere “grüne” Mobilfunktechnik entsteht heute vor allem durch die Nachfrage armer Schlucker. Natürlich nicht weil indische Bauern und afrikanische Fischer besonders ökologisch motiviert sind, sondern schlicht und ergreifend mangels klassischer Infrastruktur. Denn wo es weder ein Stromnetz noch gut ausgebaute Straßen gibt, müssen sich die Mobilfunker Alternativen einfallen lassen, wenn sie weiter wachsen wollen.

Grün ohne Öko
Die führenden Mobilfunkausstatter wie Motorola oder Ericsson experimentieren schon länger mit Pilotanlagen, die mit Wind-, Solar- oder Biodiesel-Energie betrieben werden. Aber bezeichnenderweise kommt die radikalste und damit umweltfreundlichste Lösung von einer Firma aus Indien: VNL hat gerade die erste Mobilfunk-Basisstation vorgestellt, die vollständig mit Solarenergie betrieben werden kann. Möglich wird das allerdings nicht durch revolutionäre Solarzellentechnik, sondern durch die Reduzierung des Verbrauchs auf Nötigste. Das Resultat ist ein abgespeckter Handymast, der zwar kein UMTS beherrscht, aber dafür nur 50 bis 120 Watt verbraucht (herkömmliche Masten dagegen mindestens 800 Watt) und außerdem nur 3.500 Dollar kostet (herkömmliche Masten gibt es ab 25.000 Dollar). Und mit dem Preissprung abwärts soll es sich jetzt auch lohnen, Kunden mit einem monatlichen Umsatz zwischen einem und zwei Dollar zu versorgen. Mit der radikalen Vereinfachung in der Herstellung und im Betrieb ist es aber noch nicht getan, die Anlagen müssen schließlich auch errichtet werden. Dafür reguläre Techniker zu beschäftigen, würde die Kosten wiederum unverhältnismäßig nach oben treiben. Daher hat VNL seine Basisstation so konstruiert, dass sie im Zweifelsfall auf einem Ochsenkarren transportiert und anschließend von Laien aufgebaut werden kann, also ohne Spezialwerkzeuge, aber dafür mit farbigen und akustischen Hilfestellungen, so melden die wenigen Kabelverbindungen durch Piepstöne, wenn sie korrekt eingesteckt wurden. Zuletzt müssen die einzelnen Handy-Masten nicht zwingend direkt ans restliche Mobilnetz angeschlossen werden, sie können vielmehr untereinander vernetzt werden und so in einer Kette die Verbindung zum globalen Telefonnetz herstellen. Insgesamt ist die VNL-Lösung ein Paradebeispiel für alternatives Design, das nicht mit den Folgen überspannter Ansprüche herumdoktert, sondern von vornherein auf Reduzierung setzt.

Echte Globalisierung
Neben der wirtschaftlichen und technischen Dynamik hat die Handy-Verbreitung in den Schwellen- und Entwicklungsländern natürlich auch soziale und politische Auswirkungen, auch wenn sich diese naturgemäß nicht exakt beziffern lassen. Klar ist derzeit nur, dass mit dem Mobilfunk tatsächlich die gesamte Menschheit vernetzt wird, auch wenn sich diese Vernetzung formal unspektakulär “nur” per SMS vollzieht. Dafür ist sie im Ergebnis umso effektiver: “MY NAME is Mohammed Sokor, writing from Dagahaley refugee camp. There is an alarming issue here. People are given too few kilograms of food. You must help.” Mit diesem Hilferuf wandte sich letztes Jahr ein Betroffener aus einem Flüchtlingscamp nahe der kenianischen Ortschaft Dadaab direkt an die zuständigen UNHCR-Mitarbeiter in London und Nairobi. Vom Handy eines Hungernden aufs Display des Helfers am anderen Ende der Welt: Für eine träge und komplizierte Organisation wie die UNHCR dürften die 155 Zeichen aus Kenia eine Art Informations-Kurzschluss darstellen. Wie sich die Arbeit der UNO-Helfer dadurch verändern wird, ist noch nicht absehbar. Dass sie sich ändern wird, schon, denn Mohammed Sokors SMS wird kein einmaliger Betriebsunfall bleiben, denn aus anonymen Opfern am Ende der Welt werden durch den Mobilfunk gerade im Zeitraffer vernetzte Individuen, die sich konkret und klar artikulieren können. Natürlich lösen sich Probleme durch solche Mobilfunkmechanismen nicht über Nacht in Wohlgefallen auf. Aber Handys befreien die armen Massen aus ihrer Sprachlosigkeit, womit wenigstens prinzipiell der Weg für echte Lösungen frei wird, während bislang ein langatmiges Trial-and-Error schwerfälliger Apparate wie der UNO vorherrschte.

Zensur zwecklos
Anlass zu weiterem Handy-Optimismus gibt vor allem die Tatsache, dass sich die Mobilkommunikation gegen Zensurversuche bislang vergleichsweise renitent erwiesen hat. Bis hin zu den afghanischen Taliban, die nach Bauernprotesten ihre Kampagne gegen das lasterhafte Mobilfunknetz einstellen mussten, haben sich jedenfalls rund um den Globus schon zahllose Machthaber am Drang zum Handy die Zähne ausgebissen. In Saudi Arabien musste 2004 sogar ein bereits geltendes Kamera-Handy-Verbot zurückgenommen werden, weil die Untertanen entgegen dem strengen Bildverbot des Wahhabismus partout nicht auf MMS verzichten wollten. Und auch in China haben sich SMS schon des öfteren als unkontrollierbarer Informationskanal erwiesen. Als klassisches Beispiel gilt dabei die Sars-Krise von 2004: Damals wurde eine SMS mit der Botschaft “Es gibt eine tödliche Grippe in Guangzhou” innerhalb von nur drei Tagen 120 Millionen Mal weitergeleitet – und in der Folge sahen sich die Behörden zu einer öffentlichen Reaktion gezwungen. Seitdem werden immer wieder Fälle bekannt, die sich nach einem ähnlichen Muster abspielen oder sogar weiter gehen: So wurde letztes Jahr in Xiamen der Bau einer Chemiefabrik gestoppt, nachdem sich die ökologischen Sorgen der Bürger in einer SMS-Lawine niedergeschlagen hatten. Mehr als eine Milliarde täglich verschickter SMS überfordern eben auch die fleißigsten Zensoren und vor der Meinungsartikulation der Handy-Massen müssen auch die eifrigsten Geheimpolizisten kapitulieren. Dem mobilen Wirtschaftswunder folgt die SMS-Demokratie.

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Elektronische Lebensaspekte.