Text: anne pascual | miu@schoenerwissen.de aus De:Bug 53

GOTO November 2001
Anne Pascual

DESIGN

Designaward: Browserday
Anmeldung verlängert

Teilnehmer für den Internationalen Browserday, der im Dezember in Berlin stattfinden wird, aufgepasst und angemeldet. Die Jury wünscht sich “bahnbrechende Konzepte, neue Sichtweisen und Nutzungen des Internet und der drahtlosen Kommunikation für das 21. Jahrhundert”. Nicht mehr und nicht weniger. Gesucht also: Designer, Programmierer, Architekten, Komponisten, Schauspieler, Filmemacher – all that funky people – die die bestehenden Standards und Voraussetzungen herausfordern. Ohne Herausforderung geht gar nichts. Im Dezember 2001 werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann aus aller Welt eingeladen, ihre Entwürfe für die ultimative Benutzeroberfläche im Internet und darüber hinaus auf der Bühne der Volksbühne in Berlin zu präsentieren. Die Ideen werden im “Three4All- Format” vorgestellt: die Finalisten haben je drei Minuten Zeit für ihre Präsentation. Mehr Information:
http://www.browserday.org

Flashforward2001 Amsterdam
Amsterdam (NL), 31. Oktober bis 2. November

Die Flash Gemeinde versammelt sich diesmal ganz in der Nähe. Obwohl eigentlich schon die Location eine Reise wert ist, sollte jeder in die Beurs von Berlage kommen, der mehr über Flash-Grundlagen wie Action Scripting, Animation und Audio wissen will. Damit wird der erste Tag randvoll gefüllt sein. Am zweiten Tag wird konkreter auf einzelne Projekte geschaut, und schließlich zeigt Tag 3 Flash Design für Spiele, mobile Geräte, TV und Video. Das Programm verspricht technologischen Input satt, also hinfahren und jede Menge Keyframes futtern.

http://www.flashforward2001.com

P2P/NET
Inventing the Post-Web World
The O’Reilly Peer-to-Peer and Web Services Conference
Washington, DC (USA), 5. bis 8. November

Eigentlich ist P2P gar nicht “post” sondern “pre”, denn jede Telefonleitung ist eine P2P Verbindung und das Internet könnte ohne direkte Leitungen gar nicht funktionieren. Der Titel “Inventing the Post-Web-World” bedeutet deshalb einfach nur, dass nun auch einige E-Business Menschen mitbekommen haben, dass sich Distributed Computing, kurz File Sharing, und andere Community Formen sehr wohl lohnen können. Daher hat Mister O’Reilly die Pioniere der Materie eingeladen, um über die wunderbaren Möglichkeiten der wahren dezentralisierten Netze zu philosophieren. Wem Washington zu weit weg ist: die Ergebnisse schwappen sicher auch mal zu uns herüber.

http://conferences.oreilly.com/p2p/

MUSIK/GENDER
“If the grrrls are united…” popular culture under female pressure
4. Espressiva-Symposium “Musikerinnen & Öffentlichkeit”
Hamburg, 9. und 10. November

Aufgepasst! Female Pressure heißt nicht nur die weltumspannende Datenbank von female DJs und Produzentinnen elektronischer Musik. Female Pressure ist auch, was gerade im Musikbusiness passiert. Immer mehr Frauen schließen sich beim Tour-Booking, als Festivals, DJ-Kollektive oder Labels zusammen. Was aber heißt “Networking” genau? Welche weiteren Aktionsformen feministischer Popkultur sind möglich? Dazu hat espressiva erfolgreiche Veranstalterinnen, DJ-Teams und Medienprojekte eingeladen. Neben der bekannten Wiener Techno-DJ Electric Indigo sitzen DJ T-INA aus Berlin vom DJ-Kollektiv “femmes with fatal breaks” und Herausgeberin des Fanzines NEID sowie Luka Skywalker aus Hamburg auf dem Panel. Anmelden!

http://www.espressiva.de

POPKULTUR/THEORIE

…zwischen Kontextualität und Subjektivität
Bremen, 8. und 9. November

Popkultur taucht bislang nur in vereinzelten, bunten Tupfen in soziologischen, musik-, literatur- und kommunikationswissenschaftlichen oder in feministischen Forschungsfeldern auf, die dann meist unverbunden neben einander stehen bleiben. Daher veranstaltet das Bremer Institut für Kulturforschung (bik) eine Tagung, die den Versuch unternimmt, diese unterschiedlichen Perspektiven vorzustellen und sie miteinander zu verbinden. Das heißt gut beobachten, interpretieren und darstellen, u.a. mit Susanne Binas, Forschungszentrum Populäre Musik (Humboldt-Uni, Berlin), Jochen Bonz, bik, Christian Höller (Wien), Stefanie Menrath (Heidelberg, Berlin), Rajko Mursic (Assistant Professor für Ethnologie, Ljubljana, Slovenien) und Katharina Tietze (Medienwissenwschaftler, Uni Weimar)

Information und Anmeldung: pop@uni-bremen.de (Jochen Bonz),
Ulla Siebert / Öffentlichkeitsarbeit bik, Tel. 04 21 / 218 49 75

MEDIA ART
CynNet
Dresden, 8. bis 18. November

Dresden feiert computergestützte Kunst und vergab bereits fünf Preise im Gesamtwert von 25.000 DM sowie elf Anerkennungen. Gewonnen haben u.a. das Internetprojekt “Lullaby for a Dead Fly” von Helen Evans (GB) und Heiko Hansen (D) mit der interaktiven Installation “Twilight”. Diese und andere Projekte werden vor Ort präsentiert, außerdem soll es während des CYNETart Forums um “Interfaces – Channels of Perception” gehen. Die Medienklasse der Hochschule für Bildende Künste sorgt schließlich für das audiovisuelle Partyset, Langeweile wird bei dem internationalen Programm wohl nicht aufkommen werden.

http://www.body-bytes.de/g/cynetart/ca_set.htm

FILM/VIDEO/ MEDIA
18. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest &
“Interfiction: multifiction://intershop”
Kassel, 14. bis 18.November

Bewegte Bilder aller Art erwarten euch in Kassel, vom klassischen Dokumentarfilm bis zu den Neuen Medien, Video, DVD und Internet. Über 30 Dokumentarfilme, sowie 125 internationale dokumentarische und künstlerisch-experimentelle Videoarbeiten aus 24 Ländern stehen auf dem Programm. Kritische Filmkunst pur, plus jede Menge neuer Entdeckungen, z.B. verleiht die Werkleitz Gesellschaft e.V. dort erstmalig einen Award für innovativen Einsatz digitaler Medien im künstlerischen Bereich. Na bitte, auf nach Hessen. Wenn ihr genug vom dunklen Kinosaal habt und lieber hoffentlich heftig diskutieren wollt über das “WWW zwischen Kunst, Kulturindustrie und Kommerz”, müsst ihr euch nur ein paar Stühle weiter wegbewegen. Gleich nebenan sorgt “interfiction” für die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem “Gesamtdatenkunstwerk” Internet als “Offenen (Kultur-) Kanal”. Konzipiert wird die Fachtagung dieses Jahr von Verena Kuni (http://www.kuni.org/v).

http://www.filmladen.de/dokfest/index2.html
http://www.interfiction.net/konzept.html

URBANISMUS
TransUrbanism
Rotterdam (NL), 29. bis 30. November

Häuser aus Datenwolken? Der Stadtraum löst sich auf, oder anders gesagt: er transformiert sich in eine Ansammlung von Atmosphären mit unscharfen Rändern. Deshalb kann sich Urbanismus auch nicht länger allein um gebaute Materie kümmern, sondern um die Vermittlung urbaner Qualitäten in anderen immateriellen Zusammenhängen. Nach den letzten zwei V2_Symposien (“The Art of the Accident “,1998 und “Machine Times”, 2000) verspricht auch diese Veranstaltung viel Utopisches von Netzen und immateriellen Architekturen. Das verspricht auch die Gästeliste: Edward Soja, Knowbotic Research, Mark Wigley, und Rem Koolhaas. Stattfindet das Ganze im NAi – Nederlands Architectuurinstituut, Rotterdam.

http://www.v2.nl/2001/transurbanism.html

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Elektronische Lebensaspekte.