Vor knapp zwei Jahren erschien die erste Ausgabe der GRM Tools für VST, im Vergleich mit der TDM Variante gab es statt acht Plug-Ins allerdings nur deren vier. GRM Tools Volume 2 umfasst nun die bisher fehlenden Kandidaten Delays, Doppler, Freeze und Reson.
Text: benjamin weiss | nerk@de-bug.de aus De:Bug 48

GRM Tools Volume 2
Effektbundle für VST

Übersicht
Eine Spezialität haben alle GRM Tools: die Bedienung über den Supergriff und den Übergangsregler für Presets sowie den Interpolationsregler. Der Supergriff (ein kleines mit der Maus bewegbares Bällchen, das jeweils unterschiedliche Parameter relativ zueinander einstellbar macht) dient dabei der Bedienung der jeweils wichtigsten Parameter. Bei jedem Plug gibt es rechts einen Block mit sechzehn Presetschaltern, die man auch mit eigenen Einstellungen belegen kann. Gleich daneben ein Schieberegler, mit dem sich in einer Bandbreite von 0,1 bis zu 30 Sekunden die Übergangszeit zwischen den Presets definieren lässt; diese kann, wenn man ein VST 2.0 kompatibles Hostprogramm benutzt, auch alternativ in musikalischen Werten wie Takte eingestellt werden. Im Übergangsbereich wird dann die alte Einstellung schrittweise an die neue angepasst, was ein sehr effektvolles Morphing erzeugen kann. Der Interpolationsregler, der in jedem PlugIn waagerecht unter den anderen Parametern liegt, dient einem ähnlichen Effekt: hier können bis zu acht Presets an eine Art Crossfader angelegt werden, zwischen denen dann frei hin und hergefadet wird.

Doppler
Wie der Name schon sagt, kann mit Doppler ein Dopplereffekt erzeugt werden. Hier dient der Supergriff dazu, die Position des Hörers zur Klangquelle einzustellen. Ausserdem können noch der Tonhöhenverlauf und die Geschwindigkeit des Objekts definiert werden.

Delays
Das Delays Modul kann 128 Echos erzeugen, Werte wie Feedback, Lautstärkeänderung, Stereointensität und Änderungen in einem einstellbaren Zeitbereich (Zeitpunkt des ersten und letzten Delays) sowie Anzahl der Delays sind hier möglich. Dazu kommt ein Zufallsgenerator für Echovariationen.

Freeze
Freeze ist eine kleine Samplingeinheit, die bis zu drei Sekunden aus dem einströmenden Signal sampeln kann, die dann in bis zu 32 kleinere Loops unterteilt werden. Hier lassen sich die Tonhöhe, Anzahl der Loops und deren Dauer, sowie verschiedene Zufallsfunktionen (Random Pitch, Random Duration) einstellen.

Reson
Das Reson Modul stellt bis zu 64 Hoch-, Tief- oder Bandpassfilter die bis zur Selbstoszillation gehen können zur Verfügung. Sie können gemeinsam per Supergriff in der Bandbreite und dem Frequenzbereich editiert werden. Dazu kommt noch eine Sample & Hold Funktion, deren Geschwindigkeit definierbar ist.

Performance, Bedienung und Sound
Die Bedienung geht ab und zu ein wenig um die Ecke, so ist das Laden und Speichern von Presets nur mit Zusatztasten möglich, was man auch per Button hätte implementieren können. Ansonsten ist die Bedienung allerdings gut und mit den Morphingfeatures bieten sich Möglichkeiten, die bei sonstigen Effekt – PlugIns ihresgleichen suchen. Im Sinne der VST 2.0 Spezifikationen sind natürlich auch alle Parameter automatisierbar, was vor allem der Steuerbarkeit des Übergangsreglers und des Interpolationsreglers zugut kommt. Der Sound ist, wie schon beim ersten Part, sehr speziell, aber auch sehr gut. Die GRM Tools sind keine Effekte für den Standardeinsatz, sondern eher für exzessives Soundfrickeln, Soundeffekt und Filmvertonung gedacht. Die Performance stellt vergleichsweise (gemessen an der Komplexität der Algorithmen) geringe Anforderungen an den jeweiligen Rechner, so dass man auch mit älteren Rechnern einigermaßen flüssig arbeiten kann.

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Elektronische Lebensaspekte.