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Camera Austria Preis Ruhm und Ehre gab es in diesem Jahr von der Stadt Graz und der österreichischen Kunstzeitschrift Camera Austria für Hans-Peter Feldmann. Der Künstler, der ein Jahr jünger als mein Vater ist, kümmert sich bereits seit 1968 um Bildklisches. Tapfere Leistung, findet DEBUG und gratuliert. Audible Light In England, Oxford findet vom 23.1.2000 bis zum 19.3.2000 eine Ausstellung mit 8 Künstlern im dortigen MOMA statt. Das Thema sind Arbeiten mit Musik oder Licht. Hauptsächlich. Mit dabei auch: Carsten Nicolai (raster-noton.de) und Tommi Grönlund von Sähköh, der mit seinem Freund Petteri Nisunen, wohl den Grossteil der Ausstellung bespielt. Ausserdem gibt es Workshops. Zum Beispiel “Want to polish up your Dj-ing skills? – Contact MOMA Education for details. 0044 1865 813802.” Das könnte man hier auch mal anbieten. Kuratoren hätten es aber vielleicht noch nötiger. (Info: http://www.moma.org.uk) Kassel: Geburt der Zeit Neben langweiligen Jahrhundertausstellungen widmen sich zum Glück einige Museen intelligenteren Fragen. In Kassel kann man noch bis zum 19. März 2000 im Museum Fridericianum eine Ausstellung zur “Geburt der Zeit” geniessen. Anstelle dumbatzmässig davon auszugehen, dass Zeit eine vor sich hintickende, physikalische Gesetztmässigkeit ist, die es gilt am 31.12. abzufeiern, zeigt die Ausstellung, dass Zeit durch die Jahrhunderte und Kulturen eben nie dieselbe geblieben ist: Zwar haben sich bereits in der Antike bis heute gültige Zeit- und Kalendersysteme entwickelt, aber erst seit dem 1700 beginnt man, ein Jahrhundert bewusst als eine in sich geschlossene Kulturepoche zu verstehen. Dazwischen hat man Zeit christlich ausgelegt, politisch besetzt, wissenschaftlich definiert und unter gegensätzlichen Entwürfen gelebt. Anhand von ausgewählten Exponaten lässt sich dieser verschiedene Umgang mit Zeit in Kassel direkt erfahren: Von antiken Sarkophagen bis hin zu Gemälden von Kandinsky kann man der Zeit auf der Spur bleiben. Ob man danach dann seine “Zeitfessel” am Handgelenk ablegt, bleibt jedem selbst überlassen. Kassel – Museum Fridericianum. Täglich ausser Montag 10-18 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr. Noch bis zum 19. März 2000. Eintritt 8 DM, ermässigt 5. Junge Kunstmesse Leipzig Die Zeit ist reif für das Wesentliche, lautet das Motto folgender Veranstaltung, an der man teilnehmen kann. Innerhalb von 72 Stunden wird im Mai 2000 in Leipzig eine Messe für junge Kunst stattfinden, die mit dem Festival “Neue Beiträge zur deutschen Popkultur” kombiniert sein wird. Versuchen will man da, Kunst und Musik zusammenzuführen, zu einem “Gesamtkunstwerk”. (“[sic!]”, mag man da sagen, und hinterherschieben: “Warum das tun?” Gesamtkunstwerke braucht schliesslich kein Mensch, sie sind viel zu gross, um später in den Schrank zu passen. Ausserdem ist der Begriff schon lange ausgetauscht durch “Multimedia”. Und auch den braucht keiner mehr. Das wird jetzt alles kleiner und heisst Konvergenz, das ist besser für den Schrank. Ausserdem , wer bitte möchte in “deutscher Popkultur” wohnen? Hey. Knipst das Licht an!) Zurück zum Wesentlichen: Auf dem Rest der Pressemeldung will man dann nämlich doch das Grundgute, die Revolution. (Wahrscheinlich und wie wir auch nur, um danach selber die Macht in den Händen zu halten. Jaachso.) Man fordert ungeschränkte Plattformen für Junge Künstler und das Aufräumen mit bestehenden Richtlinien für die Etablierung genormter Kunst und Kulturformen. Und das Zusammentreffen junger Zielgruppen. Alle dürfen sich interessieren und mitmachen, allerdings habe ich den lauten Verdacht, dass man Humanismus geprüft sein muss, denn Grundlage des Ganzen ist: Frei wie der Mensch ist die Kunst. Frei sein!, unter 0341 3080 -135 anrufen, -144 anfaxen oder mailen: gallery@werk-2.de.

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Elektronische Lebensaspekte.