Text: h oliver köhler / etc aus De:Bug 07

Hard Drive 800 – Could this be your town? Die HD-Media Crew erklärte für De:Bug das Konzept Heidelberg Der Autobahnanschluß geht noch auf die grandiose Planung der HAFRABA zurück (die wir nicht Adolf verdanken!). Die Schneise führt ins Herz von Heidelberg. Auf beiden Seiten Mantei – rechts Bäckerei, nicht zu verfehlen mit dem riesigen, goldenen Baguette, links Tonstudio hinter einem weißgetünchten Schaufenster – dazwischen die Schmalspur als Straßenbahn und als vorherrschende Geisteshaltung: kleinbürgerliche Paranoia, Minderwertigkeitsgefühle kaschiert durch starke Masken und Geltungsdrang. Vorgetäuschtes Wirgefühl, gestelztes, lächerliches Yuppietum. Und mittendrin gärt die kreative Hefe: Krautrocker, Technoheads, Homies… Ist Heidelberg nicht überall? Could this be your town? Egal/unwichtig. Nachdenken über solche Fragen macht nur Kopfweh, sonst nichts. Heidelberg hält sich für den Nabel der Welt. Und wieder: Egal! Hier läuft definitiv alles im Mittelpunkt zusammen. Und dabei kommt bemerkenswert viel und bemerkenswert Vielfältiges heraus. Das kommt daher, daß diejenigen, die hier Leben und dazu Freiräume aufbauen wollen, ein wenig subversiv sein müssen: Der Hang zum Mittelpunkt wird als Vehikel benutzt, viele neuen Mittelpunkte sichtbar zu machen (Jeder Mensch der Mittelpunkt des Universums..?!) und ein Netz zu knüpfen. Das Netz kennt keinen Mittelpunkt mehr. Wozu also noch Nabelschau? So wird selbst Heidelberg beliebig: These are the people in your neighbourhood – this could be your town! HD-Media Crew: oli koehler : conceptual continuity engineering, typewriting & word processing, polaroids volker tisken : editorial services, tape recordings, paranoids jannis k. androutsopoulos : phonem & morphem sampling

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Elektronische Lebensaspekte.