Ist Sampeln Diebstahl, unkreativ und obendrein rassistisch? Houseliebling Herbert klopft in seinem Manifest wilde Thesen und spielt mit Dani Siciliano auf seinem neuen Album "Bodily Functions" zarte Jazzballaden ein.
Text: mercedes bunz | mrs.bunz@de-bug.de aus De:Bug 48

Musik erklärt uns die Zukunft
Herbert & Dani Siciliano

Wie glasklar reines Vittel an einem warmen Wiesentag gluckert Dani Sicilianos Stimme durch das neue Album von Herbert. Auf ‘Bodily Functions’ erreicht der Grad ihrer Zusammenarbeit eine neue, konzentrierte und dabei immer noch spielerische Stufe. Seit fünf Jahren kennen sie sich nun, und obwohl das Paar schon lange zusammenarbeitet, mag Dani Siciliano ihre Rolle im Hintergrund. So wissen nur wenige, dass sie früher im San Franciscoer Club “The End” DJ gewesen ist und dort experimentelle Wege von Disco über Soul zu Prince, Electro bis hin zu Deep House zurückgelegt hat. Der Neugier, nicht der Liebe wegen, verschlug es sie zuerst 3 Monate nach London. Sie ist geblieben und gluckst seitdem beruhigend immer wieder aus Herbert-Tracks heraus.

‘Bodily Functions’ war für Herbert ein Schritt zurück zu den Anfängen. Er hat seine Produktionen diesmal unter ein strenges Reglement gestellt. Keine Samples von anderen Platten, keine Presets in den Geräten verwenden. Das ist Matthew Herberts persönliche Reaktion auf eine Sampler-Konsumhaltung, die sich unter Musikern mehr und mehr ausbreitet und bei Musikliebhabern von Napster gebackt wird. Ob das nicht eine etwas schwierige Position ist, die der Musikindustrie in die Hände spielt, darüber sprach mit ihm Mercedes Bunz.

de:bug: Auf eurem neuen Album fällt ein starker Bezug zu Jazz auf. Plant ihr, euch in Zukunft weniger der Tanzmusik und mehr dem Jazz zuzuwenden?

Herbert: Im Allgemeinen glaube ich eher daran, dass es gefährlich ist, sich auf ein einziges Genre einzulassen. Ich habe mich schon immer für elektronische Musik und Jazz genauso wie für klassische Musik und Hiphop interessiert. Als ich mit Herbert angefangen habe, versuchte ich einen spezifischen Housesound hinzukriegen, eine ruhige, warme Atmosphäre. In ‘Bodily Functions’ ist nun eben das Jazzelement am stärksten. Beim Songwriting kommt für mich der größte Einfluss von Irving Berlin sowie von George Gershwin, und wir waren dieses Mal an einem Album interessiert, dass mehr auf dem Format von Songs aufsetzt. Und schließlich ging es uns darum, von dem isolierten Individuum, dass die elektronische Musik bevölkert, wegzukommen. Für eine Weile war das ein befreiendes Modell, aber jetzt wird es etwas zu insular.

de:bug: Glaubt ihr, dass Entscheidungen wie diese auch durch den Fakt gestützt werden, dass man älter wird und nicht mehr ewig Lust hat, bis vier Uhr morgens im Club rumzulungern?

Dani: Definitiv. Das spielt natürlich mit rein. Es geht auch ein bisschen darum, netter zu einem selbst, zur eigenen Methode zu sein. Auch der Körper ist Teil des Älterwerdens.

Herbert: Verstehe uns nicht falsch: Wir mögen Clubs. Aber man kann mit ihnen nur bis zu einem bestimmten Punkt gelangen, weil sie eben unmittelbar funktionieren. Die Clubbesucher möchten ein unmittelbares, befriedigendes Erlebnis. Es gibt keine Zeit, mal eine Platte anzuhalten und danach zu fragen: Hey magst du die? Warum nicht?

de:bug: Du willst uns doch nicht mit den Trance DJs alleine lassen?

Herbert: Ich liebe es immer noch, experimentellere Clubmusik zu machen. Mein Radioboy-Projekt war speziell auf Clubmusik ausgerichtet, und auf ‘Bodily Functions’ gibt es mindestens fünf oder sechs Tracks, die im Club gespielt werden können. Das Problem ist nur: Radioboy verkauft sich zehnmal weniger als Sachen mit Vocals drin. Dani, das ist deine Schuld.

Dani: Das muss wohl ich sein (schmunzelt).

de:bug: Deine letzte Platte als Dr. Rockit, Indoor Fireworks, hast du als Versuch beschrieben, dich politisch zu äußern. Wie ist das bei ‘Bodily Functions’?

Herbert: Das ist ein bisschen schwierig. Wir versuchen warme und wunderschöne Musik zu kreieren, auch wenn es uns nicht immer gelingt, das ist unsere Ambition. Aber es ist sehr schwierig, kritisch politisch zu sein – und warm. Die Aussage ‘Es ist wirklich falsch, dass England den Irak bombardiert’ ist da schwierig effektiv unterzubringen. Politik findet eigentlich mehr über Interviews oder in Diskussionen auf meiner Webpage statt. Und es gibt eine Leseliste auf meinem Album.

de:bug: Du hat dich bei der Produktion der Stücke auf ‘Bodily Functions’ immer wieder auf dein “Personal Contract for the Composition of Music”-Manifest bezogen, das du auf deiner Website veröffentlicht hast.

Herbert: Mit so einem Manifest in meinem Kopf habe ich angefangen, Musik zu machen. Bei Wishmountain, der ersten elektronischen Musik, die ich gemacht habe, ging das ungefähr so: Nimm acht Sounds von einem Objekt. Keine Synthesizer. Keine Presets. Eine Länge von vier bis fünf Minuten. Minimale Effekte. – Ich habe manche dieser Regeln später in Dr. Rockit inkorporiert. Herbert wurde separat großgezogen. Von da aus war ich aber irgendwann an einem Punkt angelangt, an dem ich mich zwingen musste, zurückzukehren, dorthin, wo ich begonnen hatte. Also habe ich das Manifest als persönlichen Vertrag publiziert, damit ich es verteidigen muss und mich daran halte. All die neueren Sachen auf dem Album wurden so produziert.

de:bug: Die künstlerische Idee, die du auf dem Manifest entwickelst, ist sehr nah an dem, was die Musikindustrie als Copyright einfordert. So Sätze wie “The sampling of other people’s music is strictly forbidden” scheinen mir problematisch.

Herbert: Die Idee, die um Napster entstanden ist, dass Besitz Diebstahl ist, ist interessant und sogar fair – aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Denn auf der anderen Seite führt das direkt zu einer puren Konsumhaltung. Die Menschen denken, sie haben das Recht, sich die Dinge zu nehmen – nicht, dass es die Möglichkeit gibt. Die Leute glauben, sie haben ein Recht, Musik zu kaufen – ohne den Künstler dabei zu bezahlen. Meistens wird Black Music gesampelt, und die Original-Musiker gehen leer aus, während das Remake viel Geld macht. Man kann es nicht beides haben. Man kann nicht sagen: Besitz ist Diebstahl und dann mit der Musik von anderen Geld machen.

de:bug: Ist es nicht eher so, dass die einzigen, die sich leisten können, das Verwenden von Samples finanziell zu klären, erfolgreiche Musiker sind? Im Moment schützt das Copyright vor allem die Musikindustrie. Und gerade weil Musik das erste Beispiel ist, wie wir mit Wissen im Netz umgehen und mit allem umgehen werden, das digitalisierbar ist, müssen wir da nicht besonders vorsichtig sein?

Herbert: Das ist wirklich spannend. Die gleiche These verfolgt ein Buch, das ich gerade lese: Der Umgang und die Verteilung, die Netzwerke und all die anderen Facetten der Musik nehmen gesellschaftliche und soziale Veränderungen vorweg. Als Musik plötzlich von der familiären Situation der Hausmusik in die Konzerthallen wanderte, wurde der Kapitalismus vorweggenommen. Vorher gab es keinen Grund, für Musik zu bezahlen. Erst die aufkeimende Bourgeoisie hat das verändert.
Mit der Aufnahmetechnik und der Musikindustrie begannen die Menschen schließlich, eine sehr individuelle Beziehung zur Musik zu entwickeln. Dann kam die Komposition, die letzte Stufe, auf der wir uns heute befinden, voll fortschreitender Individualisierung und Konsumhaltung. Am Ende des 20. Jahrhunderts konnte man diese heftige Verschiebung zum Individuum hin sehen. Mit dem Konzept des Individuums hat man festgelegt, dass alle Menschen gleich sind und die gleichen Rechte haben. Jetzt wird das genutzt, um zu sagen: Es ist mein Recht, mehr zu verdienen als andere, mehr Profit auf Kosten anderer zu machen.
Amerika ist ein perfekter Abriss dieser Idee. Der amerikanische Traum baut auf das Recht des Individuums. Aber das Problem ist, dass der gesamte amerikanische Lebensstil vom Rest der Welt substitutiert wird. Und im Moment mutiert England zu Amerika, einige Teile von Europa ebenso. Musik zu Sampeln kommt mir hier nur wie eine Erweiterung vor. Wenn man 50 000 Pfund des eigenen Geldes ausgibt, um Musiker anzustellen, und da sein ganzes Erspartes hineinsteckt, aufnimmt, und dann kommt jemand mit einem Sampler, nutzt es und bekommt jede Menge Aufmerksamkeit und Geld: die pure Kosumhaltung.
Zumindest ist es gut, dass wir mittlerweile eine Debatte über den Sampler haben. Auch wenn das Manifest sich manchmal komisch und arrogant anhört: Der Sampler ist das wichtigste Gerät, das ein Musiker derzeit besitzen kann. Man könnte beispielsweise George Bush sampeln und einen Track machen.

de:bug: Vor ein paar Monaten hat der Fernsehentertainer Stefan Raab Bundeskanzler Schröder gesampelt. ‘Hol mir mal ne Flascha Bier, sonst streik ich hier.’ Schröder hat die Texttantiemen bekommen.

Herbert: Cool. Aber das ist es. Der Sampler ist ein politisches und soziales Tool, mit dem man seine Umwelt analysieren kann. Wenn man Musik, wie in dem Buch, als Vorlauf einer sozialen Ordnung betrachtet, betreten wir mit dem Gerät einen völlig neuen Level. Darüber sollten wir debattieren.

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Elektronische Lebensaspekte.

Music tells us about the future of society. An interview with Matthew Herbert & Dani Siciliano.
Text: Mercedes Bunz aus De:Bug 46

Music tells us about the future of society
An interview with Matthew Herbert & Dani Siciliano

Matthew Herberts new Album is heavily influenced by Dani Scilianos clear and summerfresh voice and more orientated towards jazz. It was produced with a suitcase full of rules, kind of a personal manifest of Herbert, which arguments surprinsingly quite the same way as the music industry when it comes to copyright.
De:Bug: In a review of one of your first collaborations I found that you Dani, used to be a DJ in a Gay Club in San Francisco. Is that right?
Dani: Well, the “End Up” is a very old club in San Francisco – it comes from the 70ies – for dance music and alternative culture. It is open 24 hours on the weekend, one of the very few clubs who are like that in the States. I met Matmos there. I played a little bit of everything, mostly stuff that I found in secondhand stores, because I was so poor at that time. Anything from Disco to Soul, Prince, Electro or Deep House. It is nice there, an environement which allows you to do that. Now I am not very much deejaying anymore, apart from some guest appearances here and there.
Herbert: It is hard to find time, really. Deejaying is something you really have to participate to keep the enthusiasm to play every week in terms of new records and so on.
Dani: I used to work in record stores as well. It is like a gift to actually go through all the records that come in, to really listen to them the entire day that you are there and make a good decision about what you want to.
De:bug: Where did you first meet?
Dani: We met six years ago in San Francisco. Not really through music, actually. Indirectly mabe, but not. Mat was out there as a superstar DJ.
(Everybody laughs)
Herbert: I think I never have been anywhere as a superstar DJ. – Well, Dani came to London for three months. That is when we recorded ‘Going around’ in my funny old house. We thought, that it was okay, so maybe we can do some more.
Dani: I was singing some jazz for about a year and a half with some friends of mine when I was at university. It was fun, but I didn’t take it that seriously. And I sang in a choir in church and in school. But I havn’t had some special training.
De:Bug: It seems electronic music has a kind of strange respect for the voice. People don’t use voice as an equal kind of sound to the others. When I saw you play in Barcelona at the last Sonar Festival I liked the way you were dealing with it – how you sample yourself and all this. 
Dani: It gives me a kind of feeling to involve the audience in the electronic site of what we do. Like when you can see Mat doing something with whatever object he is using to sample. And it is more fun for me instead of just this straight forward singing. Which is good, but this way it feels like you are doing something a bit more forward.
De:bug: In “Bodily Functions” you are concentrating very much on Jazz. Do you plan to get more and more into jazz and less into dance music?
Herbert: I always listened always to dance music and jazz as well as classical music or hiphop. Maybe when I started with the Herbert stuff I was trying to create a certain house sound, a certain calm, warm atmosphere, which I didn’t think existed. Now I think it is very dangerous to call yourself anything. Music is based around a structure but it is a liquid structure, a liquid form. The moment you try and describe it in general terms is the moment it disappears. In ‘Bodily Functions’ there is obviously a stronger jazz element, but that is more to the fact, that we wanted this to be a more songbased album and the influence for songwriting for me is taken from Irving Berlin or George Gershwin. This is where Jazz Standards and the best songs were written. We wanted to create something, that when there was a piano in here we could sit and play the pieces to you.
Dani: Wouldn’t you love that?
De:bug: Yes I would.
Herbert: Well, than it is about sharing again, rather than this isolated individual of electronic music, which was liberating for a while but know it is getting a bit to insular.
De:bug: Do you think decisions like this are as well backed by the fact that we are getting older and we don’t see us forever hanging around in clubs till 7 in the morning?
Dani: Definitly. It is part of that. It is just about being more gentle to yourself and your approach. Your body is a part of getting older.
Herbert: Well I spend every weekend in clubs anyway and now that we are doing more shows Dani as well. And don’t get us wrong: we like them. There is only so far you can get with clubmusic because it is instant. People are demanding an instantly gratifying experience whether it is that they want to be instantly surprised or instantly thrilled. Because there is no time to discuss, you can’t stop a record and say: Do you like this one, why not… and so on.
De:bug: But don’t leave the dancefloor to the trance DJs, please.
Herbert: Well I still do club music. I used to do Radioboy stuff which is specially designed for clubs. And on ‘Bodily Functions’ are at least five or six tracks that can be played in the club. I love making club music, especially strange club music. It is one of the most fun things to do. But the problem is that the Radioboy stuff sells ten times less than stuff with vocals. Dani, that is your fault.
Dani: It is me!
De:Bug: You once said that the last Dr. Rockit Album was kind of a try on a political message. How is it with ‘Bodily Functions’?
Dani: It is more Matts departement. We share a lot views of what is going on in the world. But, yeah. There is a message in there.
Herbert: It is a little bit difficult. We are trying to create warm music, something beautiful, even if we fail that is part of our ambition. But it is very difficult to be overtly political and – warm. So far we come up with Tracy Chapman of being one of the few examples of warm, beautiful music which is political.
Dani: But that is not current.
Herbert: Okay it is made 16 years ago, hardly current.
Dani: Oh my god, I think she was really from the sixties.
Herbert: But that is one of the few examples that we can really think of. There is a couple of others. Marvin Gaye. Curtis Mayfield. A lot of warm Black music is discussing culture and races. But in terms of saying – it is really wrong that England is bombing Iraq – It is very hard to put that message in it in an effective way. So the politics is actually much more reported in interviews and in other forms of discussions like on the website and there is a reading list on the album. It is part of a journey in the sense that we will find a way making it much more overtly political, but at the moment it is really hard to try to combine the two things.
De:Bug: Since when do you have the website?
Herbert: I have it about a year. It is great to get feedback of people who listen to the music and it is such a nice form of communication. Of course sometimes in clubs people come up to us. But that is not satisfacotry communication for them. Now they send in sounds – like sounds of their bodies on ‘foreign bodies’, a track which is made out of the sounds which got send in from foreign people. That is what the whole song is about, in some sens. It is a really nice way of sharing the musical process and I wanna do more of this, I found it really exciting. It is like strangers are telling you a story, but you are not knowing any of the characters. I don’t understand everything that is in that song. I did all the backing bits and I used all these noises, but I don’t know their histories. All I know is that they are by Marc and Robert and Sascha and all these people from all over the world. That is the great thing about sampling, it brings in all those stories.
De: bug: Why did you bring up a personal manifest together with that record?
Herbert: This is how I started writing music – with a manifesto like that in my head. The Wishmountain stuff was the first electronic music I did. It was like – take 8 sounds from one object – no synthesizers. No presets. All samples. All written in a certain way. No longer that four or five minutes. Minimum effects. – That sort of things. I incoroporated some of these elements into the Dr. Rockit Stuff and then Herbert was set up seperatly. Part of the problem of releasing music is that you then become a public figure, wheather you like it or not. And you become involved in things like deejaying, remixes, magazines and interviews. Suddenly you have to become more aware of what is going on. And you get destructive. And I came to the point where I wanted to force myself to return to the point where I started from. So it is that: a personal contract which I made public on my website just to have to defend it and make sure that I follow it. All the recent stuff on the album was written like that.
De:bug: But don’t you think with rules like “The sampling of other people’s music is strictly forbidden” you argument quite along the lines of the strange ideas of the music industry about copyright, which they take into account only for more profit?
Herbert: Well. I must say. Especially in Germany the manifesto gets discussed a lot in combination with Napster and the idea of ‘Property as theft’. Which is an interesting point and fair up till a certain level. But then on the other way it is going directly into consumerism. It is kind of another branch of consumerism, where people think they have the right to take stuff rather than that there is a possibility to do so. People seem to think that they have a right to buy music without paying the artist. It is a bit of a strange thing because no one is sampling opera or classical music. Which is subsidized by the government from our taxes – so in a sense it is already yours in part. Instead they are sampling a lot of old black music and the musicians that they are taking off the music are … The problem is: you can’t have it both ways. You can’t say it is the end of capitalism and property is theft and then people are using these to sell and are making money out of it.
De:bug: Well, but normaly only successful rich musicians can afford to clear their samples. And don’t we have to be especially carefull because Music is like the first example of how we get along with knowledge on the internet. An example of everything that comes afterwards?
Herbert: Hurray! This is really interesting, because the same thesis is made by a book that I am reading right now: The treatment and distribution, the networks and all the facets of music predates social change. It is talking about how society will change by seeing how music changes.
In a way music went to the concert halls as the rise of capitalism happened, because people wanted to charge. There was no reason to go into concert halls before that. It was the emergence of the bourgeoisie that then changed it. Before it was something that was done at home.
With the recording industry people began a very individual relation with the music. Then composition came, which is the last stage and where we are at now. This is what we mean about individualism and mad consumerism. This feels like: The end of the 20th century that we reached. We just saw this massive shift towards the individual. As individuals we are empowered to do what everybody wanted and our rights are equal to somebody elses. But instead people use those rights like ‘well it is my right to make more money than somebody else or to profit at the expense of someone elses right’. You have America as a perfect epitomy of that idea. The individual right is the american dream. But the problem is that the entire american livestyle is substituted by the rest of the world. The problem that we are facing now is that england is becoming like america. Little parts of Europe as well. Sampling of music seems to me just like another extension of that. Consumerism is like you might spend 50 000 pounds of your own money hiring musicians, getting bands, learning how to play your own instrument. You then record a session you put all your live savings in. You record something and then we come along with our sampler and use it to attract a lot of attention and money.
De:bug: Acutally my expierence is just the another way round. What really gets on my nerves is that the orchestra seems to become something like the cabriolet for electronic musicians. After the first successfull album nearly every producer says – oh well, I would love to work with a live orchestra.
Herbert: I am not against what people create by the sampler. I love hiphop a lot, there are amazing pieces. But in terms of electronic music we’ve been given a sampler which can totally eliminate the distinction between noise and music. The whole world than becomes your keyboard. And it seems a bit strange to go back and sample a guitar which was played in the 1970.
But the good thing about it is that people begin a debate about sampling which needs to happen. Like I said, it comes to the point of even more consumerism which is the death of civilisation. Of course the manifest has caused some strange reactions in a public area. Some parts read like I think that I am better than other people. It just got to that point that a sampler is the most important instrument a musician can ever have. And it has so many implications which we need to talk about. For example would you take George Bush and make a record out of him.
De:bug: Actually they did this with our chancellor. Stefan Raab, a german comedian, did a song in which Schröder said: ‘Go get me a bottle of beer, otherwise I go on strike’. Schröder got the money for writing the text.
Herbert: Cool. But that is the thing. It becomes a political and social tool for expressing your environment. If you consider music in its function of predating social order, it elevates this machine to a whole new level. And it just got to the point where I think we have to have a debate about it. I am just frustrated with an element of the way other people work. The arrogance of thinking they can take such large sections of other peoples music.

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