Revival ohne Scheu und Vielfarbigkeit aus De:Bug 110


“I think leggings for men should come back” (Gert Jonkers, Butt-Herausgeber, in der Village Voice, Januar 2007)

Männerleggings stellen eine der letzten Bastionen der Geschmacklosigkeit dar, die gilt es natürlich beherzt zu stürmen, zunächst weil Kontroversen ein rares Gut geworden sind in der Modewelt, aber auch weil wir die Angelegenheit dann endlich hinter uns gebracht haben. Dass ein Männerleggings-Revival, so es denn wirklich passiert, kein langlebiges Phänomen wird, liegt nämlich in der Natur des Männerbeins, das im Allgemeinen ohne formendes Beinkleid ziemlich blöd aussieht. Frauenbeine übrigens ebenfalls, auch wenn sich anteilig mehr weibliche als männliche Bein-Arsch-Passagen finden lassen, die durchgehend und aus jeder Perspektive eine stimmige Silhouette abgeben, insbesondere wenn hochhackiges Schuhwerk zum Einsatz kommt. Gerade ob dieser Voraussetzungen sind Männerleggings selbstredend für Mode-Eskapisten ein prädestiniertes Fressen, funky Gender-Dekonstruktions-Faktor inklusive.

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Elektronische Lebensaspekte.

2 Responses

  1. Je29

    endlich mal was tolles (anderes) und freches modisches für männer das wirklich gut aussehen kann!!!
    Männer: Traut euch!!!

  2. Thorsten Neumann

    MISSTÄNDE IN DER HERRENMODE

    Seit einigen Jahren trage ich schon Trendmode. Doch leider muss ich immer wieder enttäuscht feststellen, das ich diese im Herrenmodebereich nicht finden kann.
    Deshalb kaufe ich sie mir nur noch im Damenmodebereich. So handeln übrigens die meisten Männer, die gerne Röhrenjeans, figurbetonende Oberteile, Stiefel und anderes tragen, da es leider ein sehr beschränktes Angebot an diesen Dingen im Herrenmodebereich gibt und die Herrenmodeindustrie nichts daran ändert. Aber es geht hier nicht nur um die genannten Beispiele, sondern es geht um das gesamte Sortiment im Herrenmodebereich, das viele Männer als sehr langweilig und eintönig bezeichnen. Das Angebot erweckt keinerlei Kaufmotivation.

    Beim Einkaufen in den Modekaufhäuern fällt jedesmal auf, das die Damenmodeabteilung größer als die Herrenmodeabteilung ist.
    Damenmode 70%, Herrenmode 30%, welches Kinder- und Sportabteilung mit einschliesst. Das ist sehr nachteilig für Herren, welche gerne modische Kleidung tragen, und es wird dringend Zeit, das sich schnellstens etwas daran ändert. Die Damenmode wird immer bevorzugt, während die Herrenmode sich klein und unauffällig im Hintergrund hält.

    Sinngemäss von Coco Chanel:
    Ein Mann kann anziehen, was er will, er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau!
    Was darunter zu verstehen,ist, bedarf wohl keiner Erklärung, aber trifft ganz klar den Kern der Sache:
    Mode gibt es nur für Frauen, für Männer gibt es nur was zum Anziehen.

    Die meisten Männer und auch mich regt das sehr auf. Ich spreche hier für alle Männer.
    Außerdem ist Herrenmode oft teurer als Damenmode. Das habe ich bei Röhrenjeans festgestellt, die ich ausnahmsweise auch mal in der Herrenabteilung in einem Geschäft vorgefunden habe. Das betrifft aber auch sehr viele andere Artikel im Herrenmodebereich. Wichtig ist, dass die Preise im Damenmodebereich und Herrenmodebereich gleich sind und nicht in der Damenmode niedrigere Preise und in der Herrenmode höhere Preise. Es ist wichtig, in beiden Bereichen die gleichen Preise zu haben, eben die der Damenmode: Die günstigeren Preise.

    Das aktuelle Ungleichtgewicht in der Preislage ist ebenfalls keineswegs fördernd für die Kaufmotivation, im Gegenteil, die Herren überdenken jede Ausgabe erstmal besonders gut, bevor sie sich ein Kleidungsstück zulegen, welches ihnen nicht mal sonderlich gefällt.Insgesamt verliert sich damit das Modeinteresse der Herren: Denn ohne Angebot keine Nachfrage, ohne Nachfrage kein Interesse. Denn dass die Herren kein Interesse an Mode haben, stimmt keinesfalls, wenn man sich mal vor Augen hält, dass in historischer Zeit stets die Herrenmode tonangebend war.

    Und das Schlimmste: Dieses Modeungleichgewicht macht nicht mal vor der Kinderabteilung Halt; Bereits für kleine Jungs ist das Angebot deutlich eingeschränkter als das der Mädchenmode. Einer meiner Kumpels, dessen 8jähriger Sohn hat das schon gemerkt. Man muss sich das mal vorstellen: Kleine Jungs merken schon diese Modediskriminierung. Und Kindermund tut Wahrheit kund, sagt man so schön!
    Wenn der eigene Sohn gut durch den Winter kommen möchte, ist man schon gezwungen, gefütterte Stiefel und wärmende Strumpfhosen aus der Mädchenabteilung zu nehmen, weil es beides in der Jungenabteilung nicht gibt!

    Kleidung ist für ALLE da. Deswegen habe ich folgende Vorschläge, wie man das ganze ändern kann:

    Jede Abteilung, Damenmode und Herrenmode sollte so aufgeteilt werden, das alle Artikel in beiden Abteilungen vorzufinden sind. Natürlich nur die, die für beide Mann und Frau geeignet sind. Es gibt sehr viele Artikel, die Männer und Frauen gleichermassen tragen können. Es sollten die Begriffe Damen und Herren auf den Preisetiketten und Preisschildern vermieden werden. Statt Damenpullover einfach Pullover, statt Damenröhrenjeans einfach Röhrenjeans. Jeder Artikel, der keine Damensymbole aufweist und somit neutral ist, sollte in der Damenabteilung und in der Herrenmodeabteilung angeboten werden.

    Unterwäsche sollte so angeboten werden, das sie für Mann und für Frau angenehm zu tragen ist. Oftmals ist Herrenunterwäsche sehr kratzig und unangenehm zu tragen, da sie oft einschneidet. Das Material sollte sehr weich und angenehm sein und nicht einschneiden. Denn das ist bei der Damenunterwäsche ganz anders. Sie schneidet niemals ein. Denn es gibt viel mehr Herren, welche Damenwäsche tragen, als man glaubt. Und das ganz ohne fetischistischen Hintergründe, sondern ausschliesslich wegen des TRAGEKOMFORTS.

    Pullover, T-Shirts, Hemden, Jacken, Schals, Stiefel, Chucks, Plateauschuhe, Socken, Feinstrümpfe usw., einfach alles ohne Damensymbole und alles was neutral ist, sollte in beiden Abteilungen angeboten werden. Die Damen- und Herrenabteilung sollte gleich gross sein.
    Es sollte eine angenehme Atmosphäre dort herrschen. Sie sollte sehr farbenfroh sein und nicht Grau in Grau. Wichtig ist auch, das man sehr gut beraten wird von fachkundigem Personal. Das darf man auch als Mann erwarten, wenn man sich Kleidung aus dem Damensortiment zulegen möchte.

    Wenn sich nichts ändern würde, würde die Herrenmodeindustrie und auch alle Kaufhäuser und Geschäfte im Herrenmodebereich grosse Verluste hinnehmen müssen, da die meisten Herren dann nur noch im Damenmodebereich einkaufen würden. Und es ist jetzt schon eine grosse Anzahl von männlichen Kunden im Damenmodebereich festzustellen. (Ich kenne selbst einige aus meinem Bekanntenkreis) Das könnte zu einer Schliessung von Herrenmodeabteilungen führen. Was aber nicht Ziel und Sinn der Sache ist. Niemand möchte, dass etwas abgeschafft wird, sondern dass es verbessert und geändert wird.

    Damenmode wird immer sehr stark hervorgehoben und Herrenmode rückt in den Hintergrund. Werbung, Medien und gesellschaftliches Stereotypen-Denken haben da ganze Arbeit geleistet. Das verärgert die Kunden aller Modekaufhäuser und Geschäfte im gesamten Herrenmodebereich.
    Das beginnt bereits schon damit, dass ich mich in den Geschäften erst mal mehrere 100m durch die Damenabteilung kämpfen muss, um dann im Erdgeschoss oder im 2. Stockwerk einige kleine Regale und Ständer vorzufinden, welche eh nur das gleiche Einerlei anbieten.
    Damit wird für mich suggeriert, dass ich als Mann im Geschäft nicht willkommen bin, da die Damen ja eh für viel höheren Umsatz sorgen. Deshalb auch die Damenmode stets am Eingang, und da bedienen sich erstmal ausgiebig die Damen, bevor sie sich um die Belange ihres Partners kümmern.

    Um mal das Bild vor Augen zu halten, welches sich dem Herrn im Modegeschäft bietet:
    Bestimmt seit 30 Jahren oder länger gibt es keine Farbänderungen und auch keine wesentlichen Änderungen in Formen und Schnitten. Meistens herrscht im Hosenbereich der gerade Schnitte vor, obwohl es genügend Alternativen gibt, die von der Herrenmodeindustrie nicht oder unzureichend gefördert werden. So sieht es auch in allen anderen Artikeln im Herrenmodebereich aus. Viele Männer würden sich gerne modisch flexibel in individuellem Stil kleiden, wie Damen das übrigens auch tun. Aber es wird nichts Entsprechendes angeboten. Deswegen gehen sie dann in den Damenmodebereich, um sich dort einzukleiden. Stellen Sie sich einmal vor, die Anzahl dieser Herren würde immer grösser und grösser, was auf Dauer geschehen und auch passieren wird. Die finanizellen Verluste in ihrem Kaufhaus und auch in allen anderen im Herrenmodebereich würden enorm sein.

    Schon jetzt gibt es immer weniger Herrenausstatter. Die Zeiten, in denen der Herrenanzug als das Mass der Dinge angesehen worden war, sind vorbei. Es ist Zeit, neue Wege zu gehen. Es gibt ja auch genügend Designer, welche sich auch gut um das modische Bewusstsein der Herren kümmern.

    Aber warum finden die Entwürfe nie den Weg in die Geschäfte? Einzelne Ketten bieten dann und wann kleine Auflagen an interessanten Kleidungsstücken – welche anschliessend restlos ausverkauft sind. Aber warum heisst es jedesmal nachher, der Artikel kann nicht mehr nachbestellt werden? Der Verkauf hat ja gezeigt, dass eine Nachfrage vorhanden ist.
    Die Kosmetikindustrie hat es ja geschafft, einen breiten Absatzmarkt für Herren mit entsprechender Nachfrage zu stellen. Warum funtioniert das denn nicht auch mit der Herrenmode? Wenn die Herren den Mut haben, zu Kosmetikartikeln zu greifen, dann trauen sie sich auch zu modischer Kleidung, welche gewagtere Akzente und einen individuellen Stil setzen.

    Aber die aktuelle Lage führt uns lediglich dazu, dass wir gesellschaftlich zu Modemuffel erzogen werden. Ob das so gewollt ist? Anders kann ich mir die alljährlichen Sommerloch-füllenden Berichte über allerlei NoGo’s bei Herren nicht erklären….

    Wie gesagt, dass es zu diesem Dilemma überhaupt gekommen ist, haben wir sehr stark den Medien und der Presse zu verdanken. Hier wird das Hervorheben der Damenmode und das Abwerten der Herrenmode sehr stark gefördert. Ich bin in einem Modeforum, gofeminin.de registriert, wo auch Männer untereinander diskutieren. Das Thema hat dort schon die Runde gemacht, und auch inzw. in anderen Modeforen, und die meisten Herren dort sind der Meinung, das sich das ändern muss! Es ist im Interesse aller Kunden in allen Modekaufhäusern.

    Ich persönlich habe meinen eigenen individuellen Modestil gefunden, mit Elementen aus der Damen- und Herrenmode. Was Klasse wäre, wenn es in Deutschland diese Plateauchucks wieder im Handel geben würde. Sie waren ja in den 90er Jahren Mode. Wichtig für Damen und Herren in allen Grössen. Ebenso wie Stretch-Röhrenjeans, welche ja auch in der 80ern modern waren. Und dann auch mal wieder richtige hohe Stiefel, damit mal als Mann nicht mehr kalte und nasse Füsse im Winter in Kauf nehmen muss. Viele wären dafür dankbar.

    Im Laufe dieses Jahres oder nächsten Jahres, werde ich eine Webseite zu dem Thema Missstände und Ungerechtigkeiten in der Herrenmode starten. Die Domain wurde schon registriert. Sie lautet:

    http://www.retro-style.eu

    Hier werde ich auf das gesamte Dilemma aufmerksam machen, aber auch Stylingtips und gute Anregungen zu Kombinationen von modischer Kleidung geben. Es soll auch ein Forum dort entstehen.

    Jeder ist herzlich eingeladen, diese Webseite zu besuchen, sobald sie online ist. Weitere Infos darüber folgen.
    Ich hoffe auf Umsetzung aller Verbesserungen und Änderungen im Herrenmodebereich auf die ich in diesem Artikel hingewiesen habe. Das wäre ein grosses Plus für den gesamten Modebereich, wo Ihnen alle Kunden dafür dankbar wären. Wenn die Modekaufhäuser diese Änderungen durchführen, wird dies auf den gesamten Herrenmodebereich abfärben und endlich Gleichberechtigung in der Damen- und Herrenmode herrschen. Das wird die Umsätze in der Herrenmode überall drastisch steigern und es wird zufriedene Kunden geben!

    Thorsten Neumann