Hi-Tek, Beatmacher aus Cincinnati, kennt man von Projekten wie Reflection Eternal oder Blackstar mit Mos Def und Talib Kweli. Jetzt veröffentlicht er sein eigenes Album und macht keine überflüssigen Worte.
Text: Clara völker | caynd@lebensaspekte.de aus De:Bug 48

Hip Hop, versteht sich von selbst
Hi-Tek

Wenn Musik die universelle Sprache schlechthin ist, muss man als Musikmachender ja nicht unbedingt auch noch gerne in verbaler Sprache reden. Zumindest nicht mit Fremden, die einem Fragen stellen, über Sachen, die man als Befragter doch sowieso für ganz selbstverständlich hält und jegliche Auskunft darüber einen folglich manchmal einfach langweilt. Im Grunde genommen ist sowieso nur das Produkt wichtig. So entpuppt sich Hi-Tek beim Telefoninterview als recht breit einsilbig und wortkarg. Dafür sind die Beats, die er unter anderem für Blackstar, Reflection Eternal und Mood macht natürlich umso fetter. Verständlich ist der immer wieder durch erhabene Gleichgültigkeit gestoppte Ansatz eines Redefilms zwar schon, aber leicht hinderlich.
Hi-Tek lebt in Cincinnati, abseits vom Rawkus- und HipHop-Imperium New York. Also in einer Stadt, in der sich nicht allzuviel an HipHop zu bewegen scheint. Da macht er mit seinem MPC3000 und einem wahrscheinlich immensem Fundus von Schallplatten Musik, sogenannte HipHop Beats. Für HipHop braucht man ja bekanntlich meist noch eine Stimme, meistens MC genannt. Zusammen mit Mood aus Cincinnati gab es Mitte der 90er die ersten Hi-Tek Beats auf Platte. Durch Freunde traf er auf den New Yorker MC Talib Kweli, der wiederum mit Mos Def befreundet war. Und da ihr Flow passte, entstanden so bedeutungsschwere Projekte wie Blackstar, zusammen mit den beiden und J. Rawls, und Reflection Eternal, zusammen mit Talib Kweli. Was kümmmern Hi-Tek da generellere Aspekte von HipHop. Es ist eben einfach Musik, und auch die geht wie alles andere ihren unaufhaltsamen Gang. Solange der eigene Teller voll ist und sich darauf mehr als annehmbare Inhalte tummeln, muss man eben nicht unbedingt auch noch über den Rand hinweg gucken. Schön ist, dass die Reflection Eternal Platte ‘Train of Thought’ so an die 350tausend Mal verkauft wurde und Hi-Tek weiterhin mit Erfolg machen kann, was er mag. Gerade hat er ein Label namens “Hi-Tek-Productions” gegründet, auf dem auch, in Kooperation mit Rawkus, seine aktuelle Platte namens “Hi-Teknology” erschienen ist. Rappen und Singen übernehmen auf dem Album Freunde und Bekannte Hi-Teks wie u.a. Mos Def, Mood, Talib Kweli, Vinia Mojica, Slum Village und Jonell. Jonell ist eine RnB Sängerin, die eher “funky, jazzy RnB, nicht die glückliche Sache, kann man fühlen” macht und demnächst eine Platte bei Hi-Teks Label rausbringt. Deutschen HipHop findet Hi-Tek ok, aber nicht besonders berauschend, weil er die Sprache nicht versteht, britischer ist ihm ziemlich egal, weil er ihn halt nicht fühlen kann. Seit Hi-Tek zwölf ist, legt er auf, mit HipHop, Kraftwerk, James Brown und allem, was sich so bewegt, den Bogen spannend und die Skills auskitzelnd. Beats macht er auch seit Jugendzeiten, dabei ist natürlich wichtig, dass die darauf vertretenden MCs weise sind, was sich ja von selber versteht. Also macht Hi-Tek weiterhin Beats, rappt sporadisch, wie auf ‘The Blast’, und plant eine Fortsetzung der Hi-Teknology Serie.

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Elektronische Lebensaspekte.