New Noise ist nicht nur einer der besten HipHop Plattenläden Berlins, sondern mittlerweile auch wichtiges Label. Das neueste Signing: Moabit.
Text: Jan Kage aus De:Bug 66

Wer in Berlin nach HipHop sucht, der wird schnell auf einen kleinen, feinen Laden in Kreuzberg stoßen, der sich programmatisch “New Noise” nennt. Ein paar DJs und Journalisten verdingen sich als Verkäufer und Rapper ohne Geld kommen zur Hörprobe der neusten Hits. Ein Ort, an dem ein paar Fäden zusammenlaufen. Logische Überlegung also, die Fäden mal aufzunehmen und sinnvoll zu verstricken. Erstes Ergebnis: “New Noise Records”, Heimat für so illustre Figuren wie die Handpuppen-Rapper Puppetmastaz und Moabit, und um letztere soll es hier gehen.
Was zuerst auffällt, sind die Beats. Dass gerade in Deutschland noch viel zu weit verbreitete Loop-Schema hat sich hier erledigt. Stattdessen geht der Beat straighter Richtung 4-to-the-floor und die Sounds knarzen ebenfalls elektronisch. Zeichen der Zeit erkannt; der Track wandert wieder Richtung Club.
“Wir versuchen schon immer, einen Schritt weiterzugehen und Sachen neu für uns zu definieren,” erklärt Monk, Produzent und Rapper. “Wir sind der Meinung, dass man über alles rappen kann, über jeden Beat in der Welt. Du kannst über Rockbeats, Swingbeats, über schnelle und langsame rappen; dadurch, dass man sich darauf einlässt, andere Musikrichtungen zu integrieren, entstehen auch neue Flows und Styles, man hört ja nicht nur HipHop. Wir haben ja auch Lieblingsgruppen außerhalb von HipHop. Das wollen wir in unserer Musik unterbringen. Man muss ja auch ein bisschen mit der Zeit gehen. Elektronische Musik hat sich einfach stark entwickelt und davon bin ich auch beeinflusst. Sei es von Drum and Bass-Basslinien oder von runtergerechneten 8-Bit Schlagzeug-Sounds. Steh’ ich wahnsinnig drauf. Das fließt auch alles mit ein.”
Paradebeispiel für den Gang zwischen Stilen ist der DJ und Mitproduzent der Gruppe Illvibe, der sich auch noch bei der Reggae-Gruppe Seeed und bei den Instrumental-Groovern Lychee Lassi an die Decks stellt und der dem heimischen Wohnzimmerstudio seinen frischen Echo-Award als OCB-Blättchenhalter spendete. Und Rapper Yasha, der sich lange vor allem als Drum and Bass-MC umtat. Yasha war es auch, der letztendlich den Label-Kontakt herstellte. Über einen befreundeten DnB-J, der wiederum bei New Noise arbeitet.
Stiloffenheit als Basis, schön und gut. Gibt es ein Konzept hinter der Gruppe?
“Wir haben versucht, so Lebensweisheiten wegzulassen,” erzählt Malo. “Es sollte sich nur darum drehen, wie man an die Sache rangeht, also wir, indem wir Musik machen. Das kann man aber auf alles übertragen: Geh in deinen Beruf oder irgendwas, aber guck zu, dass du immer ein bisschen aus dem Schema rausspringst. Egal was du machst. Das vermittelt unsere Musik glaub’ ich schon.”

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Elektronische Lebensaspekte.