Schon 1995 verantwortete Jan Rikus Hillmann Deutschlands erstes Onlinemagazin www.wildpark.com mit seinen jetzigen Kollegen von "it's immaterial". Er tummelte sich in den höchsten Etagen bei "Pixelpark" und "Metadesign" als Artdirector bzw. Seniordesigner und nebenbei bekam er für seine Gestaltungsarbeit für unsere "De:Bug" 1998 Hohe Designqualität des "Deutschen Preises für Kommunikationsdesign" bescheinigt.1999 folgte der "European Newspaper Award". Doch wie fing alles an?
Text: Rikus Hillman aus De:Bug 54

Fachhochschule Köln, Fachbereich Design

Wenn ich ehrlich bin, habe nie wirklich mit totalem Engagement studiert. Mit meinem Hintergrund als macintoshverliebter und fixierter Einzelkämpfer fand ich dort keinen wirklich passenden sozialen wie kreativen Nährboden. Vielleicht war ich aber auch nur zu faul, zu selbstgerecht oder zu hasenfüßig, um mich wirklich durchzusetzen. Der Designstudiengang der Fachhochschule Köln hat jedenfalls eine ziemlich generalistische Ausrichtung: Interaktive Medien, Corporate Design, Industrial Design, etc. – all diese Bereiche werden einem im Kern durch semester-übergreifende Projekte von verschiedener Dauer näher gebracht und durch Grundlagen-Seminare und Vorlesungen ergänzt. Ich selbst habe von 1992 bis 1995 dort studiert, doch das Studium nach der Zwischenprüfung abgebrochen, um mich dem Berliner Leben zuzuwenden.
Da der Studiengang recht neu war, ging es immer ein wenig konfus zu. Wie wohl überall wurden die Projektgruppen von älteren Megastudenten kreativ beherrscht. Aber im Gegensatz zu der gemeinhin als streng bekannten Fachhochschul-Ausbildung ist der Studienablauf in Köln eher locker organisiert. Die technische Ausstattung war zum damaligen Zeitpunkt in Ordnung, aber ich habe mir dann doch sehr schnell einen eigenen Rechner gekauft, um im stillen Kämmerlein Raveflyer mit ganz fürchterlichen Fonts zu basteln. In Zahlen ausgedrückt machten die Grundlagen 10%, das Handwerk 10%, Experimente 20% und Raven 60% meines Studiums aus. Ich habe also die autodidaktische Strategie gewählt. Aus diesem Grund habe ich sehr schnell einen Job bei der Werbeagentur “meire & meire” angenommen und dort Tage und Nächte Kaufhof-Katalog-Reinzeichnungen geschrubbt. Dennoch möchte ich die Zeit und die Dinge, die ich dort wirklich gelernt habe, nicht missen. Ich wohnte mit David Lindermann von Fork und Oliver Priester von Mir Media zusammen, habe mit Oliver Funke, Anja Wülfing und Ansgar Hiller von Planet Pixel das Raven perfektioniert und zu Bleeds Breakbeats getanzt. Nur Triple R hat meine Flyergestaltung gerügt: “Wir brauchen keine visuelle Atmosphäre. Atmosphäre mach ich schon auf der Party.”

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Elektronische Lebensaspekte.