An der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig studierte Stephan Schröder Medienkunst, aber schon vorher werkelte er als leidenschaftlicher Grafiker und Designer an seinem Commodore Amiga 500 - unter anderem mit der Gruppe "infect". Noch während des Studiums entwickelte er die Netzkunst Suchmaschine "verybusy", die mittlerweile einen festen Platz in der deutschen Medienkultur hat. Derzeit entwirft er Redaktionssysteme für die Multimedia Agentur der Leipziger Partyzeitung "1000°".
Text: stephan schroeder | mail@spiv.de aus De:Bug 53

YC$ 0zochschule

Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Medienkunst

5 Jahre habe ich Medienkunst an der HGB in Leipzig studiert. Los ging es mit theoretischen Grundlagen in Kunstgeschichte und Medienphilosophie, parallel habe ich auch gleich mit 3D, Videokunst und Schnitt begonnen. Meine Netzprojekte kamen erst im Hauptstudium dazu. Die HGB hat, man muss es wirklich sagen, eine lange Tradition im Buchdruck, weil Leipzig bis vor dem Krieg die Buchstadt schlechthin war, das kommt auch dem Ansehen des Druckbereichs der Hochschule zu Gute. Und man spürt die lange Geschichte auch gleich beim Betreten des historischen Gebäudes: Zunächst kommt man in einen großen Lichthof, in dem die Hochschulgalerie untergebracht ist. Der Hof wird von den Studenten auch gern zum Chillout genutzt, obwohl sich dafür auch der nahe gelegene Park ideal eignet – das Gebäude selbst befindet sich nämlich an der Grenze des Stadtkerns.
Der Studiengang Medienkunst wurde schon 1994 gegründet. Trotzdem oder deswegen ist die technische Ausstattung des Fachbereiches besser als sehr gut. Aber erst in den letzten Jahren ist auch das Niveau der Lehre von technischen Grundlagen deutlich gestiegen. Das liegt einfach daran, dass zusätzliche technisch versierte Lehrkräfte angestellt wurden. Die Studenten können schon während ihres Studiums von den Beziehungen der Hochschule zu zahlreichen Galerien und Veranstaltern der Stadt profitieren, die Möglichkeit sich hier einzubringen ist ziemlich groß. Dennoch, ich persönlich hätte lieber statt von der eher künstlerischen Atmosphäre noch mehr technische Einführungen oder Rechts- und Wirtschaftsgrundlagen mitbekommen. Die würden einem den Weg in die Berufswelt sicher erleichtern. Ob sich dies inzwischen geändert hat, kann ich nicht sagen. Ich jedenfalls bin momentan ganz zufrieden und arbeite als freier Webdesigner und Programmierer für mehrere Agenturen.

About The Author

Elektronische Lebensaspekte.