Neue Designausbildungen
Text: Anne Pascual & Marcus Hauer aus De:Bug 54

Ich will Designer werden 2.0
Unsere Reihe heute: Neue Designausbildungen

Interaction Design Institute Ivrea
Ivrea, Italien
http://www.interaction-ivrea.it
Um die Ecke von Turin in dem verschlafenen Städtchen Ivrea liegt das erst im Oktober 2001 eröffnete Design Institut. Das Geld dafür kam nicht etwa vom italienischen Kultusminister, sondern vom Telekom- und Kommunikationsgiganten “Olivetti” und das Gründungskomitee war dementsprechend erlesen. Also keine Angst vor Italienisch, hier wird Englisch gesprochen! Direktorin ist die Gründerin des “Computer Related Design”-Kurses am “Royal College of Arts” Gillian Crampton Smith.
Der Studiengang teilt sich auf in einen für Postgraduierte (2 Jahre) und einen Fellow-Teil. Bezahlen muss man nur ersteren, der kommt mit 25.000 ? (pro Jahr) allerdings auch recht heftig daher. Allerdings sind eine Wohnung, ein Notebook und viele Kleinigkeiten schon inbegriffen. Als Fellow bekommt man für drei Monate Geld und Wohnung, muss aber in dieser Zeit versuchen, einen möglichst zahlungsfähigen Investor für das eigene Projekt zu finden. Zum Studium gehört alles, was mit Computer und Interaktion zu tun hat, also von Interfacedesign bis hin zu Netzwerkarchitektur. Und Pasta gibt’s dazu!

International Academy of Media Arts and Sciences
Ogaki City, Japanxs
http://www.iamas.ac.jp
In Japan geht es da schon grundsätzlicher zu. Zumindest verheißt es das Konzept der Schule. Es wird nämlich behauptet, dass dort die Multimedia Eliten ausgebildet werden, die mit der neuesten Technologie im Handumdrehen zurecht kommen. Soweit so gut. Bezahlt wird es hier allerdings vom Staate, weshalb zumindest im Zusatzstudiengang keine Studiengebühren anfallen, mit denen ihr euch rumplagen müsst. Der Grundstudiengang kostet knappe 5000 ?.
Der Kurs am Institut (für Postgraduierte) sowie an der Akademie (für direkt nach der Schule) dauert zwei Jahre und wird mit einem “Master in Media Creation” belohnt. Der Bogen aus Inhalten verläuft zwischen traditionellen Kunstansätzen und den ganz neuen Medien, d.h. zwischen Grafik, Video, Audio und 3D gibt es hier alles zu lernen, was euer Computer hergibt. Dafür ausgedacht hat man sich geschmeidige Spezialisierungen in den Gebieten “Advanced Network Design”, “Design for Information Technology”, “Computer Generated Image” und “Digital Sound and Performance”. Die jährlich durch einige Hürden und Filter ausgesiebte Studentenzahl beläuft sich auf kleine 20. Trotz des Sushis keine Empfehlung!

Studienbereich Neue Medien an der HGKZ
Zürich, Schweiz
http://www.snm-hgkz.ch/
Die Hochschule für Gestaltung und Kunst in Zürich gilt als eine der renomiertesten Ausbildungsstätten für Kreative. Seit 1998 wird dort der Studiengang “Neue Medien” angeboten, der momentan von ca. 40 Studenten besucht wird. Die ersten Diplome sind zwar noch nicht abgeschlossen, dafür gibt es aber genügend Material über den programmatischen Ansatz, über Ziele und Absichten dieses Studienganges. Das Leitungsteam (Giaco Schiesser von Knowbotic Research, Margarete Jahrmann und Walter Stukzer) hat einen dichten Lehrplan entwickelt, der einem schon auf dem ersten Blick verrät, worum es hier vier Jahre lang gehen soll: um Netzwerke. Nur wer den Computer als Medium begreift, seinen Einsatz nicht nur von den Oberflächen her, sondern auch die darunter liegende Komplexität mit bedenkt, kann neue Kommunikations- und Interaktionsformen untersuchen und gestalten lernen. Deshalb werden bereits im Grundstudium technologische und medientheoretische Einführungen angeboten, die dann im Hauptstudium u.a. durch Medienökonomie und Interfacestrategien erweitert werden. Hier hat nur der Käse große Löcher.

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Elektronische Lebensaspekte.