Das Studio "meso", bei dem Sebastian Oschatz von Beginn an dabei war, hat sich zum Ziel gesetzt, die Grenzen der Interaktivität zu erkunden und den Bildschirm zum Verschwinden zu bringen. Seit 1997 arbeitet man für diverse Klienten und Projekte, unter anderem Volkswagen, Opel und die Stadt Frankfurt. Davor ist er Mitbegründer von "Oval" gewesen, dem Projekt, das jetzt nur noch von Markus Popp fortgeführt wird. Nebenbei beschäftigt sich Oschatz aber auch weiterhin mit Musik und betreut "Involving Systems", ein freies Projekt für innovative Musik-Produktionstools. Studiert hat er nicht an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, stellvertretend dafür aber alle seine ...
Text: sebastian oschatz | oschatz@meso.net aus De:Bug 53

design/hochschule

Hochschule für Gestaltung Offenbach
Die Generalisten

Sebastian Oschatz, oschatz@meso.net

Um es gleich vorweg zu sagen, ich selbst habe nicht an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach studiert, aber kenne viele Studenten und Absolventen. Vier der fünf Gründer unseres Büros haben dort studiert. Als Projektleiter erfährt man schnell: Offenbacher sind Generalisten, mit allen Vorzügen, die so etwas bietet. Sie selbst sind von ihrer Interdisziplinarität eher genervt, und so manch einer hat sich selbst nach seinem Studium wissensdurstig in Umschulungslehrgänge gestürzt.
Die HfG teilt sich in zwei Fachbereiche: Visuelle Kommunikation (VK) und Produktgestaltung (PG). Visuelle Kommunikation kann Grafikdesign, Typographie, Zeichnen, Malerei, Experimentelle Raumkonzepte, elektronisches Bild, Bildhauerei, Bühnenbild, Fotografie oder Film sein. Die Produktgestalter listen als Schwerpunkte Design für den öffentlichen Bereich, Fahrzeugdesign, Möbel- und Ausstellungsdesign, Neue Medien und Neue Technologien, technische Produkte und Produktsysteme auf. Aber auch freie Arbeiten haben eine großen Stellenwert, genau wie die Verbindung von Theorie und Praxis.
Zwar ist die technische Ausstattung eher immer noch begrenzt, aber die räumliche Situation ist mit dem Umbau des Isenburger Schlosses in letzter Zeit wirklich angenehm geworden. Die Dauer des Studiums hängt ganz davon ab, wie viel der Einzelne immer noch dazu lernen will. Tatsächlich scheinen die Pflichtveranstaltungen aber eher ermüdend zu sein. Deshalb bringen sich die Studenten gern die elementaren Fähigkeiten selber und gegenseitig bei, was jedem Absolventen später ein Netzwerk von Freunden fürs Leben beschert, die nicht selten gemeinsam den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Aber auch an die Institution angrenzend ist viel los: Im “Schmalclub” realisieren Studenten monatlich in wechselnden Teams große experimentelle Abendveranstaltungen. Das Schöne dabei ist, dass die Veranstaltungen tatsächlich funktionieren, gleichzeitig aber faustdick hinterfragt sind und sich trotzdem nicht in akademischen Kunstkontexten verfusseln.

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Elektronische Lebensaspekte.