Text: jan joswig aus De:Bug 33

house news jan joswig Date dein Vokabular up: Smash-House Nach Tech-Trance/ Dream-Trance (oder Dream-Tech? Wer belastet sich mit den Begriffsdichtungen von vor zwei Monaten?) nun Smash-House, damit die Engländer sich nicht mehr durch die Sauerkrauts Paul van Dyk, ATB und Oliver Lieb im Schnellwaschgang abduschen lassen müssen, sondern endlich wieder nach 5 Jahren Happy Hardcore-Funkstille hausgebraut abstürzen können. Neben Basement Jaxx, dem Big Beat-Abtrünnigen Norman Cook und Jon ‘Junior Cartier’ Carter gehört wieder mal der virtuell inpatriierte Armand van Helden zum inneren Zirkel eines Gesamtkulturentwurfes zwischen Pumpbass, Electroquietschen, teurem Bier, Funkgeknüppel und Clarke-Schuhen zum 4/4-Househämmern. Aber der Kontinent sitzt auch hier mit Ego Express schon in den Infiltrationslöchern. Viel Ego: noch mehr Express Gerade noch an der Smashhouse-Startrampe, schon in der Wolle. Das Konsensduo Ego Express, das life so schön unisono in den Knien wackelt, hat sich gegenseitig aus dem Takt gebracht, auf der Bühne in Stuttgart, kein Wunder, und flugs die laufende Tour gecancelt. Rückschlüsse auf eine endgültige Trennung der beiden sind aber vorschnell gewesen. Kaum haben sie Stuttgarts Stadtgrenze überschritten, haben sie schon wieder zum gemeinsamen Schwung zurückgefunden. Rock on. Jetzt über Edel: UK Garage Das Album “Sincere” des UK Underground Garage-Crossover-Stars in spe MJ Cole für Talking Loud, angekündigt für dieses Frühjahr, erscheint erst im Juni. Vorher werden noch zwei EPs vorgeschoben, die Wiederveröffentlichung seines Hits “Sincere” und “Crazy Love”. Den Deutschlandvertrieb des Albums übernimmt Edel, da kann ja spätestens im August Deutschland als Provinz von Zypern ausgerufen werden. MOS in BRD: Ministry of Sound mit Deutschlandstart Angstlust heisst der psychologische Fachterminus, den die Ankündigung des Londoner Ministry of Sound-Partyimperiums, nach Deutschland auszukraken, bei allen Kontinentclubbern mit Selbstkasteiungsdrang (Feiern ist Abbitten) auslöst. Aber leider alles nur halb so schaurig schön. Londons unbarmherzigster House-mit-Fuchsschwanz-Gigaclub (“Get Get Down” und “The Sun is shining” im Peektimeloop) veröffentlicht lediglich die aktuelle Mix-Doppel-CD der DJs Tom Novy und Boy George (jepp, der, mit dritter Karriere nach Culture Club und Jesus Loves You) erstmalig auch in Deutschland. Alle vorherigen 57 Kompilations des Ministry of Sound-Labels stehen allerdings bei WOM schon seit Jahren als Import im Extrafach. Also tief durchatmen und sich nach einer Übersprungshandlung umsehen, bis dann vielleicht doch eine deutsche Clubdependance eröffnet wird. Fett: Playhouse in langem Format Die beiden zentralen Playhouse-Produzenten Don Disco und Isolée haben mit “Open Door” und “Beau Mot Plage” die Begeisterungskapazität der Housewelt fokussiert. Mit so gestärktem Rückgrat gehen sie jetzt jeder das Albumformat an. Neben dem neuen Sven Väth-Album die kommende Sensation. Immerhin wird Isolée im MixMag als einer der “Ten Producers for tomorrow” aufgelistet. (Bei nur “Nine Producers” wäre er allerdings schon herausgefallen…) Begleitet von einem Foto, dass ihn als Kombipack aus Yul Brunner und Marlon Brando in ihren Jugendtagen designt, ausserirdisch verschärft.

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Elektronische Lebensaspekte.