Glossy, shiny, sexy
Text: Thaddeus Herrmann aus De:Bug 128


Die neuen MacBooks und MacBook Pros von Apple werden Preise einheimsen. Für Design und Cleverness. Legt man altes und neues Modell der Pro-Reihe nebeneinander, werden die Unterschiede in erschütternder Art und Weise deutlich. VW Käfer vs Raumgleiter. Dabei ist das Gehäuse der “alten” Geräte alles andere als hässlich. So etwas Slickes wie die neuen Rechner hat die Welt allerdings wirklich noch nie gesehen. Ziemlich genau fünf Jahre saß das 15″-Laptop von Apple im gleichen Gehäuse. Alle Updates, inkl. dem Wechsel von PowerPC- zu Intel-Prozessoren, wurden in der mehr oder weniger gleichen “Verpackung” gehandelt. Jetzt ist alles neu: Sowohl MacBook als auch MacBook Pro wurden komplett redesignt. Neues, stabileres Gehäuse, neue Displays, neue Ports, neue Tastatur. In der Tat gibt es so viele Neuerungen, dass wir die hier nie im Leben alle verhandeln können … also grünes Licht für einen ganz subjektiven ersten Eindruck.

Unser Testgerät ist ein Pro mit dem 15,4″-Display, 4GB RAM und einer 320GB-Festplatte. Der Intel Core 2 Duo taktet bei 2,53 GHz. Mein direkter Vergleich ist mein täglicher Arbeitsrechner. Ein MBP der vorletzten Generation mit 2GB deutlich langsamerem RAM und einem etwas langsameren Prozessor. Und natürlich will ich den neuen Rechner eigentlich nicht mehr hergeben, ich sage euch auch, warum. Das neue Gehäuse, aus einem einzigen Stück Aluminium gefertigt, ist ein Traum. Ich habe noch nie ein Laptop in den Händen gehalten, das sich so stabil angefühlt hat, und obendrein sieht es auch noch killer aus … extrem elegant. Die neue Tastaur, dem MacBook Air entliehen, gefällt mir ebenso hervorragend. Dabei bin ich eigentlich kein Fan der aktuellen Apple-Keyboards. Die Standard-Teile, die mit Desktop-Rechner ausgeliefert werden, möchte ich immer direkt aus dem Fenster schmeißen. Nicht ganz so überzeugend hingegen finde ich das neue Trackpad. Die faktische Vergrößerung und das neue Material, das Weglassen des Knopfes … all das gefällt mir ausgesprochen gut. Die Unterstützung der MultiTouch-Funktionen halte ich aber für übertrieben. Bilder zu drehen, vergrößern und verkleinern, im Desktop zoomen, Programme wechseln … alles mit dem Trackpad: brauch ich nicht! Bestimmte Arbeitsabläufe haben sich bei Mac-Usern so eingebrannt, dass ich da auf erste Befragungen in Hinblick auf die Adaption gespannt bin. Für mich ist und bleibt es Spielerei. Kommen wir zum Display, dem größten Kritikpunkt aller bislang erschienenen Reviews: Ab sofort werden alle MacBooks nur noch mit einem glossy Display ausgeliefert. Das wird für viele ein Problem darstellen, denn es kommt zu deutlich mehr Reflektionen als bei matten Displays. Je heller die Umgebung ist, desto deutlicher wird das. Versteht mich nicht falsch: Das Display per se ist ein Traum. Die Farben sind tief und brillant und die neue LED-Technologie tut ihr Übriges. Da kann mein knapp zwei Jahre altes Vorgängermodell nicht im Geringsten mithalten. Bei Tageslicht und Sonneneinstrahlung ertappt man sich aber dabei, wie man das MBP immer wieder leicht auf dem Tisch verschiebt und uns allen sollte klar sein, dass man diese Option leider nicht immer hat. Die Raum-Reflektionen können einerseits stören, andererseits auch fürchterlich ablenken. Dass Apple hier keine Option für ein mattes Display anbietet, leuchtet mir einfach nicht ein. Arbeitet man aber abends, freut man sich einen Kullerkeks. Glaubt mir, es ist unglaublich. Ebenso übrigens wie die neuen Lautsprecher, die deutlich lauter und vor allem auch runder und präziser klingen. Die Grafik-Performance hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die beiden Karten von NVIDIA arbeiten sehr auf den Punkt. Einziges Manko: Will man sich für die dezidiert schnelle Karte entscheiden, muss man sich aus- und wieder einloggen. Das ist ein reines Software-Problem, für das Apple hoffentlich bald ein Update zur Verfügung stellt. Im Gegensatz zum MacBook findet sich auf der Seite immer noch ein FireWire-Port und ich hoffe inständig, dass das bei den MBPs auch immer so bleibt. Sonst stehen zwei USB-Ports, Gigabit-Ethernet und der neue Display-Connector zur Verfügung.

Was bleibt als Fazit? Das neue MacBook Pro ist ein Traum mit leichten Abstrichen. Und irgendwie habe ich im Gefühl, dass Apple in Sachen Displays bald wieder eine matte Option anbieten wird. Sonst hat Cupertino alles richtig gemacht. Killer-Design, Killer-Features. Ich fürchte, Apple Deutschland wird unser Testgerät mit Waffengewalt in der Redaktion auslösen müssen.

http://www.apple.de

Konfigurationen:
– 2,4GHZ, 2GB RAM, 250 GB HD, NVIDIA 9600GT (256 MB RAM) & NVIDIA 9400: 1800 Euro
– 2,53 GHz, 4GB Ram, 320 GB HD, NVIDIA 9600GT (512 MB RAM) & NVIDIA 9400: 2250 Euro

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Elektronische Lebensaspekte.