Wer ist wer im Land zwischen Laptop und Gitarrenverstärkern. Wir klären auf. aus De:Bug 53

Künstler:

Styrofoam
Der Belgier Arne van Petegem war früher Tin Foil Star und zieht heute als Styrofoam durch die Welt. Zwar steht die Gitarre zur Zeit an der Wand, dafür hat Arne irgendwo auf seinem Dachstuhl ein Mikrophon gefunden und veröffentlicht auf Morr Music Platten zwischen Electronica, HipHop und vocoderisiertem SingerSongwritertum.

múm
Ohne Island geht sowie nichts mehr und múm ist Inselreich pur. Die vier Freunde nehmen ihre Platten in Leuchttürmen auf, pegeln das Gleichgewicht zwischen Powerbooks und akustischen Plinkereien neu aus und singen auch noch dazu. Ihr nächstes Album erscheint auf FatCat.

Tujiko Noriko
Japanische Sängerin, die mit ihrer Debut-CD auf Mego holperige Elektronik mit kindlichem Gesang verbindet. Erinnert zum Teil an Platten von Recommended Records aus den 80er Jahren.

Tatsuhiko Asano
Wurde von Alec Empire für Geist ‘entdeckt’. Seine gerade dort erschienene CD Genny Haniver kombiniert unaufdringlich aber nicht glatt oder platt süß klappernde und eirig schlingernde Elektronik mit Gitarrenklängen.

Tarwater
Zuletzt konnte man über ihr schönes Album Animals, Suns & Atoms staunen, das traumwandlerisch durch die Jahrzehnte gleitet, produziert mit den Mitteln des Jetzt: Sampler trifft auf Schlagzeug, Gesang, Klavier.

Broadcast
Warp-Act der jüngeren Generation und eventuell einer der Gründe, warum Aphex Twin und Squarepusher z.Zt. so über Warp herziehen. Sie klingen mitunter unglaublich deutlich nach der Sixties-Band United States Of America, einer der (Groß-)Väter von Indietronics.

Languis
Kalifornisches Duo, das bislang drei CDs veröffentlicht hat. Auf Unithematic wühlen sie sich durch Krautrock, Jazzrock, Ambient und was sonst noch am Wegesrand zwischen elektrisch und elektronisch herumliegt.

Notwist
Deutschlands Indieband Nummer 1 und ein perfektes Rolemodel für einen sich immer wieder komplett neu erfindenen Klüngel von perfekten Musikern. Um die Gebrüder Acher und Herrn Console herum entwickelte sich Notwist von der Krachigkeit amerikanischer Dinosaurier hin zu Indiepop, Jazz und großen Orchestern. Sagt ihr größter Fan. Die deutschen Radiohead.
http://www.notwist.com

Multicast
Amerikanische Countryside, England der frühen 90er in den Boxen. So ist Multicast, eine wunderbare Band, die auf ihrem eigenen Obliq Label bisher eine 7″, eine 10″ und eine Doppel-LP veröffentlicht haben. Sehr weich und weit, mit vielen Gitarren und endlosen Rezitationen. Indie mal anders.
http://www.obliq.net

Pram
Sie waren Anfang bis Mitte der 90er Jahre neben Mouse On Mars das Flagschiff von Too Pure. Mit größter Melancholie wühlten sie sich auf den Alben The Stars Are So Big… und Helium durch die Instrumente ihrer Kinderzimmer. Das machen sie seither immer noch und veröffentlichen weiter regelmäßig ähnliche, aber sehr schöne Alben.

The Remote Viewer
Wie sie das machen, wissen wir nicht, aber Craig und Andrew aus dem Norden Englands, die früher bei Hood waren, basteln mit Hilfe von minimalem elektronischen und akustischen Equipment knusprige Träumertracks, die eigentlich nur aus staubigen Proberäumen kommen können. Gesungen wird mittlerweile auch. Bisher auf 555 und Domino erscheint im nächsten Jahr ein neues Album auf City Centre Offices.
http://www.theremoteviewer.co.uk

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Elektronische Lebensaspekte.