Compuserve und Porno, AOL und Netscape, Olympiaden, Lewinsky und Clinton. 1998 werden die Karten im Netzt neu gemischt: Das Internet wird zum Massenmedium.
Text: deutsche welle aus De:Bug 34

/internet nternet History Die Jahre im Netz: 1998 Netscape Das Jahr 1998 beginnt mit dem Anfang vom Ende einer Netzlegende: Im Kampf gegen schwindende Marktanteile gibt Netscape den Quelltext für den Communicator frei und gründet “Mozilla.org”. Hier soll der einst beliebteste Browser von engagierten Netizens weiterentwickelt werden. Doch was bei Linux, PGP und anderen Open-Source-Projekten zu erstaunlichen Ergebnissen führt, scheint mit dem Communicator nicht so recht zu funktionieren. Die erhoffte Begeisterung und Unterstützung durch die Netz-Community bleibt aus. Auch wirtschaftlich hat der Schritt Netscape nicht retten können: Ende des Jahres kauft der Online-Dienst AOL den Web-Pionier. Lewinsky + Porno im Internet Für viele dürfte die Lewinsky-Affäre das wichtigste Netz-Ereignis des Jahres 1998 sein. Erstmals demonstriert das Internet sein publizistisches Potential und zum erstenmal wird deutlich, dass das WWW kein Spielzeug für Nerds, sondern zu einem massenwirksamen Medium geworden ist. Matt Drudge publiziert in seinem Online-Klatschmagazin Drudge-Report die Skandalstory um Monica Lewinsky und Bill Clinton und löst damit eine regelrechte publizistische Lawine aus, an deren Ende es zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten der USA kommt. Das Internet steht nicht nur am Anfang der Lewinsky-Affäre, es steht auch an ihrem Ende: Der umfangreiche Abschlussbericht des Ermittlers Kenneth Starr wird auf Beschluss der gewählten Volksvertreter vollständig im Internet veröffentlicht. Da der Bericht zahlreiche, intime Details aus dem Verhältnis von Lewinsky und Clinton enthält, wird damit das Abgeordnetenhaus der USA unversehens zum Verbreiter eben jener anstössigen Dokumente, die der “Child Online Protection Act” gern aus dem Internet verbannt sehen möchte. Das von Bill Clinton im Oktober unterzeichnete Gesetz wird von Bürgerrechtlern als CDA II scharf kritisiert (und im Jahr darauf, im Februar 1999, vom Distrikt-Richter Lowell für verfassungswidrig erklärt). Während in den USA damit der zweite Versuch einer staatlichen Regulierung des Internet abgewehrt wurde, verläuft die Entwicklung in anderen Ländern nicht ganz so glimpflich: In einem spektakulären Urteil wegen Verbreitung von Kinderpornographie in den Newsgroups spricht der Münchner Amtsrichter Wilhelm Hubbert den ehemaligen Geschäftsführer von CompuServe Deutschland, Felix Somm, schuldig Ð obwohl selbst der Staatsanwalt auf Freispruch plädiert. Das Urteil sorgt für heftige Reaktionen, einige deutsche Provider erwägen die Verlagerung ihrer Geschäfte ins benachbarte Ausland. Die Verteidigung legt umgehend Widerspruch gegen das Urteil ein. Sport, Geburt, Domain Das WWW entpuppt sich nicht nur bei der Lewinsky-Affäre als eine neuartige massenmediale Form Ð auch die beiden sportlichen Gross-Events des Jahres sorgen für ein massives Datenaufkommen im Netz: Sowohl die Olympischen Winterspiele in Japan als auch die Fussball-WM in Frankreich sind mit offiziellen Websites im Netz vertreten. Für Aufsehen auch in nichtvernetzten Teilen der Gesellschaft sorgt schliesslich die Live-Übertragung einer Geburt durch das “Health Network”, die über eine Million Zuschauer zählt. Eine der wichtigsten Veränderungen vollzieht sich allerdings fast hinter den Kulissen. Eines der Fundamente des Internet, das Domain Name System, muss überarbeitet und das Vergabesystem der TLDs neu organisiert werden. Was bei seiner Einführung noch wie eine reine Verwaltungsarbeit aussah, entpuppte sich mit zunehmender Kommerzialisierung als eines der einträglichsten und wichtigsten Geschäfte im Internet. Verständlich, dass zunehmend Kritik am De-facto-Monopol von Network Solutions geübt und eine grundlegende Neuordnung verlangt wird. Die US-Regierung beschliesst nach langen Verhandlungen und Diskussionen, sich völlig zurückzuziehen und die Neuregelung in private Hände zu legen. Doch obwohl sich bereits Anfang des Jahres eine Lösung abzuzeichnen scheint, bleibt das Problem der Neuordnung zunächst ungelöst. Jahresübersicht Januar 1998 o Netscape gibt den Quelltext des Communicator frei. o Die UNICEF-Site wird gehacked. o Das US Department of Commerce (DoC) veröffentlicht das Green Paper zur Privatisierung der DNS-Verwaltung. o Der Klatschkolumnist Matt Drudge veröffentlicht im Drudge Report intime Details über Bill Clintons Verhältnis zu Monica Lewinsky. Februar 1998 o AOL schliesst den Kauf von Compuserve ab. o Die Website der XVIII. Olympischen Winterspiele verzeichnet in 16 Tagen rund 650 Millionen Zugriffe. o Netscape startet das Mozilla-Projekt zur Weiterentwicklung des Navigators als Open-Source-Software. o Das W3C verabschiedet XML 1.0. o Turkmenistan überlässt der Firma Netnames die Vermarktung der Top-Level-Domain .tm. o Hacker dringen in Computer des Pentagon ein und bleiben 14 Tage unentdeckt. März 1998 o In Frankreich findet erstmals die landesweite Veranstaltung La F?te de l’Internet statt. o Der chinesische Programmierer Lin Hai wird in China wegen Anstiftung zur Aufruhr festgenommen, da er rund 30.000 chinesische E-Mail-Adressen an einen politischen Newsletter in den USA weitergegeben hat. Der Prozess ist im Dezember. o Erstmals findet eine Abstimmung über ein TV-Sportereignis im Internet statt. o Das W3Consortium schlägt Cascading Style Sheets 2 (CSS2) und Resource Description Framework (RDF) vor. April 1998 o Der neuartige Web-Crawler Google startet. o Der republikanische Abgeordnete Mike Oxley legt den Entwurf zu einem “Child Online Protection Act” ( COPA) vor, der von seinen Kritikern als “CDA II” scharf attackiert wird. o In Brisbane, Australien, findet die 7. Internationale WWW-Konferenz statt. o Das W3C veröffentlicht die Spezifikationen zur Mathematical Markup Language 1.0 (MathML) und Synchronized Multimedia Integration Language 1.0 (SMIL). o Die Gorilla Foundation veranstaltet mit dem Gorillaweibchen Koko den Earth Day Chat. Mai 1998 o Network Solutions registriert die zweimillionste Domain. o In Deutschland wird der ehemalige Geschäftsführer von CompuServe Deutschland, Felix Somm, wegen Mittäterschaft an der Verbreitung von Kinderpornographie in den CIS-Newsgroups verurteilt. Das Urteil sorgt weltweit für Aufsehen. o Unter dem Namen Bluetooth stellen Ericsson, IBM, Intel, Nokia und Toshiba ein Verfahren für die drahtlose Kommunikation zwischen unterschiedlichen elektronischen Geräten vor. Juni 1998 o Im White Paper bezieht die US-Regierung offiziell Stellung zur Frage der DNS-Neuordnung. o Neben der Winterolympiade ist die Fussball-WM in Frankreich das zweite grosse Sportereignis, das im Internet vertreten ist. o Erstmals wird eine Geburt live im Internet übertragen. Juli 1998 o First Virtual, Pionier bei elektronischen Zahlungen via Internet, gibt das virtuelle Geldgeschäft auf. o Die INET 98 findet in Genf, Schweiz, statt. August 1998 o Compaq, Betreiber der Suchmaschine Altavista, kauft die Domain altavista.com. Laut San Jose Mercury betrug der Kaufpreis mehr als 3 Millionen US-Dollar. September 1998 o Der Abschlussbericht der Ermittlungen gegen US-Präsident Bill Clinton, der sogenannte Starr-Report, wird vom amerikanischen Repräsentantenhaus im Web publiziert. o Die Website der New York Times wird gehacked. o Das Online-Auktionshaus eBay geht an die Börse. o In einem umfangreichen Feldtest mit 79 Familien und 169 Teilnehmern kommt die Carnegie Mellon Universität (CMU) zu dem Ergebnis, dass das Internet seine Benutzer vereinsamt. o Die US-Regierung lockert die Beschränkungen für den Export von Kryptographie. Oktober 1998 o US-Präsident Bill Clinton unterzeichnet den umstrittenen CDA II, verschiedene Organisationen reichen umgehend Beschwerde gegen das neue Gesetz ein. o Die Website der China Society for Human Rights Studies wird gehacked. o Lycos kauft Wired Digital. o Das W3C verabschiedet das Document Object Model (DOM) Level 1. o Der Internet Tax Freedom Act befreit den Handel im Internet drei Jahre lang von Steuern. November 1998 o In einem Memorandum of Understanding beauftragt das Department of Commerce (DoC) die Internet Corporation for Assigned Numbers (ICANN), den Privatisierungsprozess der Domain-Vergabe zu organisieren. o AOL kauft Netscape. Dezember 1998 o Die deutsche Softwarefirma Star Division verschenkt ihre Office-Suite an Privatkunden. o Ein Stromausfall in der Bay-Area führt zu einem chaotischen Durcheinander bei Websites aus San Francisco. o Dale und Lorrie sind das erste Paar, das rechtsgültig im Internet getraut wird. Zahlen & Daten o Im ersten Quartal gibt es laut Digital 275 Millionen, laut NEC 320 Millionen Websites. o Im Januar gibt es 1,8 Millionen Webhosts. o Im Dezember gibt es 3,7 Millionen Webhosts. o Im Dezember werden in Grossbritannien mehr als 2,5 Millionen Handys verkauft. Insgesamt gibt es damit in GB 13 Millionen Mobiltelefone. o Folgende Top-Level-Domains werden registriert: Komoren (.km) und Nauru (.nr)

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Elektronische Lebensaspekte.


Text: deutsche welle aus De:Bug 28

Die Jahre im Netz – 1991/2 Mit dem Beginn der neunziger Jahre rückt das Internet allmählich in den Blickpunkt der Politik, und es werden die Weichen für die zukünftige kommerzielle Nutzung gestellt. Mit dem “High Performance Computing Act” (HPCA von 1991 beschliesst der US-Kongress den Aufbau des “National Research and Education Network” (NREN), das als Nachfolger des Forschungsnetzwerks NSF-Net bestimmt wird und erheblich leistungsfähiger als das bisher bestehende Netzwerk sein soll. Erklärtes Ziel des HPCA ist es, durch Forschung im Bereich der Hochgeschwindigkeitsnetzwerke die Führungsrolle der USA in der Computer- und Netzwerktechnologie zu festigen und weiter auszubauen. Durch diese Entscheidung wird die bislang eher beschaulich verlaufende Entwicklung des Internet zu einem zentralen Ziel der US-Regierungspolitik. Die zweite wichtige Entscheidung fällt in den gleichen Zeitraum wie die Gründung von NREN. Die bisherigen Nutzungsvorschriften des NSF-Net-Backbones sahen den Transport kommerzieller Daten über das Internet nicht vor. Im März 1991 hebt die National Science Foundation diese Beschränkung teilweise auf und gibt so ein wichtiges Signal zur kommerziellen Nutzung der Internet-Strukturen. Wenige Monate nach der Aufhebung wird die “CIX-Association” (Commercial Internet Exchange) gegründet, die als Non-Profit-Organisation die kommerzielle Nutzung des Internet fördern soll. Der wachsenden gesellschaftlichen Bedeutung des Internet, die sich in diesen beiden wichtigen politischen Entscheidungen spiegelt, entspricht das immer stärker werdende Wachstum. Die Zahl der Hosts wächst von 300.000 im Jahr 1990 auf mehr als 1 Million im Oktober 1992. Entsprechend steigt das Volumen des Datenverkehrs auf dem NSF-Net-Backbone, das sich von 1990 bis 1992 auf rund 15 Milliarden Datenpakete pro Monat verfünffacht. Ende 1992 sind die vier vernetzten Systeme aus dem Jahr 1969 zu einem weltweiten Netzwerk geworden, das mehr als 17.000 regionale Netzwerke in 33 Ländern umfasst. Tendenz: weiter stark steigend. Auch das World Wide Web entwickelt sich zügig weiter. Das Projekt wird vor allem auf zahlreichen Konferenzen und Veranstaltungen präsentiert und erläutert. In diesen Jahren verlässt das Web die CERN-Rechner und tritt seinen Siegeszug im Internet an. Noch beschränkt sich die Web-Verbreitung allerdings auf die mit dem CERN verbundenen physikalischen Forschungslabors. So wird etwa im Mai 1991 am “Stanford Linear Accelerator Center” (SLAC) in Kalifornien der erste Webserver in den USA installiert, und Ende 1992 gibt es bereits 26 verschiedene WWW-Server im Internet. Auch bei der Client-Software, den Browsern, tut sich einiges. Der erste Browser ist naturgemäss das von Tim Berners-Lee entwickelte Programm auf dem Next. Dieser Browser (der zugleich auch ein Editor ist) heisst anfangs wie das Projekt “WorldWideWeb” (ohne trennende Leerzeichen), wird aber später in “Nexus” umbenannt. Als Next-Programm ist “Nexus” natürlich eine GUI-Anwendung, mit dem “Line Mode Browser” liegt aber auch ein zeichenbasierter Browser vor. Im Laufe der beiden Jahre kommen unterschiedliche Browser für die verschiedenen Rechnersysteme dazu, so dass Ende 1992 rund zehn unterschiedliche Browser existieren. Noch fehlt der Shootingstar “Mosaic” Ð zwar hat sich Marc Andreessen Ende des Jahres auf der “www-talk”-Liste am CERN an der Diskussion beteiligt, aber von “Mosaic” ist da noch nicht die Rede. So bewegt und aufregend die Pionierjahre des WWW auch sind Ð der Netzcommunity sind Konzept & Programm noch unbekannt. Die stürzt sich vorerst auf “Gopher”, das Mitte 1991 von Paul Lindner und Mark P. McCahill an der Universität von Minnesota entwickelt wird und von dort das Internet erobert. WWW-Tour o Das WWW wird mehrfach am CERN präsentiert o Tim Berners-Lee präsentiert das WWW-Projekt auf zahlreichen Events ausserhalb des CERN o Es werden die ersten Webserver ausserhalb des CERN installiert Browser o Der Zeichen-basierte “Line Mode Browser” wird freigegeben o Die GUI-Browser “Erwise” und “Viola” für das X-Window-System erscheinen o Lynx wird entwickelt Kommerz o Die NSF hebt die Restriktionen zur kommerziellen Nutzung des NSF-Net teilweise auf o Gründung der CIX Association (Commercial Internet Exchange) Die Jahre im Netz Februar 1991 o Tim Berners-Lee und Robert Cailliau präsentieren das Projekt vor der ECP/PT-Gruppe am CERN. März 1991 o Die “National Science Foundation” hebt als Betreiberin des NSF-Net die bisher bestehenden Restriktionen für die kommerzielle Nutzung des Internet auf. o Der erste Line Mode Browser, ein zeichenbasiertes Programm zur Betrachtung der Hypertext-Inhalte, wird einem begrenzten Personenkreis am CERN zugänglich gemacht. April 1991 o Paul Lindner und Mark P. McCahill entwickeln an der Universität von Minnesota mit Gopher ein benutzerfreundliches Interface für die Informationssuche im Internet. Mai 1991 o Das WWW wird dem C5-Kommitee des CERN präsentiert und erstmals auf den zentralen Servern des CERN installiert. o Der US-Kongress verabschiedet den “High Performance Computing Act”, der zur Gründung des “National Research and Education Network” (NREN) führt. Juni 1991 o Phil Zimmermann publiziert die erste Version der Verschlüsselungssoftware PGP als Freeware im Internet. o Tim Berners-Lee, Robert Cailliau und Nicola Pellow veranstalten am CERN ein Seminar zum Thema WWW. Juli 1991 o Gründung der CIX Association (Commercial Internet Exchange), einer Non-Profit-Organisation zur Förderung der kommerziellen Internet-Nutzung. August 1991 o Das WWW-Projekt wird erstmals im Internet öffentlich verfügbar gemacht und in “alt.hypertext” und anderen Newsgroups bekanntgegeben. September 1991 o Linus Torvalds publiziert den Kernelcode für Linux im Internet. o Martin Hall entwickelt auf der Fall Interop in San José die Idee der Windows Sockets, der Winsock. Mit Winsock wurde Windows um das TCP/IP-Protokoll erweitert und damit Internet-fähig. Oktober 1991 o Brewster Kahle entwickelt “Wide Area Information Server” (WAIS), mit dem grosse Datenmengen indiziert und durchsucht werden können. o Das WWW wird um VMS/HELP-, WAIS- und Telnet-Gateways ergänzt. o Die Mailinglisten “www-interest” (heute: www-announce) und www-talk starten am CERN. o Ende 1991 veranstaltet Rick Gates erstmals die “Internet Hunt”, bei der die Aufgabe darin besteht, in möglichst kurzer Zeit bestimmte Informationen im Internet zu finden. Dezember 1991 o Tim Berners-Lee präsentiert das WWW-Projekt auf der Hypertext ’91 in San Antonio. o Das CERN stellt das WWW-Projekt im Computer-Newsletter für das HEP (High Energy Physics) vor. o Am Stanford Linear Accelerator Center (SLAC) in Kalifornien wird der erste Webserver in den USA installiert. Januar 1992 o Nach einer Ankündigung im Juni 1991 auf einer Netzwerkkonferenz in Kopenhagen wird die Internet Society (ISOC) offiziell ins Leben gerufen. o Der “Line Mode Browser” 1.1 wird via FTP im Internet als Freeware zur Verfügung gestellt. o Präsentation des Projekts auf der AIHEP ’92 in La Londe, Frankreich. Februar 1992 o Die Version 1.2 des “Line Mode Browser” erscheint und kann via FTP bezogen werden. April 1992 o Das RIPE NCC zur Verwaltung des europäischen IP-Adressraums wird gegründet. o Erwise, ein finnischer GUI-Client für X11 erscheint. Mai 1992 o Pei Wei stellt mit Viola einen GUI-Browser für X11 vor. o Tim Berners-Lee demonstriert das WWW auf der dritten “Joint European Network Conference” ( JENC3) in Innsbruck. Juni 1992 o In einem Artikel für “Wilson Library Bulletin” prägt Jean Armour Polly den Begriff “Surfing the Internet”. o Auf der HEPVM in Lyon findet eine weitere Demonstration des WWW statt. o Auf den Rechnern der HEP-Labors FNAL (USA), NIKHEFF (Niederlande) und DESY (Deutschland) werden die ersten WWW-Server installiert. Juli 1992 o Über die CERN-Lib ist WWW zusammen mit Viola verfügbar. o Der WWW-Code wird auf DEC-Net portiert. November 1992 o Johan Helsingius startet mit “anon.penet.fi” den ersten anonymen Remailer im Internet. o Fred Barrie und Steve Foster entwickeln an der Universität von Nevada Veronica, ein Suchprogramm für Informationen, die via Gopher im Internet verfügbar sind. o Marc Andreessen meldet sich erstmals mit dem Beitrag html & emacs auf der Diskussionsliste “www-talk” am CERN zu Wort. Dezember 1992 o Die Auszeichnung “Technology of the Year” der Zeitschrift “Infoworld” geht an TCP/IP. o Der zeichenbasierte, noch nicht HTML-fähige Browser Lynx wird von Lou Montulli an der Universität Kansas entwickelt und in “www-talk” vorgestellt. Ausserdem: o Die Weltbank geht online. Zahlen & Daten o Ende 1992 gibt es 26 verschiedene WWW-Server im Netz. o Ende 1992 gibt es zehn unterschiedliche WWW-Browser. o Im Oktober 1992 gibt es mehr als 1 Million Hosts im Internet. o Der Datentraffic auf dem NSFNET-Backbone steigt von 7,56 Milliarden Datenpakete pro Monat im Mai 1991 auf rund 15 Milliarden im Mai 1992. o 1992 verbindet das Internet mehr als 17.000 Netzwerke in 33 Ländern. o Pro Monat werden rund 50.000 Dateien via FTP angefordert. o 1991/92 werden folgende Länder an das NSF-Net angeschlossen: Antarktis (.aq), Kamerun (.cm), Zypern (.cy), Tschechien (.cz), Equador (.ec), Estland (.ee), Hongkong (.hk), Kroatien (.hr), Ungarn (.hu), Kuwait (.kw), Luxemburg (.lu), Lettland (.lv), Malaysia (.my), Polen (.pl), Portugal (.pt), Singapur (.sg), Süd-Afrika (.za), Slovakei (.sk), Slovenien (.sl), Thailand (.th), Tunesien (.tn), Taiwan (.tw), Venezuela (.ve).

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