Ein Magazin in Bewegung. Die Internet-Publikation "Music Hurts" widmet sich mit Flash und Kunst den Hintergründen der Popmusik.
Text: Viviana Tapia aus De:Bug 95

Schick durcheinander

Rampindustry, eine englische Agentur von Kreativen, bestehend aus Designern, Künstlern, Musikern, Autoren, Konzeptern und Marketingstrategen, hat ein neues digitales Musikmagazin namens Music Hurts veröffentlicht. Music Hurts beschäftigt sich mit Popmusik im weitesten Sinne, wie z.B. mit Themen wie Events, Fernsehen, Radio und Printmedien. In der ersten Ausgabe geht es nicht nur um weibliche Drummer, den Einfluss von Iggy Pop, der Wu-Tang-Clan-Ikone Old Dirty Bastard, die Entwicklung von Bandlogos und die Verbindung zwischen HipHop und Heavy Metal, sondern auch um jede Menge Fotos, Texte und Illustrationen in Kombination mit Musik.

Zu den schönsten Seiten des Heftes gehört wohl die Serie der Dewancousins, ein Fotoessay des englischen Fotografen Rob Hann, der die beiden Musikperformer Leon und Brian Dewan auf Brooklyns Straßen inszenierte. Versetzt in eine andere Zeit sehen wir auf den Fotos zwei Herren mittleren Alters hinter elektronischen Instrumenten stehen, die aussehen, als wären sie aus alten Telefonen zusammengebastelt. Tatsächlich stellt sich heraus, dass die beiden analoge elektronische Instrumente, so genannte Dewanatrons, bauen. Klickt man auf einen versteckten Link, erfährt man ein kleines Stück ihrer Geschichte.
Vollkommen anders wiederum präsentiert sich eine Illustrationsreihe mit Collagen von Luke Best aus dem Peepshow Illustration Collective, der unter anderem auch Illustrationen und Videos für MTV und Diesel produziert hat. Hier verschmilzt ein Liedfetzen, durch ein Mouseover ausgelöst, mit einer Zeichnung und abstrakten darüber liegenden Farbflächen. Music Hurts unterliegt nicht wirklich einem ausgeklügeltem Design- oder Navigationskonzept. Es ist eher künstlerisch angesiedelt. Jede Arbeit hat ihren eigenen Stil, ihr spezielles Aussehen und eine eigene Animation.

Das Besondere an diesem flashbasierten Magazin ist wohl die Zusammenarbeit mit iTunes. So kann man jeden Song, der Inhalte des Heftes, egal ob Text oder Bild, beeinflusst hat, auch gleichzeitig via Internet im iTunesshop kaufen. Diese Neuentwicklung des Downloadens geht gleich zwei Schritte weiter als übliche Musikmagazine, in denen man nur über Musik lesen kann oder zumindest eine CD als Hörprobe zum Heft enthalten ist.
Music Hurts erscheint vierteljährlich und wird vom Chefredakteur Andy Crysell und vom Art Direktor Russell Miller herausgegeben.

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Elektronische Lebensaspekte.