Für deine personal Bookmarks: Der Widerstand gegen Bush, die 9.11-Patriotenauslegung und einen Irak-Krieg formiert sich in den unterschiedlichsten Formen im Internet. Und wenn das Internet zwangsgesäubert wird, sind die Wireless-Alternativen schon sprungbereit.
Text: Nico Haupt aus De:Bug 66

In diesen Wochen zeigte sich einmal mehr, dass ironischerweise ein digitales Produkt, das vom amerikanischen Verteidigungsministerium finanziell mit angeschoben wurde, als effektives Mittel der Demonstration gegen Krieg und Medienkorruption eingesetzt werden kann: das Internet.

In den ehemals hardcore-kapitalistischen USA wurden die großen Friedensproteste der letzten Wochen (San Francisco, New York, Washington etc …) von sozialistischen (NotinourName.net) oder stalinistischen Organisationen (internationalanswer.org) organisiert. Am 26.Oktober haben Massen in Washington gefordert, über die Ölinteressen als wahre Kriegstreiber zu sprechen. Es gab Proteste für einen Machtwechsel – nur nicht in Bagdad, sondern in Washington.

Die politischen Internetportale, die ihre Anhänger nach Washington dirigiert haben, hatten natürlich auch diverse langfristige Ziele vor Augen. Viele protestierten gegen die anti-bürgerrechtlichen Tendenzen, die nach 9-11 verstärkt aus Washington kommen, wie das “American Patriot Friends Network”. Daneben findet man immer mehr die Forderung nach einem 3-Parteien-System, am liebsten natürlich mit einer Regierungskoalition aus Demokraten und Grünen – und Cynthia McKinney aus Georgia als erster weiblicher afro-amerikanischer Präsidentin. McKinney war das erste und bislang aktivste US-Kongress-Mitglied, das eine Untersuchung und unabhängige Kommission der Sep11th-Attacken forderte und mittlerweile im Internet als Ikone unter Bushgegnern gilt.

Unterstützt wurden die Antibushisten auch weiterhin von der sogenannten 911-Skeptiker-Bewegung, die radikal die offizielle Version der Sep11th-Attacken anzweifeln. Pünktlich zum Washington-Protest-Wochenende bekamen sie prominente Hilfe vom US-Autor Gore Vidal. Vidal bezichtigte die US-Regierung, 911 als Komplizen passiert haben zu lassen. In Amerika ist diese These einer US-Regierungs-Komplizenschaft unter dem populären Kürzel LIHOP = “Let it happen on purpose” immer wieder promotet worden.

Aktivität und jede Menge Adressen

Die kompetentesten Links über die besten Recherchen bekommt man im Netz unter http://www.voxnyc.com oder http://www.lihop.net. Zwei weitere Portale haben sich zur Aufgabe gemacht, visuell 911 aufzubereiten und mit den 911-Opfern zusammenzuarbeiten. Das sind http://www.globalfreepress.com, die im Oktober mit dem Indie-TV Projekt Shadowgovernment TV aus NYC fusioniert und ihre Erzeugnisse auf etlichen Lokalkabelkanälen spiegeln lassen oder unter Aktivisten und Hobbyinvestigatoren in Seattle, Portland, Chicago oder Milwaukee verteilen.
Und dann http://www.911pi.org, eine intellektuelle Ansammlung von Anhängern des Autoren Nafeez M. Ahmed (“War on Freedom”), die zum größten Teil aus der 911-Workshop- und Skeptizistenszene aus San Francisco stammen. Und dann wäre da natürlich noch:adoptcynthiamckinney.com.

Es klingt intensiv, ist es auch: Ein durchschnittlicher Tagesablauf aller Anti-Bush-Net-Aktivisten beginnt meist mit dem Check ihrer Emails und verschiedenster Mailinglisten, Listserver oder Newsbulletins. Danach geht es weiter zu den Newsdiskussionsboards, um aktuelle Nachrichten, Recherchen oder Aufrufe zu promoten. Das ausschnittweise Kopieren von Nachrichten mit anschließender Analyse, das in der Musikszene seit Jahren als Sampling bezeichnet wird, funktioniert mittlerweile auch reibungslos in der Newsblogger-Szene. Zu den populärsten Newsbulletins gehören truthout.org mit einer Million Abonnenten und prominenten Politvertretern wie William Rivers Pitt. Pitt veröffentlicht gerade sein neues Buch “War on Iraq”, das ein Interview mit dem ehemaligen Irak-Inspekteur Scott Ritter beinhaltet.
Weitere populäre Mailinglisten sind: MoveOnPAC.org (Regime-Wechsel in Washington), eine Zweigliste von moveon.org, die 600.000 online-Aktivisten zu ihren Mitgliedern zählen und von Joan Blades und Wes Boyd, zwei Silicon Valley-Entrepreneurs, gegründet wurde. Ein so genanntes Aktivisten-Kit mit unendlichen Adressen aus Medien und Politik wurde unter http://www.radicalpress.com/news/activistskit.htm zusammengestellt, um Mailboxen zuzustopfen. Einen Schritt weiter gehen hacktivismo.com, die natürlich nicht gänzlich über ihre Pläne aufklären.

Weitere anerkannte Newsportale finden sich unter http://www.globalresearch.ca, http://www.scoop.co.nz oder den falloutshelternews.com. Andere seriöse Quellen wie Counterpunch oder CommonDreams werden praktisch unter http://www.linkcrusader.com/anti-bush.htm zusammengefasst, von denen auch etliche Anti-Bush-Links aufgelistet werden. Zu den Kult-Antibush-Seiten gehören etwa Bushwatch.com oder Buzzflash.

Es ist also kein Witz: Die Revolution hat erst begonnen. Für den Ernstfall, für den man ein “Abschalten” der wichtigsten Internetknotenpunkte fürchtet, gibt es bereits beistehende Wireless-Projekte unter http://www.freezope.org

http://www.Bushwatch.com

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Elektronische Lebensaspekte.