Anarchie im Regen, Fotos satt
Text: Anton aus De:Bug 138


Fotos: Waldt

Tokio ist eine unglaublich saubere Großstadt, deren Geschichte keine einzige Revolution erlebt hat. Nur bei echtem Sauwetter liegt plötzlich überall Müll herum und aller Orten wird eine Naturalwirtschaft mit stark anarchischen Zügen praktiziert. Ursache dieser Phänomene sind Wegwerfregenschirme, Einwegknirpse und die Schlauchtüten für nasse Schirme, die in Spendern mit Eintütautomatik vor Geschäften angeboten und beim Verlassen des Ladens weggeworfen werden. Regenschirme gibt überall schon ab zwei Euro, sie bestehen fast vollständig aus weichem, weißlichem Plastik und reagieren sehr empfindlich auf Böen.

Zerbrochene Schirme werden dann entweder prompt fallen gelassen oder in die nächste Ecke geworfen, wo sie in Nestern verkeilen. Die Naturalwirtschaft entsteht derweil durch Regenpausen, in denen viele Schirme in Ständerbatterien vor Läden und U-Bahnstationen zurückgelassen werden. Fängt es erneut an zu regnen, ist es durchaus üblich sich einen zu mopsen, jedenfalls wenn es ohne Theater ganz beiläufig geschieht.


Beiläufig


Böig


Verheddert


Vergessen


Verloren


Aber immer heiße und kalte Getränke!

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