Die Legende im Gespräch über sein erstes Buch
Text: Sven von Thülen aus De:Bug 165

Jeff Mills, A Retrospective of Axis Records – Book + Music
erscheint Ende September via Axis.

Chef Mills hat alles erfunden: Techno, den Weltraum, Underground Resistance, das Konzept als solches und noch viel mehr. Sein nach dem Split mit der UR-Crew gegründetes Label Axis feiert in diesem Jahr 20. Geburtstag. In einem ausführlichen Gespräch mit unserem Detroit- Versteher Sven von Thülen stellt Mills sein erstes Buch vor: Sequence – A Retrospective Of Axis Records.

Debug: Herzlichen Glückwunsch, Jeff!
Jeff Mills: Vielen Dank. Die Zeit ist wie im Flug vergangen. 20 Jahre, wow. In ein paar Jahren werden es schon 40 sein (lacht). Wenn man bedenkt, was in dieser Zeit alles passiert ist.

Debug: Stichwort Technologie.
Jeff Mills: Genau. Als wir angefangen haben, waren Fax-Geräte mehr oder weniger brandneu. Und natürlich gab es weder das Internet noch eine solche Dichte an Mobiltelefonen, die haben damals ja noch 20.000 Dollar gekostet. Neben der Technologie haben sich aber vor allem die Menschen geändert.

Debug: Inwiefern?
Jeff Mills: Im Laufe der 90er wurden sie immer ambitionierter und abenteuerlustiger, waren sehr zuversichtlich, bevor dann Anfang der Nuller Jahre alles zusammenbrach. Momentan sind wir dabei, unser Selbstvertrauen und unsere Zuversicht wieder aufzubauen. Langsam, aber vielleicht auch nachhaltiger als vorher. Auf der anderen Seite gibt es sehr viele Leute, die am liebsten die 90er zurückhaben würden, die den nächsten Schritt einfach nicht machen wollen.

Debug:In den USA gibt es zur Zeit eine Renaissance der Rave-Kultur.Elektronische Musik, oder EDM, wie es dort abgekürzt wird, bewegt die Massen mehr denn je. Verfolgst du diese Entwicklung?
Jeff Mills: Ja, mit einer Mischung aus Staunen und Entsetzen. Die Leute in den USA scheinen diesen Sound wirklich hören zu wollen. Er scheint sie direkt anzusprechen. Ich will jetzt kein Amerika-Bashing betreiben, ich muss ja wieder nach Hause fliegen, aber der durchschnittliche Amerikaner ist sehr einfach gestrickt. Er geht zur Arbeit und wenn er nach Hause kommt, will er den Fernseher anmachen. Am Wochenende geht es zu einem Sportevent und manchmal in einen Club. Das ist eine sehr einfache Gleichung. Die Musik, die jetzt so erfolgreich ist, ist eingängig und leicht verdaulich – viel mehr als meine zum Beispiel. Sie passt zu diesem Leben, sie macht die Leute glücklich und erfüllt einen Zweck. Aber immerhin hören die Kids so elektronische Musik, Tanzmusik. Sie könnten ja auch zu einem anderen Genre wechseln, Rock zum Beispiel. Das Ganze spricht weniger New Yorker an als Leute aus dem Mittleren Westen. Ich bin zwar auch aus dem Mittleren Westen, aber ich hatte das Glück, dass ich auf etwas gestoßen bin, wodurch ich die Gelegenheit hatte, die Welt zu sehen.

Debug: Lass uns über Axis reden. Dein Label hat immer jenseits von Hypes operiert, als ob es keinerlei äußere musikalische Einflüsse gäbe. Es kreiste und kreist noch immer in seiner eigenen Umlaufbahn.
Jeff Mills: Als ich Axis gestartet habe, hoffte ich, dass das Label seine eigene Nische finden würde.Ich habe immer viel Musik gekauft und gehört und als DJ habe ich mitbekommen, welche Art von Musik fehlt. In den frühen 90ern war das Spirituelle in der Musik nicht mehr so wichtig, also Konzepte und Ideen, die über die Musik hinausgingen. Rave hat das damals einfach weggeblasen und die Party stand im Vordergrund. We were partying like crazy! Ich dachte, dass Axis das kleine Label sein könnte, bei dem es nicht so sehr darum geht, gewaltige Mengen an Platten zu verkaufen, sondern wieder verstärkt mit konzeptuellen Ideen zu arbeiten. In den 80ern hatten viele Themen und Ideen, die in Detroit in der Musik verhandelt wurden, mit Futurismus zu tun. Autos, Geschwindigkeit, utopische oder visionäre gesellschaftliche Aspekte. Frühe Transmat-Platten zum Beispiel. Da ging es nicht so sehr um den Sound, sondern um das Denken dahinter. Wenn ich damals ins Music Institute gegangen bin, um Derrick und die anderen auflegen zu hören, hat mich die Atmosphäre dort jedes Mal sehr beeindruckt. Ich dachte immer, wenn man nicht religiös ist oder nicht in die Kirche geht, dann ist das das Nächstbeste. Diese spezielle Stimmung wollte ich in meine Musik einfließen lassen. Ich hatte das Gefühl, dass das Musik war, mit deren Hilfe man etwas über sich selbst erfahren konnte. Das Artwork spielte dabei genau so eine Rolle wie die Akkordfolgen der Tracks. In die Richtung wollte ich auch. Axis sollte von Anfang an auch ein Label für Musikliebhaber sein. Musikalisch haben sich die Platten nie aufgedrängt, sie waren eher wie Werkzeuge, mit denen man gut arbeiten konnte, wenn man wollte. Das war später auch bei Purpose Maker die Idee. Dass man die Platten im Mix gut übereinander schichten konnte, was natürlich mit meinen Erfahrungen und Vorlieben als DJ zu tun hat. Ich brauche Tracks, die wie Maschinen klingen, die ich für sechs Minuten laufen lassen kann, während ich mit dem anderen Plattenspieler was anderes mache. Das gab es vor Axis so nicht. Ich brauchte solche Tools, also habe ich sie selbst gemacht. Aber ich habe und wollte nie einen Hit produzieren, sondern Tracks, die effektiv sind und die ich in meinen Sets benutzen konnte, um von einer Platte zur nächsten zu kommen. Das ist bis heute so geblieben.

Debug: Woher kommt deine Vorliebe, konzeptionell zu arbeiten?
Jeff Mills: Von meiner Zeit beim Radio. Als ich dort angefangen habe, hatte ich vier Shows am Tag, sechs Tage die Woche. Eine Nachmittags- Show, eine Rushhour-Show am Abend und zwei Shows spät abends, eine um 22 Uhr und eine um 24 Uhr – jeweils eine Stunde lang. Ich hatte so viel zu tun, dass ich faktisch im Studio gelebt habe. Bei so viel Airtime kann man nicht einfach nur Musik spielen, weil man ganz schnell dahin kommt, dieselben Sachen andauernd zu wiederholen. Also brauchte ich Themen für die Sendungen, ich musste Gründe schaffen, warum ich die Musik spielte, die ich spielte. Außerdem gab es auch noch Konkurrenz auf anderen Sendern, wo ähnliche Musik lief. Ich musste mich abgrenzen und ich konnte nicht die gleichen Sachen auf die gleiche Art spielen, wie es zum Beispiel Electrifying Mojo tat. Also hab ich Wettbewerbe zwischen Prince und Michael Jackson oder zwischen Roxanne Shantè und The Real Roxanne ausgerufen. Ich habe da gelernt, Musik strategisch zu nutzen, um etwas über einen größeren Zusammenhang zu erzählen.
Als ich Ende der 80er dem Radio den Rücken kehrte und Underground Resistance gründete, änderte sich das. Auch weil Mike Banks das Konzeptionelle eher fremd war. Für eine Weile haben wir uns dann auf den normalen Prozess, Musik zu produzieren, konzentriert. Erst mit X-102 habe ich beschlossen, wieder in diese Richtung zu forschen. Mike und Rob (Hood) hatten keine Erfahrung damit, so zu arbeiten, also habe ich ihnen meine Ideen präsentiert: Das ist der Planet, das sind die Ringe, das sind die wichtigen Ringe, das ist der Raum zwischen den einzelnen Ringen. Wir müssen Tracks über das, das und das machen. Rob, du übernimmst diese, Mike du die und ich kümmere mich um den Rest. Als jeder seine Tracks produziert hatte, haben wir sie zusammengetan und sind in die Bücherei gegangen. Da fanden wir das damals aktuellste Bild von Saturn. Das wurde das Cover. Und dann ordneten wir die Tracks so an wie die Ringe. Und genau so habe ich auch im Radio gearbeitet. Es gab einen Zeitpunkt, da konnte ich mit Musik richtig gut Geschichten erzählen. Ich hatte mein eigenes Aufnahmestudio, eine massive Library voller Effekte und Sounds. Ich konnte also aus dem Vollen schöpfen und um die Musik eine Menge Geschichten stricken. So arbeitet man unglaublich effektiv. Wenn die Musik für einen bestimmten Grund, eine bestimmte Sache ist, wächst die Chance, dass da was haften bleibt. Für mich war es immer attraktiver, Musik für einen bestimmten Anlass zu machen. Dass man im Studio sitzt und sich das, woran man gerade arbeitet, gut anfühlt … das reicht mir nicht.

Jeff Mills @ Liquid Room (Tokyo) – 1995

Debug:In deiner Karriere hast du dich vornehmlich mit dem Weltall und Science Fiction beschäftigt. Das sind bis heute deine Themenschwerpunkte.
Jeff Mills: Ja, das stimmt. Das liegt daran, weil dort, im Weltall, unsere Zukunft liegt. Es gibt ja täglich Berichte über die neuesten Erkenntnisse, über die Arbeit der NASA oder die verschiedenen Teleskope. Dass das die Richtung sein würde, die wir einschlagen, war für mich schon als Kind klar. Wenn du aus den USA kommst und in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern aufgewachsen bist, dann haben die Apollo- Missionen einen bleibenden Eindruck bei dir hinterlassen. Man konnte das als Kind einfach nicht ignorieren. Die Fernsehbilder einer startenden Rakete haben mich geprägt. Die Antworten darauf, wo wir herkommen und wo wir hingehen, liegen im Weltall. Und es wird der Zeitpunkt kommen, an dem wir, warum auch immer, nicht mehr auf der Erde bleiben können, sei es wegen der fortschreitenden Umweltverschmutzung oder wegen eines Virus. Es könnte alles Mögliche passieren. Space is the place for us.


Debug: Siehst du dich eigentlich in einer afrofuturistischen Traditionslinie?
Jeff Mills: Ich würde eher sagen, dass ich den Sternen zugeneigt bin. Das ist glaube ich etwas anderes. Vielleicht liegt der Grund auch in unserer DNA, auf jeden Fall hat diese Affinität für mich wenig mit meinen afrikanischen Vorfahren zu tun. In der afro-amerikanischen Community ist der Respekt vor dem Himmel und den Sternen immer noch stark ausgeprägt, ohne dass darüber andauernd gesprochen werden müsste. Unbewusst wissen wir glaube ich alle, dass die Antworten auf unsere Fragen in den Sternen liegen. Es scheint mir ein natürliches Gefühl zu sein.

Debug: Du hast vorhin gesagt, dass du zum Beispiel bei frühen Transmat-Platten das Gefühl hattest, dass man als Hörer etwas über sich selbst erfährt, wenn man sie hört. Ist Techno für dich ein Medium, das uns helfen kann, unsere Realität und unsere Aufgabe hier auf der Erde besser zu verstehen?
Jeff Mills: So weit sind wir noch nicht. Die letzten 20 Jahre kann man als Übung betrachten. In den 80ern wurde das Fundament von Techno gelegt und in den 90ern wurde es weiter entwickelt, dann setzte sich die Überzeugung durch, dass jeder, egal wo, diese Musik machen kann. In den letzten 20 Jahren haben wir in unseren Studios gesessen und haben uns mit unseren Maschinen befasst. Das war ein sehr technischer Prozess. Eine theoretische Auseinandersetzung fand dagegen eher selten statt. Die Frage war, wie man die Technologie benutzen kann, um diese Musik zu produzieren. Aber es wird ein Moment kommen, an dem wir definieren müssen, worum es uns bei all dem geht. Und ich glaube, dieser Moment wird die Art und Weise, wie wir über Techno, aber auch Kunst und andere Dinge nachdenken, verändern. Es wird zu so etwas wie einem Erwachen kommen. Man könnte sagen, dass es einen solchen Moment zuletzt in den 60ern gab. Als die Leute dichter zusammenrückten, freier wurden und die Musik dafür benutzt wurde, darüber zu reflektieren, wie wir leben und vor allem leben wollen, uns die Zukunft vorstellen. Elektronische Musik ist das perfekte Genre dafür. Weil sie alle paar Jahre neue Formen annimmt, und das sehr natürlich. Wenn also der Moment kommt, an dem wir Menschen uns verändern, dann ist für mich elektronische Musik das ideale Medium um auszudrücken, wie sich alles verändert hat und wie es uns damit geht. Techno könnte ein Medium sein, das größere Bedeutung transportiert.

Debug: In der zweiten Hälfte deiner Karriere gab es bei dir ein deutliches Interesse und Versuche, deine Musik in ein klassisches Hochkultur-Setting zu übertragen. Ich denke da an deine Arbeit mit dem Montpellier Philharmonic Orchestra oder deinen Soundtrack für Fritz Langs ”Metropolis“.
Jeff Mills: Das hat sich mit der Zeit entwickelt. Als ich New York verlassen hatte und nach Chicago gezogen war, fing ich an, mich mehr und mehr für Kunst zu interessieren. Ich habe ja mal Architektur studiert und irgendwie zogen mich Skulpturen und Minimal-Art damals stark an. Von dort verlagerte sich mein Interesse dann Richtung Minimal Painting und auch die Arbeiten von Man Ray. Komischerweise habe ich mich nie für Minimal Music interessiert, also John Cage zum Beispiel. Mir ging es wirklich um Kunst. Und durch diese Auseinandersetzung wurde mir klar, wie ich meine Musik anreichern und aufwerten kann, in dem ich mehr über Kunst lerne. Platten wie “Humana”, “Growth” oder “The Other Day” waren stark von dieser Auseinandersetzung mit Kunst beeinflusst, beziehungsweise waren deren Ergebnis.

Debug: Das Buch zum 20. Geburtstag von Axis ist auch eher ein Artefakt. Es sieht aus wie ein Katalog zu einer
Ausstellung.
Jeff Mills: Das Buch ist wie ein Katalog unserer Arbeit mit Axis in den letzten 20 Jahren. Es war eine Menge Arbeit, auch wenn es nicht sofort danach aussieht. Allein die Dreharbeiten mit den Ballet-Tänzerinnen, das war eine riesige Produktion. Wir haben sie extra einfliegen lassen, dann Make-Up und Kostüme. Wenn ich mir das Buch anschaue, habe ich schon das Gefühl, etwas erreicht zu haben. Allein wegen der vielen Stunden, die wir in jedes einzelne Projekt gesteckt haben. Die ganze konzeptionelle Arbeit. Wir haben anderthalb Jahre an dem Buch gearbeitet. Jedes Detail habe ich mitentschieden, den ganzen Prozess über war ich dabei. Mit dem Buch versuche ich, die anderen Kunstformen von Techno zu erforschen. Nicht nur Tanz, sondern auch visuelle Kunst.

Debug: Zeitgleich mit dem Buch wird auch “Waveform Transmission Vol.1” noch einmal in einer neu gemasterten Version veröffentlicht. Wie war das, die alten Tracks nach so langer Zeit noch mal zu hören? Ist dir irgendwas Spezielles dabei aufgefallen?
Jeff Mills: Ich musste mir erst mal einen DATRekorder besorgen, um die alten Tracks überhaupt hören zu können. Mir fiel schnell auf, dass die Musik deutlich roher war als heutzutage. Weniger wegen der Textur, sondern wegen der Art des Arrangierens und Mischens. Ich habe mich damals scheinbar nicht so sehr darum gekümmert, das Beste aus den Tracks zu holen, sondern einfach alles in den Mix geschmissen und laut aufgedreht. Ich habe meine DATs damals nummeriert. Auf dem ersten Band waren zum Beispiel alle Tracks, die ich frisch in New York angekommen in meinem neuen Studio produziert habe. DAT 2 war dann die zweite Woche und DAT 3 die dritte und so weiter. Durch diese Ordnung konnte ich meine Entwicklung von damals genau nachvollziehen. Auch wann ich welchen Synthie und welchen Effekt dazubekommen habe. Die Musik von damals und die, die ich heute mache, kann man kaum vergleichen. Da hat sich sehr viel geändert.

Debug: Sie ist bei weitem nicht mehr so hart.
Jeff Mills: Die Härte kam durch New York. Das war der Vibe dort damals. Ich habe in Mid-Town gewohnt und konnte zu Fuß ins Limelight gehen, wo ich drei Nächte die Woche gespielt habe. Das war heavy duty. Ich brauchte Musik, die einfach hämmerte. Ich habe alle Stücke auf “Waveform Transmission” damals zuerst im Limelight getestet. Als ich genug zusammen hatte, habe ich sie zu einem Album gebündelt und Tresor kontaktiert, ob sie das Album veröffentlichen wollen. Das Konzept richtete sich eher an das, was damals in Europa passierte, der Sound aber war durch und durch Manhattan. Die ganzen belgischen und holländischen Gabber- Labels kamen jede Woche nach New York. Und dann gab es da auch noch Lenny D. Das war einfach hart, hart, hart. Die Intensität war extrem. Zu extrem. Und das hat man auch in meinen Tracks gehört. Die Sachen, die ich vorher mit Underground Resistance veröffentlicht hatte, waren ausgearbeiteter. Das lag daran, dass ich nicht alleine war. Wenn ich die Kickdrum viel zu laut im Mix aufgedreht habe, hat Mike gesagt, dass das nicht geht und das wir den Track besser machen könnten. Also haben wir uns dann noch mal hingesetzt und eine Stunde am Mix gearbeitet. In New York habe ich mich darum nicht so gekümmert. Erst als ich nach Chicago gezogen bin, änderte sich das. Heute ist meine Arbeit am Mischpult viel smoother, ich habe ein besseres Timing.

Debug: Du arrangierst noch manuell am Mischpult?
Jeff Mills:
Daran hat sich nichts geändert. Mit zehn Fingern. Alle Fades, Mutes und so weiter. Wie gesagt, ich bin da sehr schnell geworden. Als ob ich ein Computer wäre.
Debug:
Fühlst du dich nach so vielen Jahren Techno überhaupt noch damit verbunden?
Jeff Mills:
Es gibt Zeiten, in denen ich neue Trends einordnen und verstehen kann und dann wiederum funktioniert das mit manchen Dingen gar nicht. Das ist wahrscheinlich normal. Wenn du lang genug Musik in einem Genre machst, kommst du automatisch an den Punkt, wo du Entwicklungen nicht mehr nachvollziehen kannst. Man muss das akzeptieren und loslassen, um ruhig schlafen zu können. Das ist in jedem Beruf so. Man kann nicht ewig jung und jugendlich bleiben. Ich weiß, dass die Uhr tickt. Ich habe ein Gefühl der Dringlichkeit. Ich muss so viel Musik veröffentlichen, wie ich kann. Es kann alles Mögliche passieren. Vielleicht entscheiden sich die Leute demnächst, dass sie das alles nicht mehr hören wollen.

Jeff Mills, A Retrospective of Axis Records – Book + Music
erscheint Ende September via Axis.

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Elektronische Lebensaspekte.

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