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Text: fee magdanz/riley reinhold aus De:Bug 32

/techno Die Mehrheit glaubt, ich spinne total Khan, der Frank Sinatra des Acid Wenn es darum geht, Verbindlichkeiten umzustossen, kann man getrost Khan anrufen. Er ist Meister dieses Geschäfts, korrumpiert einfach das, was hierzulande als Nouvelle Vague elektronischer Musik gefeiert wird und strippt dabei auch mal auf der Bartheke, ohne sich durch die Irritation ordentlicher, deutscher Clubgänger aus der Bahn werfen zu lassen. Khan, der kreative Patient und Therapeut zugleich, Lust als Prinzip und Motivation. Der Frank Sinatra des Acid? Auf jeden Fall ein Entertainer der alten Schule mit einer Spur finnischer Verschrobenheit, deutschem Pragmatismus und New Yorker Gegenwartscharme. Für Labels wie Force Inc. sampelte er Janet Jackson bereits zu einem Zeitpunkt, als RÕnÕB noch nicht erfunden war, veröffentlichte auf zahlreichen Kölner Urgesteinslabeln, hat seine Finger im exzellenten New Yorker Plattenladen Temple mit drin und betreibt mit ÔEl Turco LocoÕ ein Label, von dem jeder Release lohnt. Das haben mittlerweile auch Matador begriffen, für die Khan mittlerweile sein zweites Album vorgelegt hat. ÕPassportÕ heisst es und kompiliert die letzten kunterbunten, abwechslungsreichen Jahre. Zeit für eine Bilanz. Fee Magdanz und Riley Reinhold haben Khan in die Mitte genommen. DeBug: Hast du Sylvester gut überstanden? Khan: War extrem unspektakulär. Abgesehen davon, dass ich in einem wildfremden Bett aufgewacht bin und keine Ahnung hatte, wer neben mir lag. Was wiederum auch nicht so spektakulär ist. 2001…das wird mein Jahr. Das Jahr der Schlange, Kubrick und die Märchen aus 1001er Nacht in die Zukunft transzendendiert. DeBug: Auf deinem letzten regulären Album Ô1-900 Get KhanÕ singt Julee Cruise bei zwei Stücken. Warum gerade die Twin Peaks Stimme? Khan: Ich habe Julees Gesang schon sehr lange bewundert, genauso wie die David Lynch Sachen. Es ist einfach atmosphärische, filmische Musik, die ein krankes Rückgrat hat. Sowas wie feuchte Handflächen-Musik oder so. Ausserdem ist Julee ein echter Sexteufel, genauso wie ich, und wir haben uns nach den Aufnahmen immer viel zu erzählen. Wir werden im Februar eine gemeinsame Tour durch die Staaten und Südamerika machen, auf der wir mein neues Programm, ÔKhan SingsÕ, vorstellen und auch ÔFallingÕ vom Twin Peaks Soundtrack in einer überarbeiteten Version. DeBug: Willst du nicht selber mal an Soundtracks arbeiten? Khan: Ich arbeite gerade an verschiedenen Videoprojekten wie z.B. ÔKhan’s Fitness VideoÕ, zu dem es natürlich auch einen Soundtrack von mir geben wird, ähnlich dem ÔOrgienÕ- Soundtrack auf ÔEl Turco LocoÕ. Aber einige Tracks von Ô1-900…Õ sind für verschiedene Fernseh- und Kinofilme lizensiert worden. Unter anderem ÔGood vs. EvilÕ und der neue Nicole Kidman Film ÔGunshyÕ. Passiert alles dieses Jahr. DeBug: Du bist ja selber ein alter Filmer… Khan: Ich hatte mal eine gigantische Sammlung an Super-8 Filmen, das stimmt, ungefähr 150 Stück. Eine Art Bibliothek mit lauter dreiminütigen Filmen, jeweils zu einem Thema. Zum Beispiel meine drei Minuten Unterwasserfreibad, die dann für ein Air Liquide Video verwendet wurden. Footage aus dem Supermarkt habe ich dann für ÔTrail of Lost SoulsÕ von meinem Album ÔI don’t wanna say anythingÕ (Harvest) selbst verbraten. Dann gab es da noch drei Minuten Feuer, Zeitung, Parkhaus, Zähne…was auch immer. Die Sachen sind zum Grossteil verschollen…ich bin wohl einfach zu oft umgezogen und eh ein ziemlicher Schlamper. DeBug: Wieso gibt es dann zu deiner neuen Platte kein Video? Khan: Ich finde das übliche Video-Clip Format eher veraltet und habe mich nicht besonders dahinter geklemmt, hatte allerdings für Ô1-900…Õ eine 20minütige Talkshow geplant im Stil von Robin Byrd. Also Tänzer, die sich ausziehen und mehr Tänzer, die sich ausziehen. Ich frage dann ein paar dumme Fragen und dazu läuft im Hintergrund das Album. Leider ist das aus Zeitmangel nie verwirklicht worden. DeBug: Du bist ja bei deinen Live-Auftritten deiner letzten Tour in Badehose aufgetreten. Was trägt Khan denn drunter? Khan: Ich bin nicht grundsätzlich in Badehose aufgetreten, vielmehr habe ich mich auf meinen Touren 1999 ausgezogen und was auch immer ich drunter hatte, freigelegt. Von Calvin Klein über Schiesser bis Aldi-Unterhosen und in Köln auf dem Viva-Festival halt meine Badehose. Bei manchen Shows ging selbst die Unterhose ins Publikum. DeBug: Und wie haben die Leute darauf reagiert? Khan: Immer unterschiedlich, immer intensiv. Von “Fuck you Schwuchtel” bis “Can I meet you backstage?” Männern war es grundsätzlich eher peinlich und unangenehm, Frauen fanden es witzig. Bei meinem Super-Body…kein Wunder! Meine Socken kamen weniger gut an, aber im Allgemeinen wurden auch die von meinen Fans mit nach Hause genommen, und ich musste mir einen ziemlich ausgiebigen Vorrat an Unterwäsche mitbringen. DeBug: Reden wir über ÔPassportÕ, dein neues Album. Khan: ÔPassportÕ ist ein Querschnitt durch all meine verschiedenen Künstlernamen und Projekte und somit direkt mit meinem Leben verbunden. Ich finde, dass ÔPassportÕ das als Titel und Konzept am besten widerspiegelt. Es ist eine Art Visitenkarte, die zeigen soll, wo ich herkomme, und andeutet, wohin die Reise geht. Schliesslich habe ich das eine oder andere Stück in den letzten Jahren auf dem einen oder anderen Label veröffentlicht… DeBug: Im Booklet sieht man aber doch deinen Pass mit diversen Visa. Können türkische Rockstars problemlos die Welt bereisen? Khan: Mir wird nirgendwo die Einreise verweigert , aber Schwierigkeiten gibt es. Ich verbringe allgemein ziemlich viel Zeit, Geld und Nerven mit Konsulaten. Daher die Auszüge aus meinem Pass. Die deutsche Aufenthaltsgenehmigung, amerikanische Arbeitserlaubnis und ein paar Visa. Leider gab es beim Layout ein Missverständnis und man sieht nur drei englische Visa anstatt der brasilianischen, australischen, mexikanischen und noch obskureren. Die können aber bei mir oder Matador per Fax nachbestellt werden, falls Interesse besteht. DeBug: New York hat ja einen neuen Bürgermeister, der die Stadt mächtig umkrempelt. Hat sich dein Leben spürbar verändert? Khan: NY ist nach acht Jahren immer noch die Stadt, in der ich im Moment leben möchte. Es macht mich extrem glücklich, Familien auf der Strasse Domino spielen zu sehen. Ausserdem ist alles sehr musikalisch, laut und bunt. Das ist wahrer Underground für mich, da hier kein Konsumverhalten, sondern Kommunikation im Vordergrund steht. Dennoch: Major Rudi Giuliani, Disney, Nike und wer die Stadt politisch und ökonomisch sonst noch in der Hand hat, sind nur am Geld interessiert, und das merkt man überall, auch in den Clubs: NY wurde in den letzten Jahren extrem aufgeräumt. Rudi ist ein ziemlicher Spielverderber. Dem Ganzen wollte ich mit Ô1-900 Get KhanÕ etwas entgegensetzten oder zumindest meinen Standpunkt zu dieser Politik deutlich machen. DeBug: Du wolltest über Clubs sprechen… Khan: Clubkultur ist tot meiner Meinung nach. Das war vielleicht relevant in den 70ern und 80ern, als Disco eine Rolle spielte. Ich gehe generell gerne aus und bevorzuge gute Musik, aber in guten Clubs ist die Musik heute eher zweitrangig. DeBug: Und wie begreift man dort deine Musik? Mehr als Kunst oder…? Khan: Ich bin mir sicher, die Mehrheit glaubt, ich spinne total, daher auch der Name meines eigenen Labels ÔEl Turco LocoÕ. Gleichzeitig bin ich aber auch sehr glücklich, dass ich einen so grossen Freiraum in meiner Musik geniesse. Damit meine ich auch die Vielfalt, die auf ÔPassportÕ repräsentiert ist. Ich persönlich bin an Musik generell interessiert und kann dies in verschiedenen Formen und Formaten, in diversen Umfeldern, in Galerien und Konzerthallen ausdrücken. DeBug: Geht ÔEl Turco LocoÕ denn weiter? Khan: Ich suche gerade nach einem Pressing & Distribution-Deal und verhandle zur Zeit mit Digital Hardcore, die ich sehr passend fände. DHR hat mit seinen Unterlabels ein ziemlich breites Spektrum bewiesen, dass der Idee von ÔEl Turco LocoÕ sehr nahe steht. Mein Label-Slogan ÔMusic nobody needsÕ ist natürlich nicht gerade verkaufsfördernd, soll aber verdeutlichen, dass hier Menschen angesprochen werden, die sich für abgefuckte Musik interessieren, egal wohin die Reise geht. Ich habe diverse sehr interessante Produkte auf Lager, das lang angekündigte ÔBlack Sabbath RiotÕ-Remixalbum, eine neue Bedroom Production, General Electric Nihilsts (Global Electronic Network) CD, Shit von mir und mehr. DeBug: Und in welche Richtung werden deine neuen Sachen gehen? Mehr Gitarren, mehr Indie? Khan: Es wird weiterhin Produktionen mit Gitarren und rein elektronische Tracks geben. Mein Grundsatz ist: Ich will Musik machen, wie ich das umsetze, ist zweitrangig. Ich werde mein neues Khan Album in Berlin mit meinem Bruder Jammin Unit als Produzenten aufnehmen und weiss eigentlich schon ziemlich genau, wie sich das Anhören soll und wie das auszusehen hat. Ich finde es interessant, Musik an verschiedenen Orten zu produzieren und sich von der Umgebung inspirieren zu lassen. Das darauffolgende Album wird dann in Mexico gemacht. ZITATE Ich persönlich bin an Musik generell interessiert und kann dies in verschiedenen Formen und Formaten, in diversen Umfeldern, in Galerien und Konzerthallen ausdrücken.

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Elektronische Lebensaspekte.


Text: riley reinhold aus De:Bug 03

El Turco Loco Music

Riley Reinhold
rrr@buzz.de

El Turco Loco ist das neue Label von Khan – auf dem in diesen Tagen, seine zweite und dritte Platte , ‘Orgien I-IV’ und TOYS ‘R’ US veröffentlicht werden. Nach seinem Bolero Remix, der unabhängig von Techno Hörern auch in Elektronik und Kunstkreisen auf reges Interesse stieß, dürfte man überrascht sein über die Fortsetzung.
Riley Reinhold sprach mit ihm nach seinem DJ Set auf der Electro Bunker Open Air Party in Köln.

Khan- The B-Men/Historische Hintergrunde

Der in New York lebende Can Oral, hat viele Gesichter und Outputs, die bisher in der Clubkultur Zuhause waren. Bekannt geworden ist er durch zahlreiche Projekte in Zusammenarbeit mit Dr. Walker, einer Hälfte von Air Liquide, sowie seinem Bruder Cem Oral aka Jammin Unit. Platten auf Djungle Fever, Force Inc, XXC. Smile, Direct Drive, Acid Orange, Structure, Temple Records und etlichen anderen, formen das Image eines hyperaktiven, extrovertierten, euphorisierenden Musikers, der oft genug an die Grenzen dessen geht, was man als funktionalen clubtauglichen Techno bezeichnen mag. Dabei war und ist für ihn ein Trash Appeal in all seinen Veröffentlichungen symptomatisch und findet seinen Höhepunkt in mancher Platte auf dem längst eingestellten Kölner Label, Djungle Fever. Gerade in den Auswüchsen und Unzulänglichkeiten unserer kapitalistischen Gesellschaft, sieht er Inspirationen, was ihn ins Vaterland allen Kitschs, der USA ziehen ließ. Mit Cube 40, dem Projekt, das er mit seinem Bruder betreibt, landet er mit “You Make Me Function” und “Bad Computa” schließlich zwei große Clubhits in der New Yorker Houseszene, die selbst in der von Techno DJs verhaßten Soundfactory gespielt werden. Es folgen Stücke wie z.B. Bizz O.D.s “I’m Coming Out Of Your Speakers”, das ein Mega Hit in Detroit wird und einen Kult nach sich zieht, was allein deshalb schon eine Erwähnung wert ist, weil man weiß, wie protektionistisch die Motor City Szene ist. Beim A2 Mix “Worship Your Speakers” kommt es dort zu Respektbekundungen vor den PA-Boxen von Seiten der Tänzer. Man verbeugt sich, kriecht in die Speaker etc. In Detroit traf er auf Himadri (Künstler auf Switch, Plus 8/Toronto) mit dem er eine Platte zusammen auf Switch, die Blade EP herausbringt. In New York zog Can Oral in eine Wohnung mit Jimi Tenor, den er in Helsinki getroffen hatte und produzierte mit ihm zusammen die Traffic EP auf dem Frankfurter Label Ozone. Während Jimi Tenor sich als Photograph versucht und Touristen Photos verkauft, beginnt er mit der Produktion von Super 8 Filmen, 150 an der Zahl, die er archiviert und z.T. bereitstellt für ein Air Liquid Video von Tallayot Von Cube. Kurze Zeit später stieg er bei Temple Records ein, dem Schallplattenladen unter dem international bekannten Raver Bekleidungsgeschäft ‘Liquid Sky’, produziert Platten auf dem gleichnamigen Label und veranstaltet Abende im Szene Club “Save The Robots” und seit kurzer Zeit auch im “Cooler”.

Du machst seit einiger Zeit immer öfter Musik, die keine Clubmusik ist und El Turco Loco mag das elektronischste sein, was du rausbringst. Wie sieht das Konzept dahinter aus?

CAN: El Turco Loco steht für sinnlose Musik, Musik für niemanden. Ich sage immer: “Music nobody needs, nobody wants”. Meint natürlich nicht, daß es nutzlose Musik ist. Für mich geht die Musik auf den Lovcotronic zurück, eine Box, ein Konverter den ich selbst gebaut habe. Man kann ein x-beliebiges Signal hineingeben und es wandelt es in CV oder Midi um. Beim ersten mal habe ich das mit dem Bolero gemacht. Für mich ist das ein Remix im klassischen Sinne. Du benutzt das originale Ausgangsmaterial, ohne das du es nachprogrammierst und machst einen Remix davon.

Wie kamst du bei deiner ersten Platte auf das Bolero Thema?

CAN: Ich sollte den Soundtrack für ‘Robot Wars’ machen während der Veranstaltung und da habe ich mir gedacht, baue ich selber auch einen Roboter, was dann zum Locotronic führte. Im Fall von ‘Orgien I-IV’ war das Ausgangsmaterial 70er, 80er und 90er Pornovideos. Ich habe sieben Stunden Material aufgenommen und es dann zusammengeschnitten. Bei Bolero war das Material musikalischer, da spielt die Machine einfach mit, bei Origins, wo es mehr um Geräusche geht, ist die Musik abstrakter und unvorhersehbarer.

Wie arbeitet der Locotronic?

CAN: Du kannst beim Locotronic die Sensibilität einstellen. Wenn sie niedrig ist, bleibt sie stark am Original und wenn du sie hoch einstellst, flippt die Maschiene total aus, macht dann egal was. Bei Schallplatten schon viel, aber noch mehr bei Videos auf denen besonders viele Nebengeräusche wie z.B. Netzbrummen drauf sind.

Diese klassische Art von Remix ist dementsprechend die einzige, die du tolerierst?

CAN: Ja, ich habe das eigentlich fast immer so gemacht. Ich habe z.B. von Air Liquides “Nephology ” einen Remix angefertigt und habe das Ursprungsmaterial nicht verändert, sondern nur ein Dubfeedbackgewitter drüber gelegt. Ich bin vom Delay ins Delay gegangen, was einem Ringmodulator nahe kommt. Zu dem Zeitpunkt hatte ich den Locotronic noch nicht, der Gedanke aber war derselbe: das Original nicht zu zerstören, sondern von dem auszugehen, was da ist und es zu verändern.

Kümmerst du dich darum, daß dieses Material von dir an die interessierten Leute kommt?

CAN: In Deutschland gehen die Platten über Neuton, in New York mache ich den Vertrieb hauptsächlich selber. Ich habe bei mir Zuhause eine Minivertrieb aufgebaut und es gibt einfach in den USA auch nicht so viele interessierte Leute, das muß man einfach auch mal so sehen. Es gibt ganz wenige DJs, die sich für so etwas interessieren und die kenne ich dann meistens persönlich. Zudem spiele ich es Publikum im Laden, dem Liquid Sky, vor, die sich dafür interessieren. Es gibt so etwas wie den El Turco Loco Freundeskreis, der sich seit der Bolero Platte gebildet hat und immer wissen will was es neues gibt.

Welche Idee steckt noch hinter El Turco Loco?

CAN: Für mich ist El Turco Loco auch immer ein wenig Statement, was bei Gizz TV Platten nie der Fall ist. Für mich ist das Statement eins, das das ausdrückt, was ich höre und was um mich herum passiert und bei dem ich mir denke, wir entwickeln uns, die Evolution geht in eine bestimmte Richtung, was kein wertendes Statement sein soll. Bei Bolero war es ein Statement zu dem bestehendem Remix-Kult. Was weiß ich, wer sich da remixen läßt und wie. Der Umstand, daß aus jedem Stück eine Drum & Bass oder Dancefloor Version gemacht wird, reicht schon. Mir ging es darum, die Tatsache zu betonen, daß eine klassische Art von Remix nicht unmodisch ist. Ich finde es eher unmodisch, wenn Leute wie Pierre Henri, Pierre Schäffer oder Can geremixt werden. Es wirkt oft peinlich. Es ist zwar nicht an der Zeit vorbei, aber am Originalgedanken vorbei, nach dem Motto, das gehört jetzt einfach mal dazu. Remixe sind hauptsächlich eine markttechnische Sache, denke ich, da geht es ums Geld. Verzweifelt versucht man Dinge hip, der breiten Masse zugänglich zu machen, weil ein Beat drunter liegt, der gerade angesagt ist. Bei ‘Orgien’ war der Gedanke ähnlich, aber es ging dabei auch mehr um das Mixen, die Arbeit am Mischpult. Orgien, das steht für Ausschweifung, sprich, ist zu lang, zu langweilig. Ich finde aber, die Platte kann man sich echt oft anhören. Mich hat das selbst gewundert, nachdem ich schon superlange an ihr gesessen und die Stücke sehr oft gehört habe. Als die Testpressung fertig war, mußte ich sie mir anhören und je öfter ich sie mir angehört habe, um so besser gefiel sie mir. Es sind unheimlich viele Elemente, die da rein kommen und ich finde, das ist das gute an der Locotronic Sache, daß es weniger aus dir heraus kommt, als in dich hinein. Bei Orgien spielte der Gedanke eine Rolle, daß Porno, an sich eine reine Geschäftemacherei mit Gefühlen und Sexualität, in der persönliches mehr drin ist, daß da die Machine wieder Seele reingibt, eine Seelenprojektionsmachine sozusagen ist. Der Porno fällt an sich weg und das, was du nicht definieren kannst, das bleibt übrig.

Bei Orgien gibt es so etwas wie eine Dynamik?

CAN: Die Platte ist aufgeteilt in c.a. vier mal fünfzehn Minuten, die ihre eigenen Spannungsbögen haben.

Geht es dabei um verschiedene Themen?

CAN: Ich habe die Teile ein wenig gegliedert. Eins geht mehr um Sprache, ein anderes mehr um Musik und die restliche beziehen sich auf Geräusche, aber ich habe auch versucht, dies nicht zu offensichtlich zu machen. Manchmal (erstaunt!) singt die Maschiene richtig mit (Platte läuft im Hintergrund!). Ausgangsklang war hier eine leise Casiomelodie. Von der Technik her ist die Platte viel Dub, also Mischpult Technik und 60ger Elektronik, Musik, die sich verselbständigt. Mich erinnert das an diese amerikanische Elektronik Pioniere der Columbia University, wie Arel oder Ussachevsky. Letzterer hat auch das Tape Echo erfunden. Die haben Klavier gespielt und über das Microphon und ein Tonband Delays gemacht.

Hattest du schon einmal einen Auftrag mit deinem Locotronic vorbeizuschauen, um Musik zu machen?

CAN: Das Andy Warhol Museum in Pensylvania hat mich mal gefragt meine Maschine zu installieren und da habe ich einfach nur den Hall vom Raum benutzt. Wenn zum Beispiel Besucher vor einem Gemälde standen und gesagt haben: “What’s this”, dann hat der Apparat sozusagen syncron mit ihnen gesprochen. Irgendwo lag der Gedanke nah, daß man mich gefragt hat, ich will nicht sagen, daß ich was mit Pop Art zu tun habe, aber zumindest mit Recyling.

Was war der Ausgangspunkt für ein Label wie El Turco Loco, daß sich vom Clubmaterial deiner anderen Platten weit entfernt?

CAN: Wenn du eine Clubscheibe nach der anderen machst, ist man selber so vorhersehbar, daß mich das einfach nicht mehr großartig interessiert. Ich habe das also eher aus Spaß heraus gemacht. Für mich ist das insofern wichtig, daß man dann von da aus weiterarbeien kann. Es sind in gewisser Weise Entscheidungen, die man trifft, wie man mit Musik umgeht. Ich habe schon als Kind viel mit Tonband und Cassettenrecorder experimentiert, in der Form von Cut Up Technik. Ich habe ziemlich seltsame Tapes von meiner Uroma bekommen, die nicht mehr schreiben konnte, weil sie so alt war und sich im Delirium befand und deshalb meiner Mutter immer eine C60 mit finnischer Sprache vollgeredet hat. Dies war immer super strange, alleine weil die Sprache strange ist und meine Oma schon fast eine William Burroughs Stimme hatte.

Wie war das später, als du etwas älter warst und in Frankfurt gelebt hast und dein Bruder schon Techno produziert hat auf Time Tunnel? Was hast du gemacht?

CAN: Zu dem Zeitpunkt habe ich Hip Hop mäßige Sachen mit deutschen Gesang gemacht. Ich singe heute auch noch, aber man hört es meistens nicht. Manchmal ist die Stimme sehr leise, ein anderes mal filtere ich bis auf einen Zischlaut alles herraus, wie z. B. manchmal bei 4 E Stücken auf Home Entertainment/Liquid Sky.

Als letztes ist TOYS’R’US – Nuclearpsychotronic auf El Turco Loco erschienen, die wenig mit den beiden vorhergehgenden Platten gemeinsam hat.

CAN: Für mich ist das ein Noisepunkhardcore Platte, die ich herausgebracht habe, damit das Label nicht zu viel Sinn macht. Die Platte ist praktisch das Gegenteil von den beiden anderen. Die Nummer vier, die ich machen werde, ist mit Lary Seven zusammen produziert, der mehr aus der Lounge Szene in New York kommt. Er macht selbst Sachen mit Xylophohne und Kontrabass und ist so eine Art Originalexotiker. Er hat noch ein Tape von einem Black Sabbath Konzert, das nie stattgefunden hat, was wir als Ausgangsmaterial nehmen. Ein Freund von ihm ist in die Halle damals reingegangen und hat darauf gewartet, daß es jetzt endlich losgeht, aber es passierte dann einfach nichts, nur das dann die Leute sauer wurden, pöbelten, schrieen und anfangen haben sich zu schlagen. Alles ist mit einem Stereo Mikrophon in guter Qualität aufgenommen. Du stehst im Sound und bekommst echt Gänsehaut. Die Idee dabei ist dies auf einer Seite zu haben und auf der anderen Seite der Platte, das Konzert, das niemals stattgefunden hat, selber zu machen.

Neben deinen beiden Platten auf El Turco Loco hast du jetzt die dritte Platte auf Super 8 Records herausgebracht. Was ist das für ein Label?

CAN: Für mich ist das ein Beat-Ambient Label, wo die Beats die Atmoshäre machen. Die Neue Platte auf Super 8 ist etwas eleganter als die Vorgänger, hat mehr von einem Schwarz-Weiß Film. Ich habe auch vor, auf Super 8 Filme herauszubringen, die auf Video oder Film existieren, momentan ist das aber ein Zeitproblem. Das Filmemachen ist dennoch immer sehr, sehr inspirierend gewesen. Was ich gemacht habe, war eine Materialsammlung: drei Minuten Supermarkt, drei Minuten Goldfische, drei Minuten Herbstbäume, wovon ich die Hälfte der Filme verloren habe bei Umzügen zwischen Frankfurt und New York.

Du arbeitest bei Temple Records. Was hat das Label gemeinsam mit Sm:)le? Gibt es einen bestimten, Grund warum die Platten so ähnlich aussehen?

CAN: Am Anfang als man das Label starten wollte, gab es die Absicht, durch die Ähnlichkeit der Erscheinung die Promotion von Sm:)le zu nutzen. Irgendwann wurde das mal schwierig, weil auf Sm:)le keine guten Platten mehr herauskamen. Der A& R Mann von Sm:)le ist DB und ist Engländer und schaut deshalb immer in Richtung Insel. Die anderen von Smile sind eher am Geld interessiert.

Du hattest eine wöchentliche Veranstaltung mit dem Namen “Killer” im “Save The Robots”. Was ist daraus geworden?

CAN: Vor fünf Monaten habe ich dort aufgehört, weil der Druck, der durch die Club/Türpolitik aufgrund von Rauschgiftdezernat etc. ausgeübt wurde, so groß war, daß meine Freunde nicht mehr in den Club gelassen wurden bzw. Schwierigkeiten hatten, reinzukommen. Es war witzig, daß, als ich meine Nacht dort nicht mehr hatte, sechs Wochen später der Laden zugemacht hat, eben weil sie kein Konzept mehr hatten. Der Laden steht jetzt zum Verkauf. Ich kenne ein paar Leute, denen ich zutrauen würde den Laden zu machen, auch finanziell, denen habe ich das mal gesteckt. Es ist der einzige East Side Club und im Grunde ein angenehmer Laden. Jetzt mache ich nur noch etwas, wenn sich was ergibt und dann im “Cooler”. Das “Cooler” ist im Grunde ein Live Schuppen im ehemaligen Fleischverpackungsdistrikt und ein ganz netter Laden. Es ist ein ziemlich großer Raum, der in der Mitte mit einer komischen Wand halbiert worden ist. Auf der einen Seite ist die Bar, auf der anderen die Bühne und der Dancefloor. Dann gibt es noch einige kleine Kühlräume, bei denen wir uns überlegt haben, die mit verschiedenen Arten von Musik zu beschallen. Wir haben an sich das beste Publikum in New York, Leute aus den verschiedensten Umfeldern, die sogar weggehen wollen, um zu tanzen. Die Veranstaltungen sind schon klassische Veranstaltungen mit Live Act, die nicht immer ausschließlich Tanzmusik spielen. Vor kurzem hatten wir Zulutronik hier. Ich mache keinen Booking Job aus der Sache, sondern nehme Leute die “around” sind, wie zuletzt Hell und DJ Surgeon.

Wie schätzt du die Illbient Szene in New York ein?

CAN: Es klinken sich da momentan Leute ein und es entsteht vielleicht auch eine Szene, aber die hat keinen anderen Zweck, wie die einer Clubszene. Es wird dort nichts vorrangetrieben, sondern es geht dort eher ums ausschlachten oder aufkochen. Der Gedanke, der dahinter steht ist, daß verschiedene Künstler gemeinsam etwas kreieren und da habe ich immer das Problem, daß ich der Meinung bin, wenn du fünf Leute in einen Raum sperrst, egal welche, am Ende kommt immer das selbe heraus, ein Brei. Ein Experiment machst du ein oder zweimal und wenn es schief geht, legst du es beiseite, aber du machst keine Szene daraus. Generell gibt es natürlich durch diese Bewegung ein größeres Interesse an Elektronik in der Stadt.

Du hast Pläne für einen Schallplattenladen, der Airport heißen soll und so wie ein Flughafen aufgebaut sein soll!

CAN: Ja ich habe die Idee einen Plattenladen mit Coffeeshop, Büro und Studio ins Leben zu rufen. Aufgebaut soll er sein wie ein Flughafen, mit Wartehalle, wo du in diesen Reihensitzen platz nimmst und so kleine Fernseher hast, wo du 25 Cent einwirfst. Dann gibt es einen Check Inn Schalter, wo man dir sagt, was es an neuen Platten gibt und wo du dich darüber informieren kannst, was in der Stadt läuft. Die Sache ist, daß es viele Touristen gibt, die in eine Stadt kommen und dort ausgehen wollen und nicht wissen wohin. Einen solchen Service erfüllt eigentlich kein Plattenladen in New York. Die Idee ist auch, daß, wenn es einen Airport gibt, es in anderen Städten weitere geben wird. So ein Shopping Mall mit Filialen kommt sehr geschäftlich rüber, aber das ist gar nicht mein Ausgangspunkt. Die ursprüngliche Idee beim Designen einer Shopping Mall waren für mich, daß die primären Instinke unserer Gesellschaft nicht Jagen und Sammeln, sondern shoppen sind. Deswegen bin ich auch auf dieses Cave Shopping gekommen, wo du um ein Lagerfeuer herum einkaufst und Pommes essen kannst.

Du bist ja ein Trashliebhaber. Was fasziniert dich daran?

CAN: Ich bin ziemlich fasziniert von Las Vegas, weil da alles für übermorgen gebaut ist. Zum Bespiel gibt es da drei Gebäude, Die Freiheitsstatue, die Twintower und das Empire State Building das dort für Manhatten steht. Die Teile fallen tatsächlich nach zwei Jahren zusammen. Es gibt dort diese riesige Pyramide, wo die Wände auseinanderklaffen, wenn du reinkommst. Aber es reicht, weil wenn jemand ankommt und noch etwas megamäßigeres baut, muß man noch etwas größeres bauen. Alles geht dort ganz schnell. Las Vegas ist der totale Acid Horror Trip. Es gibt nichts, wo du nicht spielen kannst. Du steigst aus dem Flugzeug und hörst schon die Automaten und von da an hört es nicht mehr auf zu blinken. Nach drei Tagen bist du völlig am Ende. Die Leute, die dort leben, sind von vornherein solche dubiosen Gestalten, die immer etwas anbieten wollen. Die Stadt besteht fast ausschließlich aus Hotels und ist so angelehnt, das dort niemand wirklich wohnt. Wenn man dort trotzdem wohnt, macht man es sich gemütlich wie Siegfried und Roy und kauft sich eine Burg. Las Vegas ist der gute alte schlechte Geschmack. Wenn du als Filmemacher irgendetwas zerstören willst, dann ist es Las Vegas. Deshalb finde ich auch Marsattacks so gut. Kennst du “Contact”, da geht es auch um die erste Begegnung mit Außerirdischen. Der Film kam am 4th of July (Independence Day) in die Kinos und am selben Tag wurde in den USA der komplette Kultur-Etat gestrichen. Es gibt somit keine staatliche Kulturförderung mehr. Was komisch ist, daß Bill Clinton in Person in dem Film auftritt, das ist ganz geschickt gemacht und mehr oder weniger sagt, daß jetzt auch das Universum den USA gehört. An dem Tag kam alles zusammen und wirkte wie eine Verschwörung.

Hast du noch andere Zukunftspläne?

CAN: Ich will mich in Richtung Mexico aufmachen, vielleicht mich in Los Angeles eine Weile niederlassen und eine Zwei-Mann-Band mit meinem Freund gründen. Ich werde weiter die Musik machen und er wird den Performance Part übernehmen. Er soll in Richtung Kommunikation mit dem Publikum gehen und weniger ein bloßes Bereitstellen von Beats sein.

Was bedeutet abschließend El Turco Loco eigentlich?

CAN: Ein Freund von mir aus LA nennt mich immer so. Übersetzt würde das heißen; ‘der verrückte Türke’. Es hat aber auch immer etwas von Gangsprache, wenn man das so sagt.

Discography of Can Oral
Artist/Group Title Label format
Khan And More EP Direct Drive 12″
Khan Sweet Pink Lemonade Mille Plateaux 10″
Khan B-Man XXC-3 10″
Khan Turkish Bath XXC-3 10″
Khan Silver Satellite Eat Raw 10″
Khan Ethic II V/A Eat Raw CD
Khan + Himadri Blade Switch? 12″
Khan + Walker Super 8 Super 8 12″
Khan Silent Movie Electro Bunker Cologne 12″ Khan Hot n’ Spicy Middle Eastern Cooking 10″ Khan Electricity Harvest / EMI CD
Khan I don’t wanna say anything Harvest / EMI 2×12″/CD
Khan Psychic Khan El Turco Loco LP
Khan Orgien 1- 4 El Turco Loco LP
Khan Toys’ R’ Us El Turco Loco LP
Khan Robot Wars 95 Smile Communications 12″ Khan + Walker Empire State Building XXC-3 12″ Khan + Walker Empire State Building Harvest / EMI 2×12″/CD Khan + Walker Schleichfahrt Disko B 2×12 / CD Khan SilentMovieSilverScreen Super 8 12″ Khan The Guarantor V/A Mille Plateaux 2xCD
Khan SilentMovieSilverScreen Caipirinha Productions CD

Bizz O.D. I’m coming out of your speakers Force Inc. 12″
Bizz O.D. Black Jack EP Force Inc. 12″
Bizz O.D. O.D. Smile Communications 10″
Bizz O.D. Suzanne Goes Shopping DJ ungle Fever US 10″
Bizz O.D. Love Shack DJ ungle Fever US 10″
Bizz O.D. + Jimi Tenor Traffic EP Ozon 12″
Bizz O.D. Disco Trash Force Inc. 12″
Bizz O.D. Get Up Smile Communications 10″
Bizz O.D. Beeper head in the Year 2000 Electro Bunker Cologne 12″
Bizz O.D. Bells and Bones Tekhed 12″
Bizz O.D. Bones Force Inc. 12″
Bizz O.D. Stomp, Fim 100 V/A Force Inc. 3×12″
Bizz O.D. Trail of Lost Souls Temple Rec. 12″
Bizz O.D. You may be Hard-core…but Force Inc. 12″
Bizz O.D. + Black One Little Funky Jazz Piano DJ ungle Fever 7″

Gizz T.V. Saure Gurken DJ ungle Fever 12″
Gizz T.V. Acid Ninjas DJ ungle Fever 7″
Gizz T.V. Little Shop of Acid DJ ungle Fever US 12″
Gizz T.V. Shakar Temple Rec. 12″
Gizz T.V. + Walker Live at the Elektro DJ ungle Fever 12″
Gizz T.V. + Walker Spread DJ ungle Fever 12″
Gizz T.V. + Walker Little Lonesome Astronaut Force Inc. 12″
Gizz T.V. + Walker Spalt Acid Orange 12″
Gizz T.V. + Madonna 303 Mass- Turbator Structure 12″
Gizz T.V. + Madonna 303 South 2nd Structure 12″
Gizz T.V. + Madonna 303 Praise the Lord Temple Rec. 10″
Gizz T.V. + DX 13 Loop Vienna V/A Labworks 2×12 / CD
Gizz T.V. + DX 13 Phunky Force of Noiz Vol.1 V/A Rising High 2×12 / CD
Gizz T.V. + Gringo Should I stay or Should I….? Delirium 12″
Gizz T.V. + Gringo Contamination Monotone CD

4E Temple Trax Force Inc. 12″
4E Don’t Fuck with Nails Force Inc. 12″
4E Blue Note Home Entertainment CD
4E Blue Note / Black Note Home Entertainment 12″
4E Post Coitus V/A Home Entertainment 12″
4E Electric Ladyland 1+2 V/A Force Inc. CD/2×12″
4E Gentle Killer Socket 12″
4E O.G. Pharma 12″
4E Serious Drop Out Sony 2×12″/CD

Fuzz D.J. + Walker Acid Burns N.Y.C. Smile Communications 12″

Cube 40 U make me Function Temple Rec. 10″
Cube 40 Bad Computa Temple Rec. 12″
Cube 40 S/T Force Inc. 2×12″

Global Electronic Network Roleiflex / Weltron Mille Plateaux 2×12″/CD
Global Electronic Network Time Square Mille Plateaux 12″
Global Electronic Network Electronic Desert Mille Plateaux 2×12″/CD
Global Electronic Network Electronic Desert Feat. 4E Mille Plateaux 12″
Global Electronic Network Modulation Transformation V/A Mille Plateaux 2×12″/CD

H.E.A.D. EFS Blue GEF 2×12″/CD
H.E.A.D. Hedonist Blue GEF 2×12″/CD
H.E.A.D. Modular Sound Innovations V /A XXc-3 2×12″/CD
H.E.A.D. James Dean Harvest / EMI CD

Radiowaves Radiowellen / Radiowaves Rising High 2×12″/CD
Radiowaves Radiowellen / Radiowaves Harvest / EMI 2×12″/CD
Radiowaves Kurzwellen Harvest / EMI 2×12″/CD

German Electronic Foundation S / T Blue GEF 12″

UMO S / T Home Entertainment CD

Twizzler S / T Nervous/Sorted 12″
Twizzler Fuck You Up Nervous/Sorted 12″

Biogas Vol. 1 Propulsion 285 12″

Nylon Babies + DJ Keoki S / T X-Sight 12″

Loisaida Sisters Home Cooking Pharma 12″

Various Remixes for: Air Liquide, Jammin’ Unit, Blue Pearl, Ars Antiqua and more. Exclusive Tracks contributed to various compilations. Works for German, Austrian and American Television as well as private Film productions und natürlich alle Platten auf El Turco Loco und Super 8.

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