Text: riley reinhold aus De:Bug 03

Karaoke Kalk – The Right Side of The Rhein

Karaoke Kalk ist ein neues Kölner Label und ausnahmsweise keins von Mike Ink ist. Bisher sind vier Platten darauf erschienen und diese können für sich in Anspruch nehmen, zu einer abstrakten und intensiven Form von elektronischer Musik gefunden zu haben, die irgendwo in der Mitte, zwischen Profan und A-Musik Veröffentlichungen steht. Die 12″s bewegen sich mit Ausnahme der Drum & Bass Veröffentlichung (Karaoke Kalk 003) abseits des Hippnes Kontextes, vermitteln aber im Falle von Kandis eine poetische, lyrische Form des Wohlklangs in Mitten von Beats die Signale setzen, wie es momentan im abstrakten Techno selten ist. Dabei geht es nicht darum, wie es gerne in Medien dargestellt wird, daß neue kölner Musik eine akademisch, gehaltvolle Version dessen darstellt was sonst noch in der Welt passiert. Der Club wird hier nicht zur Akademie wie der Spiegel in seiner letzten Ausgabe so selbstsicher behauptete, nein er stellt einen Teil des groovigen Rückrats und Verständnisses der in unserem Fall dazu beigetragen hat, daß DJs sowie Zuhause-Hörer diese Platten mögen. Vergleichbar mit Frühwerken des Engländers Richard James aka Aphex Twin, vermittelt Kandis eine ebenso stille, schlichte und ergreifende Athmosfäre die gerne zurückgreift auf Harmonien, dabei aber keine direkten historischen Rückschlüsse auf bestimmte Strömungen elektronischer Musik erkennen läßt . Besonders Kandis erste Veröffentlichung vermittelt befreiende Panoramavisionen eines Klangbilds, daß pathosfrei mit minimalsten Mitteln, Spannung schafft. Was sich durch fast alle Veröffentlichungen auf Karaoke Kalk zieht ist eine intuitive Kraft, die alle Elemente in einer Schwebe bleiben läßt und diese Platten zu perfekten Homelistening Platten macht. Motel, die letzte auf dem Label erschienene 12″, verbindet in der Form eines Soundtracks, Kandis Einflüsse mit denen des Drum & Bass Akts Saucer.
Karaoke Kalk ist das Label der Kölner DJS Strobocop aka Thorsten Lütz, der seit einigen Jahren, anfänglich Hip Hop und danach Drum & Bass und Techno auflegt. Zudem organisiert er kleine Parties in lokalem Rahmen..
Kontakt: 0221-879604, saucer@koeln.netsurf.de

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Elektronische Lebensaspekte.