Vom Muttersöhnchen zum Popstar aus De:Bug 111


Vom Muttersöhnchen zum Popstar. Lagerfeld hat sich nicht nur seit 50 Jahren in die Mode eingeschrieben, er hat auch maßgeblich am veränderten Bild des Designers mitgearbeitet. Vor Lagerfeld und Yves Saint Laurent waren Designer kleine dicke Herren mit Zigarre und Hemdbrust. Seit ihrer Generation sind Designer ewig jugendliche Adonisse, die alle Gockel-Freiheiten haben – und diese gerade deshalb oft nicht nutzen (siehe Margiela, Jacobs, Simons).

Aber Lagerfeld will auch mit über siebzig der Jugend noch was mitteilen. In der Musik. Also bittet er seinen Musik-Vertrauensmann Michel Gaubert, ihn dahin zu führen, wo musikalische Distinktion nicht wehtut. Zu Devendra Banhart, Lindstrom, The Pipettes, Michael Mayer, Planningtorock (obwohl, die tut echt weh). Wenn man die Doppel-CD “Karl Lagerfeld, Les musiques que j’aime“ neben Marconis Doku-Film “Lagerfeld Confidential“, der in unterwürfigster Hofberichterstattung mit Handkamera hinter dem Maestro herscharwenzelt, stellt, hat man die offizielle Fassade zu Lagerfeld, wie sie ihm gefällt. Viel lebendiger wird der Mythos, wenn man Alicia Drakes Biografie “The beautiful Fall“ liest. Die kann Lagerfeld nicht leiden.

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Elektronische Lebensaspekte.