Text: ingrid arnold | arnold@dwelle.de aus De:Bug 53

Kinonews November 2001
Ingrid Arnold
arnold@gmxpro.de

Engel + Joe
Hau nicht von zuhause ab. Lebe nicht auf der Straße. Werde nicht ungewollt schwanger. Und vor allem nimm diesen Film nicht ernst! Vanessa Jopp (“Vergiss Amerika”) hat eine Reportage von Kai Hermann verfilmt, in der einfach alles drin ist: Punks, Skins, Drogen, Spoiler, Jugendamt, Knast, usw. Kein Problem ist da zu plakativ, kein Klischee zu abgedroschen. Weil aber Robert Stadlober und Jana Pallaske mit so viel Herzblut spielen, ist dieses dick aufgetragene Teenagerdrama trotzdem sympathisch.
http://www.engelundjoe.de (Prokino, 25.10.)

Kiss of the Dragon
Von Luc Besson produzierte Kung-Fu-Action mit einem wie immer geradezu vulkanisch coolen Jet Li. Der hat auch die Story geschrieben, die man wiederum nicht so loben kann. Dazu chargieren Tcheky Karyo wieder als Bösewicht und Bridget Fonda in der undankbaren Rolle einer dummen Nutte mit gereiztem Mutterinstinkt.
http://www.kissofthedragon.com (Tobis StudioCanal, 25.10.)

Zeit der trunkenen Pferde
Ein harter Brocken: Der iranische Regisseur Bahman Ghobadi ließ seine unvergesslichen fünf kurdischen Kinder-Darsteller zwei Winter lang an der iranisch-irakischen Grenze durch den Schnee kämpfen. Während die Landschaft meist ruhig und aus der Distanz aufgenommen wird, wackelt die Kamera dokumentarisch nah an die Gesichter und wirklich dramatischen Vorfälle. Zum Glück ein Spielfilm.
http://www.koolfilm.de/pferde/pferde.html (Kool, 12.10.)

Amores Perros
Der Erstling von Alejandro González Iñárritu wurde gleich Golden-Globe- und Oscar-nominiert. Die dreiepisodige, zweieinhalbstündige mexikanische “Short Cuts”- oder “Traffic”-Variante (hab ich gelesen) ist jetzt schon ein Kultfilm. Der Regisseur durfte dafür neben Guy Ritchie, Ang Lee und Wong Kar-Wai für David Fincher einen BMW-Werbefilm drehen …
http://www.lionsgatefilms.com/amoresperros/html/, http://www.bmwfilms.com (X-Verleih, 1.11.)

Banditen!
Hervorragende Komödie von Barry Levinson mit dem harmonischen Bankräuberduo Bruce Willis und Billy Bob Thornton. Dazu Cate Blanchett, und plötzlich passt sogar der U2-Soundtrack. Eine halbe Stunde kürzer und es wäre ein perfekter Film!
http://www.mgm.com/bandits/ (Constantin, 1.11.)

Berlin is in Germany
Nach elf Jahren Haft muss sich der ehemalige DDR-Häftling Martin Schulz (Jörg Schüttauf) in der neuen Freiheit zurechtfinden. Hannes Stöhr gewann mit seinem grandiosen DFFB-Abschlussfilm schon den Panorama-Publikumspreis, jetzt bitte im Kino anschauen!
http://www.pifflmedien.de (Piffl, 1.11.)

Passwort: Swordfish
Hackerfilm, they wrote. Ist aber bloß Hollywood-Durchschnitt mit den üblichen Problemen: Wild blinkende Computerscreens, fauler Passwort-Zauber und ein unlogisches Drehbuch. John Travolta gibt erfolgreich den Bösewicht, Hugh “Wolverine” Jackman ist als Computer-Genie leider total unglaubwürdig.
http://www.operationswordfish.com (Warner, 1.11.)

Jin-Roh
Anime von 1998, der sich laut REM “auf sehr intelligente Weise mit dem Thema Terrorismus auseinandersetzt”: Es geht um ein Selbstmordattentat, eine Liebesgeschichte und rivalisierende Polizei-Splittergruppen – darunter die mysteriöse Einheit “Jin-Roh” (“Menschlicher Wolf”), von der niemand weiß, ob sie existiert und welche Ziele sie verfolgt …
http://www.jin-roh.net (REM, 8.11.)

The Man Who Wasn’t There
Nach der gelbstichigen Südstaatenodyssee “O Brother, Where Art Thou?” verspricht ein kalifornischer Kleinstadt-Frisör (Billy Bob Thornton, schon wieder), der den Liebhaber (James Gandolfini) seiner Frau (Frances McDormand) erpressen will, eine “tale of passion, crime and punishment – all presented in glorious black-and-white” – und einen neuen Coen-Bros.-Film.
http://www.themanwhowasntthere.com (Constantin, 8.11.)

Suck My Dick
Schön, dass Oskar Roehler so mutig war, nach dem Feuilleton-Darling “Die Unberührbare” echten Trash zu liefern – und dabei mit Edgar Selge wieder einem gestandenen Schauspieler zu neuen Ehren zu verhelfen. Wunderbare Dialoge, eine beknackte Jekyll&Hyde-Story und kreativ besetzte Rollen machen den Film zu einem Rundumvergnügen.
http://www.suckmydick-derfilm.de, http://www.helkon.de (Helkon, 8.11.)

Nichts bereuen
Fast wäre hier ein langer Artikel draus geworden. Weil der Film gar so schön ist. Aber vielleicht braucht er die De:Bug nicht. Und ihr nicht die De:Bug. Denn auf diesen Film stößt man spätestens durch gute Mundpropaganda.
http://www.nichtsbereuen.de (Ottfilm/UIP, 15.11.)

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Text: ingrid arnold aus De:Bug 52

Kinonews Oktober 2001
Ingrid Arnold
ingrid.arnold@gmx.net

Passwort: Swordfish
Hackerfilm, they wrote. Ist aber bloß Hollywood der Durchschnittsklasse. Mit den üblichen Problemen: Plakativ blinkende Computerscreens, fauler Passwort-Zauber und ein unlogisches Drehbuch. John Travolta gibt erfolgreich den Bösewicht, Hugh “Wolverine” Jackman ist als Computer-Genie leider total unglaubwürdig.
http://www.operationswordfish.com (Warner, 27.9.)

Bread and Roses
Dank Ken Loach können wir auch in neoliberalen Zeiten zwei Gebäudereinigerinnen bei der Gewerkschaftsarbeit begleiten. Aufrechtes Aufklärungskino mit Unterhaltungswert und Adrian Brody als Unionisten-Schnuckel.
http://www.breadandrosesthemovie.com (Neue Visionen, 4.10.)

The Gift – Die dunkle Gabe
Eine medial begabte Cate Blanchett liest unter anderem Keanu Reeves’ Frau Hilary Swank aus der Hand und sagt voraus, dass Katie Holmes sterben muss. Was dem Mörder natürlich gar nicht passt. Variation von Zemeckis’ “Schatten der Wahrheit” – mit dem Spannungs-Problem, dass die Hauptfigur Mutter zweier kleiner Kinder ist und ihr deshalb in Gruselthrillern nie wirklich Gefahr droht …
http://www.thegiftmovie.com (Helkon 4.10.)

Spy Kids
“The Faculty” wurde Robert Rodriguez schon krumm genommen, weil er sich damit nach seinen Independent-Orgien (“El Mariachi” bis “From Dusk till Dawn”) in Richtung Big-Budget-Familienunterhaltung verabschiedet hat. Aber wenigstens geht er diesen Weg konsequent: “Spy Kids” ist ein perfekter, sympathischer Unterhaltungsfilm, wie man ihn sich damals gewünscht hätte, mit Kindern als echte Superhelden, die ihre Eltern und die Welt retten …
http://www.spykidsspecialedition.com (Concorde, 4.10.)

Apocalypse Now Redux
Solche Filme gibt’s heute einfach nicht mehr: In dieser neuen Schnittfassung kann man sich länger und besser an Vision und Mut Francis Ford Coppolas ergötzen, Ende der 70er Jahre mit einem Studiobudget einen derart abgefahrenen Film gemacht zu haben. Und endlich erfahren wir auch, wohin Larry Fishburnes Leiche verschwunden ist und woher Lance die Schminke hatte …
http://www.miramax.com/apocalypsenow/ (Tobis StudioCanal, 18.10.)

Birthday
Der Drehbuchpreis-Gewinner des diesjährigen Max-Ophüls-Festivals Saarbrücken hatte gar kein Drehbuch: Stefan Jäger ließ seine vier Hauptdarsteller Bibiana, Tamara, Claudio und Harald zehn Tage lang auf den 30. hin improvisieren. Das Ergebnis macht Spaß zuzuschauen, Peinlichkeiten natürlich nicht ausgeschlossen …
http://www.birthday-der-film.de (Delphi, 18.10.)

Ghost World
“If you don’t see anything, then you don’t deserve to”. Terry Zwigoff (“Crumb”) liefert diesmal eine echte Comic-Verfilmung: Thora Birch (“The Hole”) als Enid und Scarlett Johansson als Rebecca – Lieblingscharaktere aller rebellischen, misslaunigen Mädchen aus Daniel Clowes’ “Ghost World” (Fantagraphics) – übersetzen die träge Stimmung der Vorlage bestens. Eine Perle.
http://www.ghostworld-themovie.com, http://www.reproduktcomics.de (Advanced, 18.10.)

Moulin Rouge!
Baz Luhrmann hat uns schon viele schöne Filme beschert, angefangen bei “Strictly Ballroom”, da kann wohl nichts schief gehen. Seine neueste Extravaganza wird, wie schon “Romeo und Julia”, kräftig von der Soundtrack-Heavy-Rotation (“Voulez-vous coucher …”) im Musikfernsehen unterstützt …
http://www.clubmoulinrouge.com (Fox, 18.10.)

Hong Kong Film Festival Berlin
Während der Asien-Pazifik-Wochen vom 17. bis 30 September bietet das Hong Kong Film Festival Berlin neben Genre-Kino, Action- und Kriminalfilmen, Werken bekannter Regisseure wie Johnnie To, Wilson Yip, Ringo Lam, Andrew Lau und Gordon Chan auch engagierte Autorenfilme von Fruit Chan und Yu Lik-Wai sowie Dokumentarfilme. Auch Klassiker wie “Swordsman” von King Hu, Tsui Hark und Ching Siu-Tung stehen auf dem Programm.
http://www.fdk-berlin.de/arsenal/

Filmfest Hamburg
Vanessa Jopps “Engel & Joe” als Eröffnungsfilm und das tesafilm Festival sollen den Stellenwert von Nachwuchsproduktionen beim Filmfest Hamburg vom 24. bis 30. September unterstreichen. Gezeigt werden außerdem Highlights aus Cannes, Sundance, Rotterdam, Karlovy Vary, Locarno und Venedig. Und natürlich fehlen auch 2001 nicht die Publikumslieblinge aus China, Japan und Korea.
http://www.filmfesthamburg.de

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Text: ingrid arnold aus De:Bug 51

Es gibt viel zu sehen – BerlinBeta Filmfest
Das Filmfest der BerlinBeta version 2001 zeigt vom 29.8. bis 5.9. wieder eine exquisite Auswahl an internationalen Produktionen junger und innovativer Filmemacher. Zu sehen sind z.B. “Requiem for a Dream” von Darren Aronofsky und “Scarlett Diva” von Asia Argento, “Mauvaises Fréquentations” von Jean Pierre Ameris und “Rush”, das “12-Schnitte-per-Minute”-Feuerwerk des Koreaners Sang-in Lee. Die Sektion “Digital Fiction” bringt u. a. Mike Figgis’ “Timecode” und Wayne Wangs “The Center of the World”, dazu gibt’s Animations-, Dokumentar- und Kurzfilme. Eine Hommage ist José Mojica Marins, dem “Buñuel der Unterwelt”, gewidmet.
Mehr Infos unter http://www.berlinbeta.de

Zähne müssen blitzen: “Planet der Affen”
So muss es sein: Eine gepanzerte Affenarmee blickt auf dem Plakat grimmig in die Ferne – und die Handlung ist klar. Wäre Tim Burtons Film nicht ohnehin eine “Re-Interpretation” der todernsten und deshalb prima campigen Originalverfilmung von 1968. Doch wo es im Plot an Überraschungen fehlen mag, entschädigen typisch verschrobene Burton-Ideen in Ausstattung und Casting, die teils grandiosen Affenmasken – und ein daueraggressiver Tim Roth als General Thade mit der besten Masken-Performance seit Jim Carreys “Grinch”. Wirklich erkennbar ist aber leider kein einziger Affen-Darsteller, was Helena Bonham Carter und – haha – Charlton Heston als sterbender Waffenverdammer – irgendwie verschenkt wirken lässt …
http://www.planetoftheapes.com (Fox, 30.8.)

Ein weiteres Science-Fiction-Highlight im September: Spielbergs “A. I. – Künstliche Intelligenz” – der bis zu unserem Redaktionsschluss aber leider nicht zu sehen war…
http://www.aimovie.com (Warner Bros., 13.9.)

Coming of Age
Der Faröer-Inseln-Roadmovie “Bye Bye Bluebird” lief letztes Jahr bei BerlinBeta, jetzt haben es Rannvá und Barba mit ihrem Paradiesvogel-Ausbruchsversuch regulär ins Kino geschafft … http://www.byebyebluebird.dk (Kairos, 6.9.) Die schwule Komödie “Edge of Seventeen” spielt im 1984er “Sommer der Entscheidung” als Eric Rod trifft und dazu Eurythmics und Boy George laufen … http://www.strandrel.com/edgeofseventeen/ (Pro-Fun, 6.9.) Der Plot von “Julietta” geht in etwa so: Die Titelheldin wurde nach der Love Parade in berauschter Bewusstlosigkeit vergewaltigt und ist nun schwanger und will auch noch mit dem Kindsvater zusammenkommen: “Es ist nicht wie du denkst”? http://www.julietta-der-film.de (teamWorx, 6.9.) In “Asfalto” erschießt ein eng befreundetes Nachwuchs-Gangstertrio beim ersten Überfall gleich jemanden, dann geht ein Kokaindeal in die Hosen und der eine kommt ins Gefängnis. “Halt sehr jugendlich und ein bisschen kriminell … Und eine Frau zwischen zwei Männern …” http://www.asfalto.to (MOP, 6.9.)

Musik im Film
Die Reproduktion des Immergleichen, in diesem Fall als ins Mittelalter versetzte Highschool-Komödie, wird in “Ritter aus Leidenschaft” durch originellen Einsatz von Robbie Williams vs. Queen unterbrochen, der Rest ist auch recht nett … http://www.ritter-aus-leidenschaft.de (Columbia TriStar, 6.9.) Kultregisseur und Bassist Emir Kusturica dokumentiert in “Super 8 Stories” (aber auch auf Digital Video gedreht) Musik und Geschichte seiner “Balkanpunk”-Band “No Smoking Orchestra”, die seit den 80ern in Sarajevo die Musikszene umkrempelte: “Anstatt westliche Rock-Klischees in cleveren Arrangements zu liefern … spielten No Smoking auf Instrumenten, die perfekt in Titos Jugoslawien passten. No Smoking stand für Klarheit und Gefühl – zwei Voraussetzungen, ohne die es keine Kunst geben kann.” (Kusturica) … http://www.pegasosfilm.de/61.htm, http://www.emirkusturica-nosmoking.com (Pegasos, 6.9.)

Weitere Starts
“Uzumaki – Spiral” von Akihiro “Higuchinsky” Higuchi basiert auf einem “Horror-Manga der pursten Form” und erzählt die strange Geschichte eines Mannes (Takeshi-Regular Ren Osugi), der eine Obsession für spiralförmige Gegenstände entwickelt … “Kirie hat das Gefühl, dass etwas Ungewöhnliches mit dem Vater ihres Freundes Shuichi vorgeht.” Wir auch! http://www.rapideyemovies.de/movie_uzumaki/, http://www.uzumaki.com (REM, 13.9.) Das grandios bedrückende Melodram “Haus Bellomont” von Terence Davies (“Distant Voices, Still Lives”) mit Gillian “Scully” Anderson und dem viel zu selten zu bewundernden Eric Stoltz, ein Kostümfilm mit Sinn sowie mit einen Tick daneben liegender Sozialkritik, hat mich endlich mal wieder im Kino weinen lassen … http://www.spe.sony.com/classics/houseofmirth/ (Arthaus, 13.9.) Auf den Straßen Wiens tobt ein erbitterter Kleinkrieg der Rettungsdienste um die Opfer. “Damit ihn auch jeder im Ruhrgebiet versteht, wurde ‘Komm, süßer Tod’, genauso wie seinerzeit ‘Indien’, teilweise untertitelt, wodurch sowohl Deutsche als auch Österreicher beim Zuschauen mehr Spaß haben dürften.” (Josef Hader) … http://www.kommsuessertod.at (Ventura, 20.9.) Angela Schanelec, Regisseurin/Autorin von “Mein langsames Leben”, bringt das Dilemma ihres Films selbst auf den Punkt: “Ich habe mich gefragt, was passiert, wenn man versucht, Normalität abzubilden” … http://www.peripherfilm.de/meinlangsamesleben/ (Peripher 20.9.)

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"Kurz und schön", Fantasy Filmfest, Dokumentationen, Jurassic Park 3, Amélie, The Score, The Mexican, Final Fantasy
Text: ingrid arnold aus De:Bug 50

“Kurz und schön”
Die Kunsthochschule Köln schreibt zusammen mit dem WDR einen Nachwuchspreis für TV- und Filmspots aus. Einsendeschluss für die Werke, die nicht älter als ein Jahr sein sollen, ist der 3. August, die Sieger werden am 13. September in Köln gekürt.
Infos und Ausschreibungsunterlagen unter http://www.kurzundschoen.khm.de

Fantasy Filmfest
Wieder auf Tour, nicht verpassen: München (15.-25.7), Stuttgart (25.7.-1.8.), Frankfurt/Main (1.-8.8.), Köln (1.-8.8.), Hamburg (8.-15.8.), Berlin (8.-15.8.).
http://www.fantasyfilmfest.com

Dokus im August
Nachdem mit Jim Jarmuschs “Year of the Horse” am 26. Juli bereits eine ältere Musikdoku gestartet ist, führt uns die “Special Edition” (neu geschnitten, mit digitalem Ton und zusätzlichem Material aufgepeppt) von “Elvis – That’s the Way It Is” zurück zu dessen Comeback-Konzert in Las Vegas 1969 … (Arsenal, 2.8.)
Volker Koepp, Godfather des deutschen Dokumentarfilms, widmet sich nach “Herr Zwilling und Frau Zuckermann” mit “Kurische Nehrung” – über den Landstreifen, der sich fast 100 Kilometer über die litauisch-russische Grenze in die Ostsee erstreckt – einem etwas sperrigeren Thema … Kurische Nehrung (Salzgeber, 2.8.)
Erinnert sich noch jemand an den bitterbösen Weihnachtsmann-Film “Schau mich nicht so böse an”? Dessen Regisseur Michael Chauvistré begleitet nun Manuela und Ulf, die mit dem Aufbau der ersten russischen Filiale des bekannten Möbelhauses beauftragt sind, “Mit Ikea nach Moskau” … Mit Ikea nach Moskau (Piffl, 16.8.)
“Der Traum ist aus – Die Erben der Scherben” von Christoph Schuch erzählt zwar die Geschichte von Ton Steine Scherben, lässt aber vor allem die illustren musikalischen Erben zu Wort kommen – von Element of Crime über Die Sterne und Tocotronic bis Nina Hagen … http://www.die-erben-der-scherben.de, Avanti-Film (Salzgeber, 23.8.)
Und noch ein Arbeitsporträt: Für seine Langzeitdoku “Was geht!? – Die Fantastischen Vier” begleitete Dieter Zimmermann die Fantas über den Zeitraum mehrerer Jahre http://www.diefantastischenvier.de (X Verleih, 23.8.)

JP3
Zwar führt Steven Spielberg bei “Jurassic Park 3” nicht mehr Regie, aber sollten jemandem die nach Jeff Goldblum übrig gebliebenen Charaktere am Herzen liegen – oder vielleicht gar die Special Effects – der kann sich auf ein Wiedersehen mit Sam Neill und Laura Dern freuen, auf Dinos zu Wasser und in der Luft sowie auf William H. Macy.
Jurassic Park 3 (UIP, 2.8.)

Amélie
“Le Fabuleux destin d’Amélie Poulain” von JP Jeunet (“Delicatessen”, “Alien 4”) klingt wie eine tatsächlich fabelhaft klischeebehaftete Komödie über die Liebe französischer Mädchen mit Blümelkleid am Montmartre. Die männliche Hauptrolle spielt dafür Mathieu Kassovitz. Aber ob das “Meisterwerk” den Eklat über die Ablehnung beim Cannes-Filmfestival wert war?
http://www.amelie-lefilm.com (Prokino, 16.8.)

The Score
Mit Kanonen auf Spatzen schießen: Robert de Niro als Gentleman-Dieb und Marlon Brando als sein Auftraggeber planen den leidlich bekannten “endgültig letzten Coup” – bevor man sich mit Frau (Angela Bassett) und Nachtclub zur Ruhe setzt. Und der talentierte Jungspund (Edward Norton) droht den schönen Plan zunichte zu machen … Fraglos gut gespielt und mit geschmackvollem Jazz-Score ist “The Score” was für Freunde von “Entrapment” oder des “Thomas-Crown-Affair”-Remakes …
http://www.thescoremovie.com (Constantin, 16.8.)

Mexican
Lawrence Bender versucht weiter, einen neuen “Pulp Fiction” zu produzieren. “The Mexican” ist es nicht, obwohl er die wichtigen Zutaten Mainstream-Stars-in-Independent-Film (Julia Roberts, Brad Pitt, dazu “Soprano” James Gandolfini) und Soundtrack-mit-lustigen-alten-Songs mitbringt. Die staubige Jagd nach einer legendären Pistole sollte ein romantischer Abenteuerfilm mit Slapstick-Elementen sein, hat aber einfach zu viele Längen. Und Pitt ist immer noch nicht lustig …
The Mexican (Helkon, 16.8.)

Final Fantasy
Hironobu Sakaguchi, “Vater” des gleichnamigen Videospiels, wagt mit dem komplett CGI-animierten “Spielfilm” “Final Fantasy” das Experiment: Die recht konventionelle Sci-Fi-Action um den Kampf der tapferen Dr. Aki Ross und ihrer “Deep Eyes”-Truppe gegen Außerirdische wurde so fotorealistisch wie momentan möglich umgesetzt. Das klappt schon ganz gut bei der Mimik, scheitert aber nach wie vor beim menschlichen Gang. Bilder und Schnitt sind erstaunlich bieder geraten; es fragt sich zudem ernsthaft, ob es eine gute Idee war, den jugendlichen Helden so deutlich dem unbegabten Hauptdarsteller eines kürzlich vielverrissenenen Kriegsfilms nachzuempfinden …
http://www.finalfantasy.com (Columbia TriStar, 23.8.)

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Tomb Raider, Departure, Monkeybone, Shrek, Ressources humaines, Blow, Year of the horse, Love and Basketball, Ghetto Superstar, "Kino gegen Gewalt", Maldoror
Text: ingrid arnold aus De:Bug 49

Lara Croft liefert in “Tomb Raider” ihr Leinwanddebüt
Als vor ca. fünf Jahren das erste “Tomb Raider”-Spiel auf den Markt kam, schien es den Tod des Kinohelden eingeleitet zu haben: Mit der abenteuerlustigen, virtuellen Lara Croft musste der Konsument nie wieder ins Kino, um hautnah Abenteuer zu erleben. Das sahen aber Hollywood und Regisseur Simon West (“ConAir”) anders und so wurde angeblich zwei Jahre lang an einem Abenteuer für die inzwischen millionenschwere Hauptfigur Lara Croft gebastelt. Jetzt kommt das Ergebnis ins Kino: “Tomb Raider” ist ein Mischmasch verschiedenster Erzählelemente aller fünf Teile des populären Spiels. Laut ersten Berichten fällt der Film ebenso üppig aus wie seine Hauptdarstellerin Angelina Jolie (“Nur noch 60 Sekunden”), bricht aber entschieden mit einer Tradition des Spiels: Lara wird zum ersten Mal dauerhaft von vorne, statt aus der “Dritten-Person-Perspektive” von hinten zu sehen sein. (Oliver Köhler)
Concorde, 28. Juni Tomb Raider

“Departure”
In unaufgeregten Momentaufnahmen und damit in angenehmem Kontrast zu sonst grundsätzlich problematisierenden Jugendfilmen begleitet “Departure”, Forumbeitrag der diesjährigen Berlinale, drei Freunde in Okinawa bei ihren letzten, gemeinsamen Unternehmungen – bevor sich nach der Schulzeit ihre Wege trennen.
Freunde der deutschen Kinemathek, 28. Juni Departure

Bone 2 B Bad
Überbordende Kreativität als Resultat gebändigter innerer Dämonen: Comiczeichner Stu (Mumienjäger Brendan Fraser) wurde von seiner Freundin (Bridget Fonda) auf Linkshänder “umerzogen”, weil er mit der Rechten immer so düstere Sachen gemalt hat. Mit Links hat Stu nun den scheinbar harmlos-frechen und sehr erfolgreichen Charakter “Monkeybone” geschaffen – der als Zeichentrick durch eine grandiose Mischung aus Stop-Motion-Animation und Realfilm tobt. Doch als Stu ins Koma fällt, stellt sich Monkeybone im Zwischenreich Downtown – das unter der Fuchtel von Whoopie Goldberg steht – als fieser Handlanger von Stus alten Alpträumen heraus … Henry Selicks (“Nighmare before Christmas”) neues Werk basiert auf dem Comic “Dark Town”. Fox, 28. Juni Monkeybone
Ein anderer animierter Held sieht nur so aus, als wäre er böse: Das grüne Gruselmonster “Shrek” ist vielmehr ein CGI-Pendant zum Weihnachts-“Grinch”, das seinen völlig ungerechtfertigten schlechten Ruf nur pflegt, um in Ruhe gelassen zu werden – bis eines Tages die zickige Prinzessin Fiona aus Drachenklauen befreit werden muss …
UIP. 5. Juli Shrek

Human Resources
Die französische Produktion “Ressources humaines” (1999) von Laurent Cantet will den Sozialrealismus britischer Filme mit einem französisch-berührenden Vater-Sohn-Konflikt verbinden: Frank muss feststellen, dass der Job, den er endlich gefunden hat, darin besteht, Entlassungen vorzubereiten – unter anderem die seines Vaters …
Neue Visionen, 19. Juli

“Blow” – unter anderem
Retro-Drama von Ted Demme über Aufstieg und Fall eines US-amerikanischen Kokaindealers. Ein bisschen “Casino” für Arme, wusste nicht wirklich, warum ich mir das anschauen soll. Johnny Depp absolviert aber wie immer auch die peinlichsten Szenen bravourös … Kinowelt, 26. Juli Blow
Jim Jarmuschs Neil-Young-Doku “Year of the Horse” über die 1996er Tour kommt spät, aber dennoch ins Kino … Jugendfilm, 26. Juli
“Love and Basketball” ist ein von Spike Lee produziertes, mit Independentfilmpreisen ausgezeichnetes Jugenddrama von Autorin-Regisseurin Gina Prince-Bythewood … Kinowelt, 28.6., Love and Basketball
Am gleichen Tag startet Kinowelt auch “Ghetto Superstar” – den Film zur Musik, die man vor längerer Zeit mal gehört hat, produziert von und mit Pras unter Mitwirkung von Ja Rule, Lauryn Hill und Wyclef …

Unterhaltungskulturelle Bildung mit “Kino gegen Gewalt”
Als Teil des Aktionsprogramms der Bundesregierung “Jugend für Toleranz und Demokratie” haben die Bundeszentrale für politische Bildung und das Institut für Kino und Filmkultur drei Filmreihen zusammengestellt. Filme wie “Zug des Lebens” und “La Vita e Bella” (in der Reihe “Geschichten aus der Zeit des Nationalsozialismus”), “Do the Right Thing” und “East is East” (unter dem etwas zu eleganten Motto “Von Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz”) oder “La Haine” und “Oi Warning” (räusper “Jugend und Gewalt – Gewaltbereitschaft heute”) sollen zusammen mit Kurzfilmen und Spots in vielen Kinos vor einem hoffentlich großen jugendlichen Publikum laufen.
http://www.film-kultur.de, http://www.kino-gegen-gewalt.de

“Chants de Maldoror”
Wem dagegen der Sinn mehr nach Underground-Beschwörung steht: Seit Anfang Juni tourt “Maldoror” durch die Kinos. Die Bebilderung des düsteren Montage-Romans von Compte de Lautréamont lieferten zwölf Super-8-Filmgruppen – unter anderem “Filmgruppe Chaos” aus Kiel und das Londoner “Exploding Cinema”. Die Unterstützung durch Verleihförderung und “Kanak Attack”-Autor Feridun Zaimoglu als Erzähler macht jedoch nicht aus jeder Episode gleich guten Trash und so empfiehlt sich das Ergebnis nur echten Freunden des ambitionierten No-Budet-Films …
Filmgruppe Chaos, Exploding Cinema

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Tigerland, Black Box BRD, Intimacy, Un amore, Monday, Pearl Harbor, Be.Angeled, Wie Feuer und Flamnme, Yi-Yi, Shadow of Vampire, The Yards
Text: ingrid arnold | ingrid.arnold@gmx.net aus De:Bug 48

Kinonews

TIGERLAND
Auf 16mm gedreht und angeblich Dogma-inspiriert, ist ein Anti-Kriegsfilm der neue Versuch von Joel Schumacher, früher Regisseur von Batman- und Grisham-Verfilmungen, sich auch als Independent zu verwirklichen. Irgendwo zwischen “Catch-22” und schwulem Softporno agieren die Jungdarsteller in “Tigerland” als Kopien bekannter Charaktere, “Bozz” Colin Farrell sollte man sich aber merken.
http://www.tigerlandmovie.com (Fox, 24.5.)

BLACK BOX BRD
Andres Veiel (“Die Überlebenden”) hat wieder einen sehenswerten Dokfilm gemacht: “Black Box BRD” nähert sich dem “RAF-Phänomen” exemplarisch anhand der Biografien von Wolfgang Grams und Alfred Herrhausen.
Black Box BRD (X Verleih, 31.5.)

INTIMACY
Dem verdienten Berlinale-Gewinner “Intimacy” gelingt das Wunder, Sex-Szenen einen Sinn zu geben, sie erzählen schön, traurig und wahr die Geschichte einer Affäre ohne Liebe und sind dabei weder an- noch abtörnend. Patrice Chéreau inszenierte nach Motiven von Hanif Kureishi seinen ersten englischsprachigen Film mit den Hauptdarstellern Kerry Fox (“An Angel at my Table”) und Mark Rylance … (Prokino, 7.6.)

UN AMORE
“Eine Liebesgeschichte”, noch dazu eine italienische, klingt auch prima: Über Jahre hinweg treffen, lieben und trennen sich Marco und Sara in Gianluca Tavarellis tragischer Romanze von 1999 … Eine Liebesgeschichte (Kairos, 7.6.)

MONDAY
Die japanische Variante von (Joel Schumachers) “Falling Down” ist “Monday”. Regisseur Sabu schickt einen einfachen Angestellten, dessen Gedächtnis auf einmal eine große Lücke aufweist, für 24 Stunden durch die Hölle … Monday (REM, 7.6.)

PEARL HARBOR
Das neue Werk von Blockbuster-Produzent Jerry Bruckheimer (“Con Air”)und seinem Lieblings-Regisseur Michael Bay (“The Rock”, “Armageddon”) gab’s vor Redaktionsschluss noch nicht zu sehen. Macht nichts … Pearl Harbor (Buena Vista, 7.6.)

BE.ANGELED
Der Film sollte mal “Love, Peace and Pancake” heißen, weil Roman “C&A” Kuhn ihn letztes Jahr auf der Love Parade gedreht hat. In acht Episoden folgt die Lounge-Produktion unter anderem Luci und Rosie aus der Provinz. Bestimmt total interessant …
Be.Angeled (Lounge, 14.6.)

WIE FEUER UND FLAMME
Der Arbeitstitel “Pissed and Proud” klang vielversprechend. Regisseurin Connie Walther hat das Drehbuch von Natja “Christiane F.” Brunckhorst in einfache Filmsprache verpackt. In der Liebesgeschichte zwischen einem West-Mädel und einem Ost-Punk ist alles drin, gute Hippies, böse Stasi, politische Bildung der harmlosen Art …
Wie Feuer und Flamme (X-Verleih, 14.6.)

YI-YI
Die taiwanesisch-japanische Produktion “Yi-Yi” (Regie: Edward Yang) beobachtet in statischen Bildern drei Generationen einer Familie in Taipeh. Für diese schöne “family meditation” gab es in Cannes 2000 den Regie-Preis. http://www.yiyithemovie.com (Pegasos, 14.6.)

SHADOW OF THE VAMPIRE
Warum wohl wirkt F. W. Murnaus (John Malkovich) “Nosferatu” von 1923 bis heute so realistisch? Weil Hauptdarsteller Max Schreck (Willem Dafoe) tatsächlich ein Vampir war! “Shadow of the Vampire” zieht diese schöne Idee konsequent und liebevoll durch, bis zum Ende der Dreharbeiten … http://www.shadowofthevampire.com (Fox, 21.6.)

THE YARDS
James Grey hatte seit seinem düsteren Debüt “Little Odessa” (1994) keinen Film mehr gemacht, in “The Yards” stellt er nun dem alten Haudegen James Caan eine Menge schicker, junger Schauspieler zur Seite, und um Korruption soll es gehen …
http://www.theyardsmovie.com (Kinowelt, 21.6).

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Text: ingrid arnold aus De:Bug 45

Kinonews
Im März

Berlinale-Filme im Kino:
HANNIBAL mit dem lustigen Ray Liotta läuft ja schon, wenn dieses Heft vorliegt … http://www.hannibalmovie.com (Tobis, 15.2.).
In Gus van Sants FORRESTER – GEFUNDEN trifft ein ebenso literarisch wie im Basketball hochbegabter Junge auf einen eigenbrötlerischen Schriftsteller (Connery). Vorurteile brechen auf und werden überwunden etc. Menschlich und vorhersehbar … http://www.sony.com/findingforrester/ (Columbia TriStar, 1.3.).
Phillip Kaufman inszeniert mit QUILLS de Sade im Irrenhaus. Der grandiose Geoffrey Rush als manischer Schreiber schafft es nicht nur, mit Anstaltsleiter (Joaquin Phoenix) und Magd (Kate Winslet) weiter zu publizieren, sondern macht auch fast vergessen, dass man in einem Kostümfilm sitzt … http://www.quillsmovie.com (Fox. 8.3.)
Im harmlosen CHOCOLAT von Lasse Halström weicht Juliette Binoche als unsteter Prä-Hippie mit ihren Süßigkeiten die strenge Moral und die besoffenen Ehemänner einer französischen Kleinstadt auf. Und Johnny Depp kommt manchmal auf dem Boot vorbei … http://www.miramax2000.com/chocolat/ (Senator, 15.3.)
Der Stalingrad-Film DUELL – ENEMY AT THE GATES handelt trotz aller Schlachtszenen und Löcher in Köpfen doch nur vom Duell zwischen Jude Law als russischem und Ed Harris als deutschem Scharfschützen. Das hätte man auch kürzer und billiger haben können … http://www.enemyatthegatesmovie.com (Constantin, 15.3.)
Bruce Greenwood (John F.) und Steven Culp (Bobby) haben auf jeden Fall den Oscar für die glaubhafteste Brüder-Darstellung verdient. Ansonsten lernen wir in den THIRTEEN DAYS der Kuba-Krise, dass die Kennedys eben doch die besten und friedliebendsten Politiker waren … http://www.thirteen-days.com (Kinowelt, 22.3.).

Sonst noch:
Für die Feministin in uns immer wieder erschreckend, wie auch Regisseurinnen das Klischee der französischen Frau bedienen: kurzes Kleid, ein “Geheimnis” – und ganz das unbeholfene Träumerle. Laetitia Masson lässt im verdrehten LOVE ME (letztes Jahr im Berlinale-Wettbewerb) die arme Sandrine Kiberlain auf den alten Johnny Hallyday treffen (Kool, 1.3.).
Sally Potter schickt IN STÜRMISCHEN ZEITEN (THE MAN WHO CRIED) ein jüdisches Mädchen (Christina Ricci) während der Nazizeit auf die Suche nach ihren Eltern. Von Opernarien und Zigeunerromantik (Johnny Depp, schon wieder!) getragenes, kitschiges und prätentiöses Immigrantendrama (Advanced, 22.2.).
Nach Brian de Palmas grottenschlechtem MISSION TO MARS mit seinen Spielzeugfahrzeugen im Studiosandkasten ist einem die Lust eigentlich vergangen; der Plot von RED PLANET scheint zudem der gleiche zu sein: 2050 schickt die NASA eine Mission zum Mars, um die Besiedlung vorzubereiten, und dabei geht irgendwas schief. Hoffen wir auf bessere Effekte … redplanetmovie.warnerbros.com (Warner Bros. 1.3.)
Amos Kolleks FAST FOOD FAST WOMEN ist keine Überraschung, aber weitaus unbeschwerter und optimistischer als SUE oder FIONA. Auch als Kellnerin Bella will Anna Thomson ihrer New Yorker Einsamkeit entkommen – und ihrer aussichtslosen Beziehung zu einem verheirateten Mann … (Arthaus, 8.3.).
Drei Jahre hat es gebraucht, bis RUSHMORE endlich hier ins Kino kommt: Max ist ein überenthusiastischer Schüler mit dennoch schlechten Noten. Als er sich in seine Lehrerin verliebt, auf die es auch sein Mentor abgesehen hat, verschiebt sich sein Engagement … (Movienet, 8.3.).
Ein langer und überladener Actioner ist PROOF OF LIVE geworden. Erst Ehe-Drama (Meg Ryan und David Morse), dann Versuch, in stundenlangen Telefonverhandlungen einen Entführungsfall zu lösen, dann wird sich verliebt (in Russell Crowe) und am Schluss gibt es PREDATOR-mäßig tarnfarbene Befreiungsaction … proofoflife.warnerbros.com (Tobis, 22.3.)
Madonna-Ehemann Guy Ritchie ist eigentlich Regisseur und bleibt nach seinem Pseudo-Tarantino-Erstling BUBE, DAME, KÖNIG GRAS (LOCK STOCK AND TWO SMOKING BARRELS) beim vertrauten Muster: SNATCH gefällt sich wieder mit hektischer Clip-Ästhetik, Schenkelklopf-Humor, versprengten Stars (Brad Pitt) und hippem Soundtrack. Da nützt auch der seit FEAR AND LOATHING… wieder schlanke und sexy Benicio del Toro nix, aber den sieht man ja nächsten Monat sowieso in TRAFFIC … http://www.snatch-themovie.com (Columbia TriStar, 22.3.).

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aus De:Bug 37

Kinonews Ingrid Arnold ingrid.arnold@gmx.net HAVANNA MI AMOR Spätestens seit Wim Wenders’ Werbefilm für seinen alten Kumpel Ry Cooder kann man die Platten des Buena Vista Social Club kaum noch guten Gewissens hören. Und nun haben es auch alle nachfolgenden Kuba-Filme erst mal schwer, nicht nur als Wellenreiter verdächtigt zu werden. Uli Gaulkes Dokumentarfilm um Liebe, Telenovelas, Liebe, kaputte Fernseher und wieder die Liebe ist auf jeden Fall sehenswert. Bekannte musikalische und Zigarren-Klischees werden vermieden, und am Ende ist Havanna doch wieder eine wunderschöne Stadt voller liebenswertester Menschen (Salzgeber, 29.6.); http://www.havannamiamor.de. PERFECT BLUE Der Popstar Mima verläßt ihre Girlgroup und will Karriere als Schauspielerin machen. Doch der Laufbahnwechsel macht sie unsicher, zumal weder ihre Fans noch ihr Management wirklich hinter ihr stehen. Als dann noch eine vermeintliche, virtuelle Doppelgängerin auftaucht und auf einer Website ihr Leben bis ins Detail preisgegeben wird, wird Mima immer paranoider. Wer beobachtet sie? Wem kann sie noch trauen? Fiktion und Realität vermischen sich … Der Anime des Comic-Zeichners Satoshi Kon, eines Schülers von Katsuhiro Otomo, erinnert in seiner auffallend vielschichtigen Story an Brian De Palmas 80er-Werke (BLOW OUT, BODY DOUBLE) und ist eine echte Entdeckung (REM, 6.7.); http://www.rapideyemovies.de. Qual der Wahl Chaos im Tower: Im Fluglotsen-Milieu spielt Mike Newells neue Komödie TURBULENZEN mit dem unvermeidlichen John Cusack sowie Billy Bob Thornton, Angelina Jolie und Cate Blanchett. (Fox, 29.7.) Auf T2 und ID4 folgt nun M:I-2: Nach Brian De Palma gehen Tom Cruise und Ving Rhames nun unter der Regie von John Woo auf “Mission Impossible”. Der Plot kann nach dem zu erwartenden Medienwirbel bis zum Start als bekannt vorausgesetzt werden – oder man geht zu http://www.missionimpossible.com (UIP, 6.7.). Joel Schumachers FLAWLESS (MAKELLOS) glänzt mit Philip Seymour Hoffmann (BOOGIE NIGHTS, HAPPINESS, MAGNOLIA) als Dragqueen – und Robert de Niro als Objekt seiner Begierde (Kinowelt, 6.7.). Aus Dänemark kommt eben nicht nur “Dogma”: IN CHINA ESSEN SIE HUNDE ist laut Verleih “fröhlich finstere Grotesk-Thriller-Action” (TiMe, 6.7.). NEXT FRIDAY ist des Sequel zu F. Gary Grays 95er FRIDAY, wieder mit Ice Cube und gutem Soundtrack (Kinowelt, 6. 7.). Zu späten Kinoehren kommt CUBE von 1997, vor zwei Jahren erfolgreich auf dem Fantasy-Filmfest getourt. Klaustrophobische Paranoia aus Kanada (Constantin, 13.7.). Wolfgang Petersen greift in seinem neuesten Hollywood-Werk DER STURM auf das erprobte THREE KINGS-Team George Clooney und Mark Wahlberg zurück. Diesmal geht’s nicht um irakische Kriegsbeute sondern um ein Wetterphänomen im Nordatlantik (Warner, 20.7.). Disney will an seinen Klassikern neu verdienen, FANTASIA 2000 ist das Remake der Animations-Revue von 1940, wieder sind es Interpretationen vor allem klassischer Musikstücke. Mickeys “Zauberlehrling” ist als einzige Episode des Originals nochmal dabei (Buena Vista, 20.7.). Die Komödie GLAUBEN IST ALLES um einen Priester und einen Rabbi, die in dasselbe Mädchen verliebt sind, wurde in den USA mehr als freundlich aufgenommen. Interessant auf jeden Fall, weil es das Regiedebüt des Schauspielers Edward Norton ist, an seiner Seite spielen Ben Stiller und Jenna Elfman (Constantin, 20.7.). Patricia Rozema (DER GESANG DER MEERJUNGFRAUEN) hat eine etwas andere Jane Austen-Verfilmung versucht, MANSFIELD PARK ist humorfreier Stoff für Liebhaber endloser Melodramatik, angereichert mit ein bisschen Sozialkritik (Kinowelt, 20.7.). Worum auch immer es in ME, MYSELF AND IRENE geht, es ist der neue Film der Farrelly Bros. (THERE’S SOMETHING ABOUT MARY), könnte also wieder sehenswert sein, und Jim Carrey ist auch dabei (Fox, 27.7.).

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