Text: riley reinhold aus De:Bug 13

Wohnzimmermusikmit Klangwart Riley Reinhold rrr@de-bug.de Klangwart ist eine bisher in Szenekreisen unbekannte Kölner Formation, die aus dem Elektronik-Duo Markus Detmer und Timo Reuber besteht. Ihre vor einigen Monaten veröffentlichte “Inkiek” Maxi CD unter dem Namen “Klangwart” erweitert das Spektrum elektronischer Musik in Köln um eine weniger konzeptionelle, dafür aber sehr intensiv “erarbeitete” und erlebte Version einer metapherlosen, freundlichen Form von ruhigem Minimalismus, der seine Einflüsse zu einem Großteil aus der Musique-Concrete zieht. Dabei ist wichtig zu betonen, daß ihre introspektive, privatisierte Ästhetik weit mehr, nennen wir es “meditative”, Qualitäten besitzt, als eine abstrakte Sound-Collage schlechthin zu vermitteln mag: “Unsere Musik will in erster Linie gar nicht abstrakt sein, sie ist vielmehr ein ganz persönliches Statement, eine Art Seelenschau.” Auf Inkiek, was soviel wie Innenschau bedeutet, regiert ein abstraktes, Trend-unabhängiges Verständnis von Harmonie und Rhythmus, welches dennoch einen langanhaltenden Blick in Richtung Krautrock nicht zu verhindern weiß. In einer verspielten, fast “kumpelhaften” Art tümpeln sich hier verschiedenste Frequenzbereiche in einer improvisierten Gestalt, die es dem Hörer ermöglichen, sich in der Musik zu verlieren oder zumindest Bruchstücke für sich mit nach Hause zu nehmen. Markus Detmer und Timo Reuber möchten sich keiner Kategorisierung verschreiben, lassen aber den Begriff Echtzeit-Musik gelten. “Unsere Musik ist voll improvisierte Musik. Sie ist nicht programmiert! Der organische Charakter ensteht dadurch, daß wir aufeinander reagieren und Sounds und Geräusche aus der nahen Umgebung einfangen. Wir benutzen keine wirklichen Samples, sondern schalten z. B. Geräte an und aus.” Der auffällige Projektname Klangwart ist nicht, wie man vorschnell denken könnte, Ergebnis einer strengen Definition ihrer selbst, sondern ist aus der Ausgangsvorstellung einer Tankstelle entstanden, wo “…der Klangwart der Musikarbeiter ist, der die Leute mit Klängen versorgt”. Bei seiner Arbeit als Produzent kann Markus Detmer auf ein breites Spektrum verschiedenster elektronischer Musik zurückgreifen, ist er nebenbei noch Betreiber des Staubgold Mailorder-Versands, der ein A-Musik-änliches Programm von Platten in kleinem Umfang anbietet. Klangwart Produkte werden über Mailorder und mittelgroße Vertriebe, wie Forced Exposure (USA) und A-Musik (Deutschland), in einer Auflage von 500 Stück vertrieben. Im Februar 1999 planen Klangwart ihre erste LP zu veröffentlichen, die nach ihrer eigenen Aussage weniger introvertiert ist und expressiver nach vorne gehen soll. Kontakt: Klangstelle, c/o Staubgold, Zülpischer Straße 251, 50937 Köln Germany, Tel: 0221-4201925, Fax: 02267-4063, E – Mail: a2581949@smail.rrz.uni-koeln.de

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Elektronische Lebensaspekte.


Text: riley reinhold aus De:Bug 08

Klangwart – Wohnzimmermusik aus Köln Riley Reinhold rrr@icf.de Klangwart ist eine bisher in Szenekreisen unbekannte kölner Formation, die aus dem Elektronik Duo Markus Detmer und Timo Reuber besteht. Ihre vor einigen Monaten unter dem Namen Klangwart veröffentlichte “Inkiek” Maxi CD, erweitert das Spektrum elektronischer Musik in Köln um eine weniger konzeptionelle, dafür aber sehr intensiv “erarbeitete” und erlebte Version einer metapherlosen, freundlichen Form von ruhigem Minimalismus, der zu einem Großteil seine Einflüsse aus der Musique-Concrete zieht. Dabei ist wichtig zu betonen, daß ihre introspektive privatisierte Ästhetik weit mehr, nennen wir es, “meditative” Qualitäten besitzt, als eine abstrakte Sound Collage schlechthin zu vermitteln mag. “Unsere Musik will in erster Linie gar nicht abstrakt sein, sie ist vielmehr ein ganz persönliches Statement, eine Art Seelenschau”. Auf Inkiek, was soviel wie Innenschau bedeutet, regiert ein abstraktes, trendunabhängiges Verständnis von Harmonie und Rhythmus, welches dennoch einen langanhaltenden Blick in Richtung Krautrock nicht zu verhindern weiß. In einer verspielten, fast “kumpelhaften” Art tummeln sich hier verschiedenste Frequenzbereiche in improvisierter Gestalt, die es dem Hörer ermöglichen, sich in der Musik zu verlieren, oder zumindest Bruchstücke für sich nach Hause zu nehmen. Markus Detmer und Timo Reuber möchten sich keiner Kategorisierung verschreiben, lassen aber den Begriff Echtzeit Musik gelten. “Unsere Musik ist vollimprovisierte Musik. Sie ist nicht programmiert! Der organische Charakter entsteht dadurch, daß wir aufeinander reagieren und Sounds und Geräusche aus der nahen Umgebung einfangen. Wir benutzen keine wirklichen Samples, sondern schalten z.B. Geräte an und aus.” Der auffällige Projektname Klangwart ist nicht, wie man vorschnell denken könnte, Ergebnis einer strengen Definition ihrerselbst, sondern ist aus der Ausgangsvorstellung einer Tankstelle entstanden, wo: “…der Klangwart der Musikarbeiter ist, der die Leute mit Klängen versorgt.”. Bei seiner Arbeit als Produzent kann Markus Detmer auf ein breites Spektrum verschiedenster elektronischer Musik zurückgreifen, ist er nebenbei doch Betreiber des Staubgold Mailorder Versands, der ein A-Musik ähnliches Programm von Platten in kleinem Umfang anbietet. Klangwart Produkte werden über Mailorder und mittelgroße Vertriebe, wie Forced Exposure (USA) und A-Musik (Deutschland), in einer Auflage von 500 vertrieben. Für Februar planen Klangwart die Veröffentlichung ihrer ersten LP, die nach eigener Aussage weniger introvertiert ist und expressiver nach vorne gehen soll. Kontakt: Klangstelle, c/o Staubgold, Zülpischer Straße 251, 50937 Köln Germany, Tel: 0221-4201925, Fax: 02267-4063, E – Mail a 2581949@smail.rrz.uni-koeln.de

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