Der Drum and Bass-Produzent Klute setzt seine geballten Produktionsskills gegen den englischen Zwang zur Gute Laune-Konformität ein: 'Fear of People' statt '20 heiße Ibiza Hits'. Hört man seine musikalischen und stellenweise unglaublich deepen Tracks, möc
Text: Sascha Kösch aus De:Bug 40

Doing It Tom Style
Klute

Certificate 18 ist ein wundervolles Label. Paul Arnold, der Labelmanager, ist nicht gerade das, was man sich unter einem Business Man vorstellt. Einer der wenigen im High-Pressure-Business-Feld UK, das immer noch einen nicht gerade unbeträchtlichen Teil seines Bruttosozialprodukts seit den Beatles aus der Musik zieht. Die Acts auf seinem Label, das sich nach wie vor, seit den ersten Releases, zwischen Elektronica und Drum and Bass aufhält, sind Ausnahmen im Business, das keins werden soll. Klute besonders. Dabei entwickelte sich Klute aka Tom Withers vom Punkbanddrummer zu einem der technisch versiertesten Drum and Bass Acts extraordinaire, wobei er im Umgang mit Producern aus anderen Ländern – etwa mit Skunkrock oder Basswerk usw. – locker geblieben ist. Sein neues Album “Fear Of People” legt sich quer wie ein Eisbrecher zwischen die Stildiskussionen, rast einfach mit einer unwahrscheinlichen Präzision los und sagt: ‘Drum and Bass, das bin ich.’ Wir fragten ihn, wo für ihn der Schauplatz Drum and Bass zwischen technologischer Erneuerung, Musikbusiness und täglichem Leben liegt. Er wusste logischerweise die richtigen Antworten.

De:Bug: Es gibt von dir zur Zeit sehr viele Tracks.

Klute: Ja, ich habe viel gearbeitet. Mit dem Touren als DJ musste ich Juli und August aufhören, um meine Ohren etwas auszuruhen. Außerdem habe ich mein Studio redesignt. Ein neues Mixingdesk. Gerade mache ich einen Skunkrock Remix.

De:Bug: Hört man das Studio-Redesign in der Musik?

Klute: Man wird bestimmt, weil man sich ja mit jedem Setup Dinge angewöhnt. Vor allem aber kann ich jetzt mein ganzes Equipment auf einmal bedienen, vorher musste ich immer Dinge aus- und umpatchen. Eine Menge von Dingen, die ich mir vorher nicht antun wollte, könnte ich also jetzt schnell machen. Ich mag es, schnell zu arbeiten, eine Idee sofort umzusetzen.

De:Bug: Man hört das nicht unbedingt.

Klute: Es gibt natürlich auch Dinge, die sehr lange brauchen. Programmieren vor allem. Aber wenn es darum geht, einen Vibe zu bekommen, das geht schnell. Da kann man erst mal ein paar Ideen testen, und wenn sie funktionieren, macht man einen Track draus, wenn nicht, schnell etwas Anderes. Ich wünschte, das könnte schneller gehen.

De:Bug: Wo siehst du dich innerhalb der Drum and Bass-“Familie”? Man hält dich immer für einen der sehr technischen, sehr präzisen Producer. Minimal, vor allem was die Sounds betrifft.

Klute: Schwer zu sagen. Im Grunde mache ich Jungle. Mit dem gleichen Ethos, der gleichen Attitude wie zu der Zeit, als ich damit angefangen habe. So sehe ich das. Was immer kommt, was immer geht, ich mache Soundexperimente, ohne zu seriös damit zu werden. Ich versuche, mir selber zu gefallen. Will man mich mit Bad Company vergleichen, dann habe ich keine Ahnung, wo ich bin. Aber was mich betrifft, ich nenne es “real music”.
Drum and Bass im Moment ist schon lustig. Viele Leute versuchen anderen zu erklären, was Drum and Bass ist und was nicht. Viele von denen, die das sehr laut aussprechen, sind gar nicht mal so lange dabei, um es wissen zu können. Aber gerade das lässt mich sehr viele Stile von Drum and Bass gut finden, weil es immer schon sehr viele unter einem Dach waren. Ich mag Tunes von Bad Company und von…, tja, wer ist am anderen Ende des Spektrums? Ich. Du weißt, was ich meine. Wenn Leute verschiedenere Styles spielen, dann haben sie schnell Probleme mit solchen, die eher gleichklingende Tracks mögen. Es ist stellenweise so Dancefloor-orientiert geworden, dass Leute – selbst wenn sie andere Tracks mögen – sie nicht mehr spielen, weil sie nicht so leicht laufen. Listening Drum and Bass war ja schon immer ein schmutziges Wort. So hört man auf den Dancefloors fast nur noch Rollercoaster-Tracks. Die ich auch mag, aber zuviel ist zuviel.

De:Bug: Festlegung auf einen Stil an einem Abend definiert ja auch immer die Vorstellung von Leuten, was Drum and Bass nun sei.

Klute: Ja. Wenn ich auflege, dann ist es wahrscheinlich, dass Photek und Bad Company zusammenkommen. Das smooth laufen zu lassen, ist schwierig. Aber man riskiert das gerne. So mache ich auch Musik. Verschiedene Styles immer, auch wenn sie von der gleichen Person kommen, was man hören kann.

De:Bug: Du bist nicht so Oldschool beeinflusst wie viele zur Zeit, die man zur anderen Seite von Drum and Bass zählen würde.

Klute: Ja, Oldschool ist eine merkwürdige, lustige Sache. Es ist das erste Mal, dass Drum and Bass wirklich zurückblickt. Das geht ja irgendwie gegen die Idee von Drum and Bass. Neues Equipment, neue Sounds zu versuchen, die so etwas wie: “hey das hab ich noch nie gehört” zurücklassen. Drum and Bass ist eine Community. Es gibt Regeln. So war es immer. Follow The Leader.

De:Bug: Wie kommt es, dass du niemals ausgebrochen bist? Manche Leute machen das ja gerade ausdrücklich. Um etwas damit zu sagen, auch der Drum and Bass Community, z.B. Photek.

Klute: Schwierige Frage. Ich höre ja wirklich sehr viel Musik. Komme auch aus einer ganz anderen Ecke. Aber vermutlich hatte ich einfach nicht die Zeit dazu. Seit dem letzten Album habe ich einfach Klute gemacht. Das nächste Klute-Album sollte auch auf jeden Fall Drum and Bass sein. Du weißt, man mag das. Jetzt bin ich vielleicht etwas offener. Aber mal sehn. Drum and Bass ist so schön strikt. Wenn ich denn dann schon mal was Anderes machen werde, dann bestimmt nicht etwas, das wieder Teil einer Szene ist. Für diesen Part habe ich Drum and Bass. Eine ist genug.

De:Bug: Du machst ja auch sehr viele Remixe, was ein einfacher Weg hätte sein können, ein Vocalprojekt zu machen oder einfach etwas ganz Anderes. Aber zurück zu Drum and Bass. Wenn es immer noch dieses zentrale Element hat, trotz Oldschool, futuristisch sein zu müssen. Neues Equipment auszuloten usw., wohin kann es dann gehen?

Klute: Ich weiß es nicht. Einige Leute sagen ja, Oldschool ist therapeutisch. So in der Art, wie man Vergangenes erst noch mal verarbeiten muss, um weiter zu kommen. Es ist schwierig. Die Technologie ist so expandiert, dass man mehr und mehr Überraschungen erwarten würde. Vor 5 Jahren, da gab es nicht so viel Technologie. Da konnte ein einfacher Filtersweep auf den Drums total “Wow” klingen. Ich erinnere mich, als Dillinja seinen S3000 gekauft hatte. Alle Tunes, die damit rauskamen, waren einfach unglaublich. Heutzutage ist das schwerer geworden.

De:Bug: Die Dynamik ist auf jeden Fall immens raufgegangen. So als wären erst mal alle Programmierer gewesen und dann kollektiv Soundingenieure.

Klute: Das ist aber auch etwas mit einem merkwürdigen Beigeschmack. Das erinnert einen doch an Trevor Horn in den 80ern, der endlos über “unglaubliche” Produktion schwafelte. Was den Soul irgendwie aus der Musik nahm. Ich höre mir da lieber filzige Reggae Platten an. Das ist schlecht aufgenommen, hat aber einen Vibe.

De:Bug: Aber man hört es dann doch. Auch auf deinen Tracks.

Klute: Man kommt nicht drum herum. Ich kann eine gute Produktion wie z.B. die von Optical ja auch schätzen. Aber wenn man sich dagegen neue Digital Tracks anhört, die sind so raw und trashig, aber dennoch auch so großartig. Vielleicht sagen einige, Drum and Bass sollte sich splitten.

De:Bug: Aber schließlich macht man nicht erst die Regeln und dann passiert es. Warum heißt dein Album “Fear Of People”? Das ist schon seltsam oder?

Klute: Erstmal ist es natürlich kein paranoider Name. Es gibt eine gewisse Art von Humor darin. Das Musikbusiness dreht sich ja immer nur um’s Haben-Wollen, um Leute wie Pete Tong vom einflussreichen Radiosender BBC One usw. Eine Attitude, die Shit nach Shit rausballert und Leute mit ihrem Marketing beherrschen will. “Fear Of People” sollte dagegen etwas Antisoziales ausdrücken. Der Gegenpol zu “20 heiße Ibiza Hits”.

De:Bug: Und andererseits von People als einer Art Human Resource sprechen?

Klute: Ja, in gewisser Weise. Es ist ein vielschichtiger Name. In London gibt es obendrein noch eine Menge Angst in Leuten, die man auch forciert. Verpasste Gelegenheiten, Angst vor Versagen. Diese Art. Ein wenig soziologisch, vielleicht, eine Sichtweise auf etwas Komplexes, aber eben nicht paranoid, depressiv oder so.

De:Bug: Uplifting ist es aber nun auch nicht gerade.

Klute: Es hängt davon ab. Das kann auch Spaß machen. Es kommt sicher auch mein Background ein wenig durch. Der Normalität in Dancemusik den Finger zeigen. Dort, wo jeder so seriös ist. Und beschäftigt mit Ibiza.

De:Bug: Dem englischen Albtraum.

Klute: Wo jeder “sooo” erfolgreich ist und es allen “sooo” gut geht. Alles ist great.

De:Bug: Du hast auch Tracks mit Heiner Kruse vom deutschen Drum and Bass-Label Basswerk produziert.

Klute: Ja, einer von denen ist auch auf dem Album. “Chicks”. Wir haben uns einfach vor ein paar Jahren bei einer Pressesache in Köln getroffen. Er lud mich ein für Basswerk, und ich mag Köln, mag dieses Basswerk Ding, weil sie einfach sind, was sie sind. Einige halten das für nicht “wirklich” Drum and Bass, aber es ist so, weil sie es tun. Es sind gute Leute. Nicht zu beschäftigt damit, den “englischen” Weg zu gehen.

De:Bug: Man hat aber in anderen Ländern auch nur diese beiden Möglichkeiten. Beobachtest du die technischen Neuerungen genau? Die Pluginwellen usw.

Klute: Ja. Und obwohl das gesamte Computeraudio-Ding sehr interessant ist, bin ich damit nicht so glücklich. Ich finde, dass es nicht gut läuft. Ich benutze es auf meinem Mac, alle Plugins, die ich kriegen kann, und Sampleediting. Aber darüber hinaus, Virtual Instruments und all das, hat längst nicht die Stabilität und den Sound von Synthesizern. Ich mag allerdings physische Boxen. Computer könnten einiges besser designt werden. Was wohl auch in Arbeit ist. Ich stehe nicht besonders drauf, dass die Leute forciert werden sollen, so zu arbeiten, weil die Magazine ihnen das vorschreiben, das promoten wie die Hölle. Hört man sich Samples auf einem Mac an und dann das gleiche auf einem Sampler, das klingt immer noch anders. Ich hätte gerne PlugIns für den Sampler. Ich würde mir wünschen, dass Software Designer sich mehr darum kümmern würden, dass die Produkte dann auch funktionieren, als sich um Shippingdates und Design zu kümmern.

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Elektronische Lebensaspekte.


Text: daniel savine aus De:Bug 13

Im Bann der Wasseradern: Klute Von Perlonstrümpfen und Viehhandel Daniel Savine Donnerstag, 11 Juni, ich und Tom Withers aka Klute lungern in meinem heimischen Garten, nuckeln an ein paar Bier und hören ein paar neue Tracks, als plötzlich das Telefon klingelt. Es ist Sascha, von De:Bug. “Daniel, ich hab gehört Klute wohnt gerade bei dir, kannst du vielleicht ein Interview mit ihm machen?”. Nachdem ich versucht habe ihm zu erklären, daß das keine so gute Idee ist, gab ich schließlich auf und willigte ein. “Wann brauchst du das Interview?” fragte ich ihn, und die Antwort war: “Sonntag Abend”. “Auf keinen Fall,” denke ich, der bekommt es am Dienstag, denn, wie ihr wisst ist gerade World Cup Time, und ein Mann muß schließlich immer auf dem Laufenden bleiben. Tom Withers ist ein Old School Musiker. Ich meine, einen mit richtigen Instrumenten, einer der Hotelräume trasht und ständig auf Tour ist. Tom war Drummer in der Hardcore Band ‘The Stupids’, die bei Vinyl Solution waren, bevor es ein dancy Label wurde. Die Stupids waren auf ihre eigene Art irgendwie schon groß, was Tom ermöglichte, einen grossen Teil der Welt zu sehen. Nachdem sich die Band 1991 aufgelöst hatte, zog er in die Staaten um, was den Vorteil hatte, daß er chillen konnte und die bösen Bandauflösungsvibes an ihm vorüberzogen. Zu dieser Zeit spülte gerade der Sound der englischen Raveszene an die Küste Amerikas, ein neuer Sound für Tom, der den schlafenden Musiker in ihm weckte. Nachdem er losgezogen war, um sich einen Sampler zu kaufen, begann er zu produzieren. Wieder zurück in England, landete er in seiner Heimatstadt, traf sich mit Paul Arnold von Certificate 18 und der Rest ist, wie man sagt, Geschichte. Tom veröffentlichte als Klute auf Certificate 18, Override auf Ninja Tunes und Octopus, Brasswolf bei Moving Shadow, Phume auf Crammed Discs und demnächst als Sceptre auf dem noch relativ neuen Partisan Label. Seine nächste Certificate 18, eine LP, sollte gegen September in den Shops sein. Unsere kleine Unterhaltung fand über einer Tasse Tee statt, ein paar Minuten bevor wir zur Moving Shadow Labelnacht in Heidelberg fuhren. Mit dabei: Dom Angus, euch besser als Dom & Roland bekannt und natürlich Tom, der im täglichen Leben genau so ist, wie im Interview: 100% easy. De:Bug: Wie kamst du von Punk zu Drum and Bass? Klute: Ich dachte, das wäre ein einfacher Weg Geld zu machen. De:bug: Yeah. Klute: Ich hab in der Stadt mit Aktien (Viehbeständen) gehandelt und dachte, ich könnte mein Einkommen um ein paar hundert Riesen erhöhen – durch den Verkauf von 12″es. De:bug: Tatsächlich. Ich denke, das war eine smarte Idee. Was hast du in L.A. gemacht? Klute: Ich hab gearbeitet bis ich gefeuert wurde, und da ich vollkommen ausgefreakt bin, daß ich gefeuert wurde, habe ich genug Geld durch Enthaltsamkeit gespart, um einen Sampler zu kaufen. De:bug: Dann gingst du aber zurück nach England. Klute: Ja, 93. De:Bug: Darf ich Dir mal eine seriöse Frage fragen? Was ist in Ipswich eigentlich los, all diese Gerüchte über Drum and Bass Producer. Hat das was mit dem Flour im Wasser zu tun? Klute: Nein, nein, das sind die negativen Wasseradern. Darüber reden sie alle in Ipswich. De:Bug: Das hat aber jetzt nichts mit Bauer Giles, der seine Bewässerung plant, zu tun, oder? Klute: Nein, das ist deeper, Mann. Die Erde liegt doch auf so einem Netz, hat man mir zumindest gesagt, und dieses Netz, das besteht aus sogenannten Wasseradern, und da fließt die Energie durch, die von da oben kommt und sich hier unten in den Wasseradern ausbreitet. De:Bug: Und wo sind denn die positiven Wasseradern? Klute: Da wo sie keine gute Musik haben. Wie Bedford. Es kam noch nie gute Musik aus Bedford. De:Bug: Doch doch, Sonar Circle auf Reinforced sind aus Bedford. Klute: Ok, dann eben nicht Bedford. Sagen wir Sheperds Bush. Daher kommt nur Scheiß Musik. Was für gute Musik soll schon aus einem Bush kommen. Dom: Versuchs es erst gar nicht. (Anm: Dom, euch besser als Dom & Roland bekannt, kommt aus Sheperds Bush.) De:Bug: Also du hast angefangen mit Paul bei Certificate 18 zusammen zu arbeiten, während du auf einer Überdosis Mars Schokoriegel, Fluorid und positiven Wasserlinien unter dem Namen Klute dahindämmertest? Klute: Ich hab nicht bei ihm unterschrieben oder so. Ich hab nur zugestimmt, bei ihm zu veröffentlichen. Es war eine Szene wie jede andere. Ich dachte Rupert (The Photek, Anm. d. Red.), Digital, The Spirit und Origination, das ist doch schon so etwas wie Konzentration. Wir hatten auch ein paar Shops damals. Jetzt ist es nur noch einer. De:bug: Habt ihr alle zusammengearbeitet? Klute: Nicht wirklich. Rupert und Rob haben bei Rude Boy Record rumgemacht, aber ab und an waren sie auch bei Paul. De:Bug: Dein Sound ist fortgeschritten, sowieso, aber ich denke in den letzten sechs bis sieben Monaten ist es richtig hart geworden. Klute: Ich denke nicht. Ich habe immer schon alles mögliche gleichzeitig gemacht. De:Bug: Dann bist du also nicht auf einem Punkrock Trip? Das Plate, die ich mir gerade geschnitten hab… Klute: Auf die LP kommt noch härteres. Da ist eh nicht soviel softes drauf. Ich habe einfach sehr straight gearbeitet, und dann die schlechten Tracks rausgenommen. De:Bug: Jeder kickt eine LP raus, und du hast richtig Pech, weil deins zusammen mit dem von Grooverider und dem von Dom rauskommt. Klute: Das hab ich nur so gelegt, damit ich auch wirklich so bin wie jeder. De:Bug: Wie arbeitest du, eher als Musiker oder als Programmierer. Klute: Ich bin einfach nur normal (?). Ich sitze über ein paar Loops und versuche daraus was zu bauen. Manchmal jamme ich mit dem Equipment. De:Bug: Benutzt du als Drummer selbsteingespielte Breaks? Klute: Ja, erst spiel ich sie, und dann räum ich sie auf und mache sie tighter. De:Bug: Welche Platten haben dich dazu gebracht, solche Musik zu machen? Klute: Sowas wie Project 1 von Mark Williams. Oder, damals, Noise Factory, Reinforced Tracks und, und dann ziemlich viele DeUnderground Trax, Cool & Flex und sowas. Und dann die Stücke von Rupert, das war für mich so etwas wie eine Meßlatte. Nicht weil ich ihn kopieren wollte, sondern weil er, mehr als irgendwer sonst, die Dinge immer weiter gepusht hat. Heutzutage kommt man natürlich nicht drum herum von Opticals Stil beeinflußt zu werden. Auch nicht Dom. Dom: Dom spielt hier gar nicht mit. De:Bug: Dom macht bei Interviews nie mit, der sagt immer nur… Dom: Jump Up! Klute: Ich wollte eigentlich sagen, daß Dom auch so etwas wie eine Inspiration ist. De:Bug: Eher so seit neulich, oder schon länger? Klute: Ich kann mich nicht mehr dran erinnern, wann das anfing. Seine frühen Sachen auf Saigon mochte ich nicht. Was ich jedenfalls sagen wollte, Inspiration ja, aber Kopie nein. Dom: Wohin geht Drum and Bass in der Zukunft? Klute: Tiefer schwerer Bass. De:Bug: Schau an, ein neuer Weg für Klute, denn so klang er bislang nicht. Klute: Ernsthaft. Ich glaube, das ist ein sehr starker Stil, und ich werde ihn weiter pushen. England hatte so etwas noch nie zuvor .Ich denke, es dreht sich ums Leben vieler Leute und nicht um eine Phase. Ich weiß, daß das jeder sagt, aber es ist so wie ein HipHop für England, das einfach immer weiter geht. De:Bug: Was denkst du über deutschen Drum and Bass? Klute: Großartig denke ich, aber… Dom: Hast du schon mal Panacea gehört? Klute: Nein, nur Bilder von ihm gesehen. De:Bug: Ihr seid aber nicht verwandt oder so, ich stelle da eine gewisse Ähnlichkeit fest. Klute: Niemals!!! Deutscher Drum and Bass ist gut, aber braucht für die Zukunft noch mehr eigene Charaktere. Es gibt einen eigenen Deutschen Sound, den man hören kann, wie ein paar Tracks auf Case Invaders, und natürlich Skunk Rock. Man, Skunk Rock lassen mich an Deutschland glauben. Countamen und dieser Jahla oder so. Dom: Was beeinflusst dich beim Musikmachen? Klute: Sie mal, ich will nur so sein wie alle. Ich bin einfach neutral und kommerziell. Einfach ein netter Typ. Ich liebe alle. Dom: Von mir denkt jeder, ich wär was besonderes, weil ich Musik mache. Klute: Ich nicht, ich bin dumpf und langweilig. De:Bug: Aber zurück auf die Straße auf Tour zu gehen, das reizt dich nicht? Klute: Nein, nicht wirklich. Aber wer weiß, in der Zukunft, wenn es richtig gemacht werden kann. Aber Produzieren interessiert mich mehr. De:Bug: LivePA’s? Ich weiß, daß Dom, da hinten der, in München mal eine gemacht hat, und nach der Show kam ein Typ an und fragte ob das live war. Dom: Der fragte mich, ob ich live gespielt hab, und ich: Na klar, und dann fragt er er mich, wie es kommt, daß die Kabel nicht drin waren. Klute: Du hast doch nicht etwa von DAT gespielt? Oh jeh. Wenn ich eine PA mache, dann ist es natürlich live. Man stellt sein Equipment auf und spielt, wie es sich gehört. Was wollen die Leute? De:Bug: Einige Leute sagen, daß sie ohne große Backing Band nicht Live spielen können. Klute: Was soll denn das? Das ist dann doch ganz andere Musik. Dom: Das ist doch keine Livemusik, dieses Drum and Bass. Klute: Die Leute machen es nur aus kommerziellen Gründen. De:Bug: Laß mich mal nach diesem Playstation Ding fragen. Alle Jungletypen haben doch sowas, und was spielst du so zur Zeit? Klute: Ich habe eine Atari 2600 mit Pac Man. Bin mehr so real weißt du, ich halte den Oldschool Vibe hoch. Ich spiel das und zieh meine Perlmutt Strümpfe an. Dom: Was ist dein Lieblingssport? Klute: Sofasurfing. Ich möchte noch was sagen, an alle Klute Fans: Keep it real. Abgang Klute. ZITATE Dom & Roland: Von mir denkt jeder, ich wär was besonderes, weil ich Musik mache. Klute: Ich nicht, ich bin dumpf und langweilig. Klute: Ich habe eine Atari 2600 mit Pac Man. Bin mehr so real weißt du, ich halte den Oldschool Vibe hoch.

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