Eine subjektive Liste mit unseren Lieblingsprojekten.
Text: anne pascual & marcus hauer aus De:Bug 56

Anemone
Auch im Netz kann man zu mehreren gleichzeitig auf der selben Oberfläche Spuren hinterlassen. Zeichnen, schreiben, krickeln, egal wie, es sieht tatsächlich immer aus wie schönes Chaos. Und der Gedanke, dass dieses “Bild” ein kollektives Produkt ist, gibt dem Ganzen noch mehr Flair.
http://www.anemone.cx

AutoIllustrator
Das automatisierte Zeichentool, mit dem jeder “Designers Republic” nachbasteln kann, ohne lange Wartezeiten. Gib dem Zufall eine Chance!
http://www.auto-illustrator.com

Babel
Ein Datenbrowser von Simon Biggs, mit dem ihr alle möglichen Arten von Webseiten erreichen und durchreichen könnt. Ein bisschen wie bei “Matrix” im endlosen Meer aus Daten.
http://www.babel.uk.net

Carnivore
Mal angenommen, man würde wissen, was das FBI so mit ihrem Carnivore-System aus dem Datenverkehr des Netzes heraus filtert, dann könnten diese Projekte auch darauf aufsetzen. So ist es nur privater Datenmüll.
http://www.rhizome.org/carnivore

Deskswap
Setzt euch des Nachbarn Desktop vor die Nase! Mark Dagget hat sich ein Screen Saver ausgedacht, der Snapshots des eigenen Desktops an alle sendet, die Deskswap installiert haben. Natürlich ohne preiszugeben, bei wem und wann das gerade passiert.
http://www.deskswap.com

Eden Garden 1.0
Und Gott schuf html… sagten sich Entropy8Zuper! Ihr Garten Eden funktioniert wie ein Browser und Code definiert die Grenzen der Welt, soweit die Programmatik. In Wirklichkeit spielt sich das Ganze wie ein gewöhnliches Character-Game, aber hier geht es bekanntlich blumig zu.
eden.garden1.0.projects.sfmoma.org

ElectronicOrphanage
Der Projektraum von Miltos Manetas, bei dem zum Beispiel letztes Jahr videospielende und surfende Kids die Bevölkerung in Los Angeles beim Vorbeigehen erfreuen. Sofern man da überhaupt zu Fuß geht.
http://www.electronicorphanage.com

Feed
Programm, das man mit Daten füttern kann und das einem eine Mischung aus medizinischen, börsianischen und gentechnisch veränderten Visualisierungen zurück gibt.
feed.projects.sfmoma.org

God Bless America
Mitten in der Flut der 11. September-Memorial-Art steht dieses kleine Stück stellvertretend für alle übrigen. Das Projekt ist eine Antwort auf die amerikanischen Radioübertragungen in Afghanistan nach dem WTC-Anschlag und kommt ganz ohne gruselige Photos aus.
http://www.rhizome.org/artbase/2973/godblessamerica

Idealine
Wieder Wattenberg hat ein feines, lebendiges Wellen-Archiv gezaubert, das alle Stränge der Netzkunst miteinander verbindet, findet dankbare Wühlmäuse und macht Spaß in der Bedienung.
http://www.whitney.org/artport/idealine

Map of the Market
Der Klassiker unter den Informationmaps ist von Martin Wattenberg. Immer noch richtungsweisend, weil einfach und gut.
http://www.smartmoney.com/marketmap

Meet in a nice restaurant
Wenn sich Menschen mit Menschen zu einem Medienfestival treffen, wird eigentlich in Form von Vorträgen, Diskussionen, Panels und Ausstellungen ein Update erstellt. Hier macht man etwas ganz anderes: Man isst, trinkt und tanzt. Einfach anmelden!
http://www.meet-in-a-nice-restaurant.org

Oculart
Aufwendiges Projekt mit Unmengen von Schichten und Composings. Ein komplexes Clickabenteuer, bei dem es vieles zu entdecken gibt und zwischen Photoshopbergen und Prozessorengeflüster auch Platz für Ideen war.
http://www.oculart.com

Potluck
Potluck, das ist ein Austausch von Geschenken, bei dem jeder Gast was mitbringt. Bei nutrishnia, einem CD-Rom Projekt von Future Farmers, ist Potluck eine entzückende Sound Mixing Applikation, für die monatlich wechselnde Gäste ein paar Sounds beisteuern. The Sweetest.
http://www.nutrishnia.org/soundapp

PrayStation
Playground des New Yorker Ex-Designers, der seine Arme immer weiter dem Kunstsystem entgegenstreckt. Hier findet man auf jeden Fall unendlich viele Experimente, darunter auch der bereits erwähnte Carnivore Client “Amalgamatmosphere”.
http://www.praystation.com

proce55ing
Eine Programmierumgebung, mit der man Bilder, Animationen und Interaktion erstellen kann und die – wer es genau wissen will – auf einer 2D/3D Java Rendering API aufbaut und OpenGL verwendet. Von den Mitgliedern der Aesthetics + Computation Group um John Maeda.
http://www.proce55ing.net

Re-Move
Keine Monster, kein Kampf, keine Zeitlimit, nur ein Spiel. Will irgendwie objektorientiertes Geplänkel sein, macht aber nichts, weil es wieder die unverwechselbaren minimalen Grafiken zu bestaunen gibt.
http://www.re-move.org

Soda Constructor
Ein Construction Kit für zweidimensionale, drahtige Gefährten. Funktioniert nach dem bewährten Do-It-Yourself-Prinzip. Ein wunderbares Spielzeug, nein, ein wahres Forschungsinstrument.
http://www.sodaplay.com

They Rule
Eine Karte der Seilschaften, die zeigt, wie die Power Elite gestrickt wird. Auch hier sind die FutureFarmers mit im Spiel. Jetzt, da der Netzwerkgedanke zum 1×1 der Betriebswirtschaft gehört, kommen sicher noch ein paar Oligopole dazu. Notwendig, hübsch & clever.
http://www.theyrule.net

Valence
Ein System, das Texte ausliest und so visualisiert, dass sie zu dreidimensionalen Informationsgebilden anwachsen. Ben Frys Projekt wurde zuletzt auf der Ars Electronica bestaunt.
acg.media.mit.edu/people/fry/valence

Wrong Browser
Die Altmeister der Netzkunst. “Jodi” haben für einige Domainkategorien jeweils eigene Browser entwickelt, die sich bei Benutzung auch auf den Rechner übertragen.
http://www.wrongbrowser

0100101110101101
Das Vorzeigenetzkunstpaar aus Bologna hat mehrere Projekte am laufen: Einmal den Virus zur Biennale und zum anderen das “Life Sharing” Projekt, bei dem sie der Welt ihren Rechner zugänglich machen.
http://www.01010010101.org

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Elektronische Lebensaspekte.