Text: anton waldt | waldt@debug-digital.de aus De:Bug 52

Visuelle Medien sollen schlau machen
Bildmedien wie Computer und Videospiele lassen nach Ansicht einer US-Forscherin weltweit den durchschnittlichen Intelligenzquotienten der Bevölkerung steigen. Der verstärkt seit den siebziger Jahren beobachtete Anstieg des IQ habe seine Ursache im Aufstieg der neuen Medien, meint die kalifornische Psychologin Patricia Greenfield. Die Menschen sind laut Greenfield heute aber nicht grundsätzlich schlauer, nur die visuellen Fähigkeiten würden wegen der neuen Anforderungen besser.

Eine Software wird erwachsen
“Hal” ist 18 Monate alt und will in den Park Ballspielen gehen. Sein berühmter Namensgeber hat im Film “2001- A Space Odyssey” in diesem Jahr schon scherwiegendere Entscheidungen gefällt, aber immerhin haben die beiden eine wichtige Gemeinsamkeit: Sie sind Software-“Persönlichkeiten”. Das “Hal”-Programm bestand bei seiner “Geburt” lediglich aus einer Reihe von Algorithmen, die “Belohnungen” als positiv und “Bestrafungen” als negativ einordnen und den Buchstaben des Alphabets zuweisen. Die Firma Ai, die “Hal” kreiert hat und ihn “aufzieht”, hat mit dem Projekt das Ziel, dass “Hal” in zehn Jahren den Turing-Test besteht, der intelligente Maschinen erkennen soll. Bislang ist das noch keiner Software gelungen. Einen ersten Erfolg auf dem Weg zum erfolgreichen Turing-Test hat der kleine “Hal” angeblich schon bestanden: Laut Ai hat ein Kinder-Psychologe, dem Abschriften der Dialoge des Programms mit seinen Betreuern vorgelegt wurden, “Hal” bescheinigt, ein geistig völlig normales und gesundes Kind zu sein.

Ein Buchhändler spielt großer Bruder
Die US-Buchhandelskette Borders will in ihren britischen Filialen die flächendeckende Überwachung der Kunden mittels Gesichterkennungs-Software testen. Borders dürfte damit weltweit die erste Handelskette sein, die ihre Kunden in dieser Art beobachtet und kontrolliert. In den Buchläden soll die “SmartFace”-Technologie der Firma Visionics zum Einsatz kommen, die inzwischen einzelne Gesichter auch in großen Menschenmengen problemlos erkennen kann.

“Stehlen geht schneller als Kaufen”
Warner Music wird nach den Worten von Konzern-Manager Gerd Gebhardt voraussichtlich noch in diesem Jahr die ersten kopiergeschützten Audio-CDs auf den deutschsprachigen Markt bringen. “Wir müssen das tun, sonst haben wir bald gar kein Business mehr”, sagte Gebhardt. Auf das andere Problem der Branche, das kostenlose Herunterladen von Musikdateien aus dem Internet, will Warner Music in den nächsten Monaten mit kommerziellen Angeboten reagieren. Das geplante Web-Angebot MusicNet werde voraussichtlich im Herbst starten, sagte Gebhardt. “Musik legal im Internet anzubieten, erfordert einige Anstrengungen, um den Interessen der Verbraucher, der Künstler und der Musikunternehmen gleichermaßen entgegenzukommen”, erläuterte er weiter. “Ein Auto zu stehlen geht auch schneller, als es zu kaufen.”

Hollywood startet Online-Vertrieb für Filme
Hollywood will offensichtlich ernsthaft in den Online-Vertrieb seiner Filme einsteigen. Fünf der größten Hollywood-Studios wollen dazu gemeinsam ihr Filmangebot im Netz zugänglich machen. Zu den beteiligten Studios gehören Metro-Goldwyn-Mayer, Viacoms Paramount Pictures, Sony Pictures Entertainment, Vivendi Universal Studios und Warner Bros., eine Tochter von AOL Time Warner. Lediglich Walt Disney, Dreamworks und 20th Century Fox sind an dem Vertriebs-Unternehmen nicht beteiligt. Disney wird allerdings innerhalb der nächsten Wochen sein eigenes Video-On-Demand-Projekt via Internet starten.

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Elektronische Lebensaspekte.