Newworldaquaruium, Aroy Dee, Aardvarck, Kid Sublime, Peel Seamus aus De:Bug 96

Newworldaquarium
Jochem Peteri ist mit Aardvarck der dienstälteste Produzent in der Rushhour/Delsin-Labelblase. Unter dem Namen 154 oder auch Roiss 154 veröffentlichte er Anfang der Neunziger zwei Platten auf Eevolute und 100% Pure. Das 154 Album, das vor zwei jahren auf Delsin herauskam, stammte auch aus der Zeit und hätte damals eigentlich auf 100 % Pure herauskommen sollen. Als Jugendlicher war er als Fresh 86 ein HipHop-Kid, bevor ihn der House-Urknall in eine neue musikalische Richtung katapultierte. Seine Tracks sind meist deepe House- oder Techno-Exkursionen, die sowohl im besten Sinne an Basic Channel erinnern als auch ihre ganz eigenen verschlungenen, fast psychedelischen Wege gehen. Mit NWAQ hat er vor einigen Jahren sein eigenes Label gegründet, auf dem er bisher drei Maxis veröffentlicht hat.

Aroy Dee
Aroy Dee ist ein alter Schulfreund von Jochem Peteri. Zusammen waren sie stolze Mitglieder iher Schul-Chemie-AG (oder wie er sagt “Science Club”). Aroy Dee führt seine Lust am Experimentieren auf diese prägenden Erfahrungen im Schullabor zurück. Dinge in die Luft sprengen, Stinkbomben bauen. Alles, was das Jungsherz begehrt. Auf diese Zeit geht auch sein Label und Projektname M>O>S zurück. Die Kurzform für Masters of Science. Seine ersten Tracks veröffentlichte er als M>O>S auf Rushhour und Delsin. Mittlerweile hat auch er ein eigenes, gleichnamiges Label, auf dem er seine sehr dichten, endlos gleitenden detroitigen Techno-Tracks veröffentlicht.

Aardvarck
Die erste Platte von Mike Kivits auf Djax-Up, die Anfang der Neunziger herauskam, wird bei discogs.com noch unter Tribal-House geführt. Da wir sie nicht gehört haben, können wir das weder bestätigen noch dementieren. Mike selber hält sich, was seine Vergangenheit angeht, auch bedeckt und hat sich längst anderen musikalischen Richtungen zugewendet. Mittlerweile sind seine Broken-Beats-lastigen Soundexkursionen mit Jazz- und Detroit-Appeal von Carl Craig bis Gilles Peterson hoch geschätzt. Zusammen mit Steven de Peven, einem weiteren Rushhour-Künstler, bildet er auch die Gruppe Rednose Distrikt, die sich dem Experimentieren an der Schnittstelle von Techno, Broken Beats, Jazz und Cut-Up-Soul verpflichtet hat.

Kid Sublime
Jacob Otten ist das Nesthäckchen bei Rushhour. Mit fünfzehn spielte er in einer Hardcore-Band, fing an zu skaten und entdeckte HipHop für sich. Zwei Jahre später begann er in Amsterdams Fat Beats Plattenladen zu arbeiten und sammelte haufenweise Lob für seine Mix-Tapes ein. Kurz darauf fing er an zu produzieren. Natürlich mit einer MPC. Anfang des Sommers veröffentlichte er auf Kindred Spirits sein Debüt-Album “Basemet Soul”, das vor allem seine Liebe zu HipHop, Funk und Soul widerspiegelt. Zwischenzeitlich war er Teil von Rednose Distrikt, verließ die Band aber, um sich ganz auf seine Solokarriere zu konzentrieren. Mit Jahwell hat er sein eigenes, Rushhour angegliedertes Label, auf dem er seine House-Tracks veröffentlicht.

Peel Seamus
1996 verschickte Marsel van der Wielen ein Demo-Tape mit einigen seiner Tracks an verschiedene Label. Da niemand Interesse an seinem als DSR1 gekennzeichneten Demo zeigte, entschied er sich, selbst ein Label zu gründen und seine Tracks unter dem Namen Peel Seamus zu veröffentlichen: Delsin (einige Jahre später sollte noch sein Elekronika-Label Ann Aimee folgen). Der Rest ist, wie man so schön sagt, mittlerweile Geschichte und das Demo von damals geht für astronomische Beträge bei Ebay über die virtuelle Ladentheke. Zu der Zeit, 1996, betrieb er auch ein E-Zine, das auf den Namen Forcefield.org hörte und sich ganz seiner Liebe zu Detroit-Techno und dessen musikalischen Derivaten widmete. Als Peel Seamus hat er vier Maxis auf Delsin veröffentlicht, die von IDM bis Techno oszillieren. Vor kurzem erschien auch eine Maxi von ihm unter dem Namen Hal Varian auf dem englischen Label New Religion. Zurzeit nimmt der Planet Delsin all seine Aufmerksamkeit in Anspruch, aber weitere Maxis von ihm werden folgen.

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Elektronische Lebensaspekte.