Zündkennfeld auf Ecstasy
Text: Bastian Thüne aus De:Bug 125


So düster hat man sich Musik außerhalb der Gothic-Szene nicht vorgestellt. Sehen doch Spektraldarstellungen von Audiofiles in Wavelab immer aus wie ein Zündkennfeld auf Ecstasy, in dem man hemmungslos umherspringen möchte.

Die abgebildete data sculpture von Benjamin Maus und Andreas Nicolas Fischer erinnert da eher an das Schlachtfeld aus Mittelerde. Dabei verwendeten die beiden Künstler pures Hightech, um Klänge endlich greifbar zu machen.

Die Skulptur “Reflection” ist nicht gefühlte Plastizität, sondern handfestes Plastik. Dank schneller Fourier-Transformation konnten zwölf Schnipsel eines Musikstückes auf einer Zeit- und Frequenzachse dargestellt werden.

Anschließend ein wenig auf die menschliche Wahrnehmung gefiltert und mit einer CNC-Fräsemaschine in Form gebracht, ist die Skulptur, entstanden aus den Wechselwirkungen zwischen Kunst und Technik, ein Musik-“Körper”.

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Elektronische Lebensaspekte.