Mit Webseiten für Levis und Nintendo hat die Londoner Agentur schon ordentlich Wirbel gemacht. Jetzt ist ihre eigene Seite radikal verschlankt worden und zum Java-Himmel avanciert.
Text: Annika Hennebach aus De:Bug 91

Visualisierungen im virtuellen Vergnügungspark
Lateral, Webdesign-Agentur

Die digitale Kommunikationsagentur Lateral aus London schmeißt sich wirklich ins Zeug. Als Anbieter von Webdesign-Entwicklung ist das natürlich auch ihre Aufgabe, aber die Skills der Agentur gehen über reine Seitengestaltung weit hinaus. Für den Relaunch der Seiten von Levis Europa etwa, Hauptkunde seit Laterals Gründung 1996, stürmte sie letztes Jahr geradezu den Vergnügungspark multimedialer Technik. Die zahlreichen Online-Spiele und Gadgets fürs Handy auf der magazinmäßig gestalteten Homepage der Jeanspioniere sind Mitgründe für die renommierten Preise wie Cannes-Löwen, Campaign-Media- oder D&AD-Awards, die an die 30-köpfige Crew von Lateral gingen.

Während Lateral für Levis oder Nintendo seitenweise Onlineauftritte mit aufwändigen Spielereien und Neuentwicklungen gestaltete, lag die eigene Homepage mehr oder weniger brach. “Und sie war echt schlecht“, meint selbst Simon Crab, Kreativdirektor und Mitgründer von Lateral. Die Beantwortung der Frage, wie sich eine Webdesign-Agentur selbst zu präsentieren hat, brauchte einige Jahre Zeit.

Aber die haben sich gelohnt – die Antwort ist gefunden. Laterals ”Javaguru“ Karsten Schmidt programmierte eine innovative, puristische und dabei äußerst übersichtliche Online-Präsentation, die seit Ende 2004 im Netz steht. Hier gilt: Exploring the fields of Reduction.

Auf der zweidimensionalen Seite platzieren sich Hunderte von kleinen betitelten Reitern unter den Oberbegriffen Work, About Us und News. Die pastellfarben abgesetzten Aktenordnernasen erinnern an einen riesigen geöffneten Aktenschrank. Alles ist auf einen Blick auf nur einer Seite zu sehen, alles auf einen Klick zu lesen. Dabei zieht sich der gewünschte Reiter auf und die anderen machen Platz. Während des Hochziehens der ”Aktenordnerseite” wird auf der sich vergrößernden Fläche die Ladezeit durch das aus Tausenden von Pixeln bestehende Logo vertrieben, das vom Cursor auseinander gestäubt werden kann.

Die auf Java beruhende Seite besticht ästhetisch und praktisch durch Simplizität. Kein weiteres Fenster geht auf und Schnickschnack wie PlugIns werden nicht benötigt. Die reine Html-Version wird ab Anfang März ins Netz gestellt.

Das progressive Konzept des Understatements der Webdesigner geht vollkommen auf, und Laterals Neudefinition vom back to the roots beweist: Nichts kann so schön sein wie grauer Büroalltag nach all den Flashüberreizungen.

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Elektronische Lebensaspekte.