Die Debug Bastelstunde // Wir machen Strom // Klar, Energie ist die Mutter aller elektronischen Lebensaspekte und Energieprobleme lösen ist eh der bessere Kick. Also back to the Basics.
Text: Ron Powers aus De:Bug 90

Wissenswert: Etwa bis zum Jahre 1800 kannte man nur die durch Reibung hervorgerufenen elektrischen Erscheinungen. Erst um 1800 schuf Volta die erste elektrische Batterie. Sie bestand aus einer Säule von Silber- und Zinkplatten, wobei jedes Plattenpaar durch ein feuchtes Lederläppchen voneinander getrennt war. Zwischen oberster und unterster Platte herrschte eine elektrische Spannung, die umso größer war, je mehr Platten die Voltasche SäuIe besaß. Diese Batterie gab den Forschern zum ersten Mal die Möglichkeit, Wirkungen des elektrischen Stroms systematisch zu untersuchen. Voltas Entdeckung wurde deshalb von seinen Zeitgenossen auch entsprechend gewürdigt. Der Professor aus Pavia erhielt eine Fülle wissenschaftlicher Ehrungen. können uns Ieicht ebenfalls eine solche Voltasche Säule bastein, um ihre Wirkungsweise kennen zu lernen.

Wir machen Strom 1: Wie auf der Abbildung fügen wir Kupfercents und aus Alufolie geschnittene Scheibchen zu Paaren zusammen. Zwischen jedes Metallpaar kommt ein Stückchen Stoff, das mit Salzwasser ge- tränkt wurde. Wir haben nun eine ähnliche Batterie vor uns, wie Volta sie vor knapp 200 Jahren geschaffen hatte. Wenn ihr an der obersten und untersten Metallplatte je ein Stückchen Draht befestigt, besteht zwischen den Drahtenden eine elektrische Spannung. Wie kann man das feststellen? Leider besitzen wir bei der Debug kein teures elektrisches Messgerät, das uns die Spannung anzeigen könnte. Jeder Mensch trägt aber von Natur aus ein sehr empfindliches Strommessgerät ständig mit sich herum! Dieses Messgerät ist unsere Zunge. Habt ihr schon einmal die beiden Pole einer Taschenlampenbatterie gleichzeitig mit der Zunge berührt? Dann wisst ihr, was ich meine. Total verspultes Kribbeln. Wenn man das macht, fließt nämlich zwischen den beiden Polen der Batterie über unsere Zunge ein elektrischer Strom. Wir spüren an der Zungenspitze einen ganz eigenartigen salzigen Geschmack. Wenn ihr keine 4,5 VoIt-Taschenlampenbatterie besitzt (sollte man aber immer im Haus haben), solltet ihr jetzt eine besorgen, da wir sie für die nächsten Bastelstunden dringend brauchen. Macht zuerst mal den Versuch mit der Zunge. Keine Angst, bei so niedrigen Spannungen ist das völlig ungefährlich. Auch unsere Voltasche SäuIe aus Pfennigen und Alufolie können wir nun mit der Zunge auf Elektrizität prüfen. Wie ist der Geschmack bei zwei oder drei Plattenpaaren? Wie ist er bei sechs bis zehn Plattenpaaren? Spürt ihr, dass der Geschmack immer salziger wird, je mehr Platten man nimmt? Das bedeutet: Die Spannung steigt, je mehr Metallplatten wir verwenden. Baut den LCD-Bildschirm eures IPods aus und versucht, ob ihr mit eurer historischen Batterie das LCD zum Leuchten bringen könnt. (Notfalls mehr Platten nehmen und den Versuch im Halbdunkel machen.)

Wir machen Strom 2: Eben haben wir zwei Metalle und eine Salzlösung verwendet, um einen elektrischen Strom zu erzeugen. Nun wandeln wir den Versuch auf interessante Weise ab: Wir machen ApfeIsinenstrom, KartoffeIstrom und Zitronenstrom (bitte immer saisonale Früchte verwenden). Die Früchte treten jetzt an die Stelle des mit Salzwasser getränkten Stoffstückchens. Wir stecken einige Nägel und Kohleminenstücke (ca. 200-300 Bleistifte bei Ikea mitgehen lassen und dann vorsichtig die Kohleminenkerne aus dem Holz entfernen, braucht etwas Übung) in eine Apfelsine, Zitrone oder Kartoffel und verbinden die Teile so, wie die Abbildung es zeigt. Zwischen Nagel und Kohlemine besteht eine elektrische Spannung, die leider sehr gering ist. Wir können sie verstärken, wenn wir Nagel und Minen wie auf der Zeichnung “hintereinander schalten”. Probiert mit der Zunge, ob ihr wieder die Elektrizitãt “schmecken” könnt. Leider ist der Strom für ein LCD noch zu schwach. Circa vier Zentner Kartoffeln sollten es bringen. In den nächsten Bastelstunden erklären wir euch dann, wie man mit einer solchen Installation eine universelle Ladebasis für Handies, IPods und Digicams bastelt. Auf dann, euer Ron.

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Elektronische Lebensaspekte.