Ha'm wir vollgemacht, das Jahr!Euer Jahr in hierarchischen Listen. Darauf haben wir gerade noch gewartet, ihr Faschisten.
Text: Ihr habt entschieden aus De:Bug 79

Schön durchlesen und dazu lernen für nächstes Jahr.

Beste Alben

01. Ricardo Villalobos – Alcachofa (Playhouse)
02. Lawrence – The Absence of Blight (Dial)
03. T.Raumschmiere – Radio Blackout (Mute)
04. Plastikman – Closer (Mute)
05. Apparat – Duplex (Shitakatapult)
06. LFO – Sheath (Warp)
07. Ellen Allien – Berlinette (BPitch)
08. Zoot Woman – Zoot Woman (Labels)
09. Autechre – Draft (Warp)
10. Alexander Kowalski – Response (Kanzleramt)
11. Jaylib – Champion Sound (Stones Throw)
12. Radiohead – Hail to the Thief (EMI)
13. Rhythm & Sound – W/ The Artists (Burial Mix)
14. Sascha Funke – Bravo (BPitch)
15. Kraftwerk – Tour de France (EMI)
16. Dj Hell – Ny Muscle (Gigolo)
17. Four Tet – Rounds (Domino)
18. Mathew Herbert Big Band – Good Bye Swingtime (Accidental)
19. Missy Elliot – This Is Not A Test (Elektra)
20. Erlend Oye – Unrest (Labels)
21. Agoria – Blossom (Pias)
22. The Rapture – Echoes (Output)
23. Peaches – Fatherfucker (XL)
24. Luke Vibert – Yoseph (Warp)
25. Modernist – Kangmei (Wonder)
26. Chris Clark – Empty The Bones Of You (Warp)
27. Timtim – Lets Pretend Were Going (BPitch)
28. Moloko – Statues (Echo)
29. Moodyman – Silence In The Secret Garden (Peacefrog)
30. Jan Jelinek – La Nouvelle pauvrete (Scape)

Wenn das nicht eine historische Top drei ist. Die ganz großen Konflikte der Popkultur werden hier ausgetragen. Beatles gegen Rolling Stones, sagen wir nur. Lawrence kümmert sich in der Rolle der Fab Four um den sanften Protest für Salonbolschewisten, T.Raumschmiere heizt mit der Bratztechno-Neuerfindung von Jaggers Schandmaul den Generationskonflikt neu an. Pop im Herzen der Diskurslinken führt leicht vor Rock in der Faust der Steineschmeißer. Lachender Gewinner dieses Battles ist Ricardo. Den dürfen wir dann jetzt Tante Rod Stewart nennen? Ansonsten wurde dieses Jahr massiv bunt gewürfelt. Neben den üblichen Verdächtigen konstatieren wir den Einzug von HipHop in eure Bestenliste und gratulieren. Die beste Compilation übrigens:
Perlons “Superlongevity 3”.

Beste Kleine

01. T.Raumschmiere – Monsterdruckdriver (Novamute)
02. LFO – Freak (Warp)
03. Luciano & Quenum – Orange Mistake (Cadenza)
04. Mathew Jonson – Typerope Ep (Itiswhatitis)
05. Justin Timberlake – Rock your Body (Jive)
06. Basteroid – Against Luftwiederstand (Areal Records)
07. Chicks On Speed – We dont play guitars (Labels)
08. Modeselektor – Ganes de frau (BPitch)
09. MIA – Was es ist (R.O.T.)
10. Wighnomy Brothers – Bodyrock (Freude am Tanzen)
11. DJ Koze – The Geklöppel Continues (Kompakt)
12. Freaks – The Creeps (MFF)
13. Outkast – Hey Ya (Arista)
14. The White Stripes – 7 Nation Army (XL)
15. Ada – Believer (Areal Records)
16. Mathew Dear – Dog Days (Ghostly)
17. Beginner – Fäule (Buback)
18. Henrik Schwarz – Chicago (Mood Music)
19. Krikor – Pas de nom (Karat)
20. Robag Wruhme- Kopfnikker (Musik Krause)

Konsequent auf die Zwölf. So sieht es aus bei den Lieblingsmaxis. Mit den richtigen Zwischnetönen, versteht sich. T.Raumschmiere sahnt auch hier ab, unbestritten. Auch hier hat er gegenüber dem letzten Jahr (remember the great swindle?) nochmal zwei Plätze gut gemacht und LFOs militant bleependes Oldschool-Comeback saust uns auch noch immer in den Ohren. Und wenn Outkast früher mit “Hey Ya” rausgerückt wären, oh du heilliger Konjunktiv, dann wäre es wahrscheinlich noch mal spannend geworden da oben.

Bestes Label

01. Kompakt
02. Bpitch
03. Shitkatapult
04. Scape
05. Areal
06. Dial
07. Warp
08. Musik Krause
09. Gigolo
10. Thinner
11. Kanzleramt
12. Stones Throw
13. Perlon
14. Poker flat
15. Playhouse

Deutschland, Deutschland, oder was? Was Kompakt bei den Alben vermissen lässt, holt es als Label dann mit Abstand wieder ein. Fein verteilt quer durchs eigene Land hat es gerade mal Warp von der Insel unter die ersten 10 geschafft. Mit Stones Throw endlich auch mal ein HipHop-Label und Netaudio mit Thinner auf dem Vormarsch. Großwetterlage: minimal bis knarzig, housig bis höllisch, aber bitte mit Dancefloor. So, und jetzt runter mit den Importpreisen.

DJs

01. Dj Hell
02. Ricardo Villalobos
03. Ata
04. Kid Koala
05. Michael Mayer
06. Dj Koze
09. Richie Hawtin
07. Ellen Allien
08. Tobias Thomas
10. Lawrence
11. Jeff Mills
12. Superpitcher
13. Steve Bug
14. Thomas Fehlman
15. Laurent Garnier

Enthüllung! Euer durchschnittlicher Lieblings-DJ ist: männlich (oh Gott, wo wären wir ohne Ellen, die Gewinnerin vom letzten Jahr?), zwischen 40 und 30 (abgesehen vielleicht von Kid Koala, hallo, und Superpitcher, oder sieht der einfach nur so fresh aus?), eher hellhäutig (äh, sorry Jeff), nicht langhaarig und definitiv mit erstem Wohnsitz in Deutschland. Alte Hasen sind gefragt.

Beste Clubs

01. WMF (Berlin)
02. Robert Johnson (Offenbach)
03. Maria (Berlin)
04. Golden Pudel (Hamburg)
05. Click (Hamburg)
06. Watergate (Berlin)
07. Studio 672 (Köln)
08. Harry Klein (München)
09. Rio (Berlin)
10. Flex (Wien)
11. Ilses Erika (Leipzig)
12. Cookies (Berlin)
13. Tresor (Berlin)
14. Subway (Köln)
15. Distillery (Leipzig)

Wenn wir die Nennungen durch Öffnungstage im Jahr 2003 geteilt hätten, dann wäre das Ostgut (Platz 16) mit Abstand erster. So traurig seid ihr alle gewesen. So aber zeigt sich, dass die Klassiker immer noch eine Nasenlänge vor neueren Läden wie dem sagenumwobenen Click, dem eher sporadisch öffnenden Rio oder Kölns Alternative Subway liegen. Der Abstand schrumpft und mehr Clubs sind ja immer gut.

Beste Liveacts

01. T.Raumschmiere
02. Modeselektor
03. Moloko
04. Gusgus
05. Radiohead
06. Peaches
07. Jamie Lidell
08. London Elektricity
09. Remute
10. Kid Koala

Bis auf T.Raumschmiere, der Gewinner des Jahres überhaupt (scheint sich doch zu lohnen, zum Major zu gehen), und Modeselektor, den Aktionistenravern schlechthin, war es dieses Jahr ziemlich ausgeglichen und breit gestreut. Sogar Dinosaurier wie Moloko, Gusgus und Radiohead hatten da gute Chancen. Bester Newcomer mit überraschend vielen Fans da draußen ist wohl Remute. Dass Kid Koala der einzige ist, der sich unter die ersten 10 scratcht, überrascht uns hingegen kein Stück. Nufonia must fall!

Schlechtester Liveact

01. Chicks on speed
02. Scooter
03. 2raumwohnung
04. Peaches
05. Zoot Woman

Irgendwas mit Girls muss wohl dabei sein, oder wie? Chicks waren vermutlich zu oft im Fernsehfeuilleton, wieso sich 2Raumwohnung halten, obwohl euch doch letztes Jahr schon alles klar war, ist schon schwieriger zu erklären. Peaches stiftet mit nahezu identischen Nennungen für besten und schlechtesten Liveact die sympathischsten Kontroversen, und bei Zoot Woman waren wohl einige überrascht, dass es doch Rock ist. Gern auch für schlecht befunden: Kosheen (ist halt kein Drum and Bass), Fisher Spooner (sehen halt immer noch scheiße aus), Wir sind Helden (wer um alles in der Welt geht da hin?), Johannes Heil (gemein!) und Jan Jelinek (wieso?). Einziger Ausrutscher, liebe Leser: Scooter. Das ist doch kein Liveact! Das ist eine Erscheinung.

VJS

01. Pfadfinderei
02. Charlotte Roche
03. Giraffentoast
04. Kavka
05. D:fuse
06. Visomat

Ok, reingefallen, ihr wisst immer noch nicht, was wir mit VJs meinen. Wir erklären also nochmal: Wenn ihr auf der Iris einer Person die Zeilen des Teleprompters lesen könnt, dann handelt es sich definitiv um einen VJ, denn sowas zeigen die im Fernsehen nie (obwohl es wahr ist). Ebenso muss es ein VJ sein, wenn ihr den Fernseher aus habt, ihr im Club seid und an der Leinwand Worte wie Blauton, Aufderlichtung, B31, Impulskontrolle, Lichtsport, Monitor Automatique oder Visuarte zu finden sind.

Beste Software

01. Live
02. Reason
03. iTunes
04. Logic
05. Soulseek
06. Cubase
07. OsX
08. Traktor
09. Photoshop
10. Reaktor

Mit ziemlich großem Abstand hat Ableton auch dieses Jahr wieder abgeräumt. Reaktor ist von Reason um Längen geschlagen worden, und mit iTunes, jetzt auch für PC-User, schiebt sich zum ersten Mal ein MP3-Player sogar noch vor die erste P2P-Applikation. Auch OSX hat sich langsam durchgesetzt. Meine Lieblingssoftware? Mein System. Zumindest konsequent. Ansonsten natürlich liebt ihr von Max/MSP über Buzz, Fruity Loops, Absynth alles, was man so zum Musikproduzieren braucht, und sogar ein einsamer Browser erfreut sich noch ziemlicher Beliebtheit. Welcher? Ja, genau, Mozilla. Aber weder den eigenen Intellekt (welche Version?), noch das T-Online-Telefonbuch noch Audiomilch (mit U, Alter!) können wir gelten lassen. Der Trostpreis geht übrigens an den Leser, der meinte: “Ich hab keine gute Software.” Und wir bedanken uns aufrichtig für diverse Hackertools.

Bestes PlugIn

01. Flash
02. Waves
03. Absynth
04. GRM-Tools
05. Ohmforce

Die DSL-Preistreiberei der diversen Anbieter macht sich bezahlt: Flash rückt von Platz 5 (2002) auf die Pole-Position. Kein Wunder, muss man heute nicht mehr stundenlang auf das geladene Website-Intro warten. Die restlichen Plazierungen zeigen: Debug-Leser sind alle Musiker und lieben es teuer und edel einerseits (Waves) und dreckig klickernd andereseits (GRM-Tools / Ohmforce). Dann macht mal alle Tracks und ladet sie irgendwo hoch, jetzt, da ihr DSL habt.

Video
01. Outkast – Hey Ya
02. T.Raumschmiere – Monstertruckdriver
03. Radiohead – There There
04. Chemical Brothers – Get Yourself High
05. Missy Elliott – Work It

2003 war definitiv kein Jahr für orginelle Videoclips. Vor allem aber keins für gute Clips, die dann auch noch im Fernsehn liefen. Die Zahl der Totalverweigerer steigt ständig. Als einziger Außenseiter hat es wohl T.Raumschmiere gebracht, der fast noch die Heavy-Rotation-Buddys Outkast vom 1. Platz hätte verdrängen können. Gern gesehen ansonsten: LFO, Daft Punk, International Pony, White Stripes, Johnny Cash, Sigur Ros, Goldfrapp und Autechre, wie um alles in der Welt aber jemand drauf kommen kann, dass Kylie Minogues “Slow” ein gutes Video wäre, ist ebenso schleierhaft wie die Frage, wo ihr Carsten Josts “Make Pigs Pay”, Kid606, El-P, Jan Jelinek, Madlib oder Phong Sui Videos gesehen haben wollt.

Webseite
01. de-bug.de
02. google.de
03. spiegel.de
04. discogs.com
05. technoforum.de
06. warprecords.com
07. shitkatapult.com
08. tigersushi.com
09. ebay.de
10. tonspion.de

1000 Dank vom Admin. Content rult wohl 2003, weshalb endlich auch ein paar Labelseiten Ebay den Rang abaufen konnten und mit dem rasant wachsenden Discogs.com ein Datenbank-Neueinsteiger (unerlässlich auch für gründliches Filesharing-Reseach) nach vorne drängen. Tapfer hält sich Tigersushi und Tonspion rockt sich nach oben. Blogger sind wohl einfach zu differenziert, die klassischen Geek-Newsportale ermüden, Design ist ausgestorben, und der Niedergang von Telepolis (nicht eine einzige Nennung) wirklich zu bedauern.

Hardware
01. iPod
02. Powerbook
03. G5
04. iBook
05. Technics 1210

Äh, sollen wir uns umtaufen in MacBug? Sogar der G4 räumt bei euch noch einen beachtlichen Platz ab. Ganz im Zeichen von Oldschool ist die einzige Musikhardware dann auch der gute alte 1210er, weit vor Nordlead, RME, MPC und Microkorg, Finalscratch und Gitarrenverstärkern. Und dabei gibt es doch so schöne Dinge wie (wenigstens ein paar von euch haben einen weitergefassten Hardware-Begriff): Marabou Schokolade, Jojos, Bluetooth-Sticks und Kochtopf. Dass nicht alles voll mit Handygeräteziffern war, sondern nur ein einzelnes einsames “Handy” in euren Polls herumschwirrte, bedeutet wohl eindeutig: Ein Telefon ist keine Hardware, das ist ein Telefon.

Beste Buchautoren
01. Nick McDonnell
02. Michael Moore
03. T.C. Boyle
04. Haruki Murakami
05. Sven Regner
06. Janko Roettgers
07. Joanne Rowling
08. Max Goldt
09. Douglas Coupland
10. Max Barry

Am liebsten stecken unsere Leser ihre Nasen in Romane. Aber – hier nicht sichtbar – auch Dietmar Dath, Jean Phillipe Toussaints neues und selbst Houllebeqs Plattform schaffte es noch unter die Mehrfachnennungen. Beim Lieblingslesen haben zwei Sachbücher die lange Reihe der Romane durchschlagen: nämlich Michael Moore und – wichtiger noch (denn darauf sind wir stolz!) – das Buch von Debug-Autor Janko Roettgers über Filesharing und das Ende der Musikindustrie wurden von euch unter die besten gewählt. Auch weit nach vorne kamen “Plus Minus 8”, in dem Hans Nieswandt aus seinem DJ-Leben plaudert, der Reader “Soundcultures” von Szepanski und Kleine sowie Eckhard Schumachers Popliteraturbuch “Gerade – Eben – Jetzt”. Und los, ab mit den Nasen wieder in die Bücher.

KINO
01. Kill Bill
02. City of God
03. Dogville
04. Findet Nemo
05. Lichter
06. Herr Lehmann
07. Hero
08. Fluch der Karibik
09. Herr der Ringe 3
10. 28 Days Later

Bodycount galore. So flink wie Uma Thurman in Kill Bill ihre Widersacher filletiert, so zackig haben die Jungs in City of God ihre Knarren am Start. Jonny Depp als tuntiger Freibeuter und der Universaldruide Gandalf halten alleine die klassische Hollywood-Flagge hoch, die umweht wird von einer bunten Genremischung. Im letzten Jahr sah das noch um einiges homogener aus.

Bestes Modelabel
01. Carhartt
02. H & M
03. Adidas
04. Diesel
05. Puma
06. Gsus
07. Boss
08. Prada
09. Irie Daily
10. Energie

Unverwüstlicher Schick für mobile Großstädter, schon ein Klassiker. Carhartt hält souverän den ersten Platz. Mit der Wahl von Adidas und Puma seid ihr doch nicht etwa auf dem nationalen “Das Wunder von Bern”-Tripp, oder wollt ihr uns wirklich erzählen, dass ihr den Nike Dunk alle so hässlich findet? Eine mittelgroße Anzahl Leser scheint in der Old Economy zu arbeiten, der siebte Platz für Boss beweist es. Eine noch größere Anzahl an Leser/innen macht sich aber wohl am liebsten gar keine Gedanken über Mode, siehe Platz 2 für H&M. Big Shouts to Irie Daily, dem einzigen Indie der Liste.

Beste Werbekampagne
01. Ikea
02. Playstation 2
03. Nike “Play”
04. Apple iPod
05. Diesel
06. ebay
07. Puma
08. VW Golf
09. Xelibri
10. Lucky Strike
Berlin vor! Klar, dass man bei der Kampagne für die neue Berliner Filiale (wir meinen nicht das Nina-Hagen-Plakat) schwach werden musste. Zwischen den Schweden und der Lucky-Strike-Kampagne, die immer noch alle vier Wochen mit mäßig witzigen Sprüchen an der U-Bahn kleben, tummeln sich alte Bekannte (Playstation, Nike), ein Faux-Pas wie Apples iPod und der unfassbare Xelibri-Spot (wir unterstellen hier frech, dass ihr euch auf den ersten Kino-Spot bezieht). Das wäre unser erster Platz.

Schlechteste Werbekampagne

01. McDonald’s “Ich liebe es!”
02. Saturn “Geiz ist geil!”
03. Müller Milch “Alles wird Becher”
04. O2
05. Makro Markt “Es lebe billig”

Mehr Bohlen ist aber auch echt nicht zu ertragen. Wir schlagen also vor ins Grundgesetz einzutragen, dass 90% der GEZ-Gebühren eines jeden Fernsehgeplagten von den GEMA-Einnahmen Dieter Bohlens bezahlt werden müssen. Die Junge Union wär doch bestimmt für so ‘ne fesche Kampagne zu gewinnen.

Zitat
01. Bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage …
02. Da scheiß der Hund drauf
03. Wir machen aus Scheiße Gold; aber so langsam geht uns die Scheiße aus!
04. Rauchen lässt Ihre Haut altern
Fatalismus ist geil, so scheint es jedenfalls. Kein Wunder bei schnell alternder Haut und Hunden, die den Goldeseln den Job wegnehmen. So kann es nicht weitergehen. Wir hoffen auf ein besseres Morgen.

Verschwörung:
01. 9/11 und alle Folgetheorien
02. Gesundheitsreform
03. Wir sollen alle Superstars werden wollen
04. DJ Hell hat Arnies Wahlkampf finanziert, um sein Logo wieder legal verwenden zu können

9/11 ist nach wie vor das Nonplusultra in Sachen Ressentiment-unterfütterter Verschwörungsparanoia. Keine Projektionsfläche so weit und unerschütterlich. Generell überwiegt der Stammtisch, was bei Verschwörungstheorien nicht weiter verwundert.

Reinfall des Jahres
01. Golfkrieg / Irakkrieg
02. Bush
03. Matrix 2+3
04. Nennungen, die mit “Mein …” beginnen
05. Arbeiten (gehen)

‘türlich,’türlich: Reinfälle sind meistens eine persönliche Nummer. Der größte Reinfall für Brezelanschlag-Erfinder George W. dürfte sein, dass er es im Leserpoll 2003 zum zweiten Mal nur auf den zweiten Platz geschafft hat.

Entdeckungen des Jahres
01. Saddam Hussein
02. Dizee Rascal
03. Matthew Dear
04. VfB Stuttgart
05. Liebe

Debug-LeserInnen sind nicht weniger spürnasig als die Special Forces der USA – mit großem Vorsprung haben sie Saddam Hussein entdeckt. Und da war die internationale Medien-Gemeinde noch nicht mal so explizit aufgefordert wie im Falle Nemo. Den hat immerhin noch einer gefunden. Guter Schnitt, eigentlich.

Schranz des Jahres
01. Bush
02. Bohlen
03. Unangemessene oder diskreditierende Äußerungen über die Kategorie “Schranze”
04. Chris Liebing (“Mittem’ Liebing die Stammpizzeria gemeinsam haben. Mehr Schranz geht nich.”)
05. Monaco Schranz (Extrem frei assoziiert, liebe LeserInnen …)

Im Schranz-Olymp 2003 regierte die ungebremste Männlichkeit: Die Herren Bush, Bohlen und Liebing stehen unangefochten an der Spitze, weiblicher Schranz, so es den in euren Augen überhaupt gibt, bringt es höchstens zu einer Nennung weit hinterm Komma. Betrifft aber auch nur notorische Polarisiererinnen wie Chicks on Speed und Angela Merkel.

Videospiel des Jahres
01. GTA – Vice City
02. Max Payne 2
03. Tetris
04. Tony Hawk Skateboarding 4
05. Pro Evolution Soccer
06. Zelda
07. GTA 3
08. Fifa 2004
09. Space Invaders
10. Pong
Konsensentscheidung bei den Games. Dass “Vice City” der absolute Liebling in Daddelkreisen ist, dafür brauchten wir nicht in den Kaffeesätzen hier im Büro zu lesen versuchen. “Max Payne 2” als Nummer zwei dürfte auch keine große Überraschung sein. Ganz im Gegensatz zum Oldschool-Witz Tetris. Da waren wohl einige Poll-Rabauken unterwegs.

Lebensaspekt des Jahres
01. WLAN
02. iPod
03. Musik
04. MP3
05. Soulseek
06. Weblogs
07. iTunes
08. Technics MK 1210
09. DSL
10. DVD

Da dreht sich die Musikindustrie doch im Grab, wenn sie das liest. Das sind ja nun wirklich die tödlichen 5 Samurai des Musiktauschens, die da die ersten Plätze abräumen. Und was tut ihr in eurer Freizeit? Noch mehr Netz und Musik, und wenn gar nix mehr geht, eben rüber in die Videothek? Falls es euch interessiert, die nächsten 10 Plätze drehen sich um genau das Gleiche. Netz und Musik, wir haben verstanden. Die klarste Message des Leserpolls.

Design des Jahres:
01. iPod
02. Apple G5
03. Neues De:Bug Layout
04. Sony Ericsson
05. Street Art

Klein aber MP3. Minimalismus scheint gefragt. Soviel hat sich beim neuen iPod ja nun nicht geändert dieses Jahr, und die kuschelbunten Minis könnt ihr ja wohl nicht meinen, da war die Leserpolltür schon zu. Den Handymerger habt ihr dafür gut erkannt. Aufsteiger des Jahres ist aber mit Sicherheit die Straße. Unser Layouter merkt noch an: Bei uns stehen die G5s unterm Tisch. Obendrauf das Bier. PS: “The aim of design is to define space” gilt nicht, ihr Pfadfinder.

In Debug gibt es zuwenig:
01. Reviews
02. Netaudio
03. Frauen
04. Politik
05. Mode
06. Kunst/Design
07. Hiphop

Debug-Lieblingsthemen:
01.Musik mit allen erdenklichen Zusätzen
02. Reviews
03. Netaudio
04. Google-Story
05. A Better Tomorrow
06. Copyright

In Debug finde ich doof:
01. Nix
02. Das Format
03. 5-Sterne-Review-Wust
04. Sprache zu verstiegen/freakig/(möchtegern-)akademisch
05. Mode
06. Keine CD-Beilage

Puh, Debug-Leser sind nicht schizophren. Stellt man “zuwenig”, “Lieblingsthemen” und “doof” nebeneinander, ergibt sich ein kongruentes Bild. Musik ist euer Leitmedium, noch immer, geht halt am unmittelbar heißesten den Körper runter. Aber ein bisschen ausdifferenzierter hättet ihr unseren Begeisterungs-Rap bei den Reviews schon gern. Mensch, wollt ihr bei der Hand genommen werden … Aber unser Zeitungsformat in die Hand zu nehmen, ist vielen zu unbequem. Dabei weiß doch jeder: Wer schön sein will, muss leiden! Der Tonträgermarkt gestaltet sich um, ihr reitet auf vorderster Spitze mit: Netaudio hat euch so brennend hinter dem Ofen vorgelockt wie sonst kaum was. Geht uns auch so, wir bleiben dran. Das Interesse daran, mit welchem Fummel euer Körper behängt ist, spaltet euch in zwei Lager. Die einen wollen’s wissen, die anderen kaufen blind bei H&M. Das zeigt der fünfte Platz für Mode sowohl in der Rubrik “doof” als auch in “zuwenig”. Wir leisten Aufbauarbeit.

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Elektronische Lebensaspekte.