Logic Control ist nicht nur ein Hardware Mixer Interface für Logic Platinum, es dient vielmehr der fast kompletten Fernsteuerung aller Funktionen über hochwertige Tasten, Potis und Motorfader.
Text: Benjamin Weiss aus De:Bug 61

Logic Control
Hardwarecontroller für Logic und mehr

Übersicht
Die Basiseinheit der Logic Control besteht aus einem Desktop Gehäuse mit neun Kanalzügen, einer Steuereinheit mit Jogshuttle und Transportfeld, sowie einer umfangreichen LED Anzeige. Beim Einschalten bewegen sich alle Motorfader einmal hoch und wieder runter, was angeblich ein Funktionalitätscheck für die Fader ist, aber eher wie ein ziemliches Poserfeature daherkommt.

Jeder Kanalzug besitzt folgende Elemente: einen berührungsempfindlichen Motorfader von Penny & Giles, je eine Taste mit integrierter Status LED für Mute, Solo, Select und Rec/Ready, eine LED für das Signal, sowie ein sogenanntes V-Poti, ein Endlosdrehregler mit LED Leuchtkranz, der auch als Taste dient. Der neunte Kanalzug ist für den Master reserviert; über ihm befindet sich ein Tastenfeld für das Assignment (Zuweisung von Tracks, EQs, Panning, PlugIns und Instrumenten) und eines für die Faderbänke / Kanäle, die durch die acht anderen Kanalzüge gesteuert werden sollen. Im Transportfeld stehen die üblichen Transporttasten Rewind, Fast Forward, Stop, Play und Record zur Verfügung, darunter eine Taste für Scrubbing und der Jogshuttle, mit dem es sich bequem durch das Arrangement fahren lässt. Neben diesen Transportstandards gibt‘s noch die Tasten für Marker (hier lassen sich Marker setzen und verschieben, sowie zwischen einzelnen Markern hin und her springen), Nudge (zum Verschieben von Sequenzen, Regions oder auch einzelnen Events) und weitere für Funktionen wie Locators und Cycles setzen, den Klick aktivieren und Selektionen austauschen. Links neben dem Jogshuttle gibt es die Zoomsektion, mit der es sich direkt und bequem mit vier Tasten von der Controleinheit aus zoomen lässt. Bei aktivierter Zoomtaste dienen die vier Tasten zum zoomen, ansonsten sind sie für den Cursor gedacht. Die acht F-Tasten unterhalb der großen LED Anzeige dienen dazu, dass man Tastatur und Maus noch seltener benutzen muss: die ersten sieben rufen die ersten sieben Screensets von Logic auf, das achte schließt das oberste Fenster. Bei gehaltener Shifttaste können direkt die verschiedenen Fenstertypen wie Arrange- und Mixerfenster aufgerufen werden. Mit den Tasten der Automationssektion (Read/Off, Write, Trim, Touch, Latch und Group) sind sämtliche Automationsfeatures von Logic implementiert und steuerbar. Die Tasten Trim und Group sind jedoch noch ohne Funktion. Über dem Master Fader kann Global View aktiviert werden: Für verschiedene Ansichten stehen die Tasten Midi Tracks, Inputs, Audio Tracks, Audio Instruments, Aux, Busses, Outputs und User zur Verfügung. Je nachdem welche von ihnen aktiviert wird, repräsentieren die Kanalzüge entsprechende Funktionen. Auch hier gibt es eine noch nicht implementierte Taste: User ist für eine benutzerdefinierte Ansicht und Zuordnung vorgesehen. Die Modifiers Sektion hält Tasten für oft benutzte Umschaltungen bereit (Shift, Option, Control, Alt). Schließlich gibts noch die Utilities, die Funktionen wie Save, Undo, Cancel und Enter bereitstellen.

Performance und Ergonomie
Logic Control macht vom Gehäuse her einen sehr soliden Eindruck, auch die Tasten, Potis und Fader lassen sich gut bedienen und sind nicht zu nahe beieinander. Hervorzuheben ist vor allem auch die informationsgeladene LED Anzeige, die sehr gut lesbar ist und sich bemüht, alle Parameterbezeichnungen auszuschreiben. Auch das Bedienfeld auf der rechten Seite ist sehr durchdacht angelegt und bietet durch eine sehr ausgefuchste und praxisorientierte Tastenanordnung schnellen Zugriff auf alle Parameter. Das einzige was das luxuriöse Feeling ein wenig schmälert, sind die leichten Kratzgeräsche und etwas ruckeligen Bewegungen der Motorfader, die aber keinen Einfluss auf die Funktionalität haben.

Kompatibilität und Erweiterbarkeit
Natürlich funktioniert die Control mit Logic (ab Platinum 5.x), da sie aber in enger Zusammenarbeit mit Mackie entstanden ist, hat sich Emagic freundlicherweise dazu entschieden, eine kleine Software namens HuiEmulator zu schreiben. Die suggeriert dem Rechner, dass er es mit einem Mackie HUI Controller zu tun hat, wodurch alle DAWs, die diesen Controller unterstützen auch mit Logic Control steuerbar sind. Zu den HUI – unterstützenden Programmen gehören momentan Pro Tools (ab 5.0), Digital Performer (ab 3.0) und auch Nuendo (ab 1.53), Cubase gehört allerdings nicht in den erlauchten Kreis der Unterstützer, vielleicht ja weil man die eigene Controller Unit Houston (pikanterweise auch in Kooperation mit Mackie entstanden) verkaufen will. Der Grad der Unterstützung variiert von DAW zu DAW, mit ProTools und Digital Performer habe ich es getestet und es lief gut und genauso schnell wie unter Logic. Einen nicht ganz unerheblichen Pferdefuß gibt es dennoch: Wer den HUI Emulator benutzen will, muss gleichzeitig den Logic Platinum 5 Dongle gesteckt haben, sonst geht gar nichts. Wer mehr als acht Kanäle braucht, kann die Logic Control beliebig mit 8- Kanal Erweiterungen aufrüsten (wobei jede Einheit einen separaten MDI Ein- und Ausgang benötigt), die allerdings pro Stück fast genauso viel kosten wie die Basiseinheit, da die teuersten Elemente (V-Potis und Motorfade) in gleicher Anzahl wie bei der Basisieinheit vorhanden sind. Ein weiteres Modul, der Phat Channel, ist mit einem Haufen V-Potis ausgerüstet und soll vor allem zum noch bequemeren Editieren von EQs und PlugIns dienen; ein Erscheinungstermin des angekündigten Phat Channel stand zum Redaktionsschluss jedoch noch nicht fest.

Alles in allem ist Logic Control natürlich eine luxuriöse Angelegenheit, das Arbeiten mit Logic wird damit allerdings nach kürzestmöglicher Einarbeitungszeit erheblich angenehmer und komfortabler, denn die Integration der Funktionen und die Ergonomie sind wirklich sehr gut realisiert worden. Eine Empfehlung für alle, die viel und oft mit Logic arbeiten, das nötige Kleingeld besitzen und haptisches Arbeiten dem Rumklicken mit der Maus vorziehen.

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Elektronische Lebensaspekte.