Tolle Karten, nicht ganz so tolle Texte.
Text: Anton aus De:Bug 137

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Atlas der Globalisierung
Le Monde Diplomatique

Die dritte reguläre Ausgabe des Atlas der Globalisierung ist selbstverständlich ein Muss für alle Schlaumeier und ein Vergnügen für alle Karten-Fans. Auf mehr als 200 Seiten breitet sich ein neues Panorama unserer Welt in Form von Karten, Grafiken und Schaubildern aus, das genauso zum Stöbern wie zum Einscannen in einem Rutsch einlädt.

In sechs Kapitel gegliedert, von der “neuen Weltkunde” über die “Zukunft der Energie” bis zu den “ungelösten Konflikten des Kapitals”, zeigen die Karten und Grafiken immer wieder erstaunliche Zusammenhänge, erfrischende Perspektiven und denkwürdige Verhältnisse auf, von denen man eigentlich umgehend noch viel mehr sehen will.

Der Haken am Atlas ist – mehr noch als bei seinen Vorgängern – die Textebene. Denn hier werden zu oft zu einfache linke Phrasen gedroschen, im Zweifelsfall sind immer die “Neoliberalen” schuld. Das nervt, insbesondere wenn im Vorwort eingestanden wird, dass die Linke angesichts der Krise keine überzeugenden Konzepte zu bieten hat. Der Atlas der Globalisierung, der im Magazinformat nur 13 Euro kostet, kann trotzdem nur empfohlen werden, allein weil das Konzept immer noch zum Niederknien großartig ist.

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Elektronische Lebensaspekte.