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Text: benjamin weiss aus De:Bug 32

Softwaresynthese, die zweite Steinbergs Model E Oberfläche & Klangerzeugung Die Oberfläche bietet den Steinberg-typischen Emulationsrealismus, ist aber sehr übersichtlich und grossflächig (bald wird sowieso jeder, der einigermassen halbprofessionell mit VST arbeitet und die Instrumente benutzt einen zweiten Bildschirm brauchen) gestaltet und eingeteilt. Ein Model E Plug besitzt bis zu 16 Synthesizermodule mit je drei VCOs, die über separate Midikanäle angesteuert werden können, was ja schonmal nicht von schlechten Eltern ist. Wem das nicht reicht, der kann auch mehrere Model Es gleichzeitig laufen lassen, meinen G3 mit 300 MHz hat das aber immer recht schnell in die Knie gezwungen. Sämtliche Parameter sind natürlich über Midi automatisierbar, aber nun zur Klangerzeugung: die drei VCOs sind in ihrer Oktavlage sehr weiträumig einstellbar, ausserdem gibts noch eine ultratiefe Einstellung für Subbässe und je ein Tuningrad zur Stimmung, die Gesamtstimmung kann durch einen weiteren Regler bestimmt werden. Alle drei VCOs besitzen sechs Wellenformen, die jeweils drei Rechteck/Pulse- und drei Dreieck/Sägezahn-Variationen bereitstellen. Fürs Mischverhältnis der VCOs gibts daneben noch je einen Fader, dazumischen lässt sich zusätzlich noch ein weisses oder rosa Rauschen. Einen wirklichen LFO bietet Model E nicht, dafür lässt sich der dritte Oszillator als solcher benutzen, womit man auch ganz gute Wah-Wahs hinkriegt, ansonsten sind die Modulationsmöglichkeiten ein wenig begrenzt. Jetzt zur Filtersektion: hier hat man die Wahl zwischen 2- und 4-Pol-Filter mit Resonanz bis zur Selbstoszillation, die den Namen auch verdient. Als Regler stehen Cutoff, Emphasis (=Resonanz) und Amount zur Verfügung. ADSR für eine Filterhüllkurve und den Verstärker gibts auch noch, mit der Einschränkung, dass Release nur für den Verstärker in Abhängigkeit vom Decay zur Verfügung steht. Bleibt zu sagen, dass Model E Portamento besitzt, auch mono arbeiten kann und eine übersichtliche Sektion für zentrale Funktionen wie Panorama, Volume und die Navigation zwischen einzelnen Kanälen hat. Performance, Bedienung & Sound Auch bei Steinberg hat man sich Gedanken gemacht, was die Bedienung angeht: alles ist praktisch angeordnet, zwischen den einzelnen Modulen kann per Klick umgeschaltet werden, ohne dass sich ein Haufen Fenster öffnet. Was den Klang angeht, ist Model E durchaus ausgewogen und druckvoll, auch wenn mir persönlich der Sound des Pro-Five (s. DeBug 31) ein klein wenig fetter erscheint, ist das durchaus eher eine Geschmacksfrage, denn die mitgelieferten Soundbänke sind schon ziemlich vielseitig. Besonders schonend für die Ressourcen arbeitet Model E zwar nicht, leistet aber dafür auch einiges mit dem entsprechenden Rechner. Ein wenig mehr Modulationsmöglichkeiten wären allerdings, gerade im Vergleich mit der Konkurrenz, vielleicht ganz nett gewesen. **** Systemvorraussetzungen: Mac OS 8.0 oder höher, PPC 604e 250 MHz, 64 MB RAM Windows 95/98 , Pentium II 266 MHz, 64 MB RAM Info: http://www.steinberg.de Preis: 298,-DM

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Elektronische Lebensaspekte.