Steinberg lobt das neue Cubase-Update in höchsten Tönen. Allein die neue Audio-Engine, die sich Cubase von nun an mit Nuendo teilt, verspricht einiges. Der Konkurrenzkampf geht weiter.
Text: Rawell aus De:Bug 76

Weniger rauchen, mehr freezen
Cubase SX 2.0

Das neue Cubase SX ist da und es trägt die Nummer zwei. Warum? Nicht etwa, weil
Steinberg ab dieser Version ihr Programm entgegen der bekannten Konkurrenz für PC & Mac ausliefert und dies in einem Paket zu einem Preis (beide Versionen liegen dem Paket bei). Nein, es handelt sich mal wieder um ein gewaltiges Update, ein fast neues Programm. Nach der Installation und dem ersten Öffnen wird schnell klar, dass man hier einen weniger rauchen sollte, vieles ist neu und man muss sich in das fast komplett frei konfigurierbare SX 2.0 erstmal reinfinden. Das liegt nicht nur am völlig
überarbeiteten Design, welches sich jetzt an Nuendo anlehnt, auch die Struktur des Programms hat sich verändert. So gibt es z.B. kein Effektrack mehr, stattdessen werden diese als Einzelkanäle aufgerufen, was den Vorteil hat, das sie nun einen eigenen Mixerkanal haben und sich komplett mit EQ’s und weiteren Effekten bearbeiten lassen: Eine Funktion, auf die viele lange gewartet haben. Auch das Transportfeld ist komplett überarbeitet und lässt sich nun frei konfigurieren, um die etlichen neuen Features dem eigenen Bedarf anzupassen. So gibt es jetzt ein Jog-Shuttle, CPU- und Audiolevel-Meter; viele der Grundfunktionen lassen sich von hier schnell und bequem
steuern. Highlight ist natürlich auch die neue Audio-Engine, die von Nuendo 2.0 übernommen wurde und jetzt den ASIO-Standard 2.3 unterstützt. Nach meinen ersten Eindrücken scheint diese übrigens einen Tick smoother und runder zu laufen, als die der Vorgängerversionen. Von vielen sehnsüchtig erwartet : die Freeze-Funktion, mit der Parts CPU-freundlich “eingefroren”, d.h. quasi im Hintergrund gebounct werden können. Allerdings steckt dieses neue Feature in der 2.0 Version noch in den Kinderschuhen, denn leider lassen sich nur komplette Instrumente freezen, egal wieviel Spuren und Ausgänge sie belegen. Wünschenswert wäre es hier, wenn man einzelne Spuren einfrieren könnte. Auch die Effekte profitieren von dieser neuen Funktion noch nicht. Steinberg hat aber versichert, das dies in kommenden Versionen möglich sein wird.

Alle Ein- und Ausgänge lassen sich völlig frei konfiguieren, die Surround-Fähigkeit wurde erheblich verbessert und das fertige Resultat lässt sich nun zumindest im Windows-eigenen WMV-Fomat auch als Surround-Datei exportieren. Sehr angenehm ist die Tatsache, dass Cubase SX als Neuheit einen vollständigen Latenzausgleich für die PlugIns bietet und das auf dem gesamten Signalpfad, inklusive den FX-Returns, Gruppenkanälen und den Aux-Sends. Das neue Mischpult kann man wohl getrost als Kommandobrücke bezeichnen. Sicherlich muss man auch hier erstmal Trockenübungen machen, um all die Möglickeiten zu überblicken, aber es gibt zahlreiche neue, sinnvolle Funktionen. So hat es jetzt einen Eingangs-Gainregler, einen Phase-Reverse Button und verbesserte VU-Meter, Surround-Panner und EQ-Hüllkurven. Auch hier lässt sich alles nach eigenen Wünschen konfigurieren. Das ist jetzt Programm im neuen SX.

Noch kurz erwähnt sei hier das neue Stack-Recording, eine extrem praktische Funktion um z.B. mehrere Takes einer Gesangsaufnahme bequem in einem Editorfenster zu bearbeiten, auch kombiniert mit Midi-Spuren, sowie die neue Time-Warp-Funktion die es ermöglicht, bequem Tempiwechsel in den Song einzubauen.

Die Features der neuen 2.0 Version sind schier endlos und können natürlich alle auf der Steinberg-Site nachgelesen werden. Vorbei die Zeiten, wo man als Cubase-User ab und an neidisch auf die Konkurrenz geschaut hat. Spätestens seit der neuen Version bleiben kaum Wünsche offen und keiner wird hier außen vorgelassen. Nur die Musik muss man halt noch selber machen und das ist wahrscheinlich auch besser so. Ein gelungenes Update.

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Elektronische Lebensaspekte.