Melbeatz ist nicht nur die Beatbauerin und Gefährtin von Kool Savas, sondern hat soeben ein eigenes Produzentenalbum bei dem Berliner HipHop-Label Optik Records rausgebracht. Ihre Beats macht sie inzwischen mit der MPC4000.
Text: Clara Völker aus De:Bug 83

My favorite machines

Akai MPC4000
Melbeatz

DEBUG:
Was ist deine favorite machine und weshalb?
MELBEATZ:
Also ich arbeite mit dem MPC4000, ich hab zwar noch die 2000er, aber damit bearbeite ich nur noch meine alten Beats. Die 4000er hat all das, was ich bei der 2000er vermisst hab. Bei der 4000er kann ich während des Samplens den Beat laufen lassen, ich kann direkt einspielen oder dazu laufen lassen und dann sofort aufnehmen. Und ich kann jetzt mehr Sachen damit machen, ich kann jetzt sozusagen Programme damit erstellen.

DEBUG:
Wie lange hast du denn jetzt schon die 4000er?
MELBEATZ:
Ich war glaube ich die erste in Berlin, die sich die gekauft hat, da hat die auch noch 5000 Euro gekostet. Müssten jetzt plus minus zwei Jahre sein. Davor hatte ich eine ganze Weile die 2000er, so ’98 haben wir die gekriegt. Mit dem S900 habe ich angefangen, den hatten wir auch so ein, zwei Jahre …

DEBUG:
Warum bist du umgestiegen? Die neuen Funktionen?
MELBEATZ:
Naja klar, wenn der Nachfolger kommt, dann müssen da ja schon paar Erneuerungen dabei sein. Die sieht auch voll geil aus (lacht) und ist auch viel größer, also man sieht schon, dass sie auf jeden Fall mehr drauf hat. Die 2000er hat ja so ein Krankenhaus-Beige oder Grau (lacht), ist halt so ein Kasten. Und die 4000er hat ein paar mehr Ecken und so und ist weiß-lila, sie sieht sogar noch besser aus. Und genau, sie hat einen Cinch-Eingang, man kann direkt den Plattenspieler anschließen, das ist auch voll geil. Oh Gott – das sind echt voll viele Sachen, die fallen mir gerade alle gar nicht ein, ich hab bestimmt auch noch nicht alle entdeckt. Es gibt zwanzig verschiedene Voreinstellungen, die Effekte sind glaube ich auch schon drinnen. Die Scheiße ist, dass sie auch nur acht Einzelausgänge hat. Ich dachte: Jetzt kommen die mit 16, und ich glaub, da wär auch noch Platz, ich versteh das nicht und eigentlich wär das das Logischste der Welt, dass die da 16 rein gehauen hätten – aber irgendwie nicht … Ausgänge sind schon das Wichtigste. Das nervt nämlich dann schon immer, das in zwei Durchgängen in den Rechner rüberzuziehen.
Die Belegungen gehen bei der 4000er viel einfacher. Früher musste ich nach ein paar Schritten immer wieder zurückgehen und gucken, wie und wo was liegt, wenn ich jetzt nicht genau wusste, dass das der Sound ist. Hier ist das Display auch viel größer, da ist alles drauf, ein Track sozusagen, da steht gleich drauf, was für ein Filter – äh ne, was für einen Effekt du drinne hast, also welche Bank sozusagen, oder dein Level, und dann sind da auch gleich die Belegungen. Also ich hab die ganzen Sounds untereinander und kann die sofort einfach nur mit zwei Clicks einstellen und umstellen.

DEBUG:
Hast du schon mal versucht, mit etwas anderem als einer MPC zu produzieren, nur mit einem Programm?
MELBEATZ:
Das hab ich früher gemacht, als ich meinen PC noch hatte, da gibt’s ja auch tausend Programme, Fruity Loops, Rebirth – da hab ich ein paar Beats gemacht, aber es macht mir keinen Spaß, mit der Maus so zu arbeiten, das ist mir irgendwie zu …. ich brauch Hardware.

DEBUG:
Wie hat diese MPC deinen Sound verändert im Vergleich zu der davor?
MELBEATZ:
Also auf jeden Fall hört die sich richtig dick an. Die Bassdrums pumpen schon gut, und die Filter sind auch besser. Auf der 2000er konntest du echt nur hoch- und runterfiltern. Vom Sound her ist die auf jeden Fall dicker und dadurch, dass du noch mehr Möglichkeiten hast, halt die ganzen Programme, die ganzen Filter – ich mein’, ich hab nicht alles benutzt oder so (lacht), aber hat sich schon ein bisschen was verändert, ich könnt jetzt nicht sagen, was, aber ich hab mich ja auch entwickelt und sowieso, seitdem ich aus New York wieder da bin, arbeite ich ein bisschen simpler und so, aber das Krasseste daran ist der Sound.

DEBUG:
Wie würdest du sagen, dass du dich vom Klang her entwickelt hast?
MELBEATZ:
Naja. Ich benutz jetzt den Proteus von EMU, weißt du, dieses Wrack, und meine Sounds sind ein bisschen sauberer geworden, weil früher habe ich darauf gar keinen Wert gelegt, “einfach” hat sich gut angehört, da hat man die Sachen ja auch noch nicht in einem großen Studio abgemischt. Jetzt hör ich das, das Rauschen und alles (lacht).

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Elektronische Lebensaspekte.