Helio ist die Rettung für alle MySpace-Kids. Endlich müssen sie nicht mehr zu Hause am Rechner kleben, sondern können mit den Mobiltelefonen von Helio auch unterwegs ohne Einschränkungen auf MySpace zugreifen. Das ist aber noch längst nicht alles.
Text: Sascha Kösch aus De:Bug 103


Mobiles von Helio schöpfen 3G-Technologie aus

Helio, ein amerikanischer MVNO, erklärt man jemandem, der weiß, dass Tchibo in seiner Eigenschaft als Handyvertragsverkäufer für das Netz von O2 auch ein MVNO ist, am besten damit, dass man sagt: Helio ist der Starbucks der Tchibos. MVNOs (Mobile Virtual Network Operators) hierzulande (Aldi etc.) bieten vor allem marginal billigere Preise oder eben einfach andere Preise an.

Helio macht alles in Hui-Flavours, explizit jugendlich, über-stylisch und highend, ergo teuer. Wem Starbucks der Tschibos zu umständlich ist, der kann Helio auch das MySpace-Telefon nennen. Helio hat nämlich tatsächlich zwei in den USA sonst nicht erhältliche (sehr slicke) Telefone und zentral einen 3G-MySpace-Zugang mit allen MySpace-Funktionen (Freunde sammeln, Bloggen, Photos posten, Chatten, Musikhören und Videosgucken, und ja, Blabla auch), die MySpace langsam aber sicher beliebter machen als iPods (Zwischenfrage: Kann mir jemand erklären, warum iTunes nicht mehr MySpace wird?).

Premium-MVNOs, zumal für Stylesäue (so was wie wir eben), sind eine relativ neue Erfindung. Auch in den USA. Korea, das Mekka der Telefonindustrie und an Helio via SK Telecoms beteiligt, denn so etwas wie Helio ist kein Garagenbetrieb, sondern hat über 300 Angestellte, fast 100 koreanische Bonustechniker und ein Startkapital von einer halben Milliarde, hat es vorgemacht. (Der zweite Großunternehmer im Bunde: Earthlink, einer der größten Provider der USA.) Das koreanische MySpace-Equivalent Cyworld ist mobil noch beliebter geworden. Weshalb Helio auch gleich einen Exklusivvertrag mit MySpace abgreifen konnte, der vermutlich in Telekomchefetagen im kommenden Jahr als der heilige Gral angesehen werden dürfte.

Aber mit MySpace ist für Helio noch längst nicht alles gesagt. Helio-Telefone (es gibt zwei namens Hero und Kickflip) verstehen sich bestens mit Yahoo Mail, Searchengine, News-Feeds, Instant-Messaging, etc. alles integriert. Dazu freie Videostreams von MTV, Comedy Central, ABC usw. ja, selbst an Rocketboom haben sie gedacht. MMS und Videomessages sind auch noch inklusive. Klingt das nicht wie das Jugendlichentelefon schlechthin?

Tut es, aber eben nur für Premium-Jungster, denn je nach Freitelefonminuten kostet Helio zwischen 85 und 135 Dollar im Monat. Und da wir, was Handypreise angeht, resolut mindestens ein Jahr hinterherhinken, dürfte ähnliches bei uns bei Erfolg von Helio wohl frühestens nächsten Sommer zu erwarten sein. Aber dann dürften auch hier Premium-MVNOs dafür sorgen, dass nach dem Style- und Technologie-Gap auch hierzulande ein Provider-Gap als Distinktionsmerkmal auf dem Identitäts-Markt der Markenhipster auf uns zukommt.

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Elektronische Lebensaspekte.