aus De:Bug 40

MIKA: The Opposite of Silence
mikaella

Mika sind im Netz ziemlich aktiv und veröffentlichen immer mal wieder exklusive MP3-EPs. Dieses hier war eigentlich noch in der Beta-Phase. Doch De:Bug hat gerne Beta-getestet und Bugs gemeldet, weshalb jetzt die Version 1.0 im Netz ist. Die auch gleich gut anfängt: Rabenwald malt fröhlich weiße Synthiestreifen an den Himmel. Open The Gates To Your Soul erinnert irgendwie ein bisschen an Gus Gus, aber eben Gus Gus mit besserer Kindheit: Statt von den Eltern ständig zu Kunstausstellungen geschleift worden zu sein, durften Mika lange Nachmittage Playmobil-spielend im Kinderzimmer verbringen. Dass sowas gute Laune macht, zeigt auch Enthusiastic, ein echt netter Song mit Hitpotential. Der wahre Hit ist allerdings Jet (Zugvoegel Rmx). Die super-charmante poppige Melodie und so tolle Textzeilen wie „Zwischen den Orten Neues erfahren” wollen einem einfach nicht mehr aus dem Ohr, und der Repeat-Button des MP3-Players darf ewig auf „On” bleiben. Wären da nicht noch Tracks wie Atlas im Prometheus Mix oder Texas, für die man glatt noch mal sein altes Playmobil rausholen möchte. Rein aus Sentimentalität, und weils so nett ist. Toll. Mehr davon.

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Jimi Tenor: Call of the wild (Gus Gus Rmx)
gusgus
A propos Gus Gus: Die Truppe hat sich einen Track von Jimi Tenor vorgenommen. Wobei nicht ganz klar ist, ob Jimi den Remix nicht haben wollte, oder warum er hier unter so obskuren Umständen angeboten wird. Die Seite sieht nämlich ziemlich Ascii-minimalistisch aus, oder wie unsere Freunde von der Computerpresse das formulieren würden: „Das Hauptziel der Seite besteht offensichtlich darin möglichst lesbar Informationen zu vermitteln.” Der Track selbst ist dafür ganz nett. Gus Gus geben aus der eigentlich mal wieder ziemlich schnulzigen Nummer ein ordentlich technoid tiefes Feeling. Dazu noch ein House-Piano, aber zum Glück kein Saxophon. Passt eigentlich erstaunlich gut zu den Vocals.

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Loki & Lady J: Murder
jordana
Jetzt schwappt die UK Garage-Welle also auch in die Staaten über. Vielleicht verschafft sie dort endlich auch mal denen ein bisschen Reputation, die sich seit Jahren redlich, aber eher vergeblich um eine etwas breitenwirksamere Break-Kultur bemühen. Jordana aka 1.8.7. ist jetzt also auch noch Lady J und nimmt sich hier der Twostep-Beats an. Wer jetzt rougheste Sounds erwartet hat, wird jedoch enttäuscht. Statt dessen wird hier eher gekonnt der Champagner gecuttet das Piano geschüttelt. Was aber auch nicht wundern muss, schliesslich hat Jordana auf ihrer sowieso großzügigen Download-Seite auch schon eine Rubrik für kommende Soul- und RnB-Tracks. Man darf also gespannt sein.

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Tkrst Triteleta: Lamsen
micromusic
Sollte es wirklich wahr sein, dass Micromusic, das Netzlabel mit dem charmantesten Interface seit Erfindung des Btx-Systems, hier noch nie erwähnt wurde? De:Bug schämt sich und gelobt Besserung. Schliesslich liefert die Site doch regelmäßig gleich einen ganzen Haufen spannender Lo Tech-Tracks „for High-Tech People”. Und hat sogar einen Rephlex-Star an Bord, dazu aber ein andermal mehr. Aus dem letzten Schwung MP3s hat mir Lamsen am besten gefallen, eine Nummer, die in den Drums ordentlich nach vorn geht und dabei weniger Gamemelodie-verliebt daherkommt, als das sonst hier der oft Fall ist. Statt dessen gibt’s gepflegten Micro-Funk vom Feinsten und ein paar spannende Geduldsspiele für Zwischendurch. Donkey Kong meets Dr. Rockit.

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MC Hawking: F*ck The Creationists
mchawking
Wer hätte das gedacht: Immer auf der Suche nach der Weltformel findet Steven Hawking trotzdem noch ein bisschen Zeit, um mit sinen B Boys rumzuhängen und ein paar Tracks aufzunehmen. Das will uns zumindest diese Site weismachen. Als Beweis gibt es nicht nur ein paar Fotos, sondern auch Tracks wie diesen. Dabei zeigt sich aber wieder dass ein paar Plugins noch kein Genie machen. Text und Idee sind zwar speziell bei diese Nummer wirklich nett („This one goes out to all my homies working in the field of evolutionary science”). Aber musikalisch hätte man mehr draus machen können – zumal sich die Raps weder gut noch nach Hawking anhören. Weshalb man dem anonymen Urheber dieser Tracks zurufen möchte: „Mr. Hawking, let it roll!”

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Elektronische Lebensaspekte.