aus De:Bug 66

ESPRIT III ASPIC PROJECT
So Soft aus Spanien ist ein weiteres neues MP3-Label, dass sich eher den Indietronics als dem IDM verpflichtet fühlt, dabei aber niemals nie sagt. Als glorreicher Auftakt wird dem Aspic Records Label aus Lyon unter die Arme gegriffen und eine 5-CDR-Box, die inzwischen vergriffen ist über diese Webseite als MP3s weiterverteilt. Die 29 Tracks von 17 Artist (u.a. Blue Baboon, Aspic, Ultra Milkmaids) bewegen sich zwischen Lofi-Ambience, frickeligem Plinkerpop und Delaygitarren zum Reinplumpsen. Die Stimmung bleibt dabei meist freundlich, allerdings mit genug komischen Bewegungen um nicht als „nett” diffamiert werden zu können. Fein.
http://www.sosoft.tk
RENÉ *****

NOAK KATOI: AERIENNE DES REVES INFINIS
Evenement ist ein bisher sträflich übersehenes MP3/CD-R- Label aus Frankreich von Menschen aus dem Pariser Mikrokosmos um Active Suspension. Hier wird vor allem Elektronik mit Hang zum Experiment veröffentlicht. Natürlich kommt das dann teilweise auch richtig arty daher, garantiert aber immer noch so, dass ich lächeln kann. Ein gewisser Humor ist in Frankreich z. Zt. wohl Pflicht. Noak Katoi hat auf Evenement ein ganzes Album mit elektroakustischen Spielereien veröffentlicht und mittendrin diesen genialen Vocaltrack versteckt, der demnächst auch auf dem Sampler „Active Suspension vs. Clapping Music” zu Ehren kommt. Bester Gospel mit Klavier auf einem Bett aus Casiodrones oder so ähnlich.
http://www.evenement0.net
RENÉ *****

SYMPHONIC STEREO: EMOTIONAL BABE
Shaun Griffin, der Gary Numan fürs Jahr 2003? Zumindest ist er ein Crooner, der angenehm reduzierten Elektronikpop mit fast schon tanzbaren 808-Beats als Gerüst nimmt und Lovesongs drauf packt. Das klappt recht gut, ist superlinear und dabei doch viel mehr Song als Track. Kann ja nicht schief gehen.
http://www.mp3.com
RENÉ *****

STORE: & NBSP
Als Doppel-CD-R aber auch als MP3s gibt es 18 Tracks von Store, einem der Macher des Retinascan Labels aus Osnabrück. So schlicht und präzise wie die Titel (nie mehr als ein Wort!) kommt auch die Musik rüber. In den letzten Jahren hat Store einen Sound entwickelt, der sowohl Clicks´n´Cuts als auch deepe Melodien kennt und entfernt and cleanere To rococo Rot mit Zaubergroovebox denken lässt. Wunderbar!
http://www.retinascan.de
RENÉ *****

FINISH YOUR MEAL!: OS 23
Finish your Meal!? Das ist natürlich niemand anderes als Nicolas von Anorak, der hier zwei herzerweichende Tracks für seine Schwester gebastelt hat. Irgendwo zwischen Kindergatenschwermut und Heiligabendvorfreude, Schnee zum schmelzen bringenden Vocals und herzerwärmenden Analog-Synthies. Zwei kleine, feine Pop-Perlen.
http://www.observatoryonline.org
JANKO *****

KRIIPIS TULO: HOMMIKUNE UJUJA
Aus Riga müsste man kommen. Kriipis Tulo tun es und haben sich ganz den minimal-deepen Klängen verschrieben. Hier swingen sie extrem zurückgenommen über nebelverhangene Täler, die im untergehenden Sonnenlicht leicht rötlich schimmern. Und dazu singt Kristi Alvare tragisch, eindringlich und – logisch – lettisch. Sehr schön. Ach ja: Ujuja heißt übrigens schwimmen, verrät uns die Website. Schwimmen im Nebel also. Warum nicht? Mit diesem Track allemal.
http://www.mp3.com
JANKO *****

TEN AND TRACER: SUPERNUMERARYARCS (LIVE)
Igloo ist ein Online-Magazin für elektronische Musik, dass sich und uns netterweise ein kleines Download-Eckchen spendiert. Neu und nett: Ten and Tracer mit einem Live-Mitschnitt eines Tracks mit schwer tippbarem bis unaussprechlichem Namen. Um so leichter gehen Ten and Tracer hier die Schäfchenwolken-Harmonien und die dazu passenden Schlurf-Beats von der Hand. Einer dieser Live-Tracks, bei denen man dann doch gerne dabei gewesen wäre.
http://www.igloomag.com
JANKO ****

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Elektronische Lebensaspekte.


Text: Janko Roettgers aus De:Bug 63

Digitalverein: Zu Hause_ Remixes

Thinner hat es mit den letzten Releases geschafft, zum momentan spannendsten Netaudio-Label zu werden. Mit Thinner 17 macht man nun konsequent selbstbezüglich weiter und lässt Artists aus dem Thinner-Umfeld Label Release Nummer 14 remixen – zu Hause_ von Joerg Schuster aka Digitalverein (aka Sensual Physics aka Lufth). Das Original lebte von Schusters typischen Detail-Dubsound, die Remixe setzen sich darüber teilweise munter hinweg. So macht Dolby aus “Winterdumpf” einen rauschenden Technodub-Track, Falter verwandelt “3rd und 6dis” in einen dubby House-Track und GrooveT entdeckt mit “Tiefer ins System” den Effektschleifenfunk. 11 sehr nette Tracks.

http://www.thinnerism.com
janko ooooo

Idmonster vs. Stina Nordenstam: Wittle Star

Hieß das nicht eigentlich “Little Star?” Oder ist das der Witz? Egal. Auf jeden Fall hat sich Idmonster für Monotonik einen alten Stina Nordenstam-Track vorgenommen und daraus eine sehr fluffige Nummer mit Twostep-Drums gemacht. Was eigentlich ausgezeichnet funktioniert und einen wünschen lässt, dass irgend jemand mal die Masterbänder der alten Nordenstam-Platten klaut, um die Saxofone und all den Unsinn rauszuschmeißen. Und dann bitte an Idmonster schicken.

http://www.monotonik.com
janko ooooo

Lufth: Callao Mapping

Lufth ist Joerg Schusters neues Seitenprojekt. Pro Monat gibt’s zwei neue Tracks, die alten fliegen raus. Weshalb auch nicht ganz klar ist, ob dieser Track zum Erscheinen dieser Ausgabe noch verfügbar ist. Ansonsten müssen eben die einschlägigen Filesharing-Netzwerke bemüht werden. Was sich auf jeden Fall lohnt, denn Lufth holen heißt für Joerg Schuster: Die Funkyness und Dancefloor-Kompatibilität seiner beiden anderen Projekte Digitalverein und Sensual Physics mal ganz vergessen und einfach nur floatende, ambient rauschende Tracks aufnehmen. In diesem Fall gibt uns eine freundliche Frauenstimme aus dem Hause AT&T dazu eine höchst verwirrende Wegbeschreibung. Spannend.

http://www.lufth.de
janko ooooo

Analogia: Liukuhihna

Commie war immer schon ein Label für Tracks der etwas extremeren Sorte, weshalb Analgia mit seinem düsteren Liukuhihna dort auch prima aufgehoben ist. Keine Ahnung, was Liukuhihna heißt. Wahrscheinlich ist es finnisch und bedeutet so etwas wie “krebserzeugender Smog über Industrieruinen ergibt die schönsten Sonnenaufgänge”. Analogia legt auf jeden Fall bassgetränkt und mit wütenden Breaks los, um dann doch ein paar analoge Flächen drüber zu geben. Klingt ein bisschen nach dem Breakbeat-Zorn eines Mike Paradinas, und damit nicht wirklich originell, aber eben manchmal einfach notwendig. Und im übrigen hat er Recht: Smog ergibt einfach die schönsten Sonnenaufgänge.

http://www.commie.oy.com

janko oooo

Future3: 201

Tracks wie dieser sind ein Grund dafür, dass man eigentlich nie genug bekommen kann von Systemf3.com. Diesmal legen Thomas Knak (Opiate), Jesper Skaaning (Acustic) und Anders Remmer (Dub Tractor ) mal wieder zusammen los. Herausgekommen ist dabei ein nettes Stückchen Mikroskop-Pop mit extrem feingliedrigen Spitzen. Hell, frisch, irgendwie unspektakulär und gerade deshalb sehr, sehr schön.

http://www.systemf3.com

janko ooooo

Kunstner 5: April EP

Drei ganz großartige Tracks von Kunstner 5, dem 19-jährigen Dänen, der uns auf der großartigen Starvingbuthappy.tk-Compilation von seiner dreckigen Brille erzählt hat. Nerdpop also, aber von der nettesten Sorte. Musik, zu der man gerne Pastellfarbeneiscreme essen und durch die Sonne schlurfen möchte. Musik, mit der nichts mehr schief gehen kann. Musik, die einem automatisch ein freundliches Lächeln aufs Gesicht zaubert. Wunderbar.

http://www.skylaboperations.com/ro.html

janko ooooo

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Super Science, Midori, Cycom feat. Dustlab, Digitalverein, Kirii
Text: janko aus De:Bug 50

Super Science: This is over by Inches
(http://www.mono211.com)

Super Science und immer wieder Super Science. Einmal mehr mit jenem Gesang, der ja schon seinem Debut-Album “Love like life in miniature” einen ganz eigenen Charme einhauchte. Auch bei diesem neuen Mono:tonik-Release hier braucht es keine großen Worte, um unsere Herzen zu gewinnen. Dazu reicht der sonnengewärmte Synthie, die verspielt-funky daherkommenden Beats und diese verträumte Atmosphäre, die man eigentlich gerne in kleine Schachteln packen möchte, um sie in stressigen Momenten hervorzuholen und damit einfach ein kleines bisschen gute Laune zu verbreiten. Denn das hier ist Wissenschaft, die glücklich macht.

ooooo

Midori: Mou Sugu Oshimai Omedeto
(http://www.mp3.com)

Es gibt Tracks, für die nimmt man in Kauf, vom Rest der Welt für komplett verrückt erklärt zu werden. Diesen hier zum Beispiel. Bei flüchtigen Hinhören könnte man das für fast rein acapella halten, so eine Art kitschig dahingehauchten japanischen Chanson mit ganz dezent shuffelnden Drums. Wenn es so was überhaupt gibt. Lässt man sich aber erstmal darauf ein, dann gibt es kein zurück mehr – so ist das wohl mit dem Verrückt-Sein – und man erkennt, dass das eigentliche Geheimnis des Track in den kleinen, perfekt eingesetzten Delays und den mit fast schon chirugischer Präzision gesetzen, oft kaum wahrnehmbaren Cuts liegt. Großartig.

ooooo

Cycom feat. Dustlab: Static Electrikal
(http://www.loopnet.de)

Von Cycom wird man noch so einiges hören, das steht fest. Nicht nur wegen seines Debuts auf Santorin, das so manch einen hat aufhorchen lassen. Sondern auch wegen des ganzen Haufens erstklassiger Tracks, die da auf seinen diversen Websites rumliegen. Static Electrikal geht nicht so nach vorn wie andere Tracks, zeigt dafür aber um so deutlicher, dass Cycom sich wirklich auf den kreativen Umgang mit Beats versteht. Angefangen mit einem Downbeat geht es hier einmal quer durch das komplette Break-Repertoire. Sicher kann man sich darüber streiten, ob Dustlab als MC hier nicht noch eine Spur gewandter oder akkurater sein könnte. Aber vielleicht brauchte der Track auf einfach einen Kontrapunkt. Jemanden, der dich festhält, damit du bei Cycoms Break- und Richtungwechseln nicht völlig die Orientierung verlierst, umkippst und vom Bass überrollt wirst.

ooooo

Digitalverein: Staubfunk
(http://www.digitalverein.com)

Tief kann jeder. Aber da unten dann auch noch beweglich bleiben, das ist die wahre Kunst. Kein Problem für Digitalverein, der uns hier ein paar Zickzacklinien in den Staub zieht. Dann noch eine gerade für die Bassdrum, und schon liegt vor uns ein Entwurf für funkige Detroit-Referenzen ohne diese sonst so schnell aufkommenden “Kaum war das Effekt-Gerät an, ging alles wie von selbst”-Uferlosigkeiten. Staubfunk funktioniert sehr präzise und zielstrebig und verbreitet einfach gute Laune. Keine Frage, ein netter Track. Und ein Projekt, das man im Auge behalten sollte.

oooo

Krii: Cafe Lux
(http://www.tokyodawn.org)

Manche Klischees wiederholen sich mit steigenden Temperaturen inflationär, aber sei’s drum: Kriis neuer Track auf Tokyodawn ist eine absolute Sommernummer. Entspannt-shuffelige Drum and Bass-Beats, ätherische Vocals, Jazzgitarren und ein Bass, mit dem man wegen seiner unaufdringlichen Freundlichkeit sofort sofort Eis essen gehen möchte. Mit solcher Musik muss das Wetter einfach gut bleiben.

ooooo

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Orpheus & Martin Saunders, Morning Paper vs. Lizardking, DJ Swizzle, Orpheus, Dapp, kjl3000 aus De:Bug 49

Orpheus & Martin Saunders: Still In The Same Old Planar
(http://www.nubiproof.net)

“Try to imagine a land where everyone’s happy. Got unlimited lifes. Unlimited time. Colors everywhere. Huge landscapes. Fascinating creatures. All nice and cosy. The people living there play music. They call ’em nubitunes”, heißt es auf der Website des neuen Netlabels Nubiproof. Besonders leicht fällt diese Vorstellung, wenn man Nubitune Nummer fünf hört, eine Gemeinschaftsproduktion von Martin Saunders und dem als Micromusic-Superstar bekannten und sonst mittlerweile auch eigentlich überall mitmitschenden Orpheus. Ein netter Electronica-Track, der zwar mit einem leicht spooky Voice-Sample anfängt, dann aber ganz entspannt und sonnig weitergeht. Wer im Sommer noch nichts vorhat, wird nach solchen Tracks sofort ein paar Wochen Nubiland buchen wollen.

oooo

Morning Paper vs. Lizardking: Tell me Colours
(http://kahvi.stc.cx)

Ein ganz großartiger Track aus dem Kahvi Camp. Klingt ein bisschen nach Atom Heart, und das jetzt nicht unbedingt wegen der Vocals, sondern eher wegen des charmanten Pop-Appeals, der sich hier zwischen zwitschernden Synthies, einem dubbigen Bass und fluffigen Drums durchmogelt. Na gut, und wegen der Vocals. Denn die haben Soul mit großem S, wie es auf der Kahvi-Website so treffend heißt. Kommt zwar im Deutschen nicht so gut, stimmt aber haargenau.

ooooo

DJ Swizzle: Dot Com Downturn
(http://arctic.org/~adam/eastsidegirls/)

Ein Track für alle Freunde des Dotcom-Bashings. Es tritt auf: Der singende Ex-Angestellte. Eben gefeuert, und immer noch beseelt von Freiheit und Abenteuer. Die Netzwirtschaft als große Rock n’ Roll-Experience. Angefangen in der Garage resp. Fabriketage, geendet als Tellerwäscher. Und immer super drauf. So muss das sein. Und so muss das wohl auch klingen, wenn Leute, die sich früher für schwachsinnige Portale um den Schlaf gearbeitet haben, plötzlich ihr altes Vierspurgerät wiederentdecken. Wären sie doch bloß bei ihren Portalen geblieben.

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Orpheus: Ort
(http://www.metempsychosis.com)

Metempsychosis ist ein weiteres Netlabel aus dem Nubi / Subsource- und -Konsorten-Umfeld, dass eine interessante Download-Policy verfolgt: Die Tracks gibt’s umsonst, als Gegenleistung müssen wir sie uns allerdings anhören. Klar, machen wir doch gerne. Ganz besonders, wenn dabei so etwas wie Ort herauskommt. Die zweite Orpheus-Nummer dieser kleinen Kolumne, aber der Mann hat es einfach verdient. Hier zaubert er aus kleinsten Vocalfetzen sehr filigran einen ziemlich funky Track. Ohne dabei zwanghaft lustig sein zu wollen bringt er einen erst zum Grinsen, dann zum Mitwippen und schließlich zum Schwelgen. Ein kleiner, feiner Hit.

ooooo

Dapp: First Off
(http://www.omoamusic.com)

Das neue Detroiter Label Omoamusic hat grad seine erste Compilation rausgebracht, und um sich der Welt so richtig vorzustellen, zieht es das komplette Netzmusik-Programm durch: Einen Betalounge-Stream und dazu drei Promo-Downloads. Besonders nett ist First Off von Dapp, einem Duo, hinter dem sich neben einem gewissen Scott Irgendwie niemand anderes verbirgt als Planet E-Tausendsassa Recloose. Gemeinsam bringen sie ihrer Drum Machine synkopische Handclaps bei, geben noch ordentlich Bass dazu und garnieren dies mit einer fein dosierten Mischung aus Dub und deepem Jazz. Lecker.

ooooo

kjl3000: Konsolendrang1.1
(http://www.kjl3000.onlinehome.de)

Bei manchen Game Music-Tracks fragt man sich, warum eigentlich noch niemand ein Spiel dazu programmiert hat. Konsolendrang von kjl3000 würde einen sogar dazu bringen, widerspruchslos tausende von Malen den ersten Level durchzuspielen. Nur um die Stelle mit dem Power-Up nochmal zu hören, an der es dann so richtig abgeht. Was aber wiederum nicht funktionieren würde, weil der Track so viel Drive hat, dass man sich sicher in Nullkommanix durch das ganze Spiel gedaddelt hätte. Rockt. Sehr.

ooooo

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Freies Hören im Netz für offene Ohren.
Text: janko röttgers aus De:Bug 47

Prymer & Blaktroniks: Pimp Knowledgy
mp3

Aus gegebenem Anlass sollen an dieser Stelle noch einmal die Blaktroniks Erwähnung finden. Und der wäre, der Anlass: Mp3.com hat sein kleines aber feines Payback for Playback-Programm geändert. Statt wie bisher alle zu bezahlen, die genügend Songabrufe fabrizieren, bekommen jetzt nur noch registrierte Premium Artists Geld. Kostenpunkt solch einer Premium-Mitgliedschaft: 20 Dollar pro Monat. Keine feine Sache, sowas. Das Netlabel Tokyo Dawn reagierte darauf, indem es sich öffentlichkeitswirksam von MP3.com zurückzog. Man kann darüber streiten, ob das wirklich Sinn macht – zumal die AGBs anderer großer Anbieter oft keinen Deut besser sind. Unbestreitbar stilvoll ist es aber, gerade diesen Track als letzten Abschiedsgruß auf dem Server zu lassen. Über ziemlich cool dahinschluffenden Beats von Prymer erzählen uns die Blaktroniks relaxed und dabei geradezu hypnotisch von all den bösen Media-Hustlern dieser Welt. Smoother kann man einfach nicht „Fuck you” sagen
*****

JL: This Day 2000 Remix

Auch auf die Gefahr hin, dafür wieder mit dem horizontalsten Gewerbe der Welt in Verbindung gebracht zu werden: Ich hab mal wider einen versteckten Promi auf MP3.com entdeckt. JL geht mit seinen Tracks hier erstaunlich freigiebig um und spendiert uns ganze 14 Tracks, darunter auch einiges unveröffentlichtes Material. Zu den bekannteren Sachen dürfte wegen des Dom-Remixes Hymn gehören. Frisch und unveröffentlicht dagegen ist der y2k-Remix seines alten This Time-Tracks mit wirklich mal wieder schönen Reggae-Samples. Rudebwoy-Style im modernen Gewand, sozusagen. Verglichen mit dem Original hat JL auf jeden Fall gelernt, ganz ordentlich Druck zu machen. Er kann jetzt auch dreckige Sounds schön präzise ausarbeiten und bleibt trotz der Samples nicht zu sehr im Oldschool-Muff gefangen. Rockt.

ooooo

KPMG Consulting AG: KPMG Song

Und wir dachten immer, es gäbe nichts schlimmeres als in einen Container gesperrt und zum Absingen saublöder Lieder gezwungen zu werden. Doch das ist gar nichts gegen eine Anstellung bei der KMPG Consulting AG. Dank der Spürnase des Kuriositätenkenners Dr. Fetid wissen wir jetzt: Da werden die Mitarbeiter mit Liedgut motiviert, gegen das Zlatkos Texte geradezu lyrisch wirken. Kleine Kostprobe gefällig? Kein Problem: „KMPG, we are as strong as can be, a dream of power and energy, we go for the goal, together we hold, a vision of global strategy!” Und das war nur der Refrain. Dazu natürlich GM Synthie-Presets, dass es eine Freude ist. Zumindest für alle, die nicht beim täglichen KPMG-Morgenappell mitsingen müssen.

oo

Esqueleto: Esque 1

(www.insine.net)

Tracks wie dieser drohen einem aufgrund ihrer unspektakulären Schönheit beinahe auf der eigenen Festplatte verloren zu gehen. Irgendwann verirren sie sich dann aber doch in die Playlist, man lauscht, man hört genauer hin, man ist verzaubert. Esqueleto ist ein mir völlig unbekannter Chilene auf einem mir bisher auch völlig unbekannten Netzlabel mit dem Claim „The living room for cutting edge music”. In Esqueletos Fall ist das Wohnzimmer sehr feingliedrig, vielleicht ein bisschen chaotisch zusammengestückelt aus Erinnerungen, Andenken, und Krims und Krams. Dingen, die einen träumen lassen. Alles in allem ein Wohnzimmer, dem man auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.

oooo

Mikela: Deja vu
(www.mp3.com)

Es läßt sich zwar musikalisch kaum vergleichen, aber irgendwie erinnert mich dieser Track immer an Transient Waves aus dem Fat Cat-Stall. Und dass, obwohl hier ganz weit vorn in der Aufmerksamkeitserregerskala die Vocals stehen. Nahezu sphärisch gleichmütige Vocals, die nur manchmal ins nasal-Spielerische oder ins Dramatische ausbrechen. Einlullernd irgendwie, was noch durch die repetetiven Gitarren unterstützt wird. Vielleicht können wir darauf einigen: Transient Waves meets Tortoise meets … mhhh … Mikela? Ach, was sollen die ewigen Vergleiche. Gänsehautpop, das passt.

ooooo

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Neues von und mit: Chukimai: Caller ID, Funkstörung: Music for our children, A Sides: Crazy VIP, Myom: Screwheadz, Mick Harris: Touch und Maverick: Delirium
Text: janko röttgers aus De:Bug 46

Chukimai: Caller ID
mp3Wie konnten wir sie bisher übersehen: Chukimai arbeitet am Dotcom-Imperium, will unser aller Ohren und Herzen übers Netz erobern. Denkt man sich zumindest, wenn man mal einen Blick auf ihre MP3.com-Websites wirft. Genau: Websites. Sie hat zwei davon, weil eine allein für die Masse ihres Outputs keinen Platz mehr geboten hätte. Mehr als 80 Titel bietet Chukimai zum Download an, und die meisten sind wirklich auf erstaunlich hohem Niveau. Immer sehr poppig, mal mit Drum and Bass-Ausflügen, mal eher im IDM-Style, immer ziemlich melodieverliebt und manchmal mit ein bisschen zu kitschigen Pianos. Man weiß gar nicht wo anfangen mit dem Reviewen. Wäre da nicht „Caller ID”, ein großartiger Song über die Tragik nicht angenommener Telefongespräche. Auf seine Weise sehr easy, mit shuffelnden Drums und Vocals zum – und das passiert wirklich ganz, ganz selten – Mitsingen. Keine Frage, ganz großer Pop.••••

Funkstörung: Music for our children
Tonträger für SynapsenmassageWas ist das? Funkstörung spendieren dem wunderbaren Tonträger für Synapsenmassage-Netzableger einen wenn auch nur ganz kurzen, dann doch immerhin exklusiven Track, geben ihm einen nahezu idyllischen Titel, und dann so was. Klingt, als ob jemand sein Mikro verschluckt hätte, nur um die Magengeräusche durchs Effektgerät jagen zu können. Seltsam. Nur was für Fans.••

A Sides: Crazy VIP
mp3Nachdem der Drump3-Server wohl doch noch auf sich warten läßt, verliert die Drum and Bass-Fraktion langsam ihre Scheu vor den großen Webspace-Anbietern. Doch während sich die Posse um Decoder und Technical Itch meist noch auf Hörproben beschränkt, serviert uns A Sides gleich fünf Downloads, die es in sich haben. Neben Tracks wie „Membrane” von der aktuellen Maxi beeindruckt besonders der ja auch noch ziemlich aktuelle Crazy VIP-Tune. Leicht pathetische Vocals von MC Fats und dann Breaks, Breaks, Breaks. Sehr cooler Track und mit Sicherheit einer der wenigen auf MP3.com, die man wirklich auch mal im Club zu hören bekommt.•••••

Myom: Screwheadz
Tempo90Tempo90 ist ein offenbar noch ziemlich neues Netzlabel mit der Output-Schnittmenge Downbeat, DnB und Multimedia. Ja, und Vinyl macht man mittlerweile auch. Die Website versucht sich eher experimentell am Interface-Dasein, was sie zwar nicht grad übersichtlicher, aber doch ganz spaßig macht. Unter ein paar eher mittelmäßigen Tracks fällt dann Screwheadz von Myom wegen besonderer Konsequenz auf. Der Track klingt, als hätte Myom sich ein paar fröhliche Hollywood-Filme der Fünfziger angeschaut und danach einen ganz üblen Albtraum gehabt. Schluffige Swing-Rhythmen werden von ihm zermalmt, easy Orchestereinlagen plötzlich zu etwas ganz Bedrohlichen. Und dann dreht auch noch der Drummer durch … Interessant, auf jeden Fall. ••••

Mick Harris: Touch
mp3Wer jahrelang für Napalm Death die Drums verdroschen hat, muss auch mal einen Zahn zurückschalten dürfen. Mick Harris tut es, bleibt dabei trotzdem sehr finster. Neun Tracks serviert er uns auf MP3.com, darunter auch einige Exclusives wie „Touch”. Ein schleppender Hop Hop-Beat, ein grummelnder Bass, ein bisschen Finsternis und fertig ist der Dub Marke Harris. Nichts wirklich aufregendes, aber konsequent, tief und wirksam. Ein Track, sich sicher auch auf einer Electric Ladyland-Compilation wohl fühlen würde.•••

Maverick: Delirium
ll.planet-dWenn es schon keine neuen Scientific-Releases gibt, dann doch immerhin einen Track vom Chef dieses besten aller DnB-Netlabel, released bei Language Lab. Maverick kommt hier ein bisschen finsterer als sonst üblich und baut gekonnt Spannung auf. Leider kann der Bass sie nicht so richtig einlösen. Dafür beweist der Mann mal wieder, dass er wirklich ein goldenes Händchen dafür hat, seine Sounds sauber zu halten und den Tracks die nötige Tiefe zu geben.••••

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aus De:Bug 45

Neoangin: Teenage Drama

Auf MP3.com gibt es diese eigenartige Compilation „60 under 60″ – sechzig Bands mit Titellängen unter 60 Sekunden – etwas für Leute, die schnell auf den Punkt kommen. Neoangin ist darauf nicht vertreten, wäre aber ein guter Anwärter. Eine Minute und sechs Sekunden ist der Track hier kurz, aber Neoangin genügt das vollkommen, um uns ins Teenager-Universum zu entführen. Emotionen, Plastik-Orgeln, Eifersucht, Achtziger-Sounds, Eifersucht, schräger Gesang, schlechte Fernsehserien und zu allem Überfluss immer viel zu wenig Taschengeld. Auf seine Weise ist der Track ziemlich rockig, hat ein bisschen was vom Charme dieser ultrakurzen Money Mark-Stücke.

sfmoma

Neoangin: Time for sale

Ausnahmsweise mal ohne die üblichen Verdächtigen aus Skandinavien kommt das deutsche Netlabel Ilax aus. Die Ilax-Seiten sind momentan im Umbau, die downloadbaren Tracks auf ein Minimum reduziert und das Profil des Labels damit nur zu erahnen. Sehr viel eigenwilliges Zeug, beispielsweise so eine Art Speed Country Rock Trash von den Tangoboys oder seltsamer Trance von Dominic Sangeet. Aber auch echte Perlen, wie etwa „Time for sale” von Neoangin, diesmal gleich doppelt gefeatured, aber er hat es auch wirklich verdient. Der Track kommt definitiv elektronischer daher als das Pickeldrama, wird von seinen funky Drums getragen, und spielt dabei sehr nett mit euphorisch-hymnischen Elementen. Neoangin baut sogar ein paar Panflöten-Samples oder so etwas Ähnliches ein, ohne dass die ganze Geschichte an Fluffigkeit und Funkyness verliert. Sehr nett.

sfmoma

Blaktroniks: Fais moi fremir EP

Tokyo Dawn hat sich ja sowieso langsam aber sicher als eines der nettesten Netzlabel einen Platz in unseren Herzen erspielt, aber mit diesem Release ist Prymer und Konsorten ein Quantensprung gelungen. Einfach, weil die Blaktroniks-Releases unglaublich gut sind. Aber wer sind jetzt diese Blaktroniks? Ganz einfach, ein Kollektiv von Producern, Musikern und DJs aus San Francisco, das soeben seine erste EP auf Moving Records herausgebracht hat. Weil die Truppe aber nebenbei auch noch Webdesign macht, eh auf MP3.COM zu den alten Bekannten gehört und übers Netz viele neue gesammelt hat, erscheinen die Tracks auch auf Tokyo Dawn als free MP3 Downloads. Fais moi fremir ist ein sehr souliger Track mit deepen Vocals, Saxophon und extrem sparsamem Beats- und Bass-Einsatz – Ohrwurmqualität garantiert. Das gilt auch für den Prymer-Remix, der mit Vinylknistern und schweren Beats eindeutiger in Richtung Hip Hop geht. Der Domu-Remix schließlich könnte mit seinen fluffigeren Beats und seiner relaxten Stimmung auch jedes Jazzanova-Set krönen. Eine außergewöhnliche Veröffentlichung, jetzt schon Anwärter auf den Titel „MP3s des Jahres”. Mit einem Wort: Pflichtdownload.

sfmoma

Berry Black: In Love

Auf solche Zusammenarbeiten werden wir uns wohl demnächst immer öfter einrichten müssen: E+ will nichts lieber, als dass wir alle kräftig Telefongebühren verbrauchen und spendiert uns deshalb in Allianz mit dj-stes.com (remember ed2000?) eine Hand voll MP3´s. Ja ist denn heut schon …? Okay, schlechter Spruch, aber dafür gibts ein paar wirklich interessante Titel. Wie etwa die 2step-Nummer von Berry Black (Sonntag Records). Kein Basswunder, dafür aber mit einer ordentlichen Portion Soul und Deepness im Gepäck. Sehr stilvoll.

sfmoma

Speedwax: Train to?

Speedwax gehört zu den Leuten, die auf MP3.com einfach alles veröffentlichen, was jemals ihr Mischpult verlassen hat. Normalerweise ignoriert man sie schnell, weil dabei auch ganz schön viel Mist den Weg auf den Server findet, viel unfertiges Zeug, und durchhören kann man das ja eh nicht alles. Sollte man aber, denn sonst entgehen einem Tracks wie dieser: Sehr laidback und ein bisschen verspielt in den Melodien, ein nett vor sich hin brutzelnder Bass und dubbige Drums. Netter Lofi-IDM, der Lust macht auf mehr. Das Beruhigende daran: Sollte Speedwax mal wieder was in der Art gelingen, finden wir es garantiert auf seiner Seite.

sfmoma

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Text: Janko Roettgers aus De:Bug 44

Netaudio Februar 2001

Vae: Mistral

Neues vom Kaffee-Kollektiv: Kahvi Nummer 14 beginnt mit nett naivem Rumgeklimper aus dem IDM-Nachmittagsprogramm. Dann poltert ein sympatisch bäriger Beat in das Geschehen, begleitet von einem rumjuxenden Bass, der bestimmt auch schon den ein oder anderen Clown gefrühstückt hat. Dieser Track nimmt sich selbst nicht so ernst, ist dabei auf seine Weise aber erfrischend electro-funky. Nach den ersten Kahvi-Releasen fragte man sich ja noch, warum die Netaudio-Welt eigentlich noch ein IDM meets Beats meets alte Bekannte-Label braucht, wo sich hier doch eh wieder die üblichen Verdächtigen von Mono211 & Co. tummeln. Doch nach solchen Releases verbietet sich die Frage nach dem warum eigentlich von selbst. Man hat einfach viel zu viel auf Lager, ist das ewige Warten auf das Releasen anderer Labels satt und bringt es zum Glück ganz einfach selbst raus. Sehr sympatisch.

sfmoma

Vae: Sing, Silverduck, Sing

Dieses mal ein kleines Vae-Special sozusagen, aber der Kahvi-Gründer ist derzeit einfach zu aktiv und zu gut. Dieser Track für Mono:tonik zeigt dabei mal wieder sein Patentrezept: Relativ einfache Beats und einfach schöne IDM-Melodien, beeinflusst natürlich auch von den Boards of Canada. Und natürlich immer auch Humor. Weshalb es dann hier wirklich auftaucht, das nette Tier aus dem Titel. Ganz leise, ganz zaghaft. Was dann auch schon wieder irgendwie sehr – okay, ich muss es einfach sagen – sehr süß ist. Sing, Silverduck, Sing!

sfmoma

Mentz: Stuffed up (Laidback Edit)

Ich kann mir nicht helfen, aber ich bin mal wieder auf Mentz reingefallen. Klar, das hört sich irgendwie alles bekannt an, vielleicht auch eine Spur zu gefällig. Aber wie er hier die dunklere Seite des Frühsiebziger-Jazz noch mal aufleben läßt, dazu einen schleppenden Beat bastelt und dann gegen Ende plötzlich das Tempo anzieht, um ein paar fluffige Breakbeat-Kapriolen zu drehen – das ist sehr einfach gut. Muss man neidlos anerkennen.

sfmoma

Esem: Outburst (Then Flat)

Noch ein Kahvi-Track, der aber mal in eine ganz andere Richtung geht. Statt Melodie und Happyness haben hier Monotonie und Filterbank das Sagen. Der Track erinnert schon an die fortgeschrittene Gehörbildung aus dem Hause Plastikman: Minimale Verschiebungen, Beats nur als Gerüst, um nicht völlig den Boden unter den Füßen zu verlieren. Nette Kopfhörer-Musik.

sfmoma

Joe Veitch: Money Money Money (Rathergood Rmx)

Keine Ahnung, wer Joe Veitch ist. Und wie dieser Mann auf solche Ideen kommt. Auf jeden Fall hat er alle möglichen Größen der Popgeschichte auf eine sehr eigene Art und Weise remixed. Mehr soll hier mal nicht verraten werden, das muss man einfach selber hören. Empfohlen seien als Anspieltipps außerdem Foxy Lady und das der wirklich unglaubliche Like A Virgin-Remix.

sfmoma

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Elektronische Lebensaspekte.

Die Online Hits im Dezember 2000. Präsentiert und besprochen von Janko Röttgers.
Text: Janko Röttgers aus De:Bug 43

Istari Lasterfahrer: Final Reneval

commie

Dogmen kennen wir ja schon zur Genüge aus der Filmwelt. Aber ein Dogma für elektronische Musik? Muss das sein? Das Commie-Netlabel meint ja – um Musik zu machen, die „so entfremdet und unmenschlich wie möglich” klingt. Wer sich ans Commie-Dogma hält, lässt beispielsweise den Drumcomputer das Tempo festlegen, verzichtet auf Melodien und vermeidet schon im Track-Titel jeden Bezug aufs Menschliche. Ist aber wohl alles nicht so ganz ernst gemeint, darf man zumindest hoffen: Denn wer sich konsequent ans Dogma hält, muss gleich auch alle Sozialkontakte aufgeben und darf sich nur noch über Gesten verständigen. Wenn überhaupt. Zum Glück hält sich Istari Lasterfahrer nicht komplett an die Regeln und liefert deshalb einen netten Track mit abstract Drum and Bass Background ab. Ohne Bassline, Melodie oder sonstigen menschlichen Schnickschnack, dafür aber mit aufwändigen Drum Works, die sich behäbig, zielsicher und dabei etwas schlickig durch den Track boxen. Jetzt noch ein bisschen weniger Synthie-Dogmen im Hintergrund, und die Nummer wär sehr gut.

oooo

Kit Clayton: VHS

localmusic

Ein Track aus dem Repetition & Nonsense Album, der irgendwie seinen Weg auf diesen seltsamen Server mit lauter lokalen Rockbands aus Atlanta gefunden hat. Zu Beginn entwickelt sich hier alles ziemlich verspielt entlang der geraden Bassdrum, entwickelt er nach einiger Zeit eine dubbige Tiefe, wie man sie auch von Chain Reaction Releases kennt – bleibt dabei mit einigen Gimmicks und im Bass immer so freundlich, als wollte er uns sagen: Die Tanzflächen dieser Welt brauchen mehr Four to the Kinderzimmer-Floor Dub. Sehr nett.

ooooo

Dune: Contact

epitonic

Epitonic geht angeblich grad pleite, macht aber nach einer Zeit der lethargischen Pause doch erstmal weiter und verbreitet per eMail, das wär alles nur eine Grippe gewesen. Oder war es Lepra? Auf jeden Fall halb so schlimm, angeblich. Richtig glauben wollen wir ihnen das nicht, obwohl es sehr schade um den Server wär. Kein anderer MP3-Anbieter hat uns mit so einer erstklassigen Auswahl elektronischer Musik versorgt. Besonders beeindruckend war, mit welcher Zielsicherheit sich die Epitonic-Gang besten Drum and Bass gesichert hat, wie zum Beispiel diesen Dune-Track. Komplex, ohne dabei ewig rumzufrickeln, extrem Deep, ohne irgend ein Klischee auszubeuten. Passt in ein Blame-Set genau so wie in deinen Lieblingsclub – und darf auch auf deiner Festplatte einfach nicht fehlen. Also schnell runterladen, bevor die Lepra sie doch noch alle dahinrafft!
ooooo

MaruMari: Saka
underconstructing

Underconstructing ist ein nettes japanisches eZine mit MP3-Downloads, das jetzt auch MaruMari von Carpark Records featured. Klickt man sich bei hören dieses Tracks durch die Website, stellt man fest: MaruMari macht ungefähr so Musik, wie der Carpark-Herausgeber englisch spricht. Ohne Perfektionsanspruch, eher so einfach drauf los. Aber eben nicht polternd, sondern feinfühlig, sehr freundlich, einnehmend und charmant. Carpark behauptet, dass das wie Boards of Canada klingt. Stimmt irgendwie, heißt aber auch nicht mehr so viel, wo das doch heute die halbe Welt von sich behauptet. Und die andre Hälfte von anderen. Viel besser beschreibt eigentlich das Interview den Sound. Darin erklärt MaruMari nämlich, was für ihn der Grund zum Musik-machen ist: „It keeps me happy when there is no other reason to be happy.” Also, Winterdepressive aller Länder, ladet euch diesen Track herunter!
Und checkt bei der Gelegenheit am besten auch gleich noch MaruMaris ziemlich coole Website (http://members.aol.com/marumari/main.html).

ooooo

Virt: Thong Song (Gameboy Rmx)

mono211

RnB goes 8 Bit mit diesem quietschenden Remix von Sisqos Thong Song. Das Original hat ja schon so einige Mixe verpasst bekommen. Aber weder der 2Step Mix, noch die Dancehall Version (und schon gar nicht dieser lahme Bong Song Kifferspaß) können in Sachen Originalität mit diesem Kracher hier mithalten. Damit wird selbst der klinisch reine Super Mario zum coolen Latin Lover. Einfach un-glaub-lich.

ooooo

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aus De:Bug 39

Unbound Allstars: Mumia 911 (Rocks tha World Mix)

atomicpop

Da sage noch mal einer, Hip Hop sei nicht mehr politisch. Während sich Bush Junior mit Hinrichtungen im Präsidentenschafts-Wahlkampf profilieret, holen einige Hip Hop-Artists mit dem Album „Unbound Project Vol. 1″ zum musikalischen Gegenschlag aus. Gegen die US-Justiz, gegen Polizeigewalt, gegen die Todesstrafe und gegen die geplante Hinrichtung des ehemaligen Black Panthers Mumia Abu Jamal. Mit dabei sind unter anderem J-Rocc, Blackalicious, Ursula Rucker, Saul Williams und die Poor Righteous Teachers. Alle zusammen haben als Mumia Allstars diesen Track beigesteuert und releasen ihn exklusiv in drei Mixen auf Atomicpop. Während die anderen Mixe ein bißchen trocken geraten sind, bekommt die ganze Geschichte hier den nötigen Fluß und dank Strings und souligen Background-Vocals fast etwas Schwelgerisches – wären da nicht die energischen und passgenauen Raps, die dem Track wieder die nötige Bodenhaftung verschaffen. Nicht nur politisch ziemlich korrekt.

oooo

833-45 vs. Thomas Jirku: Warrenton/ Singularity

notype

Notype 25 ist eine 4 Track-Kollaboration von Thomas Jirku und einem gewissen 833-45. Der ist so eine Art Scanner Kanadas, war mir allerdings bisher auch völlig unbekannt. Thomas Jirku steuert Singularity bei, einen Track, der tief vor sich hin plöckert und dabei die gerade Bassdrum ganz arglos rein- und rausschleichen läßt. Nett. In 833-45s Remix fehlt diese ganz, dafür gibt’s ordentliche Delays und schräges Fiepen, eine skurrile Gesagseinlage jede Menge weiteren akustischen Elektrosmog. Interessant. Warrenton von 833-45 ist dann allerdings zu monoton verrauscht und daher eher: Langweilig. Doch Jirkus Remix versöhnt einen dann wieder mit dem Release, indem er sich aus dem ganzen Brei kleine Fetzen schnappt, diese entlang einer geraden Bassdrum auf eine Schnur fädelt und sie dann in Wellenbewegungen zum Schwingen bringt. Spannend.

Ooo-ooooo

Laurent Garnier vs. Brothomstates: Greed (Thomas Munck Mix)

laurentgarnier

Laurent Garnier hatte kürzlich auf seiner Homepage zum Remixwettbewerb aufgerufen und durfte sich danach durch mehr als 100 Einsendungen durchhören Die besten Tracks sollen nun im Oktober als Limited Edition erscheinen. Jetzt schon kann mal sie als MP3s in Nicht-ganz-CD-Qualität runterladen. Am besten gelungen ist der Mix des im Netz nicht ganz unbekannte Brothomstates-Kollektivs, das irgendwo aus Schnittfeld von Finnland, Tracking-Scene und IDM stammt. Ja, und Lackluster ist ein Kumpel von ihnen. Auf jeden Fall fällt der Mix besonders auf, weil es hier jemand geschafft hat, sich aus den Technofesseln zu lösen und mit viel Liebe zu Clicks & Cuts & Copy & Paste etwas völlig anderes daraus zu machen. Spätestens wenn sich dann irgendwann hintenrum doch wieder Garniers Harmonien einschleichen, weiß man, dass hier jemand ziemlich genau weiss, was er will. Und es auch genau so hingekommt. Den Originaltrack gibt’s übrigens grad bei Vitaminic.de zum Download. Gut, dass wir verglichen haben.

ooooo

Lurker: Let me out

rue.org

Manchmal werd ich das Gefühl nicht los, dass die besten Netaudio-Sites einfach unentdeckt bleiben. Da stolpert man durch Zufall über einen netten Audio-Stream, besucht die dazugehörige Site, und dann das: Gut und gerne 100 Drum n Bass-MP3s, davon die meisten interessant und verdammt viele sehr, sehr gut. RUE steht übrigens für Richmond Underground Electronics und vereint einige der interessantesten Producer dieser kanadischen Stadt. Besondere Aufmerksamkeit verdient ein gewisser Lurker. Mit seinem Track Let Me Out ist ihm ein netter Stepper mit souligen Vocals gelungen, der mit einer ordentlichen Portion Pop-Appeal daherkommt und dabei dem Bass trotzdem richtig was zu knuspern gibt. Sehr schön. Lurkers andere Tracks sind ebenfalls alle ziemlich empfehlenswert, und auch von Stephen Ray wird hier sicher noch mal die Rede sein.

ooooo

Pole: Rondell Eins

loopnet

Loopnet released ein MP3 unseres Lieblings-Rauschers Pole. Ein bisschen irritierend sind die dazu vom Server gelieferten Infos, weil da doch frech behauptet wird, das es sich um ein Stück einer alten, vergriffenen Maxi stammt – obwohl „Rondell” doch eigentlich noch ziemlich frisch auf dem Tisch ist. Egal. Dem Sound tut das keinen Abbruch, und der kommt hier ziemlich füllig daher. Statt Minimalismus maximaler Dub auf kleinstem Raum, bis in den letzten Winkel, sozusagen. Wie schon auf der letzten Platte seiner Trilogie passiert hier einfach immer mehr, was natürlich die Frage um so spannender werden läßt, wo das alles hinführen soll. Warten wir gespannt auf die Antwort, hören dieses Stück im Dauerloop und meditieren dazu ein bisschen darüber, was eigentlich immer wieder so deep an Deepness ist.

ooooo

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Text: janko röttgers aus De:Bug 37

Deepflow: Simple Additives / Come for me EP (http://www.dz-ign.com/bmp/scientific/) Das Netlabel Scientific hat sich der leichteren Variante des Drum and Bass verschrieben und präsentiert regelmäßig sehr spannende virtuelle Eps. Allerdings macht es sich Deepflow mit Simple Additives ein bisschen zu einfach, schüttet nur ein Pianosample, etwas Twostep und ein bisschen Seichtigkeit zusammen. Okay, aber mehr nicht. Come for me dagegen hat mit einem coolen Vocal-Sample, extremer Fluffigkeit und dabei doch sehr präzisen Sounds das Zeug zum echten Hit. Ooo-ooooo K: Thought Control (http://www.epitonic.com) Die erste Subtitles-EP von K, dem Kumpel von Teebee, wurde hier nebenan letztens ja schon in höchsten Tönen gelobt. Nun gibt’s einen Titel davon auch als MP3 für alle Nicht-DJs, Vinyl-Abstinenzler und Bandreitenverschwender aus Leidenschaft. Was bleibt da noch zu ergänzen, ausser der Frage, wie sich epitonic.com eigentlich immer all die Leute angelt. Und, ja, eines ganz ganz unvermeidlichen Wortspiels: K-iller. ooooo Phat n Round: Step 2 (http://www.peoplesound.com) Peoplesound nutzt den Standortvorteil UK und führt mal eben eine ganze Rubrik für das ein, was man auf MP3.com immer vergeblich sucht: Twostep, beziehungsweise Speed Garage, wie das hier (noch? Wieder? Trotzdem?) heisst. Und mit Phat n Round haben sie auch jemandem in Angebot, der es wirklich auf ein ordentliches Prouktionsniveau bringt. Der Track kommt mit einer geballten Portion Soul-Vocals daher, der Bass weiss, was man von ihm erwartet, und die Drums sind so clever, dass damit wahrscheinlich auch die Nu School Breakbeat-Posse versöhnen könnte mit Twostep versöhnen könnte. Sehr cool. ooooo DeFeX: Funk-=0=-mat (http://www.chillproductions.com) Für Chill Productions Nummero 206 heisst Funk zuallererst: Locker machen, rumspielen, dem Bass was zu knuspern geben. Elektrofunk also, und zwar der verspielteren Art. In den Drums vielleicht ein buisschen klotzig, sonst aber sehr entspannt und streckenweisie richtig dubbig. Wäre der Funk-o-mat eine Machine, würde sie währscheinlich bunten Wackelpudding ausspucken. Wobei in erster Linie nicht die Farbe zählt, sondern das funky Wackeln. Ein netter Track. Oooo Polypore: 365 Night Bus (http://www.mp3.com) Nachtbusse sind eine tolle Sache. Suchen sich immer ihre eigenen Strecken, knüpfen undurchschaubare Netzein der und um die Stadt, schaukeln müde bis orientierungslose Menschen und und auch wieder her. Am besten aber: Egal, wenn ein Nachtbus abfährt, beim Ankommen ist es immer schon hell. Polypore machen tolle Electronica, die natürlich auch ein bisschen an das Vorbild Boards of Canada erinnern, aber vor allen Dingen die Sache mit den Nachtbussen begriffen haben. Ein wahnsinnig netter Track, mit denen man sich wohl Nachts durch jede Großstadt schaukeln lassen würde. Hauptsache sie hat ein Nachtbusnetz. ooooo

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aus De:Bug 38

Keith303: Into The Unknown (http://www.mp3.com/tokyodawn/) Jetzt zahlen wir es ihnen heim: Bevor MP3.COM all sein Geld den Majors überweist und nichts mehr für seine Künstler übrig hat, wollen wir noch mal kräftig die Payback for Playback-Maschine anheizen. Also kräftig streamen, downloaden, weiterempfehlen! De:Bug macht Millionäre, und alle machen mit. Viele Klicks verdient hat auf jeden Fall Tokyo Dawn, das nimmermüde Breakbeat-Netlabel mit MP3.COM-Gastspiel. Einer meiner Favoriten auf dem Server: Keith303s Into The Unknown, ein wahrer Drum n’ Bass-Epos, der souverän zwischen den Extremen hin- und hersteppt. Meldieverliebter Synthiezauber, Breakgewitter, Oldschool-Ravertum, Bukem-Schule, Bassline-Terror und gleich alles nochmal von vorn – so geht das über wahnsinnige 11 Minuten, ohne dabei eine Sekunde zu langweilen. Unglaublich. Rewind! ooooo Red Joy Reid: Mail Order Brides / Future Love (http://www.mp3.com) De:Bug macht Millionäre, Teil 2: Dieser Track beginnt in kitschiger Electronica-Manier mit ein bisschen dick aufgetragenen Synthie-Melodie-Spielereien, klischeehafte Streicheruntermalung und nett zischelnde Drums inklusive. Musik für Sushi-Imbisse mit zu viel warmem Sake. Möchte man zumindest denken, bis sich plötzlich in einen Ambient-Part ein unglaublich souliges Vocal-Sample einschleicht. Und dank dazu noch einsetzenden schlickigen Drums morpht der Track plötzlich zu etwas völlig anderem. Nenn es Bomb The Bass auf Sake. Eigentlich sind das das zwei Tracks, aber andererseits gehören sie genau so zusammen. Irritierend und dabei ziemlich cool. oooo Move D: No Touch No Feel (Instrumental) (http://www.mp3.com) De:Bug macht Millionäre, Teil 3: Source Records-Mastemind Move D müsste eigentlich sogar Multimillionär werden – bei all den MP3-Seiten, die er am Start hat. No Touch No Feel ist eine Nummer, die mit allem LoFi-Charme der Welt daherkommt. Und dabei weder Post- noch Sparkassenrock ist, sondern eher Musik für Leute, die sowieso kein Konto, aber dafür alle Zeit der Welt haben. Arbeitslose? Egal, Hauptsache sie sind Gitarrenfreunde im positiven Sinn. Freundlich zur Gitarre also. Schließlich zeigt der Song mal wieder, dass auch Gitarren verdammt nette Wesen sein können, wenn man sie nur gut umsorgt. Mit simplen, einfach schönen Melodien zum Beispiel. Da fühlen sie sich dann auch gleich viel besser, als wenn sie jeden Moment damit rechnen müssen, am Verstärker in Stücke geschlagen zu werden. ooooo Sophie R: My Day (http://www.mp3.com) Payback for Playback, Teil 4: Sophie R hat ihren Tag vertont. Weil alle Tracks wohl konzeptionell zusammengehören, wird das hier mal als virtuelle Platte aufgefasst und dreisterweise sogar noch ganz eigenmächtig mit einem Titel versehen – der aber doch ganz nett ist, oder? Sophie Rs Tag auf jeden Fall scheint von poppigen Synthesizer-Spielereien mit Hang zum Schwelgen und immer etwas eckigen Drumpattern bestimmt zu sein. Zur Morgendämmerung klingt dass noch ein bisschen nach schlechten Jazz-Träumen, um mit dem nächsten Track (Morning) nett dubbig unausgeschlafen weiterzugehen. Daybreak würzt augenzwinkernd dilettantische Vibes mit ordentlich funky Drums. Nachmittags gibt’s dann Musik, zu der jedes Playmobilmännchen freiwillig in den Krieg gegen Legoland ziehen würde. Abends wird das Ganze zwar noch mal etwas langweilig, doch spätestens um Mitternacht läuft Sophie wieder zu Hochform auf und serviert und noch etwas netten Elektrofunk als Betthupferl. Ooo-oooo Simon V: Soul Healing (http://www.mp3.com) Wenn wir hier schon MP3.COM-Wochen feiern, darf der geheime Drum and Bass-Star des Servers natürlich auch nicht fehlen. Simon V hat den deutschen Producern gezeigt, dass eine gute Melodie mehr zählt als gutes Equipment. Ja, und dass man vor MP3s keine Angst haben muss. Soul Healing gibt’s zum Beispiel bisher nur auf MP3.COM. Bei diesem neue Track lebt er seinen epischen Stil mal wieder ganz aus. Ein Regenschauersample und deepe Synth-Sounds verdunkeln die Sonne. Der Bass erzählt seine Geschichte mit einem Anflug von Melancholie, die Drums beschränken sich mal wieder eher auf einen guten Flow, anstatt auf Teufel komm raus kicken zu wollen. Und am Ende kommt noch mal die Sonne durch. Ein sehr deeper, ganz großer Track. Ooooo

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Text: janko röttgers aus De:Bug 33

Waterlog: Polo/ Golf (http://www.mp3.com) Normalerweise sind die Musikstil-Schubladen von Servern wie MP3.COM ungefähr so aussagekräftig wie Horoskope in der Hörzu. Hier stimmt aber mal alles ganz genau: ãStyle: Detroit, Influence: Berlin”. Damit ist eigentlich alles gesagt, wobei Berlin Basic Channel und ganz besonders Maurizio meint. So hören sich die beiden Tracks dann auch an. Enges Anlehnen ans Vorbild soll hier mal als okay befunden werden, zumal die Tracks auch ganz gut kicken. Lediglich ein bisschen mehr Gespür im klanglichen Ausloten der Koordinaten Breite und Tiefe ist Waterlog noch zu wünschen. Oooo Janko Kid Koala: Scratchcratchratchatch (http://www.turntablism.com) Kid Koala hat es ja schon auf diversen Ninja Tune-Gigs geschafft, sich vom supportenden DJ zum geheimen Star des Abends zu mausern.Im Februar erscheint nun endlich sein erstes Album. Und Turntablism.com hat zeitgleich etwas ganz besonderes im Angebot: Ein Koala-Mixtape als MP3, slightly edited versteht sich, damit wir uns nicht totsaugen. Darauf zeigt Kid Koala, dass er nicht nur nach allen Regeln der Kunst Scratchcratchratchatchen kann, sondern definitiv auch die richtigen Platten im Koffer hat. Sehr funky und mit recht obskuren Samples. Charlie Brown ist zum Beispiel auch mit von der Partie. Was will man mehr? Nur noch eine kleine Warnung: Die auf der Site als ãhifi” angebotene Downloadversion ist mit 256kbps encoded, also nur was für Bandbreitenverschwender aus Leidenschaft. Ooooo Janko Luke Nieuwalker: Medina’s Revenge (http://choqolat.org) Wenn man sich House mal als Haus denkt (bitte jetzt nicht gleich Herbert assoziieren), dann ist Medina’s Revenge das Wohnzimmer deines Vertrauens. Ein funky Bass drückt dich ins Sofa, die technoide Synthie-Tapete fesselt deine Blicke. Hin und wieder macht jemand die Tür zur Küche auf und ein paar Disco-Sprengsel schleichen sich an dein Ohr. Sehr cool, so wohnt man gerne. Aber erstmal ins zweite Stockwerk schauen. Der Remix des Tracks kommt leichtfüßiger daher, der Bass dröhnt ein bisschen von unten hoch und kitzelt unter den Füßen. Die Tapete ist hier viel dubbiger. Durch die Fenster kommt mehr Licht, was alles noch transparenter erscheinen läßt. Viel zu kurz aber toll. Schöner wohnen mit Luke Nieuwalker. Oooo-ooooo Janko Prymer: No Love Out There (http://tdr.scene.org) Prymer wandelt hier auf Downbeat-Pfaden und kokettiert mit Jazz-Gitarreros. Dazu ein nett swingender Beat, der das Ganze grinsend vorwärts schiebt. Dieser Humor rettet den Track dann auch vor dem etwas übertriebenen Jazz- beziehungsweise eigentlich schon eher Blues-Gitarrenfrickeln. Haarscharf am Fusion-Abgrund vorbei sozusagen. Alles in allem ist die Nummer immer noch etwas LoFi, aber das passt zu Tokyo Dawn. Das Netzlabel veröffentlicht munter und ohne Perfektionsanspruch Drum & Bass und Downbeat en masse. No Love Out There trägt bereits die laufende Release-Nummer 147. Da staunt die Tonträgerfraktion. Ooo-oooo Janko L Ray Robinson: Don’t Stop (http://cubik.com/robinson/index.htm) Einlullen ist eine Kunst für sich. Samples mit Ethnogeruch so zu verwenden, dass sie nicht nach Klischee stinken, erst recht. Beides beherrscht L Ray Robinson ziemlich perfekt. Don’t Stop ist ein cooler Downbeat-Track mit sehr dichter Athmosphäre, ordentlich Vibes, wohlüberlegten Ethno- und Gitarren-Einsprengseln. Sehr sehr deep, klingt weniger nach den üblichen Downbeat-Verdächtigen, als vielmmehr nach einem House-Producer, der sich jetzt mal ganz gemächlich zurücklegt. Also mehr Ashley Beedle als Kruder & Dorfmeister, wenn man schon Namen droppen will. Auf der Webseite warten noch unglaubliche weitere 24 MP3s, und ich warte gespannt auf L Rays erstes Album. Ooooo Janko Daniel Savine: This Time (Dom & Roland Mix) (http://www.epitonic.com) Epitonic hat mal wieder den richtigen Draht zu den richtigen Labels bewiesen, indem sie Skunkrock Productions mit an Bord geholt haben. Zum Auftakt der Kooperation gibt’s gleich eine Perle: Dom nimmt sich Daniel Savine vor und verpasst der Nummer genau die Beats und die Kompromisslosigkeit, die wir an ihm so lieben. Gab’s natürlich schon als 12″, aber für MP3-Sammler ein Pflichtdownload. Mehr Skunkrock demnächst auf Epitonic.com. Ooooo Janko

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aus De:Bug 34

Netaudio Janko Roettgers janko.roettgers@devcon.net Acida: Moda (http://www.buenosaliens.com) In diesen Tagen gibt’s ein neues Lieblingsspiel für aufsteigende Kosmopoliten: Weltkarte aufhängen, gelbe Fähnchen drauf verteilen, und wenn jemand danach fragt antworten: Daher kommen meine Ohrwürmer. Ein Fähnchen steckt dann sicher auch in Argentinien, buenosaliens.com sei dank. Liefert die Site doch jede Menge spannenden Tracks, auf die man im Plattenladen wohl ewig warten dürfte. Dazu gehört auch Moda von Acida. Zuerst erinnert das ein wenig an schleppenden französischen Trip Hop mit Electronica-Vergangenheit, nur dass französische Sängerinnen selten so gut spanisch können. Dann aber schleicht sich plötzlich eine gerade Bassdrum ein und Acida tauschen den Schwermut gegen Funkyness ein. Mit einem Mal wird alles ganz easy, poppig, wunderbar, extraordinario. oooo Janko Cloinc: Lonelybits (http://www.tfsm.de) Mal wieder was Neues aus dem Hause der Synapsenstreichler. Lonelybits ist ungefähr die Musik, zu der Playmobilmännchen Cocktailparties veranstalten dürften – wenn sie das dürften. Happy plastic, it’s fantastic. Verspielte Synthesizermelodien, poppige Electro-Einwürfe und ein bisschen Rumwitzeln mit den Vocal-Samples. Macht großen Spaß. Hoffentlich bald mehr davon auf TFSM Soft-Recrords, der Site, die mit einem neuen MP3 pro Woche sowieso immer einen Besuch lohnt. Ooooo Janko Mindplay: Alien Hardware (http://www.chillproductions.com) Chill ist mal wieder eines dieser Netlabels, das dank 5jähriger Geschichte mit knapp 200 Veröffentlichungen und einem sicher in den Gigabytebereich gehenden Backkatalog aufwarten kann. Wo also anfangen? Zum Beispiel mit diesem Track, der schon durch die Beschreibung ãSchmurgdbeat” neugierig macht. Schmurgd heißt hier etwa so viel wie Breaks plus Filter plus funky Orgelfetzen plus Squarepusher-Attitüde. Insgesamt etwas kurz. Man wird den Verdacht nicht los, dass Mindplay einfach Uploadzeit sparen wollte und noch eine viel bessere Vollversion auf der heimischen Festplatte schlummert. Aber trotzdem sehr spannend. Oooo Doppelgaenger: Optix (http://www.mp3.com) Doppelgaenger, das ist Drum and Bass aus deutschen Landen, genauer gesagt aus Velbert. Und wie Optix zeigt ist das ein Name, den man sich merken sollte – also Doppelgaenger, nicht Velbert. Die Drums steppen nicht originell aber ordentlich los, das typische Vocal-Loop – man sollte das in Zukunft nur noch Instant-MC nennen – darf da auch nicht fehlen. Richtig cool geraten ist dann aber die Bassline, die sich bei aller Bösewichtigeit sehr funky daherkommt. Wünscht man sich direkt auf den Dancefloor. oooo Janko Skoop: Nova (http://www.notype.com) Das Netzlabel Notype spendiert uns als Release Nummer 18 ein sehr nettes virtuelles Album mit 5 Tracks. Der Opener Acid Jazz hat auf den ersten Blick wenig mit Acid Jazz zu tun, sondern nähert sich den Jazz-Gefilden eher über swingende Drums und ambiente Spielereien. Was auch funktioniert. Acid steht hier eher für Skoops Synthie-Verliebtheit, die auch beim noch sehr viel dichter daherkommenden Titeltrack Nova unüberhörbar ist. Absolutes Highlight dann die Nummer Okra, bei der Skoop neben den typischen swingenden Beats auf ein dubbiges Feeling und ordentlich Distortion setzt. Oneyeardown kommt melancholischer daher, mit ganz verhaltenem dahertuckernden Beat und einer Stimmung, die an endlose Zugfahrten erinnert. Oder je nach Geschmack auch an Autofahrten oder Transatlantikflüge, hauptsache Fensterplatz. Sugar Pop ist mit seinen leichtfüßigen Breaks und der verspielten Melodie schließlich genau das: Zuckerpop. Ganz großartig. Ooooo Janko

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Text: janko röttgers aus De:Bug 35

Trikband: Tanz den Schröder (http://www.mp3.com) Das ist schon eine verwirrende Welt: Ein gutes Jahr nach dem Krieg gegen Jugoslawien tauchen überall die Spielverderber auf. Die NATO kritisiert die Politik, Politiker wiederum die NATO und die UN gleich alle beide. Das Massaker von Racak war wohl doch keins, selbst der schöne Hufeisenplan erweist sich als Luftschloss. Nur Rudolf ãich war dabei” Scharping verteidigt verzweifelt seinen Krieg und redet davon heute noch im Präsens. Nicht schmollen, Rudi! Hör dir lieber dieses MP3 an. Lass dich an die guten alten Zeiten erinnern, als Schröder im Fernsehen aufforderte, ãin dieser Stunde zu unseren Soldaten zu stehen.” Hach, da war noch Aufbruch zu spüren, Mobilmachung geradezu. Damals, als es keine Parteien mehr gab, sondern nur noch Grüne. Zu Samples der Rede spielt die Trikband auf, als wäre der ganze Krieg nichts anderes gewesen als eine lustige Barbecue-Party mit Balkan-Steaks und Jamie Shea als schmierigem Barkeeper. Zynisch und menschenverachtend und unterhaltsam. Janko Ooo-oooo Lackluster: 13/10/99 (http://www.mono211.com) Das Onlinelabel Mono211 ist wieder da, mit neuer Website und neu gemischten Karten. Der Schwerpunkt heisst jetzt eindeutig IDM, das Hauptlabel Mono:tonik – was nicht bedeutet, dass die anderen Sublabel und Projekte nicht weiter existierten. Alles noch ein wenig verwirrend. Ganz klar dagegen: Der zum Relaunch veröffentlichte Lackluster-Track ist eins der besten Mono:tonik-Releases ever. Lackluster hat kürzlich sein Vinyl-Debut auf Focus gehabt, ein Album soll wohl auch bald folgen. Aber gross geworden ist der Finne bei Monotonik, und er dankt es ihnen mit einem toll dahinfliessenden Track. Fernab aller IDM-Hektik besinnt er sich des Augenblicks, der Magie der Echobox und einer Melodie, die schlichtweg bezaubert, sich einem tief ins Herz gräbt. Nordlicht-Dub, ganz gross. Janko ooooo Buzz: Hybris (http://surf.to/subway/) Drum and Bass jenseits des Twosteps entwerfen heißt manchmal auch, alte Außenseiter-Platten wieder rauszuholen. Bei Buzz steht sicher Plugs ãDrum and Bass for Papa” ganz vorne in der Kiste, und auch Photeks Scheiben aus der Zeit vor seiner klinischen Phase werden dort ihren Platz haben. Der vom Online-Mag Subway gehostete Buzz hat sich den Breaks verschrieben, Bässe sind hier längst nicht so wichtig wie die Arbeit am Detail. Und während sich die anderen auf der Seite erhältlichen Tracks teilweise ein bisschen mit ihren hyperventilierenden Breaks totzulaufen drohen, schafft es Hybris, sich einen eigenen Raum zu erobern. Eine Deepness zu entfalten, ohne den Beats ihre Beweglichkeit zu nehmen und die Richtung aus den Augen zu verlieren. Auf jeden Fall sehr spannend, hoffentlich gibt’s bald mehr von Buzz zu hören. Janko Ooooo Astronaut Wife: Superpowers (X-Ray Vision) (http://www.mp3.com) Mit ausgefeilten Gesangsarrangements ist das ja so eine Sache. Und mit toll klingenden Stimmen sowieso. Tolle Stimmen klingen toll, klare Sache. Aber spätestens wenn einen der Plattenhändler fragt: ãStehst du auf so tolle Frauenstimmen?”, wird’s doch seltsam – dabei war das damals nur Stina Nordenstam. Und überhaupt: Hat Sporty Spice nicht auch eine tolle Stimme? Beziehungsweise ist die tolle Stimme nicht in etwa so redundant bis gar sexistisch (huch!) wie die gute Figur im Video? Und was hat das alles mit Astronaut Wife zu tun? Die haben tolle Stimmen, sogar drei davon, und opulente Gesangsarrangements. Zum Glück aber gerade in diesem Mix auch dezent-gewitzte Breaks und eine ordentliche Prise Retro-SciFi-Charme. Was Superpowers klingen läßt, als wäre Captain Future in Wahrheit ein nicht enden wollender Liebesfilm gewesen. Sehr poppig, sehr schön, und ja: tolle Stimmen. Janko Oooo Teebee: Fingerprints (http://www.epitonic.com) So, dies ist die letzte Chance für alle Drum and Bass-Freunde, die sich trotz des überschwänglichen Lobs in der letzten De:Bug immer noch nicht Teebees BlackScienceLabs-Album gekauft haben. Der Track Fingerprints zeigt, wo es auf der Scheibe lang geht: Präzises Sounddesign, kickende Drums, funky Minimalismus. Und dabei ein Anflug von Techno-Sounds, ohne jedoch wie Blame bei Good Lookings Seligkeit anzudocken. Mit einem Wort ein Höllentrack. Schnell runterladen, laut anhören, und dann aber: Ab in den Laden! Janko Ooooo

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aus De:Bug 36

Optic: To The Moon (http://theralite.avalon.hr) Mit Theralite hat mal wieder ein Trackerlabel den Sprung in die MP3-Liga gewagt. In diesem Format schenkt es uns als immerhin schon achtes Release nun einen schlitzohrigen Downbeat-Track. Die Nummer könnte von Jimi Tenor sein, aus der Zeit, als jener bei Sähkö noch Platten für Marxisten machte. Champagner-schlürfende Marxisten natürlich. Ein dezent prickelnder Beat, ein sich langsam in Szene swingender Bass und dazu eine unverschämt jazzy Atmosphäre mit Saxophon und LoFi-Spielereien und allem drum und dran. Klar ist das Fahrstuhlmusik. Aber eben Fahrstuhlmusik für eine Welt, in der diese sympathischen Gefährte direkt zum Mond fahren. Da will man doch glatt selbst Marxist werden. Allein schon wegen des Champagners. ooooo Balduin: Bureau Destrukt Ep http://www.bermuda.ch/bd/mp3/ A propos Champagner: Erst mal einen aufmachen. Und zwar am besten mit dem Champaign-Track eines gewissen Balduin. Plopp! Ahhh, da hört man es schäumen und fühlt es prickeln. Der Track findet sich zusammen mit zwei anderen in einer hinteren Ecke der Bureau Destrukt Website. Genau, die Schweizer, wir erinnern uns. Entspannt und easy fließt er so dahin – was ja auch kein Problem sein sollte bei all dem Alkohol – und verwurstet nebenbei noch ein paar seltsame Stummfilmsamples (doch, das geht). Nett. Slip Slap fängt dann schockierenderweise mit einem Hahnenkrähen an, um gleich einen entspannt-in-den-Tag-Bass hinterherzuschicken. Ein paar nette Vocoderspielereien im Background und dazu Midtempo-Breaks Marke Fila Brazillia. Sympatisch, aber leider viel zu kurz um wirklich wach zu machen. Der letzte Track, Zap, kommt dann schliesslich noch mal höllenfunky daher. Auf der Bureau Destrukt-Website gibt’s noch mehr Balduin-MP3s nebst dem Tracklisting eines zu Unrecht unreleasten Albums. oooo Tweng & Genex: Meonet S8 (http://www.loopnet.de) Kaum denkt man: Bei Loopnet passiert aber auch nix mehr, tauchen dort plötzlich ein ganzer Haufen neuer MP3s auf. Lauter Electronica-Tracks, viel interessantes Zeug. Darunter auch Meonet S8, der angeblich zu grossen Teilen aus Haushaltsgeräuschen ãmeiner alten viel zu teuren Wohnung” besteht. Wobei Tweng und Genex eigentlich zu zweit sind. Aber egal, die Vorstellung allein ist schon lustig genug: Eine Wohnung, die sich so anhört, muss einfach voll mit netten kleinen Maschinchen sein. Die produzieren wahrscheinich den lieben langen Tag leicht elektroide Drumloops und Zischen und Rumpeln, Fiepen und Knarzen dabei unaufhörlich. Der Bass stammt dem Vernehmen nach übrigens nicht aus der Wohnung. Was zwar schade ist, aber verständlich: Wer möchte schon mit so einem Monster zusammenwohnen? Ein toller Track. Ooooo Super Science: We’re like air, everywhere at once (http://www.mono211.com) Ninja Tune des Internets wurde das Mono211-Label hier mal genannt. Weil sich solche Vergleiche immer toll anhören, die Zeiten sich aber auch geändert haben, setzen wir noch eins drauf: Mono211-Nachfolger Mono:tonik ist dabei, das Warp-Label der Netaudio-Szene zu werden. Wer will da nach diesem Release noch widersprechen? Ein wunderbar poppiger Track mit fluffigen Breaks, schimmernden Synthesizer-Melodien mit Spielautomaten-Einwürfen und natürlich Vocals, die überall zugleich sind. Super Science kommt übrigens aus Australien und hat dort im Februar seine Debut-LP herausgebracht. Hoffentlich schafft das Ding seinen Weg nach Europa. Hallo, Warp? Ooooo Poor Rigtheous Teachers feat. The Iscariotz: Give it up!! Die Poor Righteous Teachers sind wieder da. Manchmal braucht man dazu eben fünf Jahre und einen Plattenfirmenwechsel. Um ihre Wiederauferstehung und ihr im August erscheinendes Album richtig zu feiern, schenkt uns die HipHop-Combo einen ganzen Haufen MP3s. Herausragend neben der wirklich guten Fugees-Zusammenarbeit ist vor allen Dingen dieser Track. Beklemmend paranoid, mit rasenden Hihats, punktgenauen Raps und einem gewaltigen Bass. Fast hat man das Gefühl, die Teachers wollen damit zu fiesen DnB-Bootlegs einladen. Toller Track, nur leider zu schlecht encoded. oooo

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Text: janko röttgers aus De:Bug 31

MP3-Reviews Juan Atkins: Infoworld (http://www.mp3.com) Dank Transmat Timespace-Tour gibt’s leckere Tracks von Stacey Pullen, Derrick May & Konsorten auf MP3.COM. Und eben auch von Juan Atkins, der hier die Infowelt im Oldschool-Elektro-Outfit zeigt. Das Ganze aber sehr filigran, eben nicht wie ein alter Scifi-Film, sondern höchstens die verschwommene Erinnerung daran. Außerdem hat Infoworld hier auch etwas mit Bandbreite zu tun. Brüche kommen nicht als geplante Übergänge daher, sondern ereignen sich einfach. Das Muten einzelner Mischpult-Spuren hört sich damit an wie lauter kleine Net Congestions. Nur konsequent, so etwas als MP3 zu veröffentlichen. oooo Roots Manuva: Movements (http://www.audiogalaxy.com) Die großen MP3-Server teilen die Labelwelt untereinander auf. Oder funktioniert’s andersrum? Egal, auf jeden Fall ist Ninja Tune mit den üblichen Verdächtigen im Gepäck bei Audiogalaxy.com gelandet: Coldcut, DJ Vadim, DJ Food, The Irrestible Force und so weiter. Insgesamt ein gutes Dutzend Tracks, zum Großteil schon veröffentlicht. Oder sogar komplett? Bemerkenswert ist daran auf jeden Fall dieser Roots Manuva Track, der uns in unnachahmlicher Lässigkeit erklärt, wo es langgeht. Abgeklärter, relaxter HipHop, wie er sein sollte. Ooooo Twisted Pair: Wah! (http://www.mp3.com) Ein echt überraschender Drum & Bass-Track. Überraschend schon, weil sich Twisted Pair sonst eher dem lustigen Twostep verschrieben haben. Überraschend aber auch, weil man ihm seine Darkness erst gar nicht so recht abkaufen mag, wirkt doch alles etwas orchestergeschwängert und fast schon theaterkulissenhaft übertrieben. Aber dann entfachen Twisted Pair ein echtes Bass-Ungewitter, lassen darüber ihre Breaks blitzen und beweisen, dass sie genau wissen, was sie tun. Doch sehr spannend und ziemlich cool. ooooo Mahir Cagri: She can stay my home (http://www.mp3.com) Hier kommt der Mann, der bald bekannter ist als Aphex Twin. Mahri Cagri ist so etwas wie der erste Popstar des Internets, und was wäre ein Popstar ohne Hitsingle? Die angeblich gar nicht von ihm kommt, sondern eben von Richard D. James, wie man munkelt. Dabei ist es wohl auch egal, daß der Track sich doch eher seltsam anhört, ein Gemisch aus wild zusammengesampelter Pseudo-Folklore und Kirmestechno. Was hier zählt, ist der Text. Und der Link zu Mahirs Homepage, der alles aufklärt. Für Freunde der interaktiven Unterhaltung gibt’s ausserdem noch eine Karaoke-Version des Tracks. oo Mortmain(): Repl (http://www.mortmain.com) Ein seltsamer Track. Monoton wiederholte, sägende Stringsamples. Sonst nix. Bisweilen hört sich das so an, wie Ende der Achtziger Jahre die Musik zu höchst kritischen Filmdokumentationen über Atomkraft. Dann wieder wie in einer Effektschleife verfangene Minimal-Music. Wie gesagt, seltsam. Auf Mortmains Page finden sich noch etliche weitere Klang- und Noiseexperimente. Nicht alles geniessbar, aber wenn jemand so konsequent ist, sollte man ihn im Auge behalten. Nicht, dass er eines Tages etwas Schlimmes anstellt. Philip Glass mit einem Effektgerät erschlagen beispielsweise. ooo ro70 vs moveD – mother superior (://www.tfsm.) Synapsenmassage funktioniert auch mit MP3s, mag sich das TFSM/ Music for our Children-Team gedacht haben, und serviert uns einige exklusive Tracks Online. Darunter auch diese Zusammenarbeit von ro70 und MoveD (Source Records), die sich düster und unzugänglich gibt und dabei mit Vorstellungen von Synapsenmassage als lustigem Endophinausschütten ungefähr so viel gemein hat wie VoxTours mit schlechten Trips. Keine Frage, diesem Track möchte man nachts nicht allein auf der Strasse begegnen. Ausserdem Online: Brian Eno, Funkstoerung, Superdefekt & mehr. oooo

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Elektronische Lebensaspekte.