Der Controller ist der Clou
Text: Florian Brauer aus De:Bug 109


Nintendo setzt bei seiner neuen Konsole nicht auf Monster-Chips mit der besten Grafik von übermorgen, sondern eher auf Cleverness und den Wunsch des Users, neue Dinge auszuprobieren.

Den Namen der Next-Generation-Konsole von Nintendo spricht man so aus wie das deutsche Wort “wie“ oder das englische “we“. Auf den ersten Blick fühlt man sich auch wegen des weißen Gehäuses an Produkte mit dem vorgestellten “i“ erinnert und unterschwellig soll diese Assoziation wohl auch mitschwingen und den innovativen Charakter der Hardware, die ursprünglich unter dem Namen “Revolution“ angekündigt war, unterstreichen. Während bei den beiden großen Konkurrenten der Name der letzten Konsole lediglich um eine “3“, bzw um eine “360“ ergänzt wurde, erweckt Nintendos Buchstabenkombination auf jeden Fall mehr Neugier. Aus der Position des immer etwas exotischen Dritten strebt Nintendo aber auch nichts weiter an als eine Revolution in der Art und Weise, wie Computerspiele gespielt werden.

Im Vordergrund steht hierbei der Controller der Wii, der stark an eine Fernbedienung erinnert und all die Buttons vermissen lässt, durch die sich herkömmliche Controller sonst auszeichnen und mit denen man evtl. Menschen, die noch nie ein Computerspiel gespielt haben, verschrecken könnte. Mit Hilfe eines Sensors, den man vor den Fernseher legt, wird die Position des Wireless Remote Controllers im Raum gemessen und das ermöglicht nicht nur ein präzises Zielen auf den Bildschirm, wie mit einer Light Gun, sondern auch Tennis- und Fechtbewegungen können mit erstaunlicher Präzision ausgeführt werden. Zusätzlich lässt sich für weitere Anwendungen der so genannte “Nunchuk“ an den Remote Controller anschließen. Auf diesem ist ein herkömmlicher Analogstick angebracht, mit dem z.B. in einem Ego-Perspektiven-Game die Bewegung gesteuert wird, während die Handhabung der Remote einer Waffe oder Taschenlampe entspräche. Die Möglichkeiten für diese Controller-Kombination scheinen sehr vielfältig. So kann man sich Angeln auf der Wii so vorstellen, dass mit der Remote die Wurf- und Ziehbewegungen der Rute nachgeahmt werden und das Schütteln des Nunchuk das Drehen der Kurbel simuliert. Verstärkt wird das Erleben dieser intuitiven Handhabung dabei noch durch den Sound, der aus dem Remote Controller kommt und mit dem des Fernsehers korrespondiert.

Doch man will ja nicht nur Angeln, Bogenschießen und Minispiele auf seiner neuen Konsole. Zum Release stehen insgesamt 27 neue Titel der verschiedenen Software Publisher zur Verfügung und sowohl Shooter wie Red Steel und Rennsimulationen wie ExiteTruck sind in Sachen Grafik und Frame-Rate auf Augenhöhe mit anderen aktuellen Veröffentlichungen und werden mehr oder weniger originell mit dem neuen Controller gesteuert. Auch durch die tatsächlich voll funktionierende Abwärtskompatibilität zum Gamecube und der virtuellen Konsole, über die man Zugriff auf den gesamten Backkatalog Nintendos erlangt, bleiben in Sachen Software keine Wünsche offen. Aber dass es bei Nintendo ja eigentlich immer mehr um Klasse als um Masse ging, sollte klar sein.

Wenn also erst mal durch das umfangreiche Software-Programm allen Zweiflern, für die Nintendo bisher nur Gorillas auf GoCarts und debil grinsende Pilzwesen bedeutet hatte, der Wind aus den Segeln genommen wurde, wird sich die Bedeutung der neuartigen Interface-Möglichkeiten erst nach gewisser Zeit zeigen. Erfolgreiche Titel werden nicht mehr nur einfach für die Wii umgesetzt werden können, sondern die Einbindung der speziellen Controller muss immer mitgedacht werden, oder sie stehen bei der Entwicklung eines Spiels als Herausforderung sogar ganz vorne. Großartige Möglichkeiten tun sich auf …
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Elektronische Lebensaspekte.