Mit Peak 4.1 liefert Bias nicht nur ein umfangreiches Update für seinen Audio-Editor, sondern bundelt auch Jam 6 mit ins Paket, das einzige professionelle Audio-Brennprogramm für den Mac. Die erste All-In-One Mastering-Suite für OS X? Sind jetzt alle glücklich?
Text: Thaddeus Herrmann aus De:Bug 84

Peak & Jam
Die erste richtige Mastering-Suite fuer den Mac?

Peak gilt seit Jahren als einer der wichtigsten Audio-Editoren auf dem Mac. Wirklich verstehen konnte ich das nie. Ist man mit ProTools aufgewachsen kann einem in Sachen Linearität und Übersichtlichkeit kein Programm etwas vormachen. Dafür nimmt der ProTools-User die konservativste Produktpolitik inkauf, die Bindung an teure Hardware und vor allem die Negierung System-fremder Schnittstellen. Und dennoch: Peak war mir immer zu unübersichtlich und unlogisch organisiert. Tatsache ist aber, dass die umfangreichen Features eigentlich jeden Musiker dazu verpflichten, das Programm zumindest zu testen. Die nun vorliegende Version 4.1 bietet sich dafür an, kommt sie doch mit einem ganzen Haufen neuer Features. Neben der großen Bandbreite gut klingender interner Effekte, unterstützt Peak nun auch Audio Units (nicht in Echtzeit allerdings), kommt mit einem sehr korrekten Faltungshall (ImpulseVerb) und wird vor allem mit dem Brennprogramm “Jam” gebundelt. (Die neue Version 6 kann endlich wieder direkt brennen und kommt ohne die Generierung eines Disk-Images für Toast aus). Damit bietet Bias eine All-In-One-Lösung für CD-Mastering. Hurrah.
Im Arranger-Fenster kann ganz regulär mit Audio gewurschtelt werden. Die Handhabung, wie zum Beispiel das Markieren von Regions oder die Definition einer Loop-Region ist zwar nach wie vor ein bisschen gewöhnungsbedürftig, letztendlich ist es aber nur eine Frage von Minuten, bis man sich eingefuchst hat. Hilfreiche Features, wie eine kleine Infobox für jedes Audiofenster mit Details über Regions, Loops, Cursor-Position etc. machen das Arbeiten übersichtlich und leicht und die Zusammenarbeit mit Jam funktioniert tadellos. Der Brenn-Button ist in Peak integriert und ermöglicht direktes Brennen zuvor definierter Regions aus Peak heraus. Umgekehrt kann Peak auch als Audio-Editor für Jam-Projects verwendet werden. Die Verlinkung beider Programme ist zukunftsweisend. Zwar kann sich Jam von den Features her immer noch nicht mit vergleichbaren Programmen aus der Windows-Welt messen, Mac-User haben aber keine wirkliche Alternative. Die Nachbearbeitung von Pausen, Indexpunkten, Crossfades, Offsets etc. ist komfortabel und schnell erlernt.
Bleibt die immer noch etwas kryptische Bedienung von Peak, die das Tool nach wie vor nicht zu meinen Favoriten macht. Dinge wie die nicht frei editierbare Toolbar und einige fest definierte Shortcuts wollen mir nicht einfach in den Kopf aber Bias verspricht mit einem baldigen Update Abhilfe. Auch die Tatsache, dass die Playlist keine Audio Units akzeptiert, da diese nur mit der Effekt-Matrix “vBox” bestückt werden kann, wird hoffentlich bald der Vergangenheit angehören. Davon abgesehen macht Peak 4.1. einen sehr guten und stabilen Eindruck und ist auf jeden Fall ein Audio-Editor der Oberklasse.

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