Pieter Hugo fotografiert den Permanent Error.
Text: Anton Waldt aus De:Bug 152

Auf den Müllhalden von Accra schwelen Feuer aus Autoreifen, Platinen und Plastikteilen, über denen Recycling-Tagelöhner die Isolierung vom Kupferdraht brennen. Die Trash-Mineure vergiften sich und Ghanas Umwelt für einen Hungerlohn, während mit den gewonnenen Rohstoffen neue Konsumgüter produziert werden – der E-Schrott von übermorgen.

Die deprimierenden Zusammenhänge sind offensichtlich, unbestritten und so lukrativ, dass etwa 75 Prozent unseres Elektro-Schrotts als Second-Hand-Ware deklariert Europa verlässt, um aber letztendlich im toxischen Brachial-Recycling zu enden. Aber was soll man nun mit Elektroschrott machen? Konsumzurückhaltung und Besinnung auf Reperaturtugenden könnten helfen, nachhaltig dürfte aber nur ein radikaler Umbau der Produktions- und Konsumwelt fruchten. Zum Beispiel durch den Verzicht auf liebgewonnene Materialien, Standard-Designs und penible Überwachung der Rohstoffkreisläufe.

Was die Beschneidung individueller Freiheitsrechte und eine raumgreifende Planwirtschaftsbürokratie bedeutet und da spielen wir Premiumverbraucher nicht mit. Also keine Lösung in Sicht, Fazit: Permanent Error. Genau so hat auch der südafrikanische Fotograf Pieter Hugo seine Serie zur E-Schrott-Apokalypse genannt, die mit der gleichen, eindringlichen Ikonenhaftigkeit aufwartet, wie seine Fotos von Hyänen an der Leine und Splatter-Darstellern aus Nollywood.

Pieter Hugo – Permanent Error, ist im Prestel Verlag erschienen.

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Elektronische Lebensaspekte.