Text: Kazumi aus De:Bug 90

Phtalocyanine

Phtalocyanine (aka Dimitri Fergadis) hat sich mit hochdetaillierter elektronischer Musik einen Namen gemacht. Geboren und aufgewachsen ist er in Südkalifornien, wo ihm erst jemand von Techno erzählen musste, damit er sich dafür interessierte, und 1991 begann er, ein paar Rave-12”es die Woche im Plattenladen um die Ecke zu kaufen. Seine erste eigene EP, “Viridian”, veröffentlichte 1995 dann Plug Research in L.A. Sein eigenes Label Phtalo startete er zwei Jahre später als CD-R-Label. Eigentlich um sein Debüt-Album “Navy Warship” zu veröffentlichen, das dann 1998 als richtige CD rauskam. Ein Jahr später erschien die Auskopplung “Pre-Invalid” auf A-Musik. Sein einzigartig experimenteller Stil balanciert auch hier ständig auf dem schmalen Grad zwischen Ordung und Chaos. Zwischen 1998 und 1999 erschienen vier CD-Rs von ihm auf seinem Label, darunter eine seines Nebenprojekts Ekswyzia, das ihn mehr von einer ungewohnten Freejazz-Seite zeigt. Sein erstes Album für Planet Mu, “25 Tracks fer 1 Track”, erschien zur Jahrtausendwende. Das von ihm dafür selbst gestaltete Cover erinnert an Details eines Gemäldes von Willem de Kooning. Layer über Layer von Beats, Glitches, Rauschen und Instrumentierung lassen die Einheit der Platte zu einem konstanten Fluss von Fragmenten werden. 2001 erschien seine Kollaboration mit Danny Zelonky (aka Crank und Low Res) unter dem Namen MVFS auf Aim Records und eine Split-EP mit DJ Scud auf Klangkrieg. Sein eigenes Label ist mittlerweile auf einen Künstlerkatalog von 30 Artists angewachsen, darunter: Daedelus, Dntel, Terminal 11, Kit Clayton, Sistol aka Vladislav Delay uvm., mit denen er zusammen gelegentlich experimentelle Performances in L.A. veranstaltet. Auf seinem neuen Album “No One Said You Didn’t”, das gerade auf Planet Mu releast wurde, ist Phtalocyanine (für alle überraschend) viel melodischer geworden.

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Elektronische Lebensaspekte.