aus De:Bug 91

Naomi Daniel – Burning (Deep Dish Remix) (Planet E)

Honesty: Da fällt mir nicht viel zu ein. Der Track stampft ganz schön ab. Wer ist das?

De:Bug: Das ist ein Deep Dish Remix auf Planet E. Ein Rerelease. Ich weiß allerdings nicht genau, ob der Remix auch alt ist.

Honesty: Also, wenn das eine alte Planet-E-Platte ist, dann wäre das eine der wenigen, die ich stehen lassen würde. Deep Dish ist halt auch New Yorker Stampfhouse. Das war noch nie unser Ding. Ich glaube, da kann ich auch für Daniel sprechen. Obwohl … es gab ein paar coole Deep-Dish-Nummern. Aber dieses Powermusic-Klischee, DJ Duke und so, gefällt mir gar nicht. Wie ist denn die andere Seite?

Naomi Daniel – Stars (Planet E)

Honesty: Das klingt doch gleich viel eher nach Planet E. Der Track erinnert mich ein bisschen an Ron Trent, auch wenn das Vocal Käse ist.

Daniel: Ich finds okay.

Honesty: Ja, nett.

Osunlade feat. Nadirah Shakoor – Pride (Mayaku Remix)

Daniel: Ah, das kenn ich. Osunlade, den schätz ich sehr (stuzt). Das ist aber nicht das Original!?

De:Bug: Das ist der Mayaku Remix.

Daniel: Der stampft auch so. Das ist mir irgendwie zu gewollt.

Honesty: Die HiHat stört mich. Eigentlich ist alles cool, nur die HiHat bringt so einen Anti-Swing rein (lauscht). Obwohl … jetzt geht’s.

Daniel: Schon sehr nervös das Ganze. Und ein bisschen zu vollgestopft.

Honesty: Überambitioniert (rauft sich die Haare). Oh Mann, wie stehen wir denn dann da, wenn wir hier alle Platten runtermachen?

Daniel: (grinst) Uns ist ja empfohlen worden, immer schön zu sagen, dass der Track nicht unsere Tasse Tee ist, wenn er uns nicht gefällt. Das ist so schön neutral. Na ja, das Original von dem Track find ich cool, das mag ich.

Solid Groove – This is Sick (Front Room Recordings)

Daniel: Sagt die da “This is sick?” Ist das ein Remix oder ein Bootleg? Das ist doch ein King Britt Remix!

Die Bassline droppt …

Honesty: (lacht) Von wegen King Britt. Sick ist es auf jeden Fall. Ist das Riton?

De:Bug: Fast. Geht in die richtige Richtung. Ist auf jeden Fall aus England.

Daniel: Dieses Pad find ich super. Ich weiß zwar nicht, womit er damit hin möchte – ob er damit auf den Dancefloor will oder nicht – aber dieses Pad gefällt mir. Die beiden Teile haben allerdings irgendwie so gar nichts miteinander zu tun.

Honesty: Das klingt wie zwei Stücke. Na ja, zur richtigen Uhrzeit, die richtigen Drogen, in den Händen des richtigen DJs, kann das schon gut funktionieren. Wenn alle schon schön weich geklopft sind. Das ist schon sehr verspult.

De:Bug: Das ist Solid Groove.

Daniel: Echt, Solid Groove? Hat der nicht gerade so einen geilen Broken-Beat-Remix gemacht? So ein richtiges Brett?

De:Bug: Das war glaub ich die letzte Loungin Records.

Swayzak – Another Way (Mathew Jonson Remix) (K7)

Daniel: Das hebt ganz gut ab. Oh je … aber das Vocal geht ja gar nicht.

Honesty: Es gibt so viele talentierte Sänger auf der Welt, was soll so was?

Daniel: Die Voclas ziehen das voll runter. Eigentlich ist es super, sehr sphärisch, in den Harmonien so ein bisschen Cral Craig-mäßig, sehr spooky …

Honesty: (schüttelt den Kopf) … aber diese Vocals. Ohne die hätte das Ganze viel mehr Wirkung.

Daniel: Moment, jetzt weiß ich auch, was das ist: Mathew Jonson. Der soll eine Dub-Version davon rausbringen. Der Typ, der da singt, der will doch eigentlich gar nichts sagen oder? Ich versteh gar nichts. (lacht)

The Narcoleptic – Satayday (Classic)

Daniel: Ist das Derrick Carter?

Honesty: Ein bisschen schnell für Derrick Carter. Aber nahe dran.

Daniel: Das swingt sehr ordentlich. Ich mag diese zickigen HiHats. Das ist auf Classic, oder? Deren Sachen klingen immer so ein bisschen Cartoon-mäßig. Die Tracks haben ein solides Fundament und oben rum wird’s dann albern. Ich mag das. Die nehmen das alles nicht so ernst, das find ich gut.

Honesty: Mir gefällt das auch. Für die Peaktime. Würd ich spielen ….

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Modeselektor sind auch beim Blinddate die besten Selektors. Szary und Gernot kann man nichts vormachen, außer, dass bei Debug nicht jede Promo doppelt rumsteht. aus De:Bug 90

M.I.A. – (XL Recordings)

Gernot: Kenn ich …., das ist M.I.A., oder?! Voll geil. Habt ihr die doppelt? Ich hab die vor anderthalb Monaten in Paris gehört, da hat der DJ von TTC die aufgelegt – allerdings hatte er ein Whitelabel. Ich war so geflasht. Seitdem bin ich wie ein Blöder auf der Suche. Aber überall hab ich nur Schulterzucken geerntet. Das ist auf jeden Fall eine Monsterplatte. Geiler New-School-Dancehall.

Szary: Find ick och jut.

LCD Soundsystem – Daft Punk is playing at my house (DFA)

Szary: Oh, eine fürs Rio.

Gernot: Ist das LCD Soundsystem? Die allererste Maxi, wie hieß die noch?

Szary: “Losing my edge”?

Gernot: Ja genau. Das war so ein Meilenstein, aber die neuen Sachen find ich nur noch beliebig. Das ist echt nicht mein Ding. Das sind Platten, für die kann man gar nicht betrunken genug sein. Oder man heißt Princess Superstar.

Szary: Ich glaub, die können wir dann auch gleich wieder ausmachen.

Ola Bergmann – Satyricon (New Speak)

Gernot: Ist das Bitstream?

Debug: Nee. Ein Track von ihm hier war auch auf der letzten Mix-CD von eurer Chefin Ellen Allien.

Szary: Das passt. Der Track hat so eine gewisse Dramatik – find ich schön. Außerdem stehe ich auf Laserdrops. Von wem ist denn das jetzt?

Debug: Ola Bergmann.

Gernot: Ola Bergmann? Kennst du die?

Szary: (zuckt die Schultern) Nö.

Gernot: Das ist nichts Neues, aber auf jeden Fall amtlicher Labland-Sound. Sowas lief ja bei unseren Labland-Abenden, als es noch Labland-Abende gab und nicht nur Labland-DVDs, früher nur. Wenn das damals rausgekommen wäre, wäre es wahrscheinlich ein kleiner Hit geworden.

Szary: Mich erinnert das ein bisschen an alte Focus-Platten. Gibt es Focus eigentlich noch?

Debug: Nein. Man sagt, dass Claire von Focus jetzt Briefträgerin in Wales ist. Ihre Artists warten wahrscheinlich immer noch auf ihre Kohle.

Gernot: Das ist auf jeden Fall eine Promo, die man behält … , äh, habt ihr die doppelt?

Nathan Fake – Dinamo (Traum)

Gernot: (vergnügt) Ich muss dich enttäuschen, ich kenn auch das. Das ist doch Lusine oder?

Debug: Daneben.

Gernot: (ungläubig) Das ist nicht Lusine? Das klingt aber sehr Lusine-ig.

Szary: Das ist voll Transmediale-Sound. Transmediale morgens um halb zehn. Das erinnert mich an dieses alten Platten von Jamie Hodge als “Born under a rhyming Planet” auf Plus 8. Das waren so geile Platten, so ein komplexer Scheiß.

Debug: Das ist Nathan Fake.

Gernot: Ach echt, der macht jetzt auch Minimal? Ich find’ ja das Original von “The Sky was pink“ von Nathan auch so richtig monstermäßig. Das ist voll high class. Der steht bestimmt auch auf Godspeed You Black Emperor. Da bin ich mir sicher, der …

Szary: (unterbricht, über seinem Powerbook vertieft) Siebzehn Jahre alt war Jamie Hodge damals. Discogs.com ist so geil …

Gernot: … hats auf jeden Fall raus. Find ich richtig cool. (lacht) Jetzt leg mal ne neue Get Physical auf. Ich will endlich ne Get-Physcial-Platte hören.

Zero Cash – Low Service EP (Monotone)

Gernot: Coole Beats.

Szary: Erinnert mich an DJ Rupture.

Gernot: Könnte auch Cylob sein, mit diesen schrägen Melodien. Das sind wahrscheinlich so’ne Electroclash-Heinzis, oder?

Debug: Wie kommst du denn da drauf? Hier steht noch: “Hier ne neue Mono Tone LP. Wird jeder hassen. Egal.“

Gernot: (geht zum Plattenspieler und skippt hin und her) Mann, für den Spruch muss die in unsere Top Five rein (lacht). Die ist echt fett. Leider zu viele Tracks auf einer Seite.

Szary: Das erste Stück auf der Platte hat mir mal wieder gezeigt, dass solche Tracks vor allem über Lautstärke funktionieren. Das muss richtig scheppern, sonst bringt das nichts. Eine korrekte Anlage und dann rockt das auch.

Gernot: Ein bisschen viel drin in den Tracks, aber geil. Hast du die doppelt?

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